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tun Erfolg vertritt.

wigk bin ich selbst berufen worden, eine große Anzahl meiner College» desgleichen, o ziemlich die g 1114c Hälfte der Hochschule ist erst seit 1866 im Amt.

trauen nicht hätten, so kämen sie eben nicht.

Nun bitte ich Sie, m. H., erwägen Sie die Wirkung der amtlichen Behauptung, daß ein solches Vertrauen nicht begründet sei, daß man in Gießen Nichts lernen könne; denn cs heißt ja wörtlich :viel bedenklicher ist die That 1 fache, daß bei der Fortdauer des gegenwärtigen Zustandes die Landes Universität - Zöglinge liefert und liefern muß, welche nicht die für Staatsbeamte und für sonstige akademisch gebildete Männer erforderliche allgemeine und Fachbildung sich erworben haben und erwerben können." Bedenken Sie, m H., die Vor­sicht, mit der sonst in amtlichen Aktenstücken ein Tadel ausgedrückt wird und wie, wenn in einem amtlichen Aktenstück nur ein leiser Tadel angedeutet wird, das Publikum zwischen b<n Zeilen ganz entschliche Dinge liest, und bedenken Sie die Folgen, wenn dergleichen in einer solchen Form wie hier geschieht! Eine Hochschule lebt von dem Vertrauen auf ihre Leistungsfähigkeit, von dem Glauben an den Fleiß und die Tüchtigkeit der Lehrer, die an derselben wirken; erfolgt nun dagegen ein amtlicher Schritt dieser Art, so ist leicht einzusehen, daß ihr damit die Wurzeln ihrer Lebenskraft durchschnitten werden. Was wir wollen, ist nichts als die amtliche Vezengnng der Wahrheit, der thatsächlichen Wahrheit, die ganz in Widerspruch steht mit den nothwendigen Auslegungen dieser Stelle. Ich will es gerne glauben, wenn Sie mir sagen, was mir oft vertraulich gesagt worden ist: Tas haben wir so nicht gemeint, das war nicht unsere Absicht; wir haben etwas ganz Anderes gewollt. Gut, wenn dem so ist, daun muß es amtlich erklärt werden und feierlich in dieser Stunde.

Nun, m. H-, da in dem Berichte von zwei Fächern die Rede ist, die als Beleg dafür gelten sollen, daß die Hochschule im Niedergang begriffen sei, so gestatten Sic mir, ein paar Ziffern vorzulegen, die auch Ihnen zur Verfügung standen man brauchte sich nur an die Quästnr zu wenden, die von Herzen gern bereit gewesen wäre, alle .möglichen Nachrichten über die Universität zu geben und sie insbesondere für die Kreise zugänglich zu machen, die sich für die Blüthe und das Gedeihen der Universität interessiren. Es ist zunächst das forstwiffenschastliche Fach und ich kann mich da kurz fassen. Die Frequenz der Forstwissenschaft hat selbst in den Tagen von Karl Heyer und Gustav Heyer außerordentlich geschwankt, von 53, 59 bis zu 15 und 10. Inzwischen ist das Hinterland mit nicht weniger als vierzehn Oberförstereien verloren ge­gangen, also ein Ereigniß eingetreken, welches auf die Frequenz des forst wiffenschaftlichen Fachs au der Landes-Universität den allergrößten Einfluß haben mußte. Trotzdem ist die Zahl der Studirenden dieses Jahr von 1869 bis jetzt von 12 auf 20 gewachsen, worunter 4 Ausländer, nur 4 Ausländer, weil die Forstakademien im Auslande bis zur Stunde thatsächlich eine Stu- diensreiheit, wie sie in Hessen besteht, nicht gewähren. Aber selbst diese 4 Ausländer mit den 16 Inländern, der höchsten Zahl, die in Hessen augen­blicklich Überhaupt sein kann, sind ein rühmliches Zeugniß für das Vertrauen, das dieser Lehrstuhl, der einzige in ganz Tentichland, der mit einer Univer­sität verbunden ist, innerhalb der Fachstudircnden genießt.

Nun aber, m. H., die Ziffern über Chemie und verwandte Fächer: Das physikalische Hanptcolleg des Professors Buff hat im Sommer 1868 eine Gcsammtzahl von 29 Besuchern aufzuweisen gehabt; diese Zahl ist gewachsen aus 48, 58, 62 und schließlich auf 88. Bei dem Botaniker Hoffmann ist die Gesammtzahl der Einzeichnungen mit unerheblichen Schwanklingen seit Som 111er 1868 von 29 auf 36, von da auf 45, 60, 67, 79 gestiegen; bei dem Mineralogen Streng von 6 auf 17, 20, 26, 30, 42 und 32; bei dem Chemiker Will von 52 auf 66, 72, 76, 86 und 114.

Sie sehen, in. H., das sieht nicht nach Niedergang, sondern nach ent- schiedeiicm Aufschwung aus. Es ist noch insbesondere ein Zweig des Studiums dieser Sphäre, der sich einer besonderen Blüthe zu erfreuen anfängt; es ist dies die Phannacie, deren Besucherzahl innerhalb drei Jahien von 5 oder 6 auf 31 gestiegen ist; darüber liegt eine Kuntgebung vor, die der akademische Pharmaceutenverein zu Gießen in der pharmaccnli chen Zeitung erlassen hat, und gleichsalls gegen das gerichtet ist, was der Finanzausschußbertcht besagt. Da heißt cs in der Nr. 51 vom 25 Juni:

Wer für unser Fach Lehrer sucht, die für das praktische Leben vorbe- iciteii, ohne die Wissenschaft zu erniedern, wer Lehrer sucht, die es verstehen, für die Wissenschaft zu begeistern und ein an das klassische Alterthum erinnern­des Verhältniß mit ihren Schülern zu unterhalten, der wird die Universität Gießen aufsuchen. Unseren Collegen aber können wir nach reiflicher Ueberlegnug znrufen: Kommt nach Güßen, wir sind überzeugt, Ihr werdet die Wahrheit unserer Worte bestäiigt finden und die Zukunft wirb es lehren, daß der Aufschwung, den das pharmaceutische Studium hier genommen hat, auch fernerhin in noch höherem Maße statlfinden wird, so daß es die glänzendsten Zeiten der Ver­gangenheit hinter sich zurücklassen wird."

Ich könnte Ihnen noch mancherlei Zahlen über das Steigen der Ltistungs- fähigkeit in anderen Fächern vorsühren, ich halte mich aber absichtlich an das, was der Bericht hcrvorhebt und beschränke mich darauf, Ihnen nur noch die eine Notiz anzusühren, die hier nicht allgemein bekannt zu sein scheint, daß näm­lich seit nahezu Jahresfrist neben dem bisherigen Professor des Strafrechts eine jüngere Lehrkraft wirkt, die Strafrecht und Strafproceß mit ausgezeichnc-

Wir haben das Vorschlagsrecht zur Wicderbcsetzung von erledigten Lehr- tühlen. Wenn wir darüber zum Bericht aufgefordert werden, so theilen wir unsere Anschauung, ganz unabhängig von dem System der jeweiligen Regierung nur in Gestalt von Vorschlägen bestimmter Persönlichkeiten mit. Nun prüfen Sie diese Vorschläge, prüfen Sie diese Anstellungen, die erfolgt sind und wenn Sie einen schenibaren Widerspruch gegen die Behauptung finden, die im Pro­test ausgesprochen ist, daß nämlich fast ausnahmslos strenge die Vorschläge der Universität maßgebend gewesen sind, auch für das frühere Rcgierungssyste.n, dann bitte ich: nennen Sie mir diese Fälle. Ich mache mich anheiichig, zu beweisen, daß diese Ausnahmen selbst die Regel bestätigen. Ueber diese Stelle, m. H., sind auch unsere auswärtigen Collegen, die früher Professoren in Gie­ßen waren, in Bewegung gerathen. Sie haben sich veranlaßt gesehen, eine Zuschrift an den Rector und Senat zu richten, worin sie erklären, daß sie ihrer­seits gegen die Auslegung aufs Entschiedenste protestiren, welche durch jene Stelle im Finanzausschußbericht nothwendig auch gegen sie herausgefordert wrrd. Dieses von Leipzig ausgegangene Actenstück ist unterzeichnet von Man­nern wie Baur, Len ckart, Lange, Eck, Schrader, Dillmann, Nitz sch, I Hering, Ncgels ber g er, Bülow, Knop, Kopp, Gaß

Sie sehen, wir stehen nicht allein; das kann nicht eint locale Auffassung sein, das muß einen tieferen Grund haben. Ich wiederhole es, ich freue mich Der Erklärung: das war anders gemeint! Aber ich muß es constatiren: erst unser Protest hat sie veranlaßt und schon deshalb ist er nicht umsonst gewe­sen. Nun, 111. H., ich habe Ihnen schon gesagt, ich will einen ehrlichen Frieden ich glaube kaum, daß wir heute zu Ende kommen und da gestatten Sie mir noch em Wort von allgemeinerer Bedeutung Wir fürchten Ihre Kritik nicht, in H. M. H., wir scheuen uns nicht vor einer strengen Prüfung unserer Ver- hältniffe und unserer Wirksamkeit; wir sind die Letzten, die Ihnen das Recht einer Prüfung, das Recht einer Controle je bestreiten werden. Das ist auch im Protest nicht entfernt geschehen; und dieser ist die erste Kundgebung, die von Seiten des Senates selbst erfolgt. Was vorausgegangen ist, geht nur die Verantwortlichkeit der Einzelnen, nicht der Gesammiheit an. Wenn Sie zu tadeln finden, wenn Sie Vorschläge zum Besseren auf dem Herzen haben, wenn Sie Ausstellungen machen und mitwirken wollen zur Vervollkommnung unserer Zustände, so werden wir Diejenigen sein, die Alles, was Sie Begrün­detes anführen, als einen Beitrag zur Hebung der Hochschule mit Freuden ; begrüßen werden. Nur um Eins bitten wir bei diesem Examen. Schonen Sie 1 das Ehrgefühl pflichttreuer Männer der Wissenschaft, die ans allen Theilen , Deutschlands zusammenberusen worden sind, weil die Univeisität selber sie für tüchtig hielt. Ich bitte, schonen Sie das Ehrgefühl friedlicher Gelehrten, die mit Leib und Seele in ihrem Amte thätig sind, die keine^größere Seligkeit kennen, als in dem blitzende Auge der Jugend, die Flamme wlssenschaftlichen , Eifers glänzen zu sehen, und die nicht verdienen, daß man ihnen und Anderen den frohen Ausblick zu ihrer Sendung trübt. Erinnern Sie sich bei diesem ivie bei jedem künftigen Universitätsbudgct und ich hoffe, daß noch manches in diesem hohen Hanse wird verhandelt werden, ich hoffe Das, da ich ui die- 1 sein Punkt optimistischer denke als der Herr Berichterstatter, erinnern Sie sich 1 jedesmal, m. H., was tie deutschen Hochschulen seit J.ihrhnnderten bedeutet : haben und noch bedeuten, als Pflanzstätten jener herzhaften Staatsgesinnung und opferfreudigen Vaterlandsliebe, auf die der deutsche Staat der Gegen- 1 wart sich gründet.

Erinnern Sie sich, daß sie die Waffenschmieden des nationalen Geistes sind, den wir in den unvergeßlichen Julitagen geharnischt durch das Land schreiten sahen; erinnern Sie sich der Armee von Streitern und Aerzten, die - unsere Hochschulen, tie größten wie die kleinsten, ans den Hörsälen auf'S : Schlachtfeld geschickt hab. 11 und daß auch die Univeisität Güßen ihre Schul- i digkeit gethan hat. Auch wir haben in Gießen ein bescheldencs Denkmal zur ? Erinnerung an theure Opfer die dieser Krieg von uns gefordert; darauf st.ht ) ein lateinischer Spruch:Lilleris ct armis ad ulrumquc paratiJa 1 Wissen und Waffen zum Leben und Sterben bereit."

Diese Worte standen im Jahre 1621 auf der Fahne der Gießener Stu- - dentenschaft, als sie zu den Waffen griff, um ihre alma mater zu vettheidigen, , und dieser edlen Ueberlieferung ist die Hochschule nicht untren geworden. Ich sage Ihnen, es geht ein tapfres, aufrechtes, hochgesinntes Geschlecht auch au5 1 unfern Hörsälen hervor. Erinnern Sie sich daran, was die Hochschulen bedeuten : als Pflanzstätten jenes Idealismus, der das Heiligthum un,eres Volkes ist, welcher lehit, zu entsagen, zu entbehren, zu opfern, um großer Zwecke willen, , und fragen Sie sich: ob wir dieser Pflanzstätten des Idealismus eine einzige > entbehren können in unseren Tagen, wo die wilde Hetze des Erwerbs und die rolle Jagd nach sinnlichem Genuß ganze Klassen unseres Volks verheerte Ich gehöre" erst seit 3 Jahrcu dem Verbände dieser Hochschule an und lediglich dadurch dem Großherzogthnm Hessen. Man wird rascher heimisch an dieser , kleinen Universität, als an mancher anderen. Jeder Neuberufene wird es

Ihnen bestätigen und auch den Grund verrathen können. Er liegt in dem Geiste, der in ter Lelnkörperschast herrscht. Wir haben uns Unseren kleinen Freistaat der Wiffenschaften zn einer Lehranstalt eingerichtet, in der wir selber m die Schule gehen, in der wir fort und fort uns daran erinnern, daß auch ......... der Lehrende nur ein Lernender bleibt, bis die letzte Faser seiner Kraft ver-

M. H., was nun die Stelle über den Modus der Berufungen angeht, braucht ist im Dienste der Wissenschaft; daraus erzeugt sich eine Waffeubrüder-

so hat der Abgeordnete Metz doch übersehen, daß die gebrauchten Ausdrücke schäft .gemeinsamer 911 beit, wechselseitiger Fortbildung, aber auch gemeinsame»

nicht blov die Anwendung auf einRegierungssystem znlassen, vielmehr ein Ans- Empfindens in gemeinsamen Fragen, ein Zusammenhalten, das^llt und Jung druck darunter ist, der gar nicht von einem Ministerium gebraucht werden kann.'mit Herz und Seele zusamunnkuüpft, au das unsere in die Ferne berufenen Ich brauche ihn nicht zu wiederholen. Auch in diesem Punkte, m. H., ist es^Collegen mitten in ihren glänzenderen Stellungen wohl manchmal mit stillem von der größten Wichtigkeit, daß das Vertrauen auf die Lauterkeit der acade-Heimiwh zurückdenken.

wischen Lehrkörporschaft erh.illon wird, insbesondere, wenn sie in solchem Umfangt M- H-. ich bin dieser Hochschule zu großem Dank verpflichte^; sie berief wie die unserer Hochschule das Recht übt, faktisch sich selbst zu ergänzen, wenn, mich in einer Zeit, die entscheidend war für mein ganzes Leben, sie ist auch sie in erster Linie selber die große und schwere Verantwortlichkeit trägt, die mir im eigentlichen Sinne eine alma mater gewesen, und in dein Amte, das mit bir Wiecerbesetzung eines erledigten Lehistuhls verknüpft ist. Löstet auch sie mir übeitnig, habe ich mir Mühe gegeben, das zn worden, was ich noch nur der Schatten eines Verdachts auf ihr, sie wäre fähig, aus unlauteren nicht war, als man mich aus Vertrauen berief. Ich statte ihr Heine meinen Dank ab.

habe mir vorgenommen, mich so maßvoll als möglich zu halten. Beachten Sief Motiven das Vertrauen zu mißbrauchen, das sie genießt, dann, m. H., muß einmal imfere ausnahmsweise Lage. Wir haben ja keinen Studienzwang, nicht ich gestehen, ist das eine Lage, die kein chrliebender Professor ertragen kann, birect, nicht inbircct; bic Studenten, die zu uns kommen, sind lauter Frei- Wenn Das von Ihrer Seite nicht so gemeint war, gut, so muß es widerrufen willige im eminenten Sinne des Wortes. Sie kommen im Vertrauen auf die werden; dann muß deutlich gesagt werden, was eigentlich gemeint war, aber Leistungsfähigkeit, auf den Fleiß, auf die Tüchtigkeit der Lehrer, sie kommen si^eulassen kann man so etwas auf sich nicht. Unter dem Ministerium Dal- tn dem guten Glauben, daß sie allgemeine und Fachbildung in genügendem Maße in Güßen erwerben können, und wenn sie diesen Glauben, dieses Ver-