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Anzeige- und Wmtsktatt für den Kreis Kiessen.
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Gießen, nm 23 Juli 1873.
Spanische Zustande.
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' Köin- Ztq."": „In Cadiz führt Salvoechea, ein junger Mensch und doch barten Provinz Murcia aus, schon ein alter Verschwörer, an der Spitze des nach seinem Commando ge ^ Gewalt der Communisten ist, ' zr. . L . r- m ■ l Ti 4» ,.. > z. AK An .1 i n tru’p ftpfth phi mit ft PT hirtlhPThr
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und legt Klöster, Kasernen und öffentliche Gebäude in Trümmer, selbst das Castell'Gibralfaro wird niedergerissen. Die beiden Brüder und Freiwilligcn- Ofsiciere Nillo, die mit ihren Kameraden in Streit gerathen waren, wurden am 9. d. Mts. vor den Gemeinderath geladen, und da sie nicht erschienen, rn ihrer Wohnung überfallen und einer von ihnen todlgeschlagen, der andere konnte noch entstiehen. Es gibt reiche Kausteute genug in Malaga, und rn Zwangsanleihen fehlt es daher nicht. In Granada stehen gleichfalls dre Freiwilligen kampfbereit, um die „Unabhängigkeit" ihrer «Ltadt gegen die Regie- ruiigstruppen zu sichern; in Guadix feuern die bewaffneten Patrioten in den Straßen wild ihre Gewehre ab, so daß die ruhigen Bürger sich nicht vor die Thür wagen. Am schlimmsten sieht es gerade im Augenblicke in der benach- ', wo die wichtige Hafenstadt Cartagena in der , an deren Spitze der General Juan Contreras
K5 Dienstmädchen miet > sogleich gesucht von ( .n Euler, Mausburg
es ruvnM-ck Amdcr- hoben Lohn geW.
Betreffend: Die Einführung einer allgemeinen Einkommensteuer, hier die Wahl der Einschätzungs-Commissionen für die Steuerregulirung für 1874.
Freitag den 25. Juli
Das unglückliche Spanien ist auf dem Wege völliger Zerrüttung. Die mit der Dictatur bekleidete Regierung ist dennoch machtlos, da ihr die zur Ausübung der Executive nöthige bewaffnete Hülfe versagt ist. Das Militär meutert allenthalben, die Intransigentes durchwühlen das Land, Pi y Margal! > selbst kann nicht umhin, auch die anfänglich vom Ministerium ausgeschlossene "/ Linke wieder heranzuziehen, ein Ministerwechsel drängt den andern, und Caste lar^s wohlmeinende Reden vermögen die allgemeine Anarchie nicht aufzuhalten, die bereits so weit gediehen ist, daß sich in den Provinzen selbstständige Ajic: laturen mit allen Gräueln der Willkür-Herrschaft'anfthun. So berichtet die
die Plünderung des Arsenals und der , -
gen gegen die Gensd'armerie, der schwächliche Rückzug der Truppen vor dem Aufruhr ist noch in frischer Erinnern, g. In Malaga theilen sich zwei Parteien, jede unterstützt von einem Theile der Freiwilligen, in die Regierung, heute spielt Eduardo Carvajal deu Diktator, morgen, wenn Carvajal mit seinen 1400 Abenteuern, seinen gifloblenen Kanonen und den 60,000 Duros ans der Gemeind'kaffe wieder einen Streifzug durch Andalusien antritt, nm überall den Einfluß der Madrider Regierung zu brechen, schwingt sich Solier an die Spitze
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E. Vingmann.
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steht, ein wüster, hirnverbrannter Geselle und beständiger Verschwörer Eigenschaften, welche die republikanische Regierung vor einigen Monaten nicht abgehalten hatte, ihn in Barcelona und Madrid mit hohen militärischen Acm- tern zu bekleiden. Die Ausrührer haben die Stadt sammt den Festungswerken und dem Arsenal in Besitz, und man kann von Glück sagen, wenn dre im Hafen ankernden Kriegsschiffe der Regierung treu bleiben. Der General Ripoll und wahrscheinlich auch Velarde rücken gegen Cartagena vor, um bte Ordnung herzustellen; zu dem Ende müssen sie sich aber zuvor deu Einmarsch erzwingen. Velarde kommt eben aus denr vorr ihm bezwungenen Alcoy, denr Schauplatze der entsetzlichen Gräuel, von welchen der Telegraph in den letzten Tagen so viel zu berichten hatte. Dort sind in der Zeit vom 9 bis zum 12. Juli alle Schandtaten der Pariser Commune nachgeäfft, der Bürgermeister nnd andere Mitglieder der Behörde ermordet, öffentliche Gebäude und eine Anzahl Fabriken eingeäschert, Raub und Plünderungen begangen, aus den angeseheneren Bürgern Geißeln genommen, die erschossen werden sollten, wenn dre Regre- rungstruppen sich an dem Mordgesindel zu vergreifen wagen würden, kurz, dre scheußlichsten Orgien der internationalistischen Bande gefeiert worden. Und noch scheut sich die Regierung, die Strenge des Gesetzes in der eroberten Stadt walten ru lassen. In Barcelona ist zum Glück ein Versuch, die Ereignisse von Alcoy nachzuahmen, durch die Haltung eines besonnenen Theiles der Arbeiter vereitelt worden; doch stehen Excesse der Internationalen noch immer zu befürchten. Das sind, um über geringfügigere Beispiele hinweg- Lschreiten, die Held en t hat en republikanischer Parteien gegen die Republik. In dieselbe Unglückszeit fallen nun traurige Niederlagen der republikanischen Truppen gegen die Carlisten. In Catalonien sind die festen
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Drndtes Diensmädcher kl m:rb gesucht. Selters--
wählten rothen Gemeinderaths das Nkgimetit und dünkt sich unabhärtgig rvie ein König. Die Regierung hat ihm den Gefallen thun müssen, die Truppen zurückzuziehen, die ihn gemreit könnten, und da die äußerste Linke einstweilen nach Herzenslust dccretireu kann und Niemand ihr entgegen zu treten wagt, so herrscht in jener Stadt vorläufig eine verhältnißmäßigc Ruhe, ^ie will noch immer die „culta Cädiz“ fein, die auch die rothe Revolution mit einer gewissen Eleganz in Scene setzt, wobei es allerdings auf niedergerissene Kirchen, Klöster und nationale De.-kmäler, die an monarchische Zeiten erinnern, nicht weiter an kommt. Von den Tumulten in den benachbarten Hafenstädten Puerta de <r-anta Maria und San Fernando zu geschweigen, sehen wir in der etwas weiter von Cadiz entfernten blühenden Stadt Jerez de la Frontera den besten Theil der Einwohnerschaft auswandern. Auch von dort waren die Truppen zurückgezogen wordeti, hatte darauf der schutzlose Gemeinderath seine Entlassung gegeben und sich an dessen Stelle eine neue Behörde aufgeworfen, deren Mitglieder die Häupter der beiden internationalistischen Clubs in Jerez sind. Zum Bürgermeister haben die Leute keinen Geringeren zu machen gewußt, als den Goldschmied-Gesellen, der bei einem früheren Aufstande die zur Anzündung der Stadt bestimmten Brandbomben verfertigt hatte und dafür in's Zuchthaus kam, aus welchem die Republik deu Märtyrer befreite. Seine erste Amtshandlung war jetzt natürlich die Entlassung der Nachtwächter und Polizisten, der Leute, die ihm wahrscheinlich früher manchmal unbequem gewesen sind. Die größeren Kirchen der Stadt sind auf den Niederreißungs Etat gesetzt, den- wohlhabenderen Bürgern werden nngdjenere Steuern auserlegt. Es ist nicht' der vierte, sondern schon der fünfte Stand, der hier die Herrichaft führt, denn.
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Mündung des Guadalquivir, sieht es uicht besser aus; auch dort Pöbel-.Behörden ($^1)1^) o^ite /AL aetödtet wor-
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neuen Aushebungen 10,000 Mann auf den Beinen haben, die von Jrtarte, Sarasota, Gororda und Glilierrez im Waffenhandwerk geübt werden. Der LtadtrCommandant von Vtlbao verlangt dringend einen Krtegsdampser, um die bestäi dige Ausschiffung von Waffen für die Carlisten zu verhtndern. Denn Elio wartet nur noch aus einige solcher Sendungen, um nut erneut vollständt
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Wr. 171.
an die Großherzoqlichen Bürgermeistereien des Kreises, mit Ausnahme der Bürgermeisterei Gießen-
Rack Art. 33 des Gesetzes vom 21. Juni 1869 soll behufs der Einschätzung in die Steuerclaffen der Einkommensteuer zweiter Abtheilung für jede Gemeinde eine örtliche Commission gebildet werden, welche von dem Ortsvorstand gewählt wird. Von den zu wählenden Mttglledern dürfen nicht mehr als zwei Drittt heile dem Gemeindevorstgnd selbst an gehören; wenigstens ein Mttglted muß aber demselben angehören.
Zu Mitgliedern der ^Comnüssion können nur solche gewählt werden, welche zur Zeit der Wahl volle 30 Jahre alt sind und deren -Ltaatsbürgerrecht weder suspendi^ t och v r ^^dh^-zoglichen Mittisteriums der Finanzen sittd für Gemeinden bis zu 3000 Einwohnern, sonach für alle Gemeinden W Kreises Gießen mit Ausnahme der Stadt Gießen, 3 Mitglieder und 2 Ersatzmänner zn wählen. Sie wollen sofort den Gemetuderath versammeln, die Wahl vornehmen lassen und das darüber aufgenommene Protokoll binnen 8 Tagen einsenden.
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