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„Meint Gott," meint Madame Bonnet, „ich habe ein Gefühl für ihn
wo sie beinahe anderthalb Jahre zugebracht haben mag,, zuletzt an Leib wie an Seele gebrochen.
sie mit entrüsteten Blicken zu protcstiren. Das Ende der Geschichte ist, daß die kleine Coquette und ihr liebeglühender Exsreund und Exunteroffieier zu je 3 Monaten Gefäugniß verurtheilt
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fangen hatte.
* Die neunte Kammer des Pariser Zuchtpolizeigerichtes ist bekanntlich der Ort, vor dessen Forum die pikantesten Mysterien der Ehe und des Liebelebens ihre den Betheiligten etwas unliebsame, dem Publikum um so interessantere Erörterung finden. Am Tage von Sedan steht ein hübsches junges Weibchen, coquett gekleidet, mit nicht weniger als zwei Liebhabern, deren einer zurZeit des Krieges tapferer Baterlandsvertbeidiger gewesen, vor diesem Tribunal. Der Ernst des richterischen Verfahrens will der kleinen Madame Bonnet, der Ehegattin des nicht erschie-
Es ist eine interessante Etscheinung, daß, wie statistisch nachweisbar ist, von be herrschenden Börseucalamität, welche fast alle Kreise de§ Publikums in Mitleiden schäft gezogen, die Abonnenten der »Neuen Börsenzeitung" fast gänzlich unberührt geblieben sind. Diese Erscheinung ist, wie gesagt, durch statistische Erhebungen ver bürgt und kann wohl nur darin ihre Erklärung finden, daß die „Neue Bisisenzeitung" als »Rathgeber" wirksam ist und so ihren Abonnenten in allen Börsenangelegen heitcn, so oft es verlangt wird, kostenfrei Rath ertheilt, einen Rath, der anerkannter maßen bei guten Zeiten schon zu manchem Vermögen die Grundlage gelegt und bet trüben Verhältntfien so manches Mal die geschädigte Vermögenslage wieder ins Gleichgewicht gebracht hat.
Deccrnber in München, wohin sich der Graf zum Leichenbegängnisse seiner Frau begeben hatte. Im April 1868 begann in Wien vor den Schranken des Gerichtshofes jenes mit so grausamer Spannung fesselnde Drama, welches damals ganz Europa beschäftigte; das Urtheil über Eber- genyi, welche hartnäckig die Schuld leugnete, lautete auf zwanzig Jahre schweren Kerkers. Gleiche Strafe traf im Juli 1867 den Genossen der That, Gustav Chorinsky, dessen Zurechnungsfähigkeit von dem Irrenärzte Morel vor den Geschworenen bekanntlich energisch bestritten wurde. Chorinsky starb in der Irrenanstalt in Erlangen am 20. Decembcr 1871. Man weiß, daß Julie Ebergenyi nur schwer an den Gedanken sich gewöhnen konnte, ewig von „Gustav" getrennt zu sein; sie hoffte fieberisch und unablässig auf Vereinigung und Befreiung. Als sie an dem Tode des Mannes nicht mehr zweifeln konnte, war auch jede Aussicht geschwunden, daß Julie Ebergenyi aus der Gcistesnacht erwachen könnte, die das schuldbeladene Weib um-
F r i s ch st ä ck c r ? u Gießen.
Sonntag ben 21. September. Jacob Vogt in der Wallthorstraße, Karl Steinberger in der Löwengasse und Christian Noll Wittwe in der Neustadt.
aber wegen mangelnden Veweismaterials nicht hätte angeklagt werden können. Madame Bonnet erklärt, daß der eine der Liebhaber ihr ein väterlicher Freund gewesen, betreffs des andern zieht sie vor zu schweigen. Ihr Mann wäre ein brutaler Bursche gewesen, der gar nicht gewußt hätte, „was die Frauen sind." Der Präsident hält der Kleinen vor, daß man ihren väterlichen Freund eines Tages — oder Morgens — an einer sehr intimen Stelle gefunden habe. „Herr Präsident," meint sie, das blieb ja aber ohne Folgen." Was den Andern betrifft, so verliest man folgenden Brief von ihm: „Albi, 23. Juli 1871. Mein sehr theures Weibchen! Ich habe Deinen Brief Sonntag früh um 9 Uhr erhalten; ich war eben auf dem Wachposten, als er ankam; ich war glücklich, zu sehen, daß er von Dir sei, und beeilte mich, ihn zu erbrechen. Ich durchflog seinen Inhalt und es war mir wie im Traume. Doch kam ich wieder zu mir und bemerkte mit Pein, daß der Brief wirklich von Dir sei. Nimm aber dies nicht für einen Vorwurf; weit entfernt von dem, ist es das gerade Gegentheil. Nur darüber war ich überrascht, einen Brief zu empfangen, der Zweifel an mir, an meiner Treue, meinen Derspre-
vernehmen in der Folge eine besondere Sorgfalt zuzuwenden beabsichtigt, ein im Verhältniß des,neuen Herrn Bonnet gar nicht in den Kopf und sie coquettirt mit den Richtern so gut, wie - - z ~ c ° ',L .....IAA« h orti- mit ihren beiden Liebhabern. Der Präsident hält der Kleinen ihre Schuld mit der strengsten
Amtsmiene vor und erklärt ihr, daß außer diesen beiden noch ein dritter Liebhaber existire, der
kurzen Bestehens des Instituts nicht unbedeutender Nutzen von fl. 16,000 erzielt. I
Zur Aufklärung über das Ratengeschäft, welches durch Fallimente Oesterreichischer Firmen, welche solche in Deutschland zuerst eingeführt hatten, etwas disereditirt war und über welches in letzter Zeit sehr häufig Anfragen eingelaufen sind, sei hier beiläufig bemerkt, daß die Betheiligung an diesem in sich ganz soliden und von volkswirthschaftlichcm Standpunkt dem Publikum lediglich empfohlen werden muß, nur Natenbriese genügend funbirter, gut verwalteter Institute zu erwerben, die hierdurch vollständige Garantie für die geleisteten Anzahlungen bieten.
Die Einrichtung der Deutschen Creditbank entspricht diesen Anforderungen in mehr als genügender Weise, woraus wir Hinweisen zu sollen glauben.
* Die Lage der Postboten ist bekanntlich eine äußerst elende. Die „Chemn. Raketen" entwerfen folgende treffliche Schilderung: Postbote, ein sich müde rennender, wenig Erholung kennender, frohe Gefühle erweckender, in tiefen Sorgen steckender, bei Sturm und Wetter nie zagender, die werthvollsten Dinge tragender, einem trüben Alter entgegenschauender, trotzdem der Zukunft vertrauender, schlecht besoldeter Beamter.
Wien, 14. September. Der Tod hat nunmehr auch die zweite Hauptperson aus dem , , , großen Gerichtsdrama Chorinsky-Ebergenyi vom Schauplatze verschwinden lassen: Julie Eber- chungen, meinen Schwüren enthielt. — Sage mir, ob Dein Auvergnate noch in Paris genm ist am 11., Abends um halb 9 Uhr, im Landes-Jrrenhause auf dem Brünnlfelve gestor- ist. Der, welcher Dich liebt und nicht mehr lebt, denn er kann nicht leben ohne Dich - bcn. Sie wurde Morgens von einer heftigen Cholera ergriffen; zur gedachten Stunde hatte Masson, Unteroffieier." „Meint Kott." meint Madame Bonnet, „ich habe ein Gefühl für ihn fie ihr düsteres Leben geendet. Das einst so blühende, verführerische Weib war in der Anstalt, gefaßt." Vom Dritten, Nichtangeklagten wird eine in sehr intimen Ausdrücken abgefaßte Ein- wo sie beinahe anderthalb Jahre zugebracht haben mag, zuletzt an Leib wie an Seele gebrochen, iabung zum Souper entre deux verlesen. Die beiden Mitangeklagten lassen sich ihre gegensei- Als sie bcn furchtbaren Entschluß faßte, Mathilbe Rueff, bie geschiebene Gattin Chortnsky's aus tige Collcgialität wohl gefallen, aber gegen bte unbefugte Intervention eines Dritten scheinen dem Wege zu räumen, zählte Julie Ebergenvi fünfundzwanzig Jahre; bie Vergiftung geschah sie mit entrüsteten Blicken zu protcstiren. «*-.-**-
in München am 21. December 1867. Secks Tage barauf würbe bie Mörberin in Wien, in i.....y. u.. , „ , . „ .
ihrer Wohnung in ber Krugerstraße, verhaftet; die Festnehmung Chorinsky's erfolgte am 29. wird, während der „väterlicke Freund," trotz der für väterliche Freunde etwas außergewöhnli- ■ ™- ' '1 r" c r ..... r-:— chen Position, in der man ihn entdeckt, freigesprochen wird.
unft in ßbicogo hat 61 rt. Der Schaden wirt»
fl C f n e m e t n e r Anzeiger.
Souvenir vom Giessen
besondere Aekanntmachung
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dieses Blattes zu 3tt kr. zu haben.
(4197
Herren-Wäsche,
Weltausstellung — Wien 1873
Rath der Präsidenten der Internationalen Jury
Der
verlieh das
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Liebig Companys Fleisch-Extract
n; stsiCBen, am io- öcpicmuci ±o<o.
- üriiqcn - Grotzheczogliche Bürgermeisterei Gießen- - ----------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Arbcitsvertteigerung zu Garbcnteich.
aus
FRAT-BEITOS
Herrn
den
SSMEB
Bezirksbauaufseher.
(4237)
4234) Eine Patthie Filzhüte (neues
F^on) zu 1 fl- per Stück sind zu haben ici K- Grüne bäum-
„100 „ 99 1873.
Acht Photographien der schönsten Gebäude und Umgebungen von Gießen, sind, soweit der Vorrath reicht, in der Expedition
L. Halkhof in Giessen.
A. €4. Koc!» in Wetzlar.
Jos. Prog»st, Schwanen-Apotheke in Wetzlar.
Ferner bei
fordernden vergeben.
Gießen, am 16. September 1873.
nähme über die Masse, sämmtliche Gläubiger bei Meidung stillschweigenden Ausschlusses
Edictalladung.
3372) Nachdem über den Nachlaß des Christian Fink von Albach der formelle Concurs erkannt worden ist, wird Liqui- dütionstermin auf
Mittwoch den 8. October d. I.,
Montag den 22. September, Morgens um 9 Uhr, sollen auf dem Rathhaus zu Garbenteich nachstehende Bauarbeiten durch öffentliche Versteigerung in Accord gegeben werden, als:
für Hand- und Pferdebetrieb in verschiedenen Arten sind bet uns aufaesiellt und können zu jeder Zeit in Betrieb angesehen werben. Pri-lft billigst. .J3101
Gießer! 24 Juli !873. Flick 4° Kröll.
Versteigerungen.
Die Vergebung der Holzhauerund Kulturarbeiten in den Gießener Stadtwaldungen.
Samstag den 20. September 1873, von Vormittags 10 Uhr an, werden die obenbezeichneten Arbeiten auf dem Rathhause dahier an den Wenigst-
E H R E N I) I P L 0 M
(Die höchste Auszeichnung)
IM'gebotenes.
1*204) Harlemer Blumenzwiebeln, als: Hyazinthen, Tulpen, Tazctten, Crocus, Nkarcissen in den schönsten Farben empfiehlt Carl Deines,
Schulstraße.
Gießen, den 18. September Körner,
Ang. Bennert in Köln.
C. Krieger & Comp. in Coblenz.
G. B. Apel in Schweinfurt.
Herren:
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: tx tote Wlbc vühmi a tu an^telllrn Ntlchfolsch^ >rung schchn tarnen sch^ fit n batik-
btrtitß bekannten BeMt
VinqniB befraft tootte..
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Höfen, Stuvpen, Stm. cntzegensehen müssen- Esc jiqin werben kann. \ iüns und zwanzig W: mü einem Tbaler bchasi w\
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von der Masse geladen.
Gießen, den 16. Juli 1873.
Großherzogliches Landgericht Gießen.
Bötticher, Wiener, Landrichter. Landger.-Assessor.
Vormittags 9 Uhr, ---- ,
ul,b roerren zur Anzeige .. b b t Hemden, sowie Kragen und Manschetten unterhält ihrer Forderungen, sammt etwaigen Vor- u slrii fr Litton
iug§red>ten, sowie zur weiteren Beschluß- stets ftro^es ituqcr zu lull>flstcu Pre.,cn Skuvsamen.
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Brunnengräberarbeit, veranschl zu80fl.—kr.
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Engros-Lager bei den Correspondenten der Gesellschaft:
E. Merck in Darmstadt.
Zteinhauerarbeit, Zimmerarbeit, P ampenmacherarbeit, Ztelnbrechen, Fahren und Äufsetzen derselben, Steinklopfen,
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| 4202) Eine Haferkiste, ein Kinderbett- flädcken, Bücher, Kleidung rc. werden Um zugshaiber verkauft. Seltersberg E. 37, Bel Etaae.
2818) Backsteine, im Ofen gebrannt, empfiehlt
W. Delgehausen Nachfolger L. Wolshofer
aus Weilburg a. d. Lahn.
4205) Verschiedene Möbel sind billig abzugeben. Näheres bei der Exped. d. Bltts.
Kieler Fettbückinge, per Sluck 3 kr., zubereitet wie die Sprotten, empfinden _______I. A. Busch Söhne.
4256) Ein Haufen Mist ist zu verkaufen bei____________________Friedr. Bang.
| Frischen Gninckcrn
empfiehlt_____________I. G- D. Bap st.
4235) Mehrere Wagen Kuhmist sind zu verkaufen bei L. Wolf, _____________________Walltbor Nr. 194. | Neue holl. Vollhäringe Empfiehlt____________Emil Fischbach.
Selters- & Sodawasser in Vi und Vz Flaschen, aus der Fabrik von Ju lius Z eise in Marburg, empfiehlt (3948) Emil Dörr am Marktplatz.
4240) Wagen- und Pferdedecken empfiehlt Louis Senner, Sattler.
ptlheimI p-e Die soeben erschienene Nr. 49 i AZ enthält: ff
Der Daheim-Kalender für 1874 ist da!
Ein Kind des Reickthums. Erzählung von E- Härtner. (Fortsetzung.) — Ein Vor kämpfer wider die Cholera. Von Karl Sl.eler. Mit dem Portrait von Professor Max von Pettenkofer. — Auf der Spur d^s Verbrechens. Mit Abbildung. — .Der Molkensenn von der Ebenalp. Mit Originalzeichnung von E- Rittmeyer. Der Nationalrath Roman von Max von Schlägel- (Fortsetzung.) — Am Familientische: Jeden Sonntag ein Kaninchenbratcn-
Zu Bestellungen empfehlen sich:
die Ferber'scke Unio.-Buchbandlunk, E. Heinemann, I- Ricker-


