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Erscheint täglich, rot.' «ahme Sonntags.
Expedition: Lanzleider» Ut. B- Rr. 1.
Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kressen.
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Nx. Asm. Dicnstag den 22. Juli isys.
Amtlicher Chei (.
6.
Gießen, am 28. Juni 1873.
c. aus einem Durchschnitt; , , . 3 , r . r ,u . *rr
d. aus einem, oder, wenn das Gebäude von mehreren Straßen begrenzt wird, aus eben so vielen Aufrissen ; ,
aus den Profilen der Verdachungen uud sonstiger horizontalen Gesimse. (Bei einfacheren Bauten, insbesondere m den Landorten, kann hiervon
Betreffend: Das bei Gesuchen um Bauerlaubniß einzuhaltende Verfahren.
Das Großherzogliche Kreisamt Gießen
an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises.
^ndem wir Sie auf die vorstehende Bekanntmachung verweisen, beauftragen wir Sie, bei vorkommenden Baugesuchen die Interessenten danach zu bedeuten die in erhren Gemeinden wohnenden Bauhandwerker, (Bauunternehmer) aber alsbald von dem Inhalt der Bekanntmachung in Kenntniß zu setzen.
' v. Röder.
Bekanntmachung.
Betreffend: Das bei Gesuchen um Bauerlaubniß einzuhaltende Verfahren.
Die Pläne welche bei Gesuchen um Bauerlaubniß uns vorzulegen sind, leiden so häufig an äußeren und inneren Mängeln, daß wir uns veranlaßt
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kenntlich machenden Pläne und, soweit zu deren Verständniß erforderlich fein sollte, besonderen Beschreibungen — beiden m doppelter Ausfertigung begleitet sein Aj s binem Situationsriß, welcher namentlich den Umfang des Bauplatzes, die etwa darauf stehenden Gebäude, sowie Richtung und Breite der den Platz begrenzenden Straßen, die angrenzenden Gebäude der Nachbarn, nebst deren Beschreibung enthalt,
b. aus de» Grundrissen der Keller und Fundamente, sowie der übrigen Stockwerke;
Die Plän e mü ffen ^sämmtlich, auch in den Duplikaten, auf starkes Papier gezeichnet oder wenigstens auf solches fest auf- aezoaen fein. Sie müssen insbesondere über alle beabsichtigten Feuerungsanlagen genauen, die Beurtheilung etwaiger Feuergefährlichkeit leicht ermöglichenden Aufschluß geben. Nöthigenfalles müssen die zu diesem Behufe geeigneten Detailzeichnungen geliefert werden. . QntMtrFttioifittirt
Die Situationsrisse, welche seither besonders häufig zur Beanstandung Anlaß gaben, muffen her Vermeidung der Zuruckwersung geometrisch genau gezeichnet sein und, wie die Baupläne selbst, den Namen des Verfassers und den Maßstab, m dem sie gezeichnet find, enthalten. Die wichtigeren Maße und Entkernungen sollten überdies in den Zeichnungen besonders eingeschrieben sein. Bau- und Situationsrissen ist unter allen Umständen das dermalen gesetzlich geltende Maß zu Grunde zu legen. Erstere sind in Vioo, letztere m VöW natürlichen Große zu zeichnen.
Sollten diese Bestimmungen, auf deren Beachtung wir künftig streng halten werden, nicht gehörig berücksichtigt werden, so wurden Bauunternehmer eine daraus entspringende Verzögerung in Ausführung ihrer Projekte sich lediglich selbst zuzuschreiben haben.
Gießen, den 28. Juni 1873. Großherzogliches Kreisamt Gießen.
v. Röder.
Gießen, am 17. Juli 1873.
Betreff end' Die Schrift des Großherzoglichen Ministerialraths Dr. Zimmermann über die Sonderrechte der Provinzen Starkenburg und Oberhessen des Großherzogthnms Hessen.
Das Grohher-ogltchc Hreisaml Gießen
an die Großherzoglichen Bürgermeistereien.
Indem wir Sie auf obige neuerdings im Selbstverlag des Verfassers erschienene Schrift aufmerksam machen, enipfehlen wir Ihnen deren Anschaffung zum Dienstgebrauch. „ .
v. Roder.
Politischer Thei t.
Der Aufstand in Alcoy.
Obwohl noch manche Punkte der Ausklärung bedürfen, liegen doch schon ausführliche Schilderungen der scheußlichen Orgien vor, welche das rothe Gespenst in Alcoy gefeiert hat, einer der gewerbreichsten Städte Spaniens, die an industrieller Bedeutung fast nur von einigen catalonischen Fabrikorten überragt wird. Nach directen Mittheilungen, die aus Alcoy in Madrid eingetroffen sind, nach den Berichten in den valencinischen Blättern Las Provincias und el Mercantil, sowie ferner nach amtlichen Telegrammen läßt sich von dem schaurigen Bilde, welches jene Stadt in den Tagen vom 9. bis zum 12. Juli bot, folgende Beschreibung geben:
Die Arbeiter von Alcoy waren schon längst durch die Internationale bearbeitet worden, welcher sich viele von ihnen angeschlossen hatten. Unter solchen Lettern bereiteten sie einen Strike vor, um höhere Löhne zu erzielen- Am Montag organisirten einige von ihren Führern den Widerstand, und eine Versammlung im Stier-Circus stellte Bedingungen fest. Andern Tages erschien eine Commission der feiernden Arbeiter vor dem Bürgermeister Don Augustin Albors, und ersuchte ihn, die Fabrikanten binnen 24 Stunden zusammenzuberufen, um deren Antwort zu erhalten. Wahrscheinlich glaubt Albors, der aus Alicante Truppen erwartete, den Forderungen der Arbeiter widerstehen zu können, und rieth den Fabrikanten, sich mit den Männern, denen sie ihr Vertrauen schenken könnten, in ihre Häuser einzuschließen und Vertheidigungsmaßregeln gegen etwaige Angriffe der Menge zu treffen; er selbst würde im Augenblicke
der Gefahr ihnen zu Hülfe kommen. Der Bürgermeister versammelte dann in dem Rathhause und in dem Thurme San Augustin 32 Gensd'arm^n und Polizisten.
Inzwischen hatten sich die Arbeiter zu mehreren Tausenden auf dem Platze vereinigt und schickten wieder eine Commission zum Bürgermeister. Als dieser erklärte, noch keinen endgültigen Bescheid geben zu können, bemerkte ihm einer der Führer, daß die Arbeiter zur Hälfte bewaffnet seien und daß sie den Rücktritt des Gemeinderathes verlangten. Man sagt nun, daß der Bürgermeister auf den Balcon des Rathhauses hinaustrat und mit eigener Hand einen Schuß gegen die tobende Menge feuerte/ Sicher ist, daß die Gruppen auf dem Platze sich durch die Stadt hin zerstreuten, um Waffen zu holen und den Kampf zu beginnen. Der Führer der Bewegung soll von Anfang an ein gewisser Albar- razin, ein junger Mann aus Valencia und bekannt als Mitglied der Internationale, gewesen sein.
Die Aufrührer, welche wohl den Vortheil einsahen, sich für den Fall der Nock einiger Geißeln zu bemächtigen, holten die angesehensten Bürger <ni5 den Häusern, wobei sie mehrere Thüren mit den Aexten zerhieben. Der Gefangenen sollen etwa 70 gewesen sein, darunter 4 Geistliche. Der Sturm auf das Rathhans und der Kampf auf dem Platze dauerte von Mittwoch 'Nachmittag bis Donnerstag Morgen, wobei die Aufrührer 11 Todte und noch mehr Verwundete verloren. Am Donnerstag schwieg das Feuer der Belagerten aus dem Rathhause und der Kirche St. Francisco. Die Vertheidiger hatten ihre Munition verschossen und es blieb den Behörden kein Mittel des Widerstandes


