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ben verlautet noch nichts.
Berlin, 16. October. Das Original des Briefes Pius IX. an Kaier Wilhelm ist in italienischer Sprache abgesaßt. Der „Staatsanzeiger" soll demnächst auch eine französische Uebersetzung desselben veröffentlichen. Ein auswärtiges Blatt macht, nebenbei bemerkt, auf das Datum der beiden Briefe von Kaiser und Papst aufmerksnm. Während das päpstliche Schreiben aus jenen Tagen stammt, wo die bischöfliche Renitenz zum ersten Male zu gerichtlichem Einschreiten führte, ist die königliche Antwort vom 3. September datirt, dem Tage nach dem Siegesfeste. Es ist wohl erinnerlich, daß an diesem Tage eine Staatsministerial-Sihung stattfand, an welcher auch der damals nach längerem Urlaub aus Varzin zurückgekehrte Fürst Bismarck Theil nahm. In derselben Sitzung wurde auch beschlossen, die Anerkennung des Bischofs Reinkens dem Könige zur Genehmigung vorzuschlagen.
Wiesbaden, 18. October. So eben fand die feierliche Enthüllung
Statuten über die Geschäftsführung zuzugestehen wäre. Auf diese Weise wäre es dem Actionär möglich, außerhalb der General-Versammlung zu seinem Rechte zu gelangen, es gilt auch außerhalb der Gesammthcit, er bekommt gewissermaßen wieder eine Persönlichkeit.
Damit glaubt der Juristentag dem „Geschäfte" der Actionärfängerei durch das Gesetz einen wirksamen Riegel vorzuschieben, und wir wünschen lebhaft, daß dies auch geschehe. Denn das'wird wohl nach den jüngsten Ereignissen in den meisten Kreisen schon empfunden, das Actienwesen kann gar nicht mehr entbehrt werden, und deshalb muß man trachten, es von seinen Auswüchsen zu reinigen und jeden Mißbrauch so weit als möglich zu verhindern,
bord's Zugeständnisse in Bezug auf Fahne und Stimmrecht, um sich der monarchistischen Majorität wieder anzuschließen.
Paris, 17. Oct. Das „Journal de Paris" sagt: Das große Er- eigniß hat sich vollzogen. Graf Chambord und die parlamentarischen Dele- girtcn sind über die Bedingungen der Wiederherstellung der Monarchie einig geworden. Das Oberhaupt des Hauses der Bourbons, welches in einigen Tagen König sein wird, giebt den Bedürfnissen und den Wünschen des modernen Frankreich volle und vollständige Befriedigung. lUber die Fahnen-, die
Monarchen umarmten und begrüßten sich auf's Herzlichste. Kaiser Franz Joseph reichte dem Fürsten Bismarck die Hand und bewillkommnete das Gefolge des Kaisers Wilhelm in sehr warmer Weise. Außer den Spitzen der Behörden waren auch der Bischof Binder und das Domcapitel anwesend. Nach eingenommenem Dejeuner erfolgte die Abfahrt nach Penzing, wo der auf's Festlichste geschmückte Hofzug um 3 Uhr 34 Min. anlangte. Kronprinz Rudolph, die Erzherzoge (in preußischer Uniform), Prinz Leopold von Bayern, Prinz Rati- bor, Fürst v. Puttbus, der Herzog von Sachsen-Waimar, die deutsche Botschaft, der Statthalter und zahlreiche Notabilitäten erwarteten hier die Monarchen. Der deutsche Kaiser begrüßte den Kronprinzen Rudolph wärmstens, chm die Hand reichend. Nach Besichtigung der Ehren - Compagnie und der Vorstellung der Erzherzoge und der Suite begaben sich die Monarchen, von einer dichtgedrängten Menge mit lebhaften Zurufen begrüßt, nach Schönbrunn. Kaiser Wilhelm trug die Uniform seines österreichischen, Kaiser Franz Joseph jene seines preußischen Regiments.
Wien, 18. October. Fürst Bismarck erschien heute Mittag zum Be-
Augenblick und auf den ersten Ruf der gewählten Volksvertretung zur Seite zu treten und mit ihr und hoffentlich in vollem Einverständniß tnit der Regierung die verderblichen Pläne gewisser vaterlandsloser oder in mittelalterlichen Ideen verstrickter Subjecte zu vereiteln.
Darmstadt, 18. October. Die „Darmstädter Zeitung" meldet die Pensionirung des Finanzministers v. Biegeleben. Ueber den Nachfolger dessel-
des für die im französischen Kriege gefallenen Nassauer errichteten Denkmals statt. Die beiden nassauischen Regimenter von Mainz und die hiesigen Gesangvereine betheiligten sich. Die Generalität und die Spitzen der Civilbehörden waren vertreten. Auch die Bürgerschaft hat zahlreich Theil genommen.
Dresden, 18. October. Das „Dresd. Journ." veröffentlicht folgendes Bülletin über das Befinden des Königs: Pillnitz 12y2 Uhr: Eine Ver- ändernng im Befinden Sr. Majestät ist seit gestern nicht eingetreten, dasselbe ist fortdauernd Besorgniß erregend.
Dresden, 18. October. Meldungen aus Pillnitz zufolge ist bis heute Mittag keine Besserung im Befinden des Königs eingetreten. Der Schwächezustand dauert fort. Der Kronprinz hat sich in Folge dessen hellte nach Pillnitz begeben.
Würzburg, 16. October. Der am 11. und 12. d. Mts. abgehaltene unterfränkische Feuerwehrtag hatte eine Anzahl von 1400 Feuerwehrmännern vereinigt. Die hiermit verbundene Ausstellung an Geräthen und Löschmaschinen war sehr reichlich ausgestattet und zeigte genügsam, auf welcher Höhe das Feuerlöschwesen bei uns sich befindet. Einen noch deutlicheren Beweis liefert die Statistik, aus der sich ergibt, daß im Jahre 1873 sich 206 Feuerwehr- Vereine mit 1825 Mitgliedern und 351 Spritzen in Unterfranken eines kräfti-
suche bei dem Minister des Aeußern, Grafen Andrassy, Stunde bei demselben. Nachmittags gibt Graf Andrassy scheu Reichskanzlers ein diplomatisches Diner.
Frankreich.
Paris, 16. October. Die Bonapartisten benutzen
i Gießen, 19. October. Nach übereinstimmenden Berichten verschiedener Blätter hat der Präsident des Finanzausschusses, der Abg. Metz, das Referat in der Hoftheater-Frage übernommen. Das heißt aus dem Diplomatischen in's Hochdeutsche übersetzt: Die v i e r m a l h u n d e r t t a u s e n d Gulden, welche die Regierung von den Ständen als Zuschuß zu den Baukosten des Darmstädter Theaters verlangt, werden verwilligt! Wir sind darüber von Anfang an nicht im Zweifel gewesen. Interessant wäre es uns aber doch, wenn die Abgg. Buff, Oncken und v. Rabenau ihre Wahlbezirke aufklären würden, wie sie sich zu dieser Frage stellen
Die ,Darmst. Ztg." publicirt die Ernennung des Herrn Mitzenius, seitherigen Lehrers an der städtischen Mädchenschule zu Darmstadt, zum Lehrer an der hiesigen Knabenschule. Alle Versuche, welche der Gemeinderath, bei Kirchen- und Schulvorstand der Stadt Gießen, Mitglieder der Synode und andere einflußreiche Männer unserer Stadt anstellten, diese Ernennung rückgängig zu machen, sind dennoch erfolglos gebliebem Herr Mitzenius war an seiner früheren Stelle durch seine schriftstellerische und sonstige Thätigkei: unmöglich geworden und da setzte man ihn eben nach Gießen, ohne den Lckadt- vorstand auch nur zu hören. Da die „Main-Ztg." diesen Herrn als „Kämpfer für Wahrheit und Licht" bezeichnet, so kann man sich schon eine ungefähre Vorstellung davon machen, zu welcher Sorte von Liberalen Herr Mitzenius zählt. Wir möchten dem Herrn aufrichtig rathen, hier zu Lande nicht allzu vorlaut zu sein und sich in uns zu schicken. Etwaiger Unbotmäßigkeit werden die zuständigen Behörden schon zu begegnen wissen; in diesem Punkt haben wir namentlich zu rmserem Bürgermeister volles Vertrauen; andere Ausschreitungen finden ihr Correctiv in der öffentlichen Meinung. Weitere Schritte gegen den Dienstantritt zu thun, scheint uns nicht am Orte zu sein.
Darmstadt, 17 October. Bekanntlich gehörte bei den Verhandlungen der hessischen Synode und bei den Berathungen der ersten Kammer Graf Görtz zu den Wortführern jener Partei, welche von Rechtgläubigkeit und Liebe trieft, aber bitter über Verfall der Sitten und des Christenthums wehklagt, wenn der Gemeinde Theilnahme an dem kirchlichen Leben eingeräumt werden soll. Graf Görtz schied sogar aus der Landessynode aus und ließ in der Kreuzztg." verkünden, daß ihm seine christlich fromme Denkart nicht gestatte, länger ' in so gottloser Gesellschaft zu verkehren. Zufällig fällt uns ein Zeitungsblatt aus dem Jahre 1865 in die Hände, welches die milde religiöse Gesinnung des Grafen Görtz in einem eigenthümlichcn Lichte erscheinen läßt. ~
In gedachtem Blatte erzählt Herr schuchard, ein geachteter hiepger Bürger, wie er von dem Herrn Grafen, dem ein überbrachter Hut nicht pass send schien, mit den christlichen Worten: „Verfluchter Bengel, wie kannst Du sagen, er passe, wenn ich Dir sage, er passe nicht", angefahren und gleich darauf von demselben in's Gesicht geschlagen wurde. Die Affaire artete natürlich, da Herr Schuchard Gleiches mit Gleichem und sogar mit Zinsen vergalt, in einer Prügelei aus, bei der indessen Herr Graf Görtz den Kürzeren zog. Obendrein wurde Se. Erlaucht für ihr flegelhaftes Benehmen vom Gericht bestraft. — Solche Persönlichkeiten sind cs, die heute das „wahre" Chri- stenthiim vertreten und die Schule der Orthodoxie unterthan machen möchten. Sollte nicht Herr Graf Görtz dabei die geheime Absicht haben, daß künftig die Jugend in solchem Respect vor dem Grasen zu Schlitz und anderswo erzogen werde, daß sie sich prügeln läßt, ohne, wie Herr Schuchard sich heraus- nahm, ihre bürgerliche Faust auf einem gräflichen Antlitz einzuzeichnen?
' (Neue Frkftr. Pr.)
(ich wäre dieser Forderung, die allgemein bingestellt ist, eine präcisere Fassung erste Kammer fallen lassen und im deutschen wie hessischen Interesse, im In- ,u geben, beim es ist wohl auch'schließlich tjft Fall denkbar, daß derartige tereste des Landesherrn wie der Bevo kermig durch sofortige Ergreifung des Bestimmungen von Eoneurrenz-Unternehmungen ausgenüßt werden konnten, nm Auskuuftsmittels des Art. 7r> der Verfastungsurkunde das Land vor schaden Einblick in die ganze Gebahrung eines unbequemen Rivalen zu gewinnen. Zum bewahren werde. Heute haben wir daher an oie Anhänger der nationalen Schluß beantragt der Juristentag. daß jedem Actionär das Klagerecht auf Ein-jSache wie an die Freunde des Fortschrltts nur die Eine Bitte, in allen Haltung der gesetzlichen Vorschriften und der Bestimmungen der (Gesellschafts-)^Gemeinden sich vollständig bereit znmachen, um ,rn entsche>dmden ö Vf. rr-r.n e-- r ... n.r.......r... w i. AoniififF iinh nur hpti prftp» Nm der aewablten Volkövertretuiig inr ^elte
Darmstadt, 18. October. Die „Main-Zeitung" schreibt: Zur 23r ruhigung unserer Parteigenossen in Lanb unb Stabt, welche in unzähligen münblichen unb schriftlichen Anfragen ihr Herz bezüglich ber be - — kannten Abstimmung erster Kammer über bas Schulgesetz ausschütten und Auskunft über etwaige weitere Maßregeln wünschen, auch auf Vorgehen zweiter Kammer drängen, sei Folgenbes bemerkt. Der zweite Ausschuß (Gesctzgebungsausschuß) 2. Kammer hält heute schon eine Berathung mit dem Ministerium, um bezüglich der Verwaltungsgesetze, bes Schulgesetzes u. s. w. stch schlüssig zu machen. Er kann aber einen definitiven Beschluß bezüglich bes S ch u l gesetzeö noch gar nicht fassen unb seinen weiteren Bericht an die Kammer nicht erstatten, weil _ r
die Abstimmungen erster Kammer in amtlicher Fassung ber zweiten Kammer Verfassungs-Frage, sowie über bie Fragen ber politischen, bürgerlichen unb reib „och nicht zukamen. Seitens des Büreaus zweiter Kammer wirb alles Mög- giösen Freiheit, erhält die Nation Alles, ohne baß ber König etwas opfert, liche zur Beschleunigung gethan, wie namentlich Kammerpräsident Dr. Hoff- Heinrich V. bat sich als würdiger Erbe dieses Geschlechtes so tief politischer mann mit größter Energie die Sache zu fördern sucht. Hoffentlich gelingt es, Könige gezeigt, welchen Frankreich seine Unabhängigkeit, Einigkeit und Größe alle dringlichen Berichte über bie oben gebuchten Gegenstände unb bie eiligen verdankt. Die Zusammenkunft von Frohsborf hatte bie königliche Familie, Finanzsachen so zu beschleunigen, baß längstens Montag 27. October bie1 bie Zusammenkunft von Salzburg hat die Monarchie wiedergeschaffen.
zweite Kammer zusammentreten unb die Interessen des Landes kräftigst wahren Paris, 17. October. Einer Meldung des „Soir" zufolge haben die kann. Auch die hier unb in erreichbarer Nähe wohnenden Abgeordneten, welche in Salzburg, gepflogenen Unterhandlungen folgendes Resultat gehabt: Die ,ur Fortschrittspartei zählen, sind schon zur Berathung über die nötbigen wei- National-Versammlung soll die Monarchie ohne Einschränkung proclamiren, ber teren Schritte zusammengetreten und zeigt sich hierbei die allseitige Ueberzeu- König sofort nach Annahme der Krone die Versammlung mit Abfassung ber gung, baß nur energisches Vorgehen das Interesse des Landes, d.s Landesherrn Constitution betrauen, worin die Stellung des Königs zum Lande festzusetzen unb des Ministeriums wahren könnte. Alle Anzeigen lassen endlich darauf ist. — Dem „Siocle" zufolge ginge aus den in einer gestrigen Versammlung zählen, daß das Ministerium die bisher bewiesene zu große Rücksicht auf bie der Linken unb des linken Centrums über bie gepflogenen Ermittelungen erstat-
Bestehens erfreuen.
•Oeflerreid).
Wien, 17. Oct. Der beutsche Kaiser traf um l*/4 Uhr in St. Pölten woselbst er von bem Kaiser von Oesterreich erwartet worden war. Die


