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Erscheint taglicd, mit RuS. nabmc Montags.

Expedition. Canzleiberg, Lu. B. Nr. 1.

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Anzeige- und Amtsölaü für den Areis Kiessen.

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Aboiiiu meins auf denGießener Anzeiger^ im die Mouaie Slugiiit und September werden von Per vSrpebidoii, (Saiuleu berg git. B. I, sowie von ollen Poranstallen und Vanhbriefttäflern entqegenqenoinmen.

Amtlicher Theit.

Nr. 22 desWeichs-Gesctzblatts, ausgegeben ven 24. Juli 1874, enthält:

Vertrag zwischen Deutschland und der Schweiz, wegen gegenseitiger Auslieferung der Verbrecher. Vom 24. Januar 1874.

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Damit war denn der Kreis jener Thatsachen etwa abgeschlossen, der für

HffrfH.W.SOj die schwerste Sünde, welche demnach eine Dynastie überhaupt auf sich laden Recht und die Freiheit! für die Legitimität und die Kirche! für die Majestät w<l0,f kann, besteht darin, daß sie selbst die Ursacke ru T.beiln aen imb 9^nrfpiimnpn des Gesetzes und die (S'hre einpr nrnfcpti 1 unh vr\i» hto

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Das^ ist aber in Spanien seiner Zeit geschehen; unter der Parole des Kampfes für Thron und Altar haben Dynastie und Kirche das Volk in einen Zustand der geistigen Verwilderung getrieben, desien grauenhafte Excesse jetzt das ganze gesittete Europa verdammt, denn Diejenigen, welche heute noch für das carlistische Banditenwesen Partei zu nehmen, demselben gar eine Un­terstützung irgend welcher Art zuzuwenden wagen, darf man wohl als'außer-- halb des gesitteten Europas stehend betrachten.

den Worte sonst noch lauten mögen. Die Entwickelung Spaniens um ein hal­bes Jahrhundert auszuhalten; jeden Versuch der Verbreitung von Bildung zu untergraben; die Wildheit des Volkscharakters nach jeder Richtung fördern; die Mordlust wecken, und die Begier zu soust unerlaubtem Erwerb, zu Schmug­gel und dergl. aufreizen; die Lehre predigen, es sei bequemer, den Acker unbe> stellt liegen zu lassen und vom Brigantaggio zu leben; da§ eine Drittel des Volks zu Räuberbandeit, das zweite Drittel zu stehenden Armeen mit conspi- rirenden Generälen machen, das dritte Drittel aber als superkluge Schacherer in die Hand der noch klügeren Fremden zu geben; daneben an allen Orten

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dolle Schale des Unglücks ausgießen zu dürfen geglaubt hat, - wer an diese Vergangenheit zurückdenkt, welcher die fratzenhaften Gestalten der spanischen Gegenwart entsteigen, dem, glauben wir, muß es ztim Bewußtsein konrmen, daß durch ihre^ Repräsentanten die für die Menschheit wohlthätigsten Institutio­nen auf das Schmählichste sich an einem zum Unheile bestimmten Volke oder Lande versündigen können!

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Deutschland.

, Mainz, 30.. Juli. Mau gibt sich gegenwärtigultramontanerseits ganz außerordentliche Mühe, um vor der Welt zwei Dinge beharrlich hiuwegzu- läugnen, nämlich

1) den Zusammenhang der Schritte und der Haltung der preußischen Bischöfe, namentlich der Theilnebmer der Fuldaer Conferenz mit den im Va- tican bestehenlen Absichten und Planen bezüglich der Kirchenconflicte in Deutsch­land , und

2) die ermuthigende Haltung des heil. Stuhles gegen die Thätigkeit der Politik treibenden sog. Katholikenvereine, und speciell denVerein der deutschen Katholiken" und dessen jüngste revolutionäre Resolutionen.

Hiergegen steht im Allgemeinen nach zuverlässigen Nachrichten fest, daß sowohl die renitente Haltung der Bischöfe, wie die Thätigkeit und Gesinnung der Theilnehmer an der General - Versammlung und denResolutionen" des Katholikenvereins eine laute Freude im Vatican verursacht haben. Specieller Befehle oder Aufftuinterungen zu der eingeschlagenen Haltung hat es nicht be­durft das letzte päpstliche Schreiben an den Vorstand des Katholikenvereins batte ja bereits den Satz ausgesprochen, daßdie Kirche" über den Königen stehe und daß sie zu urthcilen habe über die Fürsten aller Völker. In diesem Schreiben wird zum Widerstand unter dem Segen des Papstes ermuntert.

macht hat. Was soll dann so wirb man schließlich fragen müssen, ans einem Volke werden, wenn die obersten Repräsentanten sowohl der weltlichen, als auch der geistlichen Gewalt sich gegenseitig in Anstrengungen überbieten, um das Volk in die Gräuel des Bürgerkrieges und Banditenwesens hin- einzutreiben?

Die Gräuel, welche die carlistisckeu Banden gegenwärtig zum Hohne der europäischen Civilisation im Namen der Legitimität und der Kirche verüben, sind so außerordentlicher Natur, daß man mit Noth- Wendigkeit auf den Gedanken geführt wird, es müssen lingewöhnliche Thatsachen zum Grunde liegen, welche ermöglichen, daß auf europäischem Boden Ereignisse sich zutragen können, welche sonst nur in den Kämpfen mit wilden, von der Civilisatioii durchaus unberührten Völkerschaften vorzukommeu pflegen. Und allerdings, wenn man die Gründe, welche die unsäglichen Leiden des unglück­lichen Spaniens verursachen, einigermaßen eikennen will, so ist man genöthlgr,^ in die Vergangenheit zurückzugehen, welche einen großen Theil des spanischen Volkes, wenn nicht systematisch, so doch mit der Sicherheit eines wohlüber-^ legten Systems zu benjentgeu Handlungen erzogen hat, welche wir mit Entsetzen dasselbe jetzt vollziehen sehen.

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fann, besteht darin, daß sie selbst die Ursache zu Theilungen und Parteiungen des Gesetzes und die Ehre einer großen Nation! und wie die hochklingen- innerhalb des Landes wird. Schlimm genug, wenn die Lage des Landes eine f-n '

solche ist, daß ein außerhalb der Dynastie Stehender als Thronprätendent auf­zutreten im Stande ist; wenn aber Glieder ein und derselben Herrscherfamilie offen gegen einander als Thronprätendenten auftreten, das Volk zu den Waffen rufen, um durch den im Bürgerkrieg zu erringenden Sieg den Anspruch auf die Krone zu entscheiden, so ist dadurch gegen die erste und heiligste Pflicht gesündigt, welche der herrschenden Dynastie als solcher obliegt. Und wenn gar, wie in Spanien geschehen und geschieht, die Kirche, statt zwischen den

streitenden Prätendenten, wenn möglich, Frieden zu stiften, oder doch, statt , u v v_ o , ^ vtvti

allen ihr zu Gebote stehenden Einfluß nach der Richtung aufzubleten, daß das'Mord und Tobschlag undOdas ^heilige Kreuzwas hier Maria Christina"und Volk an diesem von dem Egoismus eines Prätendenteli entfachten Bürgerkriege später Isabella als Repräseiitantinneii der Monarchie gesündigt habeil, und (id) nicht betheiligte, wenn, sagen wir, die Kirche und ihre Diener ihre wofür der letzteren dennoch die Tugendrose gereicht worden; aus welche schwan- sriedliche Mission so sehr verkennen, daß sie als Schürer iind Hetzer derckende Rechtsbasis dort ein legitimer König sich stellend, über sein Volk die Gräuel des Bürgerkrieges sich bethätlgen, so wird die Kirche in allem Maße"""" ° r ' r '

der Weiber von der Thronnachfolge nichts wußte, wieder hergestellt worden war. Mag immerhin Ferdinand VII., nachdem er zu Macht und Einfluß ge­laugt, jene Verfassung wieder umgestoßen haben, welche ihm den Weg zu Macht und Einfluß geöffnet, ist das Recht der Legitimität des Don Car­los unter solchen Umständen jemals als ein zweifelloses zu bezeichnen geweseii? Aber noch mehr! Unter dem 23. September 1789 haben die Cortes auf Be- treiben des bamaligeii Köliigs Carl IV. das sog. salische Gesetz wieder aufge­hoben. Dieses, die ursprüngliche Erbfolgeordnung wiederherstellende Gesetz be­durfte, um in Kraft zu treten nur noch der königlichen Promulgation, welche allerdings etwas spät, am 29. März 1830 erfolgte, ohne daß Don Carlos gegen diese pragmatica sancion Verwahrung eingelegt hätte! Arn 1. October 1830 wurde bekanntlich die denmäckstige Königin Isabella geboren; Ferdinand VII.

- - -widerrief später die pragmatische Sanction und noch später widerrief er den

Ma" hat oft gesagt, kein Volk EnrcpaS fei an und für sich monarchi-! Widerruf; am 13. März 1833 reiste Don Carlos mit Erlaubniß des Königs scher gefinnt, als das spanische; in diesem Satze liegt allerdings eine gewisses nach Portugal ab; am 7. April 1833 wurden die Cortes zusammenberufen, Wahrheit ; aber auf der anderen Seite hat in keinem Lande die Monarchie,!um die Rechte Jsabe^a's^ als Thronfolgerin festzustellen; auch Don Carlos oder richtiger die dieselbe repräsenlirenbe Dynastie an dem Lande, an Treu und wurde hierzu eingeladen und nun erst, am 29. April 1833, protestirte er gegen Glauben sich stärker verkündigt, als eben die spanische Dynastie. Sprechen die pragmatische Sanction'vom 29. März 1830, worauf am 22. Juni 1833 wir zuerst von der politischen Moral, von derjenigen Pflicht, welche jede Herr-,die Cortes die Huldigung für Isabella vollzogen.

schenbe Dynastie dem von ihr beherrschten Lande unbedingt schuldet. Die Damit war denn der Kreis jener Thatsachen etwa abgeschlossen, der für Dynastie ist als solche berufen, die Einheit des Landes zu repräsentiren; genügend erachtet worden, um Tausende in Noth und Tod zu jagen für das

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Großherzogliches Kreisamt Gießen.

In Verh. des Kreisraths: »>'. Hoffmann, Reaierungsrath.

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indl'^E. - des Bürgerkrieges, welcher in Spanien Jahre lang gewüthet hat. U.>u n ie X n: Ju itar ^cnn ^bse sog. Legitimität? Als die königliche Familie Spaniens ''^cinberD durch Napoleon gefangen gehalten wurde, setzte die spanische Nation der fran- r$U -M. Zasischen Fremdherrschaft einen großartigen Widerstand entgegen; durch die , 29- Ümftäntie gezwungen, schuf sie sich selbst eine oberste Gewalt, jene Cortes von 'rt 3^2/ welche die Urheber der Verfassung von 1812 wurden. König Ferdi-,

^-<7^ oanb VII. erkannte diese Verfassung ohne Einschränkung an, durch welche die alte spanische Erbfolgeordnung, die von dem salischen Gesetze der Ausschließung

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Tf! Freilich wird man fragen: In welcher Weise soll denn das Glied einer Dynastie fein Recht auf den Thron vertheidigen, wenn dasselbe durch den zei- ^beien^.^övitigen Inhaber der höchsten Gewalt verletzt wird? Wer so hoch erhaben i.st, trn ^^^-.daß er Glied einer herrschenden Dynastie geworden, der hat unter Umständen flll$ Gttlsagungspflichteii üben. und die Verletzung des Rechtes des ersten [1(1 ® Don Carlos war jedenfalls ein minderes Hebel, als die Entzündung der Flamme

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