Ausgabe 
4.3.1874
 
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die andere Fassung hervor. Die Formel ist, wie man sieht, ausgezeichnet. Die

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Hongkong, 28. Februar. Einem Gerüchte aus Peking zufolge haben

(Fortsetzung folgt.)

Deutschland

(Ciiflfnni).

London, 28. Februar.

Der Tischborne-Proceß ist heute beendet wor-

zahl von Bischöfen in dem Concil selbst bewiesen bewiesen dadurch, daß sie eben bekannten, daß sie nicht an die Unfehlbarkeit des Papstes als Dogma glauben, und daß auch in ihren großen Diöcesen nicht daran geglaubt werde und nie daran geglaubt worden sei. Der Bischof glaubt also jetzt mit Verzicht auf alles eigene bessere Wissen, mit schnöder Verachtung der Wisseuschaft und der allbekannten Erfahrung eine offenbare handgreifliche Unwahrheit, fordert allenthalben auf, dieselbe Uuwahrbeit zu glauben, und kämpft erbittert gegen alle, welche diesen Glauben verweigern, welche ihr Wahrhcitsgefühl nicht ver­tilgen und sich nicht zur geforderten innern Erniedrigung um der römischen Herrschsucht willen verstehen wollen.

j'iue Niederlage durch die Carllsten erlitten und Serrano lind Topete reisen nach dem Norden ab.

«Rumänien.

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falls vertrat diese Broschüre seine Üeberzeugung, und er ließ sie verbreiten. Es half bekanntlich alles nichts, auch nichts der Kniefall, den er vor dem Papste that, um ihn von deut Aeußersteu abzuhalten. Nach der Hand unter- von warf sich der Bischof nicht blos, sondern er ist nun auch einer der eifrigsten Vertheidigcr des neuen Dogmas, und der erbittertste giftigste Gegner derer, die sich nicht unterwerfen, und aus ihrer Üeberzeugung keinen Handsthuh machen

, 1. März. Die Kammer votirte 8 Miüonen für den Bau Kasernen und militärischen Gebäuden.

Zilien.

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Berlin, 2 März. Die Preßgesetz-Commission des Reichstags hat den § 20, betr. die Bestrafung solcher Personen, welche mittelst der Presie den Ungehorsam gegen das Gesetz oder die Verletzung desselben als erlaubt, xefp. verdienstlich darstellen, mit überwiegender Majorität abgelehnt.

m ,, Kaiserslautern, 3. März. Das hiesige Zuchtpolizeigericht bat den ^tschos von Speyer wegen Beleidigung der Ebeleute Martin auS Kufe'., began- gen durch die gegen Letztere ausgesprochene Excommuntcation, zu 25 Thaler Geldbuße, event. 10 Tage Gesänguiß, verurthcilt.

Berlin, 1. März. Der JlistizauSschuß des Bundesraths berieth gestern den Strafproceßordnungs-Entwurf zu Ende. Württemberg, Bayern, Hessen befürworteten dringend die Beibehaltung der Schwurgerichte und Nichteinfüh­rung der Schöffengerichte. Der preußische Justizminister verzichtete, der Stim­mung der Südstaaten Rechnung tragend, auf die Schöffengerichte; nur neben dem Einzelrichter sollen Schössen thätig sein. Im Laufe des nächsten Sommers tritt die Reichs-Commission zur Vorberathung eines Reichsgesetzes über das Ver­sicherungswesen zusammen.

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vil VI yiviu^ivvyt |iyivuu;muiyig miyi vfjen taiöiieye; wc)cg ein Paragraph emverleibt werde, der uns Frauen gqthlid) berechtigt io viele bekennen, ans irdischen Rücksichten nicht zu entschiedener Geltung bringen wollte Männer zu ehelichen, als wir zu unserem Unterhalte nothwendig erachten." «Ugemein'cs Bravo All' dies ist wieder nicht geeignet, ihm offenbares Vertrauen für sein Geschäft anwesenden Damen lohnte die Rednerin und der Antrag wurde einstimmig zum Beschluß als Orakcl unb kirchlicher Wortführer zu erwecken. Außerdem hat aber die 11,0"1 (Hm-Zwirt-ck.) Der in Frankreich feit länger» Zeit M itoeämi6ige8 unb w<t

Sache noch eine andere höchst irrationale ©eite. Ob der Bischof zunächst nur transport^les Nahrungsmittel für Pferde eingeführte Heuzwieback wird auf folgende^ Weise

die Opportunität der Erklärung bestritt, oder das Dogma selbst, ist ohne große bereitet! Ganz fein geschnittenes Heu uno Stroh werden mit gequetschtem Hafer oder Roggen

Bedeutung, jedenfalls muß er jetzt nach seiner Unterwerfung unter den vatica- ilut durcheinander gemengt und mit einer Auflösung von Raps oder Leinkuchen angefeuchtet.

..ischon Beschluß etwas glaube«, was absolut unrichtig und unmöglich ist was

Nicht geglaubt werden kann, ohne daß alle menschliche Vernunft, Kenntniß und |0 verabreicht man nach deren Abbruch einen, je nach der Gleichheit der verwandten Futter! Wahrheit mit Füßen getreten wird. Er muß nämlich nicht blos glauben, daß surrogate, stets übereinstimmenden Heuwerth.

die päpstliche Unfehlbarkeit ein Dogma sei, sondern auch daß sie immer, überall n. -T Ärtlcr Slttcnbi,lb) Es handelt sich um rinxn Dieb von sechs Jahren. Toto "Ud oo« alle« als solches geglaubt worden in der Kirche. Dies ist aber dir -kn" WM Mw

grasseste klarste Unwahrheit, wle bic ganze Kirchengeschlchte bezeugt, wie Die gestohlen?" fragte man ihn.Weil ich zu klein bin, um zu arbeiten" antwortete erUnd Katechismen bis in die neueste Zeit lehren und wie insbesondere eine große An- warum hast Du Stiefel gestohlen?«Weil ich sie verkaufen wollte, langer Muck-Mack" * ----- - - - - - - - . antwortete er dem verhaftenden Sergeant de VilleUcberhaupt bist Du dumm, mich nach so

etwas zu fragen." Dann steckte der liebe Toto seine Hande in die Taschen, psiff sich eine Melodie aus Madame Angot und felgte dem Sergeant nach itin Polizei Bureau.

1 M t ®Qnb8büT8- (Religiöser Wahnsinn.) In dem Dorfe L. desindet sich eine ziemliche Anzahl von Pietisten; an sie schloß sich auch der Bauer E . . n an, ein ruhiger und arbeit- samer Mann, und wurde ein eifriges Mitglied derselben. Fleißig besuchte er die religiösen Ver­sammlungen, laS emsig die Bibel unb arbeitete mit aller Kraft seines Geistes daran, sich ganz und gar von dem Mystizismus dieser Leute durchdringen zu lassen und mit seinem Denken und Handeln in ihm aufzugehcn. Ende Januar ruhte er eines Abends ang,kleidet auf dem Bette. d>lötzlich springt er mit dem Rufe auf:Hosanna, dem Sohne David, gcbenedelet, der da kommt im Namen des Herrn", erklärt sich für Jesus, ergreift eines seiner Kinder, schlägt eS mit dem Gesickte unter den Worten: bekenne deine Sünven, die Sünden müssen getilgt werden,« so heftig auf bic Tischplatte, daß ihm alle Vorderzahne lose wurden, darauf nimmt er ein anderes, hebt es bis zur Zimmerdecke und läßt es aus dieser Höhe auf die Erde fallen, jedoch kam dieses ohne Schaden davon. Hierauf gehr der Vater des 15. in daS Zimmer Kaum aber erblickt der im Wahne befangene Sohn den Vater, so stürzt er sich mit grimmiger Geberde auf denselben, jedoch gelang es ihm noch glücklicher Weise sich den Händen des rasenden Sohne» durch die Flucht zu entziehen. Sogleich hinter dem Vater läuft auch der gestörte Sohn auf die Straße und begiebt sich geraden Weges zu seiner Schwester, einer verheiratheten Bäuerin in demselben Dorfe. Der Vater, welcher Unheil befürchtete, folgte ihm von ferne und suchte mit mehreren Leuten gleichfalls in das Hans zu gelangen; aber der Sohn verriegelt sofort hinter sich die Thürc, so daß e» den Begleitern Mühe und Zeit kostete, sich Eingang zu ver. schaffen. Unterdeß tritt der gestörte Bruder an die Schwester und verlangt den Bruderkuß; diese suchte ihn durch gute Worte zu beruhigen, aber vergebens. Sofort ergreift er sie, wirst sie auf das Bett und sucht sie zu würgen, von hier gelang es ihr, sich von ihm zu befreien; aber wiederum ergreift er sie und bringt sie zu Boden, wirft sich auf sie, umspannt mit beiden Händen so krampfhaft ihre Gurgel, daß die Zunge aus dem Munde hervorgedrängt wurde und jetzt siebt er ihr den Druderkuß; aber so blutig und schmerzvoll, daß er ihr dabei die Zunge bis 8um Bande radikal abbiß. Jetzt erst gelang es der Umgebung in das Haus zu kommen und zum Glücke noch zeitig genug, um der Unglücklichen das Leben zu retten, wenn sie deren Verstümmelung auch nicht hatten verhindern können. Merkwürdig ist noch die Aeußcrung seiner frommen Genoffen in einer ihrer nächsten Versammlungen über diesen unglücklichen Vorfall, welcher uns gleichzeitig auch den Schlüffel giebt zu diesem ungeordneten und verwirrenden MvstizismuS. Ganz offen und ernsthaft sprachen sie es aus, daß der gestörte E. zwar auf eem Wege der Erleuchtung gewesen; aber nicht würdig gewesen sei, in dieselbe einziUretcn, darum habe er nicht durchgekämpft, sondern sei im Kampfe unterlegen. (W. V.)

Münster, 1. März. DerKöln. Volksz.« wird geschrieben:Die mitgetheilte Weg­schaffung der Möbel aus dem bischöflichen Hofe hat gestern zu bedauerlichen Unruhen geführt. Gegen Abend sammelte sich nach und nach eine bedeutende Volksmenge auf der Herrenstraße, wo daS Haus des den Transport leitenden protestantischen Schreincrmeisters liegt, so wie in bfn angränzenden Stadttheilen. Größtenthcils setzte sich jedoch daS herzuströmende Publikum aus Neugierigen zusammen. Die drohende Haltung einzelner Individuen veranlaßte bic Polizei -unachst, ein Detachement Militär zur Hülfe heranzuziehen. AlS der Tumult größeren Umfang

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können, den sie nach Belieben ausziehe» könnten. Und in seinem Orakel-Amte bic chinesischen Beamten den fremden Gesandten angezeigt daß sie nicht im

functionirt er mit »»geschwächter Kraft, mit unvermindertem Selbstvertrauen Stande seien, für das Leben der Fremden in Tientsitt zu bürgen wv anf-

weiter, führt wieder allenthalben das große Wort, und fordert mit derselben hetzende Schriften verbreitet sind Die Marinebeböiden in Hongkong'haben Bc-

Zuverstcht, daß man thnt und seinen Sprüchen unbedingtes Vertrauen schenke, fehl erhalte», Kriegsschiffe in den Norden zu senden.

Um sich wegen seines Fiasco's bei dem vaticanischeu Concil unb wegen des..... '

jähen Wechsels seiner Üeberzeugung zu rechtfertigen, behauptet er, daß er nie- LZ-rwifcLte»

mals an der Unfehlbarkeit des Papstes selbst gezweifelt habe, sondern nur an .

der Opportunität der ausdrückltcheu Dogmatisirung derselben durch das vatica- bcä Rraucn^m^ Ä ^c\1?^fSoTbnufn^ der General Vcnammiuna

uischc Concil. Allein damit stellt sich der Bischof wiederum nur selbst ein Zeug- Eine junge feurige Schöne [teilte folgend,n Antr«gMe7n- Dam'e^' %et,e,^ia®'l9i0tbnmmt Niß der Schwache und des Mangels an Glaubensstärke aus, beim offenbar immer größeren Umfang an! Es hält jetzt fchon einem Mann schwer, seine Frau unc Kmder Mliß es opportun gewesen sein, basselbe zum Dogma ausdrücklich zu erklären^ ernähren und wenn es so fort geht, werden auch zwei und drei Männer nicht außn-idien, sonst wäre cs nicht geschehen, und anßecdem muß der Bischof dieselbe als »6= olCutiIl^i)idA8tMetae'i^eto1e»iaÜ8'^^ed1Pnn^ - UCrrl.brCmä4«,'3' ,int bmn

svlute göttliche Wahrheit betrachten, die er gleichwohl schwachmüthig nicht offen Ci»tteh«-»e^ ein P°ra^°ph dnentoit werte, ?et\n« "»«eXttat t,m

als unvernünftig bezeichnet tverden." Das ist sein wahrer Sinn in der kathv den. Das Urtheil erklärt den Prätendenten des Meineids schuldig und spricht lischen Kirche für die Gläubigen. Nach Außen hin kehrt man, um zu tmponircn, gegen denselben eine 14jährige Zwangsarbeitsstrafe ans 7

die andere Fassung hervor. Die Formel ist, wie man sieht, ausgezeichnet. Tie ' ' London, 2. März. Lentigen Abendblättetn infolge hat die Regierung kirchliche Anctoritat sichert sich damit vor allem Vorwnrf, Unvernünftiges atejtant officielle Mittheilung über die Meldung des öour" betreffs Abschneidung Glaubenssatz auszustellen oder aiifgestellt zu haben; Unvernünftiges kann und des Generals Woljcley durch die Aschantis^ erhalten Reuter s Bnrcau" darf nicht Glaubenssatz sein, also darf man nichts, was als Glaubenssatz auf- wird an-. Elivondo vom t. d. tclegraphirt: Der Eommandant von Bergara gestellt ist, unvernünftig nennen, sondern muß cs »m jeden Preis für vernünftig meldet, daß eine 5000 Mann starke Abcheilung republikanischer Truppen bei halten! Schlimmer stand es allerdings iim den Bischof bezüglich seiner oben der Brücke Samt Pierre unweit Somorrostro durch die Carllsten überfallen angeführte» Grenzbestimmuiig zwischen Glaubens-Auctoritär und Wiffenschasr. wurde Die Brücke wurde gesprengt, 1000 Mann aeiödtek der Reü

Als ich in meiner Schrift:Beleuchtung ber päpstlichen Encyklica von 1864 gen genommen.

und des Syllabus" tc. (1865) zu diesem Punkte kam, rief ich ihn aus - sich ' London, 2. März. I» Folge der starken Anzahl von Kranke» und

hierüber zu erklären:Wo ist denn Frhr. v. Ketteler, der Bischof von Mainz? Verwundeten ordnete die Regierung an, daß noch ein Dampfer zum Rücklranö- Er trete auf und erkläre uns, wie es denn komme, daß er vor einigen Jahren port mit einer Hospitalcorps-Abtheiiung nach der Goldküste abgehcn soll in seiner besonders von ultramontaner Seite viclgerühmten und viclvcrbrcileten London, 3. März. Ter hiesige portugiesische Gesandte macht ein

Schrift:Freiheit, Autorität der Kirche", tn dieser Beziehung etwas ganz an ihm zugegaugencs Telegramm aus Liffabon vom 2b. Februar bekannt wonack

deres lehrte?" In dieser Schrift spricht sich der Bischof ans das Bitterste das Gerücht von einer, neue» portugiesischen Anleihe vollständig der Begrün,

gegen jene aus, welche bchauplcn:mnerhalb der katholischen Kirche ist freie duiig entbehrt Der Zustand des portugiesischen Staatsschatzes sei im (Äan.en Forschnng gar nicht gestattet und wahre Wissenschaft nicht möglich rc.!" Aber zufriedenstellend. 1 1,8 '

ber Bischof schien nicht gut zu hören; er blieb stumm vorläufig, unb hatte sich c

balb eine neue Üeberzeugung augeschafft, wenn es ihm auch wohl noch schmerz bpQIllf (L

Uch gewesen sein mag, so unliebsam in seinem Orakel Geschäft in Dentschlanb Madrid, 1. März DerGaceta" zufolge betragen bie Verluste ber bementirt worbeu zu sein. Balb schien alles vergessen, unb bieses Geschäft Armee bes Generals Morioncs 800 Mann an Tobten und Verwundeten würbe wieder in alter Rührigkeit fortgesetzt. Marschall Serrano ist in Santanber angekommen.

Aber wieber kam nach einigen Jahren eine Katastrophe unb neue Demen-

tirung. Der Bischof von Mainz gehörte bekanntlich beim vatikanischen Concil ^OllUQQl.

jur Opposition, obwohl er bei den Jesiiiten in Rom Wohnung geuomme.. halte Liffabon, 1. März. Telegramme hiesiger Journale aus Madrid mcl- was bet Eungen einen eigenthurnlichen Verbacht erweckt hatte, bem wir hier ben, baß General Moriones .....

keine Rechnung tragen können. Er hatte sogar eine Broschüre geschrieben, ober 3000 Manu verloren hat. schreiben lassen, gegen bie Dogmatisirung ber päpstlichen Unfehlbarkeit. Jeben-