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Des heil. CharfreitagS wegen wird die nächste Nummer Samstag ausgegeben. Inserate, welche Aufnahme in die Samstags-Nummer ftnoen sollen, bitten wir bis Freitag Abend aufgeben zu wollen.

Die Expedition des Gießener AnzeiaerS.

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Erscheint täglich, r.'.t th* «ahme Sonntags

Expedition: Lanzletbera, Lit. «. Nr. 1.

Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Hiessen.

Kr-. 78.

Donnerstag den 2. April

1874.

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Betreffend: Das Landgestüt, hier die Untersuchung der als Beschäler zu benutzenden Hengste von Privatpersonen für 1874. '

Das Großherzogliche Kreisamt Gießen

an die Großher^oglichen Bürgermeistereien des Kreises.

Indem wir Sie benachrichtigen, daß der untersuchte Privathengst des Pachters Heyl auf dem Bensheimer Hof, im Kreise Groß-Gerau, von Rarbe braun, 4 Jahre alt, znm Bedecken von Stuten tauglich befunden und deßhalb mit Erlaubnißschein versehen worden'ist, beauftragen wir Sie darüber zu wachen, datz außer diesem Hengst keine weiteren Hengste von Privatpersonen zum Bedecken von Stuten in 1874 verwendet, und daß die Eigenthümer anderer Hengste, die dieselben zum Bedecken benutzen sollten, zur Anzeige gebracht werden.

v. Röder.

«

Deutschland.

der

angehörre, nicht nur zu Vertheidigen, nein ihr Ruhmredner zu sein.

Hernals, seinem Schicksalsgefährten Henri Rochefort, von Neuem erprobt.

für Giesien rutadt, äuen.

BuLbK

Aus Melbourne kommt die wichtige Nachricht, daß einigen der Häupter Commune im Vereine mit vier Schicksalsgenossen die Flucht aus ihren Straforten geglückt ist. Rochefort und Pascal Grousset sind die Bekannten unter ihnen. Gourdi und Balliere kennt man kaum unb die Namen der Bei*

aber ver-.Tbeilen des Reichs, darunter ein Glückwunsch-Telegramm des Königs von " Bayern. Der Fürst empfing den Reichstags-Präsidenten v. Forckenbeck vor

den Anderen nennt man nicht.

Wie es ihnen gelang, diese kühne, verwegene Flucht auszuführen, ein wahres Wunder an Abenteuerlichkeit und Kühnheit, ist unbegreiflich.' Wie sie ihren Wächtern entkamen, wie sie ihre Flucht vorbereiteten, wie sie das Meer durchschwammen, ehe sie das rettende Schiff gewannen, wie sie an die Küste des australischen Festlandes gelangten all' diese Fragen lassen sich nach Wochen, nach Monaten erst beantworten, wenn Briefe und Nachrichten, die der elcctrische Funken um viele Wochen überholt hat, eingegangen sind.

Rochefort hat seine Gefangenschaft im fernen Exil nicht lange ertragen. Der Aufenthalt unter den nackten Papuas, die stechende Sonne und die fiebe­rischen Dünste Nen-Caledoniens mögen ihn zum Aeußerstcn getrieben haben. Er, von dem die Aerzte es kaum für wahrscheinlich hielten, daß er die Mühen der Ul Herfahrt überleben würde hat den verzweifelten^ Entschluß gefaßt, Leben und Freiheit auf eine letzte Karte zu setzen. Der alte Spieler hat Glück gehabt und Beides hat er noch einmal gewonnen. Der schützende Hafen von New-Castle in Neu-Südwales in der Grafschaft Northumberland hat ihn ausgenommen und die Flagge Englands, die von seinen Forts weht, schützt den politischen Flüchtling vor seinen Verfolgern. Sein Aufenthalt in Neu-Calebo- Uten zählt kaum nach Monaten. Etwa fünf Monate ist es her, seit er in Frankreich aus dem Kerker auf das Deportationsschiff geführt wurde. Und beute ist er wieder frei.

mitne am Boden lag, während er selbst die Guillotine oder die Bleikugel von Satory vor sich sah, jede Auskunft ztl verweigern und die Commune, der er

iderWelt * J

Frankfurt

Die Gefangenen hatten, soweit die Nachrichten früher hierhergedrungen waren, das Recht, sich frei zn bewegen wenigstens gilt dies von Rochefort. Dessau« Pascal Grousset's Urtheil, gefällt am 2. September 1871, lautete aufDe-

* . porration auf eine Festung." Wie er sich zu befreien gewußt, V ' '

'von Drag^

.^Alten.v- M , Ibr.jS»!

in Giessen.

I. April Ifc mg vor oste» ss«

,des Justizministers Dr. Leonhardt die Vereinigung des Ober-Appellgerichts mit Als Minister hatte er damalsidem Obertribunal stattgefunden.

das inhipi ! Köln, 31. März. Erzbischof Melchers ist heute früh 8 Uhr gefänglich

der eingezogen worden. Die Ruhe blieb ungestört.

. . , , ' Straßburg, 31. März. Tie Schritte des Gemeinderaths bei dem

war kühn genug vor seinen Richtern, während die Com- Oberprälldenten behufs Beendigung der interimistischen Stadtverwaltung bestehen k c..rr.a «** * In der Proposition, daß der Gemeinderath unter dem Vorsitz des Bürgermei­

sterei-Verwalters Back zusammentrete, um einen Bürgermeister zu bezeichnen. ... , , -Der frühere Protest ist factiscb zurückgenommen und mit Einstimmigkeit/den

Er bat seine Kühnheit gemeinsam mit seinem literarischen Kameraden von früheren Bürgermeister Lauth inbegriffen, Julius Klein vorgeschlagen. An den- selben wurde eine Deputation abgeschickt, doch zweifelt man, ob er anneh-

Poftklscher TIjeif.

Die Flucht der Commune-Deportirten. !

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Rotbenkrfler, uenwep. M

Gesuch

(?ngro5-.@tid)ö: als Lehrling geiuiti d. Bl.

> einen Schrem

Fritz Fürst.

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^Darmstadt, 31. März. Nach dem Ende v. Js. veröffentlichten Finanz- Gesetz bat jeder Wirtb für die Jahre 1874 und 1875 70 pCt. seiner im Jahre 1872 gezahlten Weiusteuer (Tranksteuer und Zapf-Gebühr) zu entrichten; der nach dem 1. Januar 1872 zugegaugene oder noch zugehende Wirth oder Wein-Händler zahlt dagegen für 1874 und 1875 eine Steuer, welche durch eine nach Ablauf je eines Vierteljahres vorznnehmende Schätzung Seitens einer Commission verhältuißmäßig festgesetzt wird. Diese Commissionen, deren Bil­dung und Anleitung gesetzlich der Negierung obliegt, sind in letzter Zeit orga- nijirt worden und haben theilwerse ihre Thäligkeit begonnen, welche übrigens dem Vernehmen nach mancher Schwierigkeit begegnet. Hier in Darmstadt, wie in allen Städten mit über 10,000 Einwohnern, besteht die Commission aus sieben Mitgliedern. Das Gutachten der von dem Finanz-Ausschuß der zweiten Kammer bei Befahrung der oberhessischen Eisenbahnen zugezogenen Sachverständigen spricht sich bezüglich der Fortsetzung der Bahnstrecke Gießen- Gelnhausen nach Partenstein, in welcher Richtung den Ständen eine Vorlage zugegangen ist, dahin aus, daß die Betriebs-Fähigkeit und die Möglichkeit der Bewältigung eines durchgehenden Verkehrs rücksichtlich der Strecke Gießen- Gelnhausen an sich keinem Zweifel unterliege. Bezüglich des finanziellen Er* folges des neuen Projects wagt dagegen das Gutachten Aussichten auf unzwei­felhafte Resultate nicht zu eröffnen.

Berlin, 1. April. Der preußische Clerns hat ein neues Mittel ge­funden, mit dem er die Maigesetze umgehen zu können glaubt. Ein Theil der neu angestellten Capläne in der Breslauer Tiöcese ist bei dem Fürstlnschof um seine Entlassung eingekommen und hat dieselbe auch erhalten. Die Capläne hoffen, durch Niederlegung ihres Amtes einer Strafe zu entgehen, weil sie dann geistliche Verrichtungen nicht als Geistliche, sondern als Privatpersonen aus- i--.üben. Was den Bischof anbelangt, so gebieten, wie die W.Presse" aussührt, bleibt ein freilich die Maigesetze demselben unter Androhung einer Strafe von 1000 Tha- 11 k m r . . f .. lern, die erledigten Stellen binnen einer bestimmten Zeit zu besetzen, allein

fu^a3e ®cJca,en Kbt^Bclb/n Journalisten, die diesen wenn der Bischof seines Amtes entsetzt ist, was kaum lange anstehin kann, so $ «<ucht°er!"ch geführt Haben, Rochefort unb Gronßet Damals, als in ver hört das Gebot auf, unb wem, er gar ans vem Deutschen Reick verwiesen ist.

' ;Sn.|d,n .. K ^la-lles bas Urthe.l über Pascal Grousset gefällt werven^so giebt cS für ihn nach Ansicht ver clericalen Juristen überhaupt kein- Mai- Jollte, hatte der Ccmnnsiar der Negierung ans die wilde, gewaltthätige Natur gesetze mehr. Ob diese Argumentirung kein Loch hat, müßte sich sehr bald i Grousset v, wild und gewaltthattg, glelchgulttg, ob )te sich in der That oderJeigen, und trenn das, wie wahrscheinlich, der Fall ist, so wird die Regierung mit der §eder äußert, besonders aufmerksam gemacht. 'ihre Maßnahmen zu treffen wissen.

Man hatte ihn danials angeschuldigt, sich bereichert, Geld unterschlagen', Berlin, 1. April. Fürst Bismarck empfing zu seinem heutigen Ge- zu haben, daß er tich eunnneii angeetgnet, daß er Monumente zerstört habe burtstage äußerst zahlreiche Glückwünsche, auch solche aus den entferntesten f wegen dieser gemeinen Verbrechen wurde er freigesprochen, aber ter- c - -- - ' -

nrtheilt wurde er wegen seiner Mitschuld an den Mordthaten, weil er an bem , . r|. v - ...

Attentat gegen die Regierung Theil genommen, weil er mitschuldig befunde/dessen Abreise nach Breslau zu einer Conferenz. Heute bat in Gegenwart War an den Brandstiftungen der Commune, derenMinister des Auswärti-J^ --»«. - - . « - - .

gm", deren Hauptmitglied er gewesen war. V" jmes famose Manifestan Europa" erlassen, das soviel Aufsehen erregt. - Grousset, der ehemalige Redacteur desRappel", desPeuple", Lei, Mitarbeiter der Nochesort'schenMarseillaise", der Chefredacteur des Commune-! blottesl'Aaffranchi"