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Var der Wahl, 2 Lage vorher, ein entsetzliches Unglück vorauSgegangen. Der Bruder de« BürqermkiUelS Ehristian Leivich Hl , ein von der ganzen Gemeinde geachteter und geliebter
>rsig r Büigcr ..nd Mitglied der kircblichrn Gemeindevertretung der tm buchstäblichen Sinne .re World keinen Feind hat, wurde am 27. Oct, LormitlagS gegen 11 Uhr beim Einlegen in etc Dampfcreichmaschlne, und zwar im Dicnste tinefc seiner Nachbarn, dem er gerne Helsen iLoUte, am rechten Fuß cen der Trommel erfaßt und in die Icharfen Zackrn der Maschine hm- «tnqe-ögrn. Das rechte Bein wurde sofort die an das firne abgequetfchl und glich hernach, da «S mit cinem Schlachtmesfer von dem noch unverletzt geblieb.nrn Lhcil getrennt werden mußte, r.ur noch einem unförmlichen zerhackten Fleischklumprn, woran man nicht erkennen konnte, daß (« vorder tin Bein gewesen war. Glücklicherweise war zufällig gerade ein Arzt im Orte, der „cniastens noch rechtzeitig die Arterien unterbinden konnte, damit der Lerunglücktc sich nicht |o* fort verblutete. Der Jammer und da» Entsetzen war unbe,chreiblich, die ganze Gemeinde war um die Maschine versammelt und kein Auge blieb tränenleer Und nun erst dad herzzerreißende Länvenngen der armen Frau mit ihren Kindern, deren erster Mann im Jahre Ibtil , da des tm Jahr 186U stattgehabtrn großen Brandes wegen so viel gebaut werden mußte, im Stein- beuch verunglückt war Der Verunglück«» wurde dann um 3 Uhr Nachmittags in da- acade« Nische Hospital (Klinik) nach Gießen gebracht, wo daS Bein noch an temiclben Abend von kLiistgeübter Hand ordentlich ampulirt wurde. Bewunderungswürdig war die Ruhe und Geduld, i-omil derselbe diese schrecklichen Angststunden durchgemacht bat; er konnte sogar noch diejenigen ,leiten die um ihn trostloS waren. Zu seinem Geistlichen, welcher der Operation beiwohnte, sc<te er Herr Pfarrer, vorigen Sonntag fangen wir in der Kirche daS L,ed: „Je großer n?eui, näher Himmel," - daran habe ich gleich gedacht, wie ich in der Maschine stak " - Jii« iebt »st Hoffnung vorhanden, daß der Arme, wenn auch als Krüppel, zum Augentrost stSner Familie erhalten bleibt. Gott gebe cs! (Der Arme ist seinen Bcrletzungcn in der hie-
“^^nton^a^CT erzählt im „Hans Jörgel" folgende lustige Geschichte au6 Bielitz : ^.n cxm M. wird zu einer Hochzeit eingeladen, welche in einem Orte stattfinden sollte, der nir ein paar Ei,enbahnstaticnen von Bielitz entfernt liegt- Er begiebt sich alfo in vollem WichS, m schtvarzcn Frack und Pantalon, in weißem Gilet und Cravaite ans tm Bahnhof. ES hat aier em wenig geregnet, und obwohl er sich mittelst Paraplui den Cylmder und den Frack gc<| Tatet hat, so ist doch die schwank Hose naß und schmutzig geworden. Durch ein' Zufall hat- urier Hochz.itSreiiendcr ein (5oupö für sich allein bekommen, worüber er sehr froh war. Er
Allgemeiner
hat jetzt bequem Gelegenbeit gehabt, seine Hosen zu putzen, weil er aber auf dem Leib nicht gut damit zurecht kommen is, so bat erb auSgezogen, alle Kotbspritzer sorg'am beseitigt, und weil die Hosen auch naß waren, dieselben auf'S offene Waggonfenster gehängt. Während er beim andern Fenster hinauSichaut, kommt ein Windstoß, reißt die Hosen beim Fenster binaus und „Durch die Wälder durch die Auen flog sie leichten TuchS dabin!" Unser HochzeuSgast stoßt einen Schrei des Entsetzens aus, denn der großen Hixe wegen, bat er keine Unterhosen angf* babl. Und nun denke man sich das Kostüm, — ein Herr im Evlinder, weißer Lrarattc und Gilet, schwarzen Frack, dann aber nichts als ein kurzes Hemd, bloße Beine und lackirte Siiefietten. Die schottischen Hochländer, wie sie Walter Scott tchildert, und die französischen Sansculotten haben ein ähnliches Eostüm gehabt, aber keine Eylinder. Er ruft nach dem Eonductcur — vergebens! Uebrigens hätte der Eonductcur auch den Hosen nicht uachstiegen können. In der nächsten Station ist aber der Eonductcur gekommen, — mit zwei Damen, die er in das Coupe- hmewlassen wollte. „Besetzt!" schreit unser Sansculotte, wie wahnsinnig „Nickt wabr; s' ist nur eine Pcr'on d rtn," antwortete der Conducteur, die Waggonthür öffnend. Derw'eil läutet es zum dritten Male, die Damen, die auf ihre Schachteln, Reisetaschen u. s. w. zu sehen batten, Hüpfen hinein, ebne den Reisegefährten zu beobachten. Erst wie er die Waggonthür zu'chlägt und der Zug sich in Bewegung setzt, werfen sie einen Blick auf ihn und stoßen einen Schrei des Entietzens aus; bie Weitere aber ruft: „Mein Herr, wie kann man in einem solchen Costüm reisen!" „Was tbäten denn Sic," antwortete M, „wenn Ihnen der Wind die sämmtlichen Unterröcke davon trüge?" Er hatte sein Paraplui aufgespannt und damit die bedenkliche Situation etwaS gemildert. In der Station, wo er ausgestiegen ist, hat ihm der Conductiur ein Paar schwarze Hosen verschafft und so ist er endlich glücklich auf die Hockzeit gekommen.
Temperatur m Gießen, Oetobcr 1874: höchste..................4- 20,5- H.
mittlere -f- 7,69 „
Mittel früherer Jahre -j- 7,17 „
niederste.................— 2,0 „
Niederschlag • an 9 Tagen 0,98 Par Zoll,
„im Mittel früherer Jahre an 14 Tagen . . 1,89 „ „
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Donnerstag den 5. Nov. b. I.,
Goldene Medaille. Bremen 1874.
Bewirkt laut Unheil der Maschinen- Prüsungs Section der
Universität Halle a. S.
Erleichterte Zugthätigkeit der Lastpferde um ca. 20 Proccnt.
Schonung der Lastpferde und Ge« schirre um ca 33 Procent.
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temb versteigert.
ließen, den 2. Nov 1874.
Großherzagliches Ortsgericht Gießen.
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