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Gießener Anzeiger

Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Hiessen

Dienstiig dm 10. Februar

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Gießen, den 9. Februar 1874.

Gefunden Eine kleine tannene Kiste, roth angestrichen, eine braun gestreifte Hose, 1 Hemd und 1 Paar Socken enthaltend, ist vor der Stadt gefunden

politischer T h e i l.

(Nr. 984.)

(Nr. 985.)

nale hier einen drei- stcherung, daß Seine zahlreichen Zuspruij

Wer Ansprüche darauf machen will, hat sich bald zu melden. Gießen, den 9. Februar 1874.

Ein alter Geldbeutel mit wenigen Kreuzern (bei der Stadtkasse liegen geblieben), ein Brett (im Schoorgraben?aufgefangen), ein Portemonnaie mit 40 fr. Inhalt, eine Cigarrenpresse, ein Maßstab, eine Spannkette, vier Strohdecken, ein altes Knabenhemd, eine Weißbinderleiter, ein Ciaarren-Etuis, einige Heller enthaltend.

Die Eigenthümer werden aufgefordert, sich binnen 3 Wochen bei uns-zu melden, widrigenfalls diese Gegenstände auf Verlangen an die Finder zurückgegeben oder später zu Gunsten der Armenkasse werden versteigert werden.

Zugelaufen: Ein Naupinscher mit Dächselbeinen.

Gießen, den 10. Februar 1874.

Großherzogliche Polizei -^Verwaltung der Provinzial - Hauptstadt Gießen. Nover.

Großherzogliche Polizei-Verwaltung der Provinzialhauptstadt Gießen. Nover.

vierteljährig 1 fL 13 ft. mit Bringerlohn. Durch di« Post bezogen vierteljährig 1 fl. 29 ft.

Großherzogliches Kreisamt Gießen, v- Röder.

Nr. 4 deS Netchsgesetzblattes, aiisgegeben brn 2. Februar 1874, enthält:

Verordnung, betreffend die Verwaltung des Reichskriegsschahes. Vom 22 Januar 1874.

Bekanntmachung, das Verbot des Umlaufs der österreichischen und ungarischen Ein- und.Zweiguldenstücke und der niederländischen Ein- und Zwei- einhalb-Guldenstücke betreffend. Vom 22. Januar 1874.

Gefundene Gegenftande

vrscheint täglich, mU Wui- nahnik Sonntag-

Expedition -. Lanzletberg, LU. B. Nr. 1.

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Darmstadt, 6. Februar. Das Großberzogliche Regierungsblatt Nr. 5l enthalt: j

1. Zusammenstellung der Ergebnisse der Staatsschuldentilgungskasse-Nech-' innig für 1871. Wir entnehmen daraus den Stand der Staatsschuld. Ende 1870 war der Stand der liquiden Staatsschuld 15,367,712 fl. 243/4 fr. Die Staatsschuld hat sich im Jahre 1871 vermehrt um 2,512,669 fl. 31 fr. Summe einschließlich Zugang 17,880,381 fl. 553/4 fr. Dagegen hat sich die Staatsschuld im Jahre 1871 vermindert um 3,782,740 fl. 56 fr. Verglichen ist definitiv überwiesene Staatsschuld Ende 1871 14,097,640 fl. 593/4 fr. Diese Srimme theilt sich: a) in verzinsliche Capitalien 3,361,399 fl., b) in Capita- licn ä 3 pCt. 818,425 fl. 28 fr., c) in solche ä 3J/2 pCt. 457,300 fl, d) in solche ä 4 pCt. 1,507,083 fl. ll3/4 fr., e) in solche ä 5 pCt. 1,000,433 fl. 20 fr., f) der planmäßige Capitalwerth des zu Ende 1871 verbliebenen Roth- Aildffchen Anlehens von 61/2 Millionen Gulden beträgt 6,953,000 fl.

2. Uebersicht der von Großherzoglichem Ministerium des Innern für das Jahr 1874 genehmigten Umlagen zur Bestreitung von Communal-Bedürfnisten in den Gemeinden des Kreises Dieburg.

3. Desgleichen in den Gemeinden des Kreises Wimpfen.

4. Desgleichen in den Gemeinden des Kreises Alsfeld.

5. Uebersicht der für das Jahr 1874 genehmigten Umlagen zur Be­reitung der Bedürfnisse der israelitischen Religions-Gemeinden des Kreises Abel.

Am 8. Januar wurde dem Pfarrer Heinrich Simon Seib zu Groß-Um­stadt die fath. Pfarrstelle zu Ober-Abtsteinach und am 22. Januar dem Pfarr- verwalter Peter Dexelmann zu Westhofen die fatholische Pfarrstelle daselbst übertragen.

10. Concurrenzeröffnungen. Erledigt sind: die sechste evang. Schulstelle zu Erbach, im Kreise Erbach, mit einem jährlichen Gehalt von 550 fl.; die erste kath. Schulstelle zu Castel, im Kreise Mainz, mit einem jährlichen Ge­halt von 700 fl.; die evang. Schnlstelle zu Albach, im Kreise Gießen, mit einem jährlichen Gehalt von 400 fl.; die fath. Schulstelle zu Dalsheim, im Kreise Worms, mit einem jährlichen Gehalt von 600 fl.; die erste evang. Schulstelle zu Landenhausen, im Kreise Lauterbach, mit einem jährlichen Ge­halt von 450 fl.

Darmstadt, 6. Februar Die in der ersten Kammer gelegentlich der Berathnng über den Beschluß der zweiten Kammer auf Gewährung von 250,000 fl. als Staats-Subvention an Communal-Corporationen zur Erbauung von chaussirten Straßen laut gewordenen Befürchtungen bezüglich der Finanz­lage unseres Landes haben den Director des Finanzministeriums zu einer Dar­legung veranlaßt, welche, wenn sie auch übertriebene Hoffnungen auf Ueber- schüffe abschneidet, doch jedenfalls dem Lande volle Beruhigung gewähren muß. Danach hat der Ueberschuß am Schluffe des Jahres 1872 nach einer schon früher dem Finanz-Ausschuß der zweiten Kammer gemachten Angabe nicht ganz 6 Millionen betragen ; derselbe sei indessen auf beinahe 6,400,000 fl. gestiegen. Von dieser Summe sei nun das Deficit für die Budget-Periode, sowie der Betrag des Nachtrags-Budgets für dieselbe Zeit in Abzug zu bringen, so daß ein Ueberschuß von 1,470,000 fl. verbleibe. Im Jahre 1873 seien indessen

6. Desgleichen des Kreises Nidda.

7. Desgleichen des Kreises Dieburg.

8. Promotionen au der Großherzoglichen Landes-Universität Gießen.

9. Dienstnachrichten. Se. Königs. Hoheit der Großherzog haben aller- giädigst geruht: am 8. Januar den Steuerpfandmcister bei der Obereinneh- uierei' Darmstadt, Carl Wilhelm Beisenherz zu Bensheim, zum Domänen- ffaudmeister bei dem Rentamte Lampertheim, und am 16. Januar den Mehrer an dem Gymnasium zu Worms, Professor Dr. Ludwig Glaser, zum . Lirector und ersten Lehrer an der Realschule zu Bingen zu ernennen; am 17. Januar dem Schulamtsaspiranten Heinrich Schultheiß aus Gettenau die evang. Schulstelle zu Maulbach, am 19. Januar dem Wachtmeister im 1. Dragoner- Nkgiment (Gardedragoner-Regiment) Nr. 23, .Johann Ludwig Huber, die Stelle mies Seminardieners am evang. Prediger-Seminar zu Friedberg zu übertra- gen ; an demselben Tage den von dem Herrn Grafen zu Solms-Laubach auf, bie zweite evang. Pfarrstelle zu Laubach präsentirten evang. Pfarramts-Candi-r baten Reinhold Zöckler aus Laubach, und den von dem Herrn Grafen von' Schlitz, genannt v. Görtz, auf die evang. Pfarrstelle zu Willofs und bezw. die erste evang. Knabenschulstelle zu Schlitz präsentirten evang. Pfarramts-Candidaten Diedrich Lahr aus Groß-Gerau für diese Stellen zu bestätigen; am 22. Ja­nuar dem Schullehrer an* der zweiten evang. Schule zu Bosenheim, Johann Wendel von der Au, die erste evang. Schulstelle daselbst, dem Schullehrer an ber zweiten evang. Schule zu Schwabsburg, Samuel Leibnick, die erste evang. Schulstelle daselbst, und dem gewesenen Schullehrer an der evang. Schule zu Beedenkirchen, Friedrich Haustein, die dritte evang. Schulstelle zu Roßdorf zu übertragen.

aus der französischen Kriegs - Entschädigung über 9 Millionen hinzugekommen und es stünden noch weitere 3/4 Millionen in Aussicht. Danach sei am Ende des Jahres 1875 ein Ueberschuß von mehr als 11 Millionen vorhanden, in­sofern keine weitere Verwendung erfolge. Das Betriebs-Capital der Haupt- Staatskasse müsse indessen hiervon abgezogen werden.

Ans dem Großherzogthum Hessen. Aus Berlin geht uns folgende Mittheilung zu:

Berlin, 6. Februar. Unter dem Eindruck der Mittheilung, daß die hessische erste Kammer am 4. d. mit allen gegen eine Stimme für die directe Wahl des Landbürgermeisters stimmte und ihren bedauerlichen Widerstand gegen die Bestimmung des Volksschulgesetzes aufgab, wonach die Orden von der Lehrthätigfeit mindestens an den öffentlichen Schulen ausgeschlossen sind, ließen die hier versammelten acht liberalen Vertreter des Großherzogthums Hessen im deutschen Reichstag heute folgendes Telegramm an den Großh. Hess. ^Minister­präsidenten Hofmann in Darmstadt abgehen:Die Unterzeichneten drücken Ew. Excellenz ihre große Freude aus über die jüngsten gewichtigen Abstimmungen in der ersten Kammer und beglückwünschen dazu Regierung, Stände und Land. Dernburg, Schröder, Bamberger, Heyl, Martin, Oncken, v. Rabenau und Welcker." (R. Fr. Pr.)

Berlin, 5. Februar. Die Provinzial-Correspondenz sagt über die Verhaftung des Erzbischofs Grasen Ledochowski:

Der Erzbischof von Posen und Gnesen, Graf von Ledochowski, ist am 3. d. M. auf Grund gerichtlichen Befehls ins Gefängniß nach Ostrowo ab­geführt worden. Derselbe war in Folge seines fortgesetzten Widerstandes gegen die Staatsgesetze durch eine Reihe rechtskräftiger gerichtlicher Erkenntniffe zu-