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Betreffend: Die Aufbewahrung, Revision und Prüfung der den Kirchen-, Schul- und StistungsfondL gehörigen und künftig für dieselben zu errichtenden Schuld- und Pfandverschreibungen.

Gießen, den 31. December 1873.

Ass Grotzher-oglichr Kreisamt Girhrn

an die evang. Kirchenvorstände zu Annerod, Bersrod, Burkhardsfelden, Dorf-Gill, Ettingshausen, Garbenteich, Hattenrod, Holzheim, Lich, Rieder-Bessingen, Ober-Bessingen, Ober-Hörgern, Reiskirchen Rödgen, Watzenborn und Wikseck.

Wir erinnern Sie an Erledigung der Verfügung (Amtsblatt ohne Nummer) vom 24. November 1873 binnen acht Tagen.

v. Röder.

politischer Lheil.

richtigkeiten aus dem ersten Wahlbezirk enthält, so wollen wir denselben unfern Lesern doch zur Kenntniß bringen. Die Red.)

Darmstadt, 29. December. Gestern verschied dahier nach längerem Leiden Oberstudienrath Dr. G- Thudichum, früher Director des Gymnasiums zu Büdingen und als solcher von seinen zahlreichen Schülern doch verehrt.

!rich von Hessen, Großherzogliche Hoheit, zum Generalmajor zu ernennen; am 19. December den Schullehrer Peter Walbrecht aus Nieder-Weidbach die evang. ^chulstelle zu Nieder-Nosbach, der Schulamtsaspirantin Emile von Reinhardt aus Lauteiburg ün Elsaß, die Stelle einer Lehrerin nn der höheren Töchter­schule zu Gießen^und dem Schulamtsaspiranten Simon Wagner aus Ketten­heim die evang. Schulstelle zu Sellnrod zu übertragen; den Hch. Ludw. Wald- schmidt ans Leeheim zum Gehülfen bei der Brückengeld Erhebung zu Castel zu er­nennen, den Rechner für den Straßen- und Flußbau, Rechnungsrath Carl Hahn, mit Wirkung vom 1. Januar 1874 ab als Buchhalter in die Haupt­staatskasse zurückzuversetzen, den Obersteuercalculator erster Elaste bei der Steuercontrole und Calculatur der Obersteuer-Direction, Heinrich Haller, zum Buchhalter bei der Hauptstaatskaste, den Calculator zweiter Elaste bei der Hauptstaatskasse, Wilhelm Eckersweiler, zum Calculator erster Elaste, den Hauptsteueramts-Assistenten zweiter Elaste bei dem Hauptsteueramte Mainz, Gu­stav Poseiner, und den Finanzaspiranten Friedrich Kohlermann aus Gießen zu Calculatoren zweiter Elaste bei der Hauptstaatskaste zu ernennen.

Am 11. December wurde der Pfarrer Tobias Thaler in Sauer- ^-chwabenheim zum Dekan des katholischen Dekanats Ober-Ingelheim ernannt.

An demselben Tage wurde dem Pfarrverwalter Balthasar Jacob die ka­tholische Pfan stelle zu Flonheim, im Dekanate Alzey, übertragen.

6. Versetzungen in den Ruhestand. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 11. December den Schullehrer an der katho­lischen Schule zu Heimersheim, Andreas Schmitz, aus sein Nachsuchen, am 12. December den Lokomotivführer bei der Main-Neckar-Eisenbahn, Georg Dister, am 18. December ben Hoskutscher Philipp Friedrich, am 19. December den Schullehrer an der 4. evang. Schule zu Roßdorf Georg Ludwig Fischer, auf sein Nachsuchen, in den Ruhestand zu versetzen.

7. Concurrenzeröffnungen. Erledigt sind: die evang. Pfarrstelle zu Stock­stadt, im Dekaikate Eberstadt, mit einem jährlichen Gehalte von 1407 st. 2>> fr., wovon jedoch eine jährliche Abgabe von 150 st. an den allgemeinen Pfarrverbesserungsfond für die evang. Kirche des Großherzogthums zu entrich­ten ist; die erste kath. Mädchenschulstette zu Heppenheim, im Kreise Heppen­heim, mit einem jährlichen Gehalte von 550 st.; dem Kreisrath, dem kath. Stadtpfarrer und dem Gemeinderathe zu Heppenheim steht das Präsentations­recht zu dieser Stelle zu; die erste kath. Schulstelle zu Klein-Auheim, im Kreise Offenbach, mit einem jährlichen Gehalte von 500 st.; die mit einem Lehrer evang. Confession zu besetzende erste Knabenschulstelle an der Gemeindeschule zu Alzey, im Kreise Alzey, mit einem jährlichen Gehalte von 550 st.; die fünfte evang. Schulstelle zu Bad-Nauheim, im Kreise Friedberg, mit einem jährlichen Gehalte von 550 st ; die «echste evang. Schulstelle zu Bad-Nauheim, im Kreise Friedberg, mit einem jährlichen Gehalte von 550 st.

8. Sterbefälle. Gestorben sind: am 14. December der pensionirte Ge­richtsvollzieher Ignaz Heiser zu Wöllstein; am 15. Dec. der pensionirte Hof­jäger Tobias Goth zu Lorsch; am 16. December der pensionirte Lehrer Franz Jo­seph Büchner zu Aschbsch; am 17. December der Oberförster Ludwig Haber­korn zu Windhausen.

Berlin, 2. Januar. Der am 31. December hier eingetroffene Herzog von Edinburg reist heute nach Petersburg, wohin Lord .iugustus Loftus, der gestern Abend Berlin passirt hat, ihm vorausgereist ist.

Allgemein wird angenommen, daß, Angesichts des Art. 16 des Han­delsvertrages von 1862 zwischen dem Zollverein und der Türkei, der Abände­

rungen nach vierzehn und Tarif-Revision von siebcn zu sieben Jahren zuläßt, die bezügliche Eröffnung der Türkei, die neueren Datums sein soll, nur Ab-

Deutfcöfanö.

Aus Oberheffen, 2. Januar. Die Wahlbewegung in unserer Pro­vinz fängt mit Herannahen des Wahltages an, etwas lebhafteres Tempo anzu­nehmen. Im ersten oberhessischen Wahlkreis, der seither das unbestrittene Terrain des Herrn v. Rabenau war, soll sowohl ein ultramontaner, als ein socialistischer Gegenkandidat aufgestellt werden, (?) wenn auch ohne jede Aus­sicht auf Erfolg. In dem dritten Wahlkreis ist seitens der liberalen Partei ein Aufruf zu Gunsten des Professors Oncken zu Gießen erlassen worden; die orthodoxe Geistlichkeit dagegen wirkt mit größtem Eifer für den Grafen von Solms v. Lanbach. Da Herr Oncken nicht gesonnen sein soll, sich den Wäh-, lern persönlich vorzustellen (?) und Herr Graf Laubach keine besonderen An lagen zum Volksredner hat, wird der Wahlkampf äußerlich kein sehr heftiger werden; bei einigermaßen lebhafter Abstimmung hofft man jedoch Herrn Oncken durchzusetzen. Im zweiten Wahlkreis ist von fortschrittlicher Seite Dr. Schrö­der aus Worms aufgestellt, von ultramontaner Herr Rechnungsrath Back6 aus Darmstadt. Alle Local- und Kreisblätter sind mit Aufrufen für einen oder den andern der beiden Candidaten angefüllt, derjenige für Herrn Schröder trägt die bekanntesten und besten Namen der Wetterau, während für Backe 17 ka­tholische Geistliche und einige unbekannte Bauern und Handwerker unterzeichnet haben. Herr Backö durchzieht seit einigen Tagen die katholischen Orte des Wahlkreises und hält Versammlungen, in denen er die Vertreibung der Jesui­ten der Besten der Katholiken bejammert, den Leuten erzählt, die Milliarden seien statt sie zur Steueraufhebung zu verwenden in einer Festung aufgespeichert, um sie zu einem neuen Krieg zu verwenden und neue Mordwerkzeuge anzuschaffen. Seit dem Neuen Deutschen Reich seien die Blut­steuern gestiegen, alles sei theurer geworden, die Nahrungsmittel würden ver­fälscht, die Freiheit sei geknebelt und es gäbe kein Recht mehr im Deutschen Reich. Die Schulen sollten entsittlicht, die Civilehe, dieeinem Viehhandel" gleiche; solle eingeführt, die Religion zu Grunde gerichtet und vom Boden ver­tilgt werden. Bei einer solchen Versammlung hat, wie derWett. Bote" be­richtet, ein katholischer Geistliche jid) zu der Behauptung verstiegen, daß die katholische Kirche den Schutz des Staates und Gesetze gar nicht brauche. Die protestantischen Orte vermeide Herr Backe, allerdings wurden in dem einzigen, in dem der Versuch, eine ultramontane Versammlung zu halten, gemacht wer­den sollte, die geeigneten Versammlungslocale verweigert; seine Anhänger for­dern aber auch die Mitglieder anderer Confessionen auf, denselben zu wählen, da er für das Rechte und die Freiheit des Volkes und den konfessionellen Frie­den (!) eintreten werde. In den nächsten Tagen wird nun auch Herr Dr. Schröder in Vilbel, Butzbach, Friedberg, Altenstadt und Büdingen an Wahl- verfammlnngen theilnehmen und wird es ihm wohl nicht allzuschwer werden, den Verdächtigungen, falschen Versicherungen und nichtswürdigen Lügen der reichsfeindlichen Hetzer die gleisnerische Maske herunterzuziehen. An einen Wahlerfolg denken wohl die ultramontanen Agitatoren selbst nicht; es gilt wohl zumeist darum, eine politische Demonstration zu machen, d. h. zu zeigen, daß auch in Oberheffen so und soviel Leute gibt, die blind den Befehlen der Priester gehorchen und Rom und Papst höher stellen, als Kaiser und Reich. (Obschon der Artikel, derNeuen Frkftr. Pr." entnommen verschiedene Un-

Schweiz.

Bern, 1. Januar. Auf Ansuchen deS Cardinals Antonelli hat die hie

üesterreich.

Pestl), 2. Januar.Pesti Naplo" meldet: Das Antthens - Consor- ttum dürfte die Ostbahn-Prioritäten übernehmen. Der Minister-Präsident reist deswegen nach Wien.

zu Büdingen und als solcher von seinen zahlreichen Schülern hoch verehrt, jänd-ruvg-n der letztgenannte« Art beabsichtigen kann und vor dem festgesetzten Ein gelstvoller Kenner des classischen Atterthnms, hat er sich ans diesem Ge- Termin nur zur Erleichterung der Unterhandlungen unternommen wird.

biete »ameni ich durch se.ne vortreffliche Ueberseb-ing des Sophokles einen Posen, 2. Januar. Di- Meldung der ,,Nat.-Ztg." von der Anwesen- ehrenvollen Ruf erworben. Auch seine vielfachen Verdienste um d,c Sache»..heil des Erzbischofs Ledochowski in Berlin ist unrichtig; dieOstd. Ztg." serer evangelischen Kirchenreform deren liberaler, freilich nicht osflciell gewor-!theilt mit, daß der Erzbischof nicht verreist gewesen ist und auch jetzt sich hier dener Verfassungs-Entwurf von ihm herruhrt, sind noch ui frischem Gedächtniß. befindet. ' H

<5in ®clebrter »on umfaffendem Wissen und gesinnungsvoller Patriot, war er! Berlin, 2. Januar. DerReichs-Anz." macht di- Einberufung des ern sittlich, wie politisch durchaus makelloser Ehrenmann im wahren Sinnes Vundesratbs zum 6 Januar bekannt.

des Worts und zugleich im Privatverkehr von höchst jovialem geistreichem Hu-! Wiesbaden/3. Januar. Der freisinnige protestantische Pfarrer

mor. ©cm "denken wird von Allen, bte näher kannten, Schulern, Schröder in Freirachdorf, der vom Wiesbadener Consistorium abgesetzt worden Freunden und Angehörigen, mit verdienter Pietät bewahrt werden, und Schrei-,war, ist oom Cultnsminister sreigesprochen und in sein Amt wieder eingesetzt ber dieses gedachte bei der Nachricht von seinem Tode unwillkürlich an jenen worden. B P

D°rs des Horaz, den er einst in der Prima zu Büdingen mit so viel Liebe «trafiburg, 3. Januar. Der ehemalige hiesige Maire Lauth hat sich rnterpreiirre. auf Ersuchen mehrerer hiesiger Einwohner zur Annahme einer Candidatur für

_ _ Mulls dte bonis flebihs occdit! den Reichstag bereit erklärt.

Großherzoglich- Regierungsblatt Nr. 5, München, I. Januar. Di-Hiesigen ultramontanen Blätter haben

9 / ,, r, 3 t Sammlungen zur Bildung eines Wahl-Fonds eröffnet.

1. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums der Finanzen, den 11

Ausschlag der directen Steuern und der Beiträge zu den Kosten der Staats­straßen für das Jahr 1874 betreffend.

2. Bekanntmachung desselben Ministeriums, die Organisation der Haupt steuerämter betreffend.

3. Ordensverleihungen.

4. Namensveränderungen.

Dienstnachrichten. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben aller- gnädlgst geruht: am 22. März den Oberst ä la suite des ersten Infanterie- Regiments und zweiten Inhaber des zweiten Dragoiier-Regiments, Prinz Hein-