den
günstig gesinnt sind.
Otüftm.
Frankfurt, 21 April. Heute Nachmittag kam es auch hier zu Bier-
uet, der
liberalen Katholiken einstimmig angenommen.
«frankleich.
Paris, 19. April. Man erfährt jetzt endlich, weßhalb Herr Canton- der Präfect von Lyon, so urplötzlich verschwunden ist. Die Angelegenheiten
ten wurde in das Local des Polizei-Comissariats in der Brückhosstraße verbracht, worauf die Menge auch hier die Fenster einwarf und das Amtsschild des Polizei-Commissariats herunterriß. Nähere Details konnten wir im Augenblick tRedactionsschluß) nicht erfahren. (Frkf. Jonrn.)
Leipzig, 19. April. Der Buchdruckerstrike darf in ganz Deutschland als erledigt bezeichnet werden Der Gehülfen-Verband hat den Strike in Leipzig und anderwärts für aufgehoben erklärt, der deutsche (Prinzipal-) Buchdruckerverein die allgemeine Kündigung der Verbandsgehülfen zurückgezogen. Eine gemeinsame Delegirten-Versammlung von 10 Prinzipalen und 10 Gehül- fen tritt zur Vereinbarung über den Tarif am 1. Mai in Leipzig zusammen.
(D- A. Z.)
Mannheim, 20. April. In Folge der jüngsten Exceste, denen Wühlereien der Social - Demokraten zu Grunde liegen sollen, wurden sämmtliche Volksversammlungen auf die Dauer von vier Wochen verboten.
Straßburg, 18. April. In der Gemeinde Bettweiler (Kreis Saar- gemund) hatten wegen angeblicher Marien Erscheinungen wiederholt Ansammlungen von größeren Mensck-enmassen zur Nachtzeit stattgefuuden. Mit Rücksicht auf die dadurch hervorgerufene Aufregung und die gefährdete Sicherheit ist jetzt vom Bezirks-Präsidenten eine Verordnung erlassen worden, in welcher an das Gesetz über Abhaltung religiöser und politischer Versammlungen erinnert, und jede Ansammlung von mehr als 5 Personen im Freien untersagt wird.
ZMterreid).
Wien, 18. April. Heute Mittag 12 Uhr hat in der sog. Geheimrathsstube in Gegenwart des Kaisers und der dazu berufenen Staatswürdenträger und unter Beobachtung des vorgeschriebenen Ceremoniels der in den Hausgesetzen vorgeschriebeue feierliche, eidliche Verzicht der Erzherzogin Gisela auf ihre Erbfolgerechte in der österreichisch - ungarischen Monarchie (die sog. Renunciation) stattgefnnden. — Aus Anlaß der gegenwärtigen Vermählungs- Feierlichkeiten hat der Kaiser ferner dem bayerischen Gesandten, Graf Bray, das Großkreuz des Stephansordens verliehen. Von dem Könige von Bayern sind der Sectionschef Baron Hofmann durch Verleihung des Großkreuzes des Ordens der bayerischen Krone und der Ministerialrath Baron Hammer durch das Großcomthurkreuz des Michaelsordens ausgezeichnet worden.
Schweiz.
ArleSheim, 20. April. An der heute hier stattgcsundenen Versammlung der Altkatholiken nahmen 6000 Personen Theil. Die Ultramontanen versuchten die Verhandlungen zu stören und traten durch Pfeifen, Brüllen und Gelächter störend auf, nachdem der Fürsprecher Teigcnwinter, Präsident der Versammlung, dieselbe eröffnet hatte Der Regierungs-Präsident Adame verlangte Ruhe und drohte, Militär einschreiten zu lassen, wenn die Störungen fortgesetzt würden. Regierungsrath Jecker von Solothurn und Augustin Kellen von Aarau sprachen in begeisternder Weise zur Menge, worauf öfterer Beifall erfolgte. Einige Ultramontane, die Jecker zu unterbrechen versuchten, wurden vom Militär verhaftet. Die angetragenen Resolutionen wurden mit Jubel von
Stadt Lyon selbst waren der Sache vollständig fremd und die Schuld an der Flucht des Präfecten war einzig und allein eine höchst unangenehme Privatangelegenheit, die ihm einige Tage vor seiner Demission begegnete. Er hatte nämlich ein Liebesverhältniß mit der Frau eines in der Umgegend von Lyon beschäftigten Mechanikers, und da dieser eines Tages ganz unerwartet nach Hause kam, so war der Präsect genöthigt, sich im höchsten Negligö aus dem Staube zu machen. Unter solchen Umständen konnte er natürlich nicht Präfecl bleiben, und da er noch Schlimmeres befürchtete, so fand er es für gut, gan^ zu verschwinden. Wie es heißt, befindet er sich gegenwärtig in der Schweiz Wer sein Nachfolger sein wird, weiß man noch nicht. Jedenfalls bleibt der General-Sccretär bis nach den Lyoner Wahlen mit der Leitung der Geschäfte betraut. — Ungeachtet der günstigen Nachrichten, welche man gestern über den Gesundheitszustano des Papstes aus Rom erhalten hat, dauern die Befürchtungen fort, daß Pius IX. doch sehr bald das Zeitliche segnen werde. Was im Elysse noch besonders beunruhigt, ist, daß der Cardinal Bonaparte in Rom stark intriguiren soll, um einen Papst an's Ruder zu briugen, der gewissen Planen, die in den bonapartistisch-legitimistischen Kreisen geschmiedet werden,
ganz klar, und es ist von Wichtigkeit, daß die Wiederholung ähnlicher Vorfälle strengstens vermieden werde.
Berlin, 21. April. Der Kanzler der deutschen Botschaft in Paris, Taglioni, ist heute Vormittags hierielbst plötzlich gestorben.
Breslau, 18. April. Betreffs amtlicher Eintragung von Geburtsund Sterbefällen bei den Altkatholiken ist neuerdings dem Pfarrer Kaminski zu Kattowitz folgendes Schreiben der königl. Negierung in Oppeln zugegangen:
Wir benachrichtigen Ew. Ehrwürden, daß der Herr Minister der geistli chen Angelegenheiten auf die Beschwerde des Herrn Fürstbischofs die zuständigen katholischen Pfarrer für verpflichtet erachtet hat, die unter den Altkatholiken vorkoinmenden Geburts- und Sterbesälle ordnungsmäßig ui die Kirchenbücher einzutragen. Demzufolge veranlassen wir Sie, von den unter den Altkatholiken vorkommenden Geburts- und Sterbefällen überall der betreffenden Polizeibehörden Anzeige zu machen, welche die Eintragung in das Kirchenbuch beim Pfarramt herbeiführen wird.
Oppeln, 5. April 1872. Königl. Regierung, (gez.) Ballhorn.
Entgegenkommen Zeugniß abgelegt und den Boden zukünftiger Verständigung; geebnet haben. Es ist zu wünschen, daß die öffentliche Meinung sich dasUitheil 1 über die jüngsten Unterhandlungen und über den ganzen Verlauf der wichtigen < Angelcgenheir nicht durch Regungen ungeduldiger Hast trüben lasse. Der ge- 1 sunde Sinn der Nation braucht nur der Erfolge zu gedenken, welche die ein- * heitliche Entwickelung des deutschen Nechtölebens in der Frist weniger Jahre. errungen hat, um für den Werth der bereits erlangten Ergebnisse und der in < Aussicht stehenden weiteren Fortschritte eine richtige Schätzung zu gewinnen. Das Streben nach Rechtseinheit fiiidet in immer weiteren Kreisen Anerkennung, i und die nationale Bewegung wird auf dem bisherigen Wege besonnener Ver- i stäudigung sicher ihre höchsten Ziele erreichen." '
— Während die Münzfrage für das Deutsche Reich kaum entschieden ist, haben die in der Oeffentlichkeir stattgefundenen Prüfungen der einjchläglichen internationalen Beziehungen auch außerhalb unserer Grenzen eine aufmerksame Beachtung gesunden. So hat die Handelskammer zu Antwerpen ganz neuerdings unter Zugrundelegung des stenographischen Wortlautes der Reden, welche über diesen Gegenstand im Deutschen Reichstage gehalten worden, dem Belgischen Ministerium die Einführung der reinen Goldwährung empfohlen. In der Schweiz beschäftigt man sich gleichfalls viel und eingehend mit derselben Frage Erwähnenswerth ist, daß vor etwa 14 Tagen eine Delegirtenversamm- lung des Schweizerischen Handels- und Jiidustrievereins in Zürich sich für den Uebergang zur reinen Goldwährung auf Grundlage des Frankensystems uuD für eine Jnitiatiive der Bundesbehörde zu sofortigen diplomatischen Verhand- längen mit den Staaten der lateinischen Münzconventivli ausgesprochen. Diesem Beschlüsse gegenüber erörtert eine Correspondenz des „Bund" aus der Ostschweiz, die sich schon mehrfach sehr einsichtig über die Münzfcage in Bezug aus die Schweiz geäußert hat, die vielen Nachtheile einer solchen Maaßregel und die daraus hervorgehenden noch verqilicktereren Münzwirren und fiiidet ihrer Ueberzeugung nach bis jetzt noch keine andere ausreichende Mittel für die Lösung der Münzfrag?, als die von dem Correspondenren längst vorgeschlagenen, nämlich: entweder Einführung des neuen Deutschen Reichmünzsystems, oder aber seines besonderen eidgenössischen, vom Zrankensuße abweicheiiden Goldmünzeu- systems. Der gordische Knoten, welcher die Schweiz noch an die lateinische Münzconvention gefesselt hält, muß nach der Meinuiig des Correspondenten durch eines dieser zwei Radicalmittel durchhauen werden; Palliativmaaßregeln werdeli für eitle Verschwendung erklärt.
Berlin, 19. April. Die Amtsentjetzung des Maires von Straßburg hat viel böses Blut gemacht. Die Dictatur war ohne Zweifel zu dieser Maßregel berechtigt, und wohl der Regierung, wenn Herrn Lauth auch die übrigen Mitglieder des Gemeinderaths folgen. Werden denn Neuwahlen eine weniger deutschfeindliche Stadtvertretung bringen? Wir glauben nur an eine geringe Besserung, durchaus an keinen Umschwung, denn die jüngsten Vorgänge in Straßburg beweisen, daß nichts weniger, als eine Versöhnung zwischen der Elsässischen Bevölkerung Straßburgs und dem Deutschen Regimeute eingetreten ist, daß vielmehr die Gegensätze noch ebenso hart auseinanderplatzen, wie unmittelbar nach der Besitzergreifung. Bei einem friedlichen Assimilationswerke muß man indeß schon mit Kleinigkeiten zufrieden fein.
Berlin, 20. April. Die von der „N. A. Z." dementirte Nachricht, daß Geh. Rath Wagener inCriminal-Untersuchung gezogen, ist nichtsdestoweniger vollkommen begründet. Denn daß der Justizminister den Oberstaatsanwalt nicht direct aufgefordert hat, die Untersuchung einzuleiten, letzterer vielmehr, nachdem er amtlich von den Herrn Wagener zur Last gelegten Vergehen unterrichtet worden, emgeschritten, ist doch ganz nebensächlich. Mrt Recht wundert man sich deshalb in materiellen Kreisen, daß auch noch heute angesichts der Herrn Wagener so sehr compromittireuden Thatsacheu letzterer von einer gewissen Seite her protegirt werden soll.
Wie mau sich erinnern wird, hat der Abgeordnete v. Schorlemer-Alst im Hause der Abgeordneten die Mittheilung gemacht, daß der Commandeur eines Preußischen Cavallerie-Regiments die Zulassung eines katholischen Freiwilligen verweigert und diese Weigerung mit der Religion des Aspiranten begründet hätte. Die „Nordd. Allgem " erklärte auf der Stelle, daß die Sache sich vor 50 Jahren ereignet habe, worauf Schorlemer-Alst erklärte, den Namen des sich weigernden CommandeurS dem Kriegsminister nennen zu wollen. Da nun anzmiehmen ist, daß dies geschehen, das Neichögesetz vom 3. Juli 1873 auch derartige Velleitäteu eines einzelnen Commandeurs geradezu verbietet, die Preußischen Regimenter auch Bestandtheile des NeichsheereS sind, Neichsgesetze Den Landesgesetzen aber vorangeheu, so soll dieser Fall zum Gegenstände einer Interpellation im Reichstage gemacht werden. Ein Regiment ist keineswegs die Domäne des jeweiligen Commandeurs, der, sobald sich ihm ein unbescholtener noch nicht 23 Jahre alter Preuße vorstellt, denselben aufzunehmen hat, sofern die Zahl der Freiwilligen nicht gerade voll ist. Der Rechtspunkt liegt also
treten wird- Ueberdies aber erscheint eine verzagte oder grollende Stimmung ^Fenster und Einrichtung der Steinffchen Wirthschast und alsdann an dem um so weniger am Platze, als die Besprechungen der Minister von allseitigem i Allerheiligen-Thor die Grafische Bierwirthschaft, letztere aber gründlich. Die ~ ■ *-------- -------- «mh Nnd-N infnnfM’flcr Trinkgläser, Tische und Bänke wurden zertrümmert, die Scheiben zerschlagen,
die Läden ausgehängt und die Fensterkreuze herausgerissen, Alles unter wildem Johlen und Gelächter. Als die Schutzmann einschritt, schwangen die Exceden- ten, von denen einige verhaftet wurden, ihre Stöcke und zogen lärmend ab. Bereits ist militärische Hülfe in Anspruch genommen, um, wenn sich auch noch an anderen Stellen die Zcrstörungslust bemerklich machen sollte, sofort energisch einschreiten zu können. Man befürchtet für den Abend weitere Störungen.
Abends 6 Uhr. Außer den oben genannten Wirthschaften nennt man uns noch die Schneider'sche auf dem großen Kornmarkt, den großen Speicher in der Schüppengasse und die Reutlmger'sche auf der großen Gallusgasse, die der Zerstörung anheimfielen. In der Fahrgasse kam es aber leider zu ernsten Austritten. Schon seit einer Stunde etwa war hier vor der Mülleiffchen Wirthschast eine große Menschenmasse versammelt, aus welcher die Schutzmann- ichaft verhöhnt und später ankommende Militär-Patrouillen mit Steinen geworfen wurden. Das Militär gab hierauf Feuer und es gab, wie wenigstens allgemein versichert wird, mehrele Todte oder Verwilndete- Einer der Verwuude-
krawallen. Die Excesse, von einem Haufen junger Leute, wie es schien, deni standen. Derselbe wird eine Messe celebnren und zwei Personen, welche eine Arbeiterstand angehörend, verübt, begannen in der Lindheimer'schen Bierbrauerei Opfergabe von Peterspfennigen überbringen, empfangen.
(sog. Haberkasten) auf der großen Friedberger Gasse, wo das Innere der Nom, 21. April. Der Papst empfing gestern den Prinzen Alfred von Wirthschast demolirt wurde. Von der Schutzmannschast von dort vertrieben,^England, sowie die Cardinäle zur Beglückwünschung. — Die Ernennung des zog der anwachsende Haufe nach der Allerheiligen-Gasse und zerstörte daselbst Herrn v. Keudell zum Gesandten Deutschlands beim hiesigen Hofe ist der ita-
Rom, 19. April. Der Papst ist heute Morgen halb 8 Uhr aufge- von einem Hausen junger Leute, wie es schien, dem standen. Derselbe wird eine Messe celebriren und zwei Personen, welche eine


