ie höhere Mäbchen- spätesteils nächsten Mimen lassen. Bei
a genauen Angabe unb Standes dcs Heins eiforberlid). weil die mit dem Einrichtungen ledig' werden können.
Schulvorstands: lius, ulinspector, ;e Nr. 28.
erein. llllfl
ze.
gorstand
t
12
22
12
20
23
23
27
320
348
1
1
1
1
2
2
2
2 54
3 6
Weinen ließen, ; des Hauses Hem ne.
dneW” y, a v Lchole y
CÖDl*
*"'L,
---1
6*1
8 pt. N-s»-. f[ fr. rhlr.S? 230 1
ws ftttten schb"
W'
'eit
91oi 41
448
GießenerAnzeiger
Nr. 38.
Dienstag vcn 10. März
18^
Gießen, 8. März 1874.
Gießen, den 9. März 1874.
Deulschsand
Für den Vorstand: v. Röder.
viert«ljShrtg 1 fL 12 fr. «it Bi-ingerlohn. Durch bk Post bezogen vierteljährig 1 fl. 29 fr.
Die Generalversammlung der Mathilden-Stiftung der Provinz Oberhessen wird den Statuten gemäß Samstag den 14, März, Vormittags 11 Ühr, in dem Negierungsgebäude dahier stattfinden, wozu sämmtliche Mitglieder hierdurch ergebeust eingeladen werden.
Großherzogliche Polizei-Verwaltung der Provinzial-Hauptstadt Gießen.
Nover.
Mainz, 6. März. In der vorgestrigen Sitzung des Gemeinderathes brachte Bürgermeister Wallau die angenehme Mitthcilung, daß gemäß Entschließung Großh. Ministeriums des Innern vom 20. Februar Herr Provinzial- Tirector Goldniann den Auftrag erhielt, in Bezug auf das Eisenbahngesetz vom 14. August 1867 zwischen den Gemeinden, welche diesem Gesetze gemäß Beiträge zum Eisenbahnbau zu leisten verpflichtet sind, und zwischen dem Ver- waltungsrathe der Hessischen Ludwigsbahn eine gütliche Verständigung über eine angemessene Verständigung zu vermitteln. Als Muster soll hierzu der Vertrag bei den Oberhessifchen Bahnen gelten, demzufolge, wie der Herr Bürgermeister beifügt, ein Drittel der begehrten Summe zu leisten sein würde.
Berlin, 9. März. Reichstagssitzung. Anträge des Reichs-Kanzlers auf gerichtliche Verfolgung des Advocaten Fischer II. (Hannover), der Münchener „Volks-Ztg." und des Passauer „Tagblatts" wegen Beleidigung des Reichs- tages gehen an die Geschäfts-Commission. Windthorst beschwert sich über die
Ein neuer „Märtyrer."
Von Neuem hat Cer Staat seine eiserne Hand auf einen der „Oberhir- tcn" des katholischen Volkes gelegt — der Bischof von Trier ist verhaftet. Ohne viel Pomp, ein Landrath, ein paar Gensd'armen haben genügt, um den .Bischof Eberhard aus seiner Residenz in's Gefängniß zu führen."
Im Osten hat der Kampf angefangen, hat er sein erstes Opfer gefordert, sein zweites findet er im Westen, wo die Mosel ihren schlängelnden Lauf nimmt, wo der Katholicismus seinen uralten, anderthalbtausendjährigen Sitz hat, in der ältesten Bischofsstadt Deutschlands, in einer der ältesten der christlichen Welt, in der Stadt, die „römisch" war von ihrer Gründung an, in der alten Colonie der weltbeherrschenden Roma, in der Augusta Treviro- rem Cäsar's — in Trier.
Und sie ist fast wichtiger, diese Verhaftung, als die erste. Wenn wir eine Zuspitzung des kirchlich-staatlichen Conflicts irgendwo zu suchen haben, eine Verschärfung die vielleicht nicht immer die Grenzen des heutigen Kampfes bewahrt — nicht im Osten, an der Grenze Polens, wo sich der Fanatismus cheilt zwischen Nationalität und Religion — wenn überhaupt, so ist er im , Westen zu erwarten, wo unbeschränkter als irgendwo Kreuz und Krummstab, - Weihwedel und Beichtstuhl die Gemüther beherrscht, wo leichteres Blut leichter zu rascher That hinreißt, wo von Alters her noch das Blut der Gallier in ben Adern seinen Spuk treibt — zur Rechten und Linken des Rheins, den schon Maximilian, der Kaiser, „eine lange Pfaffengasse" zu nennen wußte.
Und unter all' den Bisthümern, deren Krummstab diesen schönsten Strich beß deutschen Vaterlandes beherrschen, ist das der alt-gallischen Trevirer Hauptstadt das älteste. Seit des Kaisers Constantin Zeiten, seit Agricius von Antiochien vor fast 151/2 Jahrhunderten einzog mit Krummstab und Mitra im Jahre 328 — seit diesen grauen Zeiten ist es unerhört, daß Hand gelegt morden wäre an einen Bischof von Trier, daß der Machtspruch eines staatlichen Oberherrn, ihn, den Hirten der Geister von seinem Bischofssitze in die vier Wände — eines Gefängnisses geführt hätte
Und doch ist es geschehen und hier wie dort hat sich keine Hand gerührt, ein paar Weiber werden geschluchzt, ein Dutzend Priester ihn demonstrativ begleitet haben und er selbst? Er hat dem getreuen Volke seinen Segen er- theilt, er bat zur Ruhe gemahnt und seiner Mahnung hätte es nicht bedurft, beim so treu das katholische Volk seinen Bischöfen anhängt, — es weiß ganz genau, daß der Staat nicht mit sich scherzen läßt und daß der Aufruhr- und Widerstands-Paragraph kein leerer Wahn, und wenn es davon nichts gewußt hätte, die Procession grünröckiger Gensd'armen, des Bischofs Ehrenwache, hätte
Erscheint täglich, atii Hu* nähme Sonntags.
Expedition: Eanzletbera, Ltt. B. Rr. 1.
Polizeiliche Bekanntmachung.
Vor einigen Tagen wurde vor dem Schalter der Cöln-Mindener Bahn ein 25 -Thlr-Schein gefunden und an den Herrn Cassier Röder dabier ab- gegeben. Der Eigenthümer wolle sich baldigst melden.
Nr. 7 des Neichsgesehblattes, ausgegeben den 27. Februar 1874, enthält:
(jRr. 990.) Gesetz, betreffend die Gewährung von nachträglichen Vergütungen für Kriegsleistungen der Gemeinden. Vom 23. Februar 1874.
Gießen, den 6. März 1874. Großherzogliches Kreisamt Gießen,
o Röder.
rs ihm zur Genüge gelehrt.
Die Organe der Ultramontanen werden sagen: „Seht ihr, welch friedfertige, sanftmüthige, taubenartige Nation wir Katholiken sind? Man raubt ... -........,,— ------ . , • -
nns unsere Oberhirten und wir, wir empfangen demüthig seinen Segen, wir Vcrtheilung einer Broschüre gegen das allgemeine unbeschrankte Stimmrecht schicken ein Dutzend Paternoster und Aves zum" Himmel, wir thun einen schmerz- als eines Schriftstückes des Hauses, worin eine Jnvective gegen das Centrum lichen Seufzer'— und dann gehen wir nach Hause und von Rebellion, von enthalten sei. Der Präsident erklärt, nicht er, sondern das Bureau ordne die Widerstand, von Auflehnung keine Spur. Friedfertig sind wir, wie die Taube" Vertheilung der Broschüren an. Windthorst wünscht, daß durch Erhebung - — — aber daß sie klug sind, wie die Schlange, den Nachsatz ver- constatirt werde, wer die Vertheilung angeordnet h-.be. Hierauf wird auf Men sie. Windthorst's Antrag das bisherige Präsidium per LPclamatton wieder gewählt.
Er ist klug dieser passive Widerstand, denn weitn die Katholiken ihre Sodann wurde die zweite Lesung des Impfzwang-Gesetzes vollendet, § 14 nach Bischöfe im Gefängniß, ihre Hirtenstäbe in den Ecken lehnen, den Hochaltarder Regierungs-Vorlage, die^ übrigen Paragraphen nach der ihnen von der ohne den pomphaft geschmückten Pontifex sehen werden — die Erbitterung, freien Commission gegebenen Fassung angenommen Ebenso wurden der Las-
wächst und nimmt zu und vermehrt sich mehr, als wenn hier sieb ein Beutel öffnete und dort und hier des Grimmes und des Hasses ein Theit sich entlüde und dort einer.
lind doch, wir sind überzeugt, einen kleinen improvisirten Widerstand, etwas ^!nt, etwas Verwundung, etwas aufregende Gerichtsverhandlung hätten die Führer nicht ungern gesehen, aber aus eigener Initiative bat das Volk keine Hand rühren mögen — still und ruhig sah es der Abführung zu; es war nicht dressirt, eine kleine Revolte zu insceniren. Und doch kann die „Germania" nicht constatiren, daß, weil Trier eine „Judenstadt", wie sie Posen nannte, das Volk den Bischof ruhig abführen ließ. Giebt es doch keine „Katholikenstadt" von reinerem Wasser, als Teier. Unter seinen 22,000 Einwohnern zählt ^s kaum 1500 Protestanten — aber, das erklärt mehr — zweitausend Soldaten.
Von dem Mann, den ein Landrath — seinen Namen nennt uns der Mund der Zeitgeschichte, das Wolfffsche Telegraphen-Bureau nicht einmal — zum neuesten Märtyrer gemacht, läßt sich eigentlich nicht wenig berichten. Der Dr. Eberhard hat seit einer Reihe von Jahren seinen Bischofssitz inne. Er hat wenig von sich reden gemacht, und trotzdem er mit der Ersten einer ist, die das Gesetz trifft, war er doch keiner der Eifrigsten in der Renitenz. Den Beschlüssen des letzten Concils hat sich der Dr. Eberhard voll und ganz unterworfen ; im Uebrigen war er in dem bisherigen Streit so ziemlich indifferent.
Die altersgrauen Römerbauten von Trier, die porta nigra und die Ba- silica, die uralte Domkirche der heiligen Helene — sie mögen sich gewundert haben über das unerhörte Schauspiel eines verhafteten Bischofs von Trier.


