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Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Hiessen.
Nr. Dienstag den 2. Juni
Amtsicher Theil.
Gießen, am 30. Mai 1874.
Betreffend: Die Viehzählung vom 10. Januar 1873. , , r
Das Großherzoglichc Krcisamt Gleßcn
an dir GrolchrrrogUchkn Bürgermeistereien des Kreiies.
Nachdem wir vou Großherzoalicher Centralstclle für die Landes-Statistik die in dem hiesigen Kreise ausgestellten Hauslisten und Controllistcu der Zähler wieder zurückerhalten haben, werden wir Ihnen diese Nachweisungen über den VieKstand zur Aufbewahrung und werteren Bererthaltung rn den nächsten
Tagen zusenden.
Politischer Theil.
v. Röder.
den Bonapartisten arbeiten. Im vorliegenden.Fall ist nicht sowohl die Nieder
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politischer Bedeutung, zuni Besuche des Kaisers von Rußland bier emgetroffen.
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läge der Republikaner den Imperialisten gegenüber von ) als vielmehr die verschwindende Minorität Stimmen, welche dem royalistische»» Candidaten, der aus Zwang noch der treueste Anhänger des Septennats ge-
unangenehm berührt. Der Wahlkampf in Niedre ist ein neuer Beleg dafür, daß früher oder später in Frankreich die Republikaner und die Bonapartisten werden um die Herrschaft ringen müssen. Trotz der weiten Verbreitung der republikanischen Idee auch unter der ländlichen Bevölkerung beginnen die Republikaner zu ahne»», daß eine Niederlage, wie die Don Niüvre, bei dem jetzigen Bebördei»apparat doch öfter wiederkehren könnte. Das Organ Gambetta's, die „Röpubl. Franyaise", bringt auch einen sehr ernsten Artikel über die Gefahren, welche der republikanischen Sache sowohl durch eigenen Jndiffere»»tismus, als auch durch den Jndifferentismus der anderen Parteien dem verderblichen Imperialismus gegenüber drohen. Der Artikel schließt mit einer vernichtenden Kritik des zweiten Kaiserreichs, welche wohl dazu angetban ist, der französischen Nation die Augen darüber zu öffnen, was sie von einer bonapartistischen Restauration zu erwarten hat.
Die Republikaner sind durch den Wahlsieg der Bonapartisten aus ihrer Lethargie aufgerüttelt; es gewinnt den Anschein, daß sie nicht mehr auf den Lorbeeren ihrer Siege bei den bisherigen Nachwahlen ausruhen wollen. Die Regierung Mac Mahon's, welche das Gebühren des Herrn Bourgoing nach der Wahl sehr übel vermerkt hat, dürfte gezwungen sein, eine wenigstens etwas
In allen bonapartistischen Kreisen im Geiammtministerium. ,
------ Darmstadt, 1. Juni. Die zweite Kammer der Stände nahm in ihrer heutigen (57.) Sitzung zunächst die Gesetzesvorlage, betr. das Civildienerwittwen-
Sodann wurde der Antrag der Abgg. Dumont und Oechsner,
Der bonapartistische Wahlsieg.
Die ununterbrccheue Reihe der republikanischen Wahlsiege bei Gelegenheit. Zder Nachwahlen zur französischen Nationalversammlung ist vor einigen Tagen durch die Wahl in Niövre unterbrochen worden. Der exkaiserliche Stallmeister Bourgoing ging daselbst ans der Wahlurne als Mitglied der ^Nationalversammlung hervor. Die Wahl Bonrgoing's, obwohl derselbe seinen Sieg zum großen Theile dem nunmehr verstossenen Cabinet Broglie verdankt, bedeutet keineswegs eine Stärkung der Regie>u»»gspartei in der Assemblee. Die Bonapartisten haben sich nur eine kurze Spanne Zeit der in Versailles geschaffenen Trinität von Monarchisten gefügt, sie kehrten sich schon lange nicht mehr an d»e monarchistische Partei-Disciplin und stimmten bei verschiedenen Gelegenheiten, sei es uni sono, sei es getheilt gegen die Regierung mit den Republikanern; die Bonapartisten und die Republikaner werden durch das gemeinschaftliche Interesse verbunden, daß der gegenwärtigen Nationalversammlung und mit dersel ben zugleich der gegenwärtigen Regierung auf irgend eine Weise ein seliges
Deutschland.
Darmstadt, 30. Mai. Die „Darmst. Ztfl." schreibt: Die neuen Verwaltunstegcsctze und das Schulgesetz könnten erst nach der Genehmigung des Iiachtrags-Budgets ausgefübrt werden. Wenn, wie zu hoffen, letztere in der ersten Halste des Juni erfolge, habe die Ausführung der ersteren für den Anfang des Juli Aussicht. Gleichzeitig würden die Stadtverordnetenwahlen vor- genommen werden. Die Berathung der Kirchengesetze beginnt nächste Woche
entschiedenere Stellung einzunehmen.
Mit dem scbönen Vorsatz, daß das eben noch vor Pfingsten zu Stande gekommene neue Cabinet nur ein rein geschäftliches sein wollte, ist es aus. Während bis vor wenigen Tagen der rein geschäftliche Charakter des Cabinets betont wurde, erwartet man jetzt, daß der Nationalversammlung ein bestimmtes politisches Programm mitgethe»lt wird, sei es in einer Erklärung des Cabinets- chefs, sei es in Form einer Botschaft Mac Mahon's. So wünscheuswerth es schon für das Ausland ist, etwas Bestimmtes zu erfahren, so drängt die innere Lage Frankreichs unabweislich zu einer Erklärung. Der Sterbetag der Nationalversammlung erscheint näher, als man bisher erwartet. Was dann?
Lchwetz, 28 Mai. Auf Anordnung des Cultusministers ist die Schule der „Mäade Mariä', wie die „K- H -Ztg." meldet, geschloffen- worden; bie sog. Spiel-Schule, welche ebenfalls unter derselben Leitung steht, darf aber
worden wäre, zuficlen. r ~
Selbstverständlich sind die Republikaner von dem Siege Bourgoing s sehr weiter bestehen.
Departements ist, wie gesagt, vielfach bonapartistijch und doch ist von allen
Nachwahlen der Fall Bonrgoing's der erste Fall m der Familie der Bonapar- . «rrhnhuna einrmen
Listen. Nievre mag eben besondere Vorliebe für das Kaiserreich haben; es die Regierung, ob auf ben WfWn ^nen Bahnen
mag auch der Regierung daran gelegen gewesen sein, die constante Reihe der isolle und welche Gegenleistung die Regierung hierfür von denzemge -ö Y , republikanischen Wahlsiege endlich einmal zu durchbrechen, ein Versuch mtt dem welche Zinsqarantien geleistet^würdenb-uuspruchen wolle.
royalistischen Candidaten trug von vornherein den Stempel der Erfolglosigkeit Vcrkin, 31. Mai. Fürst Bismarck ist he
und so ließ die Regierung ihre Satrapen im Departement unter Hochdruck für abgereist. „ f NachmiLtaa
ben Bonavarlisten arbeiten. Im vorlieaenben.Fall ist nicht sowohl bie Nieber- 31. Mai. Prinz Alexander von -
Ende bereitet werde.
Was nun speziell den Sieg des Herrn Bourgvilig betrifft, so haben wir schon erwähnt, daß zum großen Theil die Schuld dafür Der Regierung zugeschrieben werden muß. Nachdem Herr Thiers gestürzt worden war, ließ sich die neue Negierung die Reorganisation der Berwaltiingsbehörden namentlich auch in den Departements sehr angelegen sein. Was irgendwie republikanisch angehaucht war, wurde aus dem Amte entfernt. Die Regierung war von der Befähigung der Bonapartisten für Wahlintriguen überzeugt, sie schenkte auch, den damaligen Verhältniffen Rechnung tragend, der imperialistischen Partei einiges Vertraue»», und in Folge dessen wurden die vacant gewordenen stellen von Präfecren und Unterpräfecten an Bonapartisten vergeben Das ist gewiß schon ein günstiger Boden für bonapartistische Siege. Herr Bourgoing wußte aber auch noch besonders das Interesse des Heizogs von Broglie für seine Candi- batur rege zu machen. Vor der Wahl gerirte er sich als ein eifriger Anhänger des Septennats und betonte nur nebenbei feine Parleistellung als Imperialist, ein bonapartistischer Kunstgriff, Der selbstverständlich für den Vater des Septennats sehr schmeichelhaft war und auch seine Wirkung nicht verfehlt hat.
Wie ausgetailjcht erscheint das neue Mitglied der Nationalversammlung nach vollzogener Wahl. Jetzt werden vor allen Dingen die weitgehenden Sympathien der ländlichen Bevölkerung für das Haus Bonaparte betont, von Unterstützung des Septennats ist auch nicht andeutungsweije die Rede; dafür wallfahrtet aber Herr Bourgoing nach dem frommen Hostager von Chiselhurst, um daselbst seine ^Ergebenheit zu bezeugen. I" herrscht lauter Jubel ob des großen Wahlsieges über die royalistischen und re= pufchfa^d)^n^nunmebriQeii Verhalten Bonrgoing's zieht das Septennat den Institut, an. Sodann wurde der Antrag der Abgg. Dumont unD ^Wner, wahlberechtigten Schluß, daß es im Bonapartismus eine Schlange an seinem betr die Errichtung einer Handelsakademie in Mainz, sowie der Antrag Greim Busen ernährt hat; es muß der Negierung mehr »mb mehr zur Gewißheit und Genossen, betr. die Gründung einer Unterstutzungskaffe für verunglückt werden daß sie bei Ausführung der Absicht, das siebenjährige Provisorium zu Feuerwehrleute oder Deren Hinterbliebenen, ablehnend beschieden. SchlietzUch erhalten auf die Mitwirkung Der Bonapartisten verzichten muß. wurde Der Antrag des Abg. Heidenreich, wonach die zur Abgabe aus Gemeinve-
Ein solches Triumphgeichrei, wie es Die bonapartistische Presse erhoben Waldungen bestimmte Streu nicht nur nach Haufenloosen, sondern aucy in hat, verdient der letzte Wahlsieg nun nicht. Der Verwaltungsapparat in Den Flächenloosen vergeben werden soll, zustimmend erledigt.
- • - ' ' ' e u < ■«. ..... Die nächste Sitzung findet morgen früh 9 Uhr statt. _
Darmstadt, 1. Juni. Abgeordnetenkammer. Abg. Schröder mterpeUir ' uf den hessischen Bahnen eine Tarif-Erhöhung emtreten


