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Erscheint tügttch, mit fcift- nahm« GonntagT.

Expedition: Lanz leidere.

M B. Nr. 1.

Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Liessen.

Ne. IG«. Samstag dcn 19. Juli 1S2S.

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Gießen, am 18. Juli 1873.

Betreffend: Aufsicht über das Faselvieh.

an die Gros;he>zo<z!ichen Bürgermeistereien der nachbenannten Orte des Kreises.

Zur Besichtigung der Zuchtthiere und Zuchteber Ihrer Gemeinden in Gemäßheit des von dem landwirthschaftlichen Bezirksverein Gießen am «* ' » «'» -» X"'Mkl«.** ben 23. 1. Mtt.

für die Gemeinden Lieh, Dorf-Gill, Eberstadt, Ober-Horgern, Hol.heim, Gruniugeu^Watzenboru, Stemberg, Hausen und Garbeute,ch;

2) auf Donnerstag den 24. l. Mts. .

für die Gemeinden Steinbach, Albach, Annerod, Oppenrod, Burkhardsfelden, Hattenrod, Ettingshausen Munster, Ober- und Nleder-Bessingen.

Sie wollen die Bullen- und Eberhalter anweisen, zu Hause zu bleiben und die Thiere der Commission des Bezirksverems Kenn Eintreffen im Ort vorzuführen, auch sich selbst bereit halten, um, wenn es gewünscht wird, der Commission etwa erforderliche Auskunft zu ertheilen.

0 v. Röder.

posil > scher ü f| e i l.

hallen werde.

M. L., ich habe im persönlichen Verkehr niemals den Verpacht auf- kemmen lassen, wo immer bei der im übrigen sehe eingezogenen Haltung, die ich in der Sache beobachten mußte, mir Gelegenheit dazu gegeben war ich sage, ich habe niemals Anlaß zu dem Verdacht gegeben, als sei ich hierher ge­kommen, um den Streit zu verlängern oter zu veibiticui, um heftige Austritte her- vorznrusen; ich habe wiederholt und immer gesagt, ich stt da, um einen ehren­vollen Frieden für meine Hochschule zu erstreiken. Ich bi kenne Ihnen, daß mir in dem Kr ise der Collegen weit mehr Sympathie, weit mehr Zeugnisse des Wohlwollens zu Theil geworden sind, als ich erwartet habe, und ich muß auch zngestehen, daß g stern im Finanzausschuß mit großer Loyalität Zu, sicherungen g.geben worden sind, die mich erfüllen nuißten mit dein Glauben, daß wirklich die Absicht einer Beleidigung, die Absicht einer Verletzung der höchsten Lehranstalt des Landes nicht Vorgelegen hat.

Nun m. H. gestatten Sie mir, von meinem Standpunkt als Mitglied des Senates aus bie Auffassung zu rechtfertig.u, die und geleitet hat.

Der Herr Abgeordnete Metz hat meinen College« Hoffmann, der eine Zierde unserer Hochschule ist, sehr hart angelassen, als Verfasser einer Rectoratsrede und, wie er glaubt, als Haupturheber des Protestes.

M. H., ich will Ihnen sagen, wie der Protest entstanden ist, und wenn ich Ihnen einfach erzähle, wie es zugegangen und welches unsere Auffassung des Auoschußberichlcs sein mußte, dann wird Ihnen klar sein, daß wir nicht die Absicht gehabt haben, persönlichen Zank zu erheben, oder gegen Rechte aufzutreten, die einer Kammer und ihren Ausschüssen zukommen.

Rede des Abg Oncken in der Universitätsdebatte der II. Kammer am 8. Juli d. I. <

M. H., ich werde nur zur Sache sprechen und deßhalv bin ich außer ' Stande, auch nur entfernt auf Alles einzugehen, was Herr Metz eben in seiner Eigenschaft als Abgeordneter im Gegensatz zu seiner Eigenschaft als Berichter- s statter gesagt hat. Es ist nolhwendig m. H., daß ans der Rede, die Herr t Metz als AbgE>rdneter gehalten hat, scharf hervortrete, was darin überein- 1 stimmt mit dem, was er vorher als Berichterstatter des Finanzausschusses auf ' Grllnd Don Verständigungen, die gestern in meiner Gegenwart statlgefunden haben, mitgetheilt hat. Daß diese Mittheilung besagte, die Auslegung, welche i der Senat dem Finanzausschnß-Bericht gegeben habe, sei nicht die von dem ' Ausschuß beabsichtigte gewesen, der Ausschuß habe nicht daran gedacht, der Ehre i und der Leistungsfähigkeit der gegenwärtigen Lehrkörperschaft der Hochschule zu ' nahe zu treten: dieser Satz m. H. macht es mit allein möglich, > in der Initiative, die der Herr Berichterstatter heute ergriffen hat, eine un­gefähre Basis des Friedensschlusses zu erkennen. A"k di^m Satze mußten wir durchaus bestehe .

Was aber den zweiten Antrag ang'cht, der die Tagesordnung in einer besonderen Motivirung verlangt, so muß ich erklären, daß ich alißer Stande bin, diese Motivirung anzunehmen. Ich kann mich mit einer einfachen Tages ordnimg einverstanden erklären, denn der Seiiat wollte keine Verhandlung, keine Beschlußfassung, er hat keinen Antrag gestellt; aber mit einer moiivirten Tages­ordnung nur dann, wenn dadurch d.m Rechte des Senats und der sachlichen Begründung seines Protestes kein Abbruch geschieht.

M. H-, ich bin gestern vor acht Tagen mit banger Empfindung in dieses hohe Haus eingetreten; ich kam ja als der Anwalt einer Sache, von der ich nicht annehmen durfte, daß ihr aus allen Seiten dieses hohen Hauses jenes Maß günstiger Voreingenommenheit entgegenkomme, das ich ihr wünschen mußte, weil sie es vertient, und mir hat das Herz geklopft bei dem Geda.iken, d ß dem Neuling beschicdeu sein möchte, durch eine Ungeschicklichkeit, die ihm als Neuling vielleicht auch in einer wichtigen Angelegenheit zu verzeihen gewesen wäre, der Sache zu schaden, der er nützen wollte. Ich bitte Sie, m. H. um nachsichtige Beurtheiluuz, man wird nicht an einem Tage Parlamentarier.

Was mich bei dem ersten Eintritt in dieses hohe Haus gestärkt hat, daö wird mich auch fernerhin aufrecht erhalten: das Bewußtsein nämlich, daß ich herkomme mit einem guten Gewissen, mit dem Gefühle eines guten und klaren Rechtes und mit der Zuversicht, daß die Stimme des guten Gewissens und die Sprache des guten Rechtes in diesem hohen Hause nicht wiikungslos ver

erhalten wollen, daß ein Einzelner das gemacht habe.

Der Herr College Hoffmann, dessen Rectoratsrede von 1866 Gegen- tand einer so ausführlichen Beleuchtung gewesen ist, hat in dieser Rectorats- rede doch eine Stelle, in. H.» die seinerseits Beherzigung verdient. Sie ist an den Finanzausschuß gerichtet und lautet:

Ist es nicht einleuchtend, daß ein Mitglied des Finanzausschusses, wenn es nach Gießen geschickt würde, in zwei Tagen hier am Orte mehr und gründ­licher über die Universität officiell und außerosficiell unterrichtet werden könnte, als wenn es in Darmstadt dicke Stöße von Akten studirt? Ich habe in der ganzen Zeit meiner Verwaltung nicht ein einziges Mal erlebt, daß einer der Landesvertreter aus eigenem Antrieb z. B. mit mir den botanischen Garten inspicirt hätte; und doch, wie oft schon ist dieses Institut vor der Kammer verhandelt ivotbai ?"

M. H., warum haben Sie diesen Rath nicht befolgt? Wie einfach wäre die ganze Sache verlaufen! Sie würden diese Jrrtbünur nicht begangen, diese Mißverständnisse nicht hervorgernfen haben- Ein einziges Mitglied Ihres Ausschusses, einen oder zwei Tage mit den akademischen Angelegenheiten von Gießen beschäftigt, würde eine solche Fülle von Material, von authentischer Kenntniß mit nach Darmstadt gebracht haben, daß es eine Freude gewesen wäre. An uns wenigstens würde es nicht gefehlt haben, ihn zu unterrichten. Und zwar, m. H-. wir würden nicht Schönfärberei getrieben, wir würden ihm nicht gleißende Bilder gezeigt haben, sondern wir würden ihn aufmerksam ge­macht haben auf die Schäden, auf die Mangel, freilich mit dem Zusatz: jeder Wunsch, diesen Mängeln abzuhelfen, kostet Geld, unter Umständen sehr viel Geld. Warum sehen wir niemals aus unserem eigenen Lande Kommissare, die sich mit den Angelegenheiten der Hochschule b< fasse»? Wir bekommen gelegent­lich Regiernugs - Commissare ans aller Herren Ländern, die Vorlesungen be­isuchen, die Examina mit anhören, sich nach den Instituten erkundigen; nur haben wir noch niemals die Ehre eines Besuches von Seiten derjenigen Be­hörde der Kammer gehabt, die so außerordentlich wichtig, so außerordentlich einflußreich auf unsere Geschicke einwirkt. ,

M- H-, Herr Metz ist erstaunt über die Auslegung, die wir demjenigen Passus seines Berichtes gegeben haben, der über die List »ugssähigkeit der Uni­versität ein Urthell fällt, das ich hier nicht näher qnalificiren will, denn ich

Am 25. Mai, m. H, war ein Exemplar des Finanzausschußberichtes in unsere Hände gekommen; der Bericht circnlirte. Am 28. Mai waren wir seit Nachmittags 3 Uhr im Senate versammelt, hatten beinahe fünf Stunden verhan­delt über die Wiederbesetznng des philosophischen Lehrstuhles; die Geister waren heftig aufeinander geplatzt, denn wir behandeln Berufungen mit einem Ernste, von dem man außerhalb keine Vorstellung zu haben scheint; als aber der zweite Gegenstand der Tagesordnung kam, da hörte der Kamps Auf diesem auf. Auf die Frage des Rectors: will der Senat Protest erheben gegen die im Finanzausschußberichte des Herrn Abgeordneten Metz enthaltenen Angriffe? wurde ohne Kamps, ohne Discnssion, ohne ein Wort der Wider­rede von dem gesammten Senat mit einstimmigem Ja geant­wortet. Sie werden dieser Thatsache gegenüber kaum den Verdacht aufrecht