Gießener Anzeiger
Anzeige- und Mmtsßlntt für den Kreis Hiessen
Samstag bcu 5. September
1S74
politischer Lheil.
blatt
5. Ordensverleihungen.
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Pxis vierteljährig 1 st. 12 kr.
Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährig 1 fl. 29 fr.
«och ziirückstehen. Auch die übrigen Ausschüsse werden die ihnen noch obliegen den Beschlüsse in der Kürze gefaßt haben. Die zweite Kammer schon in der I ttsten Hälfte des Monats zusammenzuberufen, wird' nun wohl nicht mehr, an- l gehen. Wir erachten aber auch, wie die Verhältnisse uns jetzt zu liegen schei-
Espenschied zu Liederbach die evang. Schulstelle zu Heppenheim im Loch und dem Schulamts-Aspiranten Anton Jllert aus Braunshardt die zweite evang. Schulstelle zli Mettenheim, am 15. August dem Schullehrer an »der zweiten evang. Schulstelle zu Dalheim, Jacob Hechler, die zweite evang. Schulstelle zu Klein-Karben, dem Schullehrer an der ersten evang. Schnlstelle zu Hamm, Phi
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reich Preußen, die zweite evang. Schulstelle zu Brandau zu übertragen; am IS. August den Polizei Commissariats Aspiranten Jacob Eckes aus Bingen zum Polizeicommissär dritter Elaste bei der Polizeiverwaltung zu Mainz, den Kreis- bauanfseher-Aspiranten Carl Löffler aus Laubach zum Krcisbauaufseher bei dem Kreisbauamt Bensheim zu ernennen.
8. Charakterertheilnngen.
9. Versetzungen in den Ruhestand.
10. Concurrenzeröffnung. Erledigt ist : die zweite kath. Knaben-^chulstelle zn Bürstadt, im Kreise Bensheim, mit einem jährlichen Gehalt von 550 fl.; die erste kath. Schulstelle zu Mosbach, im Kreise Dieburg, mit einem jährlichen Gehalt von 450 fl.; dem Pfarrer und Gemeinderath zu Mosbach stehl das Präsentationsrecht für diese Stelle zu.
11. Sterbcfälle. Gestorben sind: am 10. August der Stadtschullehrer Adam Schäfer zu Worms; am 11. August der Steiger auf der Grube Lud- wigshossnung bei Melbach, Peter Boß von Bauernheim.
Darmstadt, 3. September. Der Gesetzgebungsausschuß d-r zweiten Kammer der Landstände tritt am 14. d. Mts. zu einer Sitzung zusammen und wird dann über eine Anzahl von Gegenständen beschließen, über welche die Referate zum Vortrag kommen werden.
Der Finanzausschuß hat bereits hinsichtlich der noch im Rückstand gewe- jenen Arbeiten aufgeräumt. Außer der Theaterfrage sind die noch verbleibenden Gegenstände nirgends dringlicher Natur und konnten nur darum noch nicht znm Vortrag kommen, weil hier überall die erbetenen Erklärungen der Regierung
6 Ertheilung von Erfindungspatenten. Se. König!. Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 14. August dem Oeconomcu Gustav Ellenberger zu Biedenkopf, im Königreich Preußen, auf dessen Nachsuchen ein Erfindungspatent auf die durch Zeichnung und Beschreibung näher erläuterte Construction eines Zerkleinerungs Maisch und Kühl-Apparates und au demselben Tage dem Baumeister Anton Bohlten zu Varel a. d. Jahde ans dessen Aachsnchen ein Erfindungspatent für die durch Zeichnung und Beschreibung näher erläuterte Construction einer Waschmaschine, während der nächsten fünf Jahre für den Umfang des Großherzogthums zu ertheilen, und zwar bei bei den Patentträgern unter dem ausdrücklichen Vorbehalte, daß turd) die vcr lieheuen Patente Niemand in der Anwendung bereits früher schon bekannt gewesener Theile der Erfindungen gehindert werden soll.
7. Dienstnachrichten. Se. König!. Hoheit der Großherzog haben aller- gnädigst geruht: am 20. Juni die von dem Herrn Fürsten zu Asenburg-Bir- stein auf Lehrerstellen an der Bürgerschule zu Offenbach präsentirten: Schul
lehrer an der ersten evang. Schule zu Langen, Friedrich August, Schullehrer an der zweiten evaug. Schule zu Dreieichenhain, Johann Philipp Brenner, Schullehrer an der erstell evang. Schule zu Geinsheim, Carl Adam Marbach, früheren Schullehrer zu Rödelheim, im Königreich Preußen, Gustav Carl Weber und Schullehrer nu der zweiten kath. Schule zu Mainflingen, Adam Heß, für diese Stellen zu bestätigen; am 1. August den Reservisten Karl August Seipp von Darmstadt zum Hofsaalwärter zu ernennen; am 11. August dem evang. Pfarrer Georg Scriba zu Bornheim die evaug. Pfarrstelle zu Biebelnheim, im Dekanate Alzey, zu übertragen; am 14. August dem Schullehrer Heinrich
Deutschsand.
Darmstadt, 1. September. Schluß aus dem Großh. Regierungs Nr. 42 :
Desterreich.
Böien, 3. September. Der Köllig von Sachsen, vom österreichischen Kaiser direct eingeladen, nimmt an den böhmischen Manövern Theil und trifft mit Franz Joseph in Prag zusammen.
Frankreich.
Paris, 2. September. Mac Mahon hatte heute mit Nigra eine Unterredung , in welcher vom Orenogue die Rede gewesen sein soll.
— Wie die officiöse „Presse" behauptet, wird Mac Mahon den spanischen Botschafter erst empfangen, wenn der Empfang der spanischen Vertreter durch die übrigen Mächte (ist wohl eine Umschreibuilg für Deutschland) stattfindet. Ter Empfang werde wahrscheinlich verzögert werden, da der Kaiser von Oesterreich, der König voll Italien und die Königin von England nicht in ihren Hauptstädten seien.
— Ter Minister des Innern, General Chaband-Latour, hat an die Präfekten einen Erlaß gerichtet, um am 4. September jede Kundgebung zu verhindern.
— Nach der „Preffe" wird zehn bonapartistischen Departemental-Blättern der Straßenverkauf entzogen, weil sie den Artikel ausgenommen haben, welcher die Maßregelung des Journals de Bordeaux veranlaßte.
Paris, 2. September. „Bien Public", „Temps", „Solei!" und noch einige andere Blätter erwähnen des heutigen Tages, um an die Schmach erinnern, welche das Kaiserreich Frankreich bereitet. Sie sprechen alle die zuversichtliche Hoffnung ans, daß die französische Nation gewitzigt und nicht so erbärmlich sein werde, sich von Neuem unter das Joch der Chiselhnrster pi schmiegen.
In Cette wäre es dieser Tage beinahe zu Ruhestörungen ^gekommen. Der Maire dieser Stadt ließ nämlich, als er sich mit dem Gerneiirderath bei Gelegenheit des jährlichen Festes nach der Kirche begab, dem Zug eine Fahne voranstragen, auf welcher die Worte zu lesen waren: „Vivd Napoleon III., Empereur des Francais !“ Kaum wurde man der Zahlte ansichtig, so entstand ein furchtbarer Scandal; die Menge ließ Drohworte laut weiden, und der Maire entging nur dadurch einer tüchtigen Tracht Prügel, daß er die Fahne, die man, wie er sagte, ans Versehen genommen, fortschaffen ließ. In Cette scheinen die Bonapartisten ungeachtet des 24. Mai noch keine Fortschritte gemacht zli haben.
— Das Zuchtpolizeigericht von Rombonillet hat am 29. August die Frau eines Kaufmanns von Chevreuse und ihren Beichtvater wegen Ehebruchs
tolcbemt tiqjHdb, mit Ausnahme Montags.
Expedition: Lanzleibera, M. «. Rr 1
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zu sechs Monaten Gefängniß verurtheilt. Der Eheman» hatte die Beiden er-
jTni - -------7-— —— viv ..... »vö». tappt und vier Revolverschüsse auf den Geistlichen abgefeuert. Keine der Wnn-
nett, eine Zusammenberufung erst auf später, etwa im Monat October für:den war aber gefährlich lind der Priester konnte vor Gericht erscheinen. Der- geradezu wünschenswerth. Wir können nämlich nach zuverlässiger Ouelle ver- selbe war sehr bleick) und niedergeschlagen und brachte zu seiner Entschuldigung -Äk" ^^al^WErn, daß die Vorlage der Kirchengesetze, die auf keine materiellen Hinder- nur vor, daß die Verführungen für einen jungen Priester, der tagtäglich in ßpff* niffe gestoßen ist, ganz in der Kürze erfolgen wird. Die Commission kann den intimen Beziehungen zu den schönsten Frauen und Mädchen stehe, zu
lJ kni dieselben noch berathen und der zweiten Kammer bei ihrem nächsten Zu- groß seien. Gegen den Ehemann ist gleichfalls Klage eingeleitet wegen Kör-
fiininenlritt zur Beschlußfassung unterbreiten. Die Theaterfrage würde sich Perverletzung. Er befindet sich indessen auf freiem Fuß, da er Caution ge- anschließen und die zweite Kammer könne in ihren nächsten Sitzungen mit dem stellt hat.
lipp Geil, die erste evang Schulstelle zu Gimbsheim und am 17. August dem Lchnlamts-Aspiranten Johann Philipp Schmidt aus Fronhausen, im König-
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.vorhandenen Material aufräumen. Die Zeit bis zum Zusammentritt des s Reichstags würde zureichen. sN. Frkftr. Pr.)
Berlin, 3. September. Die „Prov.-Corresp." begrüßt die mit so „ Ä T , durchschlagender Einmüthigkeit begangene Sedan-Feier als 'freudige That des
*?• Ordensverleihungen. Se. Konrgl. Hohert der Großherzog haben aller- seiner Einheit und darauf beruhender Größe bewußten deutschetr Volkes und gnadlgst geruht: am 5. August dem Seconde-Lieutenant Rudolph Keppler und betont, daß die Einigkeit der vaterländischen Gesinnung die Grundlage bilde, dem Musketler Mathias Menges im 4. Infanterie-Regiment (Prinz Carl) auf welcher die Versöhnung der inneren Kämpfe angestrebt werden müsse. Die Rr. 218, für Die von ihnen mit Muth und eigener Lebensgefahr vollbrachte Feier der wiedererrungenen nationalen Einheit könne nicht in dem rechten Geiste Errettung des Musketiers Franz Wirth in demselben Regiments von dem Tode begangen werden, ohne daß zugleich der innige Wunsch zur Geltung gelange, des Ertrinkens das allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift: „Für Rettung daß der Zwiespalt, der gerade m der Zeit der politischen Wiedererhebung die von Menschenleben" pi verleihen. Herren im Volke betreffs der tiefsten sittlichen Jliteressell mannigfach erregt, in
e'.nster Gemeinschaft nut patriotischen Gesinnungen und Bestrebungen eine versöhnende Lösung finde. Dasselbe Blatt hebt in der spanischen Anerkennnngs- srage betreffs der Haltung Rußlands hervor, daß schon jetzt allseitig die Ueberzeugung zur Geltung gelange, die gehegte Erwartung, das herzliche' Ein- versiäudnlß der russischen und deutschen Regieniug. könne durch die einstweilige Meinungsverschiedenheit in der Auffassung der spanischen Zustände gestört werden, auf vollständiger Verkennung der Verhältnisse beruht
Hamburg, 1. September. Tie französische Beschuldigung, daß Hamburgische Kaufleute den Carlisteu Waffen geliefert hätten, weist die „Hamb. Volks-Ztg." zurück und gibt als Erklärung derselben folgende Mittheilung: „Mit einem englischen Schiffe kamen vor 14 Tagen hier 60 Kisten Gewehre an und wurden sofort an die Hamburg-Berliner Bahn zur Weiterbeförderung nack) Est'lla bestimmt. Ter Frachtbrief trug die Unterschrift eines südamerikaruschen Consulats, erregte jedoch derart Verdacht, daß die Waffen hier angehalten und mit Beschlag belegt wurden. Bereits ist festgestellt, daß die Unterschrift des Frachtbriefes eine gefälschte ist." Das Blatt freut sich, daß auf Hamburg nicht die Unehre laste, den Mordbrennern in Spanien Waffen-Sen- dungen gemacht zu haben.
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