4. Küfer Karl Herbert, welcher einen Garten am Schiffenbergerweg, dem Wenzel'schen Garten gegenüber angekauft hat, will in denselben bauen und auf Vorlage des desfallsigen Baugesuchs erklärt der Gemeindcrath, diesem nicht entgegen zu sein, wenn ihm aufgegeben werde, den Neubau 5 Fuß hinter die Linie der Mauer vom Wenzel'schen Garten zu stellen.
5. Mit der durch den Bauausschuß für den Kasper Vogel bestimmten Baulinie an der Schoor erklärt sich der Gemeinderath einverstanden.
6 Das auf der neuen Anlage, zwischen der Bismarcksstraßc und dem Becker'schen Hause gelegene, städtische Gelände ist als Bauplatz für das Gymnasialgebäude in Aussicht genommen und auf die desfallsige an die Staot Gießen gerichtete Anfrage bezüglich des Preises desselben, ist beschlossen worden, dasselbe für 80.10 fl. für besagten Zweck abzutreten.
7. Der mit Emil Kalbfleisch wegen Errichtung eines Denkmals auf dem hiesigen Friedhof, für die dahier verstorbenen und beerdigten deutschen Krieger abgeschlossene Vertrag erhielt die Zustimmung des Gemeinderatbs.
Tauerstoff, Ozon und Stickstoff,
als wichtige Heilmittel,
von Dr. med. Iochheim in Darmstadt.
(Schluß)
Tuberkulose und chronische Lungenschwindsucht sind aber so tief begründete Krankheiten, daß vorübergehender Gebrauch des Stickstoffs keinen dauernden günstigen Einfluß auf diese Krankheiten auszuüben vermag. Krankheiten, deren Keime oft schon von früher Kindheit an bestehen und zu deren Entwicklung oft Jahrzehnte beigetragen haben, bedürfen einer Kur von Monaten, wenn sie von günstigem Erfolg begleitet sein soll.
Zur Unterstützung der Wirkung des Stickstoffs kann ich neben Einhalten einer kräftigen, leicht verdaulichen, reizlosen Diät, den Genuß von Fett - wenn es vertragen wird — und einer kalkhaltigen Nahrung (Bohnen, Hafergrütze u. s. w. ohne die Hülsen) empfehlen, von Arzneimitteln besonders calcaria lactica und acid. kakody licum. Diese Mittel sind, in Verbindung mit der bezeichneten Diät, geeignet, das Zustandekommen
Springprocession, deren Ursprung, alten, aus dem 8. Jahrhundert stammenden Hebers Lieferungen zufolge auf ein allgemeines Viehsterben im Luxemburgischen und in der Eifel zurückzuführcn i|t, betheiligten sich diesmal, nach Angabe des echternacher Anzeigers, 1500 Beter, 8636 Springer, 1190 Sänger, 98 Musiker, 36 Geistliche, 18 Fahnenträger, 3 Schweizer, 8 Gensd'armen, 3 Forstbeamte, 85 Pompiers und 6 Poltzei- diener, — im Ganzen 11,588 Personen.
Literarisches.
lieber Nahrungsmittel im Allgemeinen und über den Werth des Fleifch- extracts als Bestandtheil der menschlichen Nahrung insbesondere. Briefliche Mittheilungen an Herrn Joseph Bennert rn Antwerpen von Max von Pettenkofer. Braunschweig, Fr. Vieweg & Sohn. 1873 Der Autor legt die hochinteressanten Resultate der wissenschaftlichen Enqueten über das Liebig'sche Fleischcxtract, speciell über dessen Werth für die Ernährung des Menschen, in kurzgefaßtem populärem Resum« dar. Pettenkofer definirt zunächst Wesen und Zweck der Nahrung und weist auf die Unterscheidung Voit's zwischen Nahrung, Nahrungsmittel, Nahrungsstoff und Ge- nußmittel hin. Die Genußmittel, wozu das Fleischcxtract zählt, sind noch lange nicht gehörig gewürdigt; „sie sind," sagt Pettenkofer, „wahre Menschenfreunde, sie helfen unfern Organismus über manche Schwierigkeiten hinweg, ich möchte sie mit der Anwendung der richtigen Schmiere bei Bewegungsma^schinen vergleichen, welche zwar nicht die Dampfkraft ersetzen und entbehrlich machen kann, aber dieser zu einer viel leichteren und regelmäßigeren Wirksamkeit verhilft und außerdem der Abnutzung der Maschine ganz wesentlich oorbeugt..........Sie dürfen die Maschinentheile
nicht angreifen, sie müssen, wie man sagt, unschädlich sein. Und diese letztere Bedingung erfüllt das Fleischcxtract in einem hervorragenden Grade, denn es ist gradezu ein natürlicher Bestandtheil unseres Körpers selbst, wie Eiweiß und Fett, es ist von einem Ursprung her ein unserm Organismus durch und durch befreundeter Stoff, der nichts enthält, was nicht ohnehin ein integrirender Bestandtheil jedes gesunden Körpers wäre. „Der Mensch", folgert P., „kann ohne Fleischsuppe und Fleischextract leben, das ist keine Frage, gleichwie er auch ohne Thee und Kaffee, ohne Bier und Wein, ohne Zucker, ohne Salz und Pfeffer leben kann. Aber, fragt ihn nur nicht, wie? Ich wüßte zum Ersatz der Fleischbrühe vorläufig kein Mittel zu empfehlen, was besser, oder nur ebenso gut und wohlfeiler wäre. Es wird eine Zeit kommen, meint P. zum Schluß, wo man es gar nicht mehr anders wissen wird, als daß in jeder ordentlichen Küche ein Topf mit Fleischextract sein muß, gerade so, wie jetzt Pfeffer und Salz."
einer venösen, tuberkelfeindlichen Blutbefchaffenheit und der Verkreidung der Tuberkeln zu begünstigen.
Stickstoffgas wird aus der atmosphärischen Luft dargestellt, indem man dieser ihren Sauerstoff durch Glühen mit fein zertheiltem Eisen entzieht und das gewonnene Gas noch durch Kalilauge leitet, um ihm etwa noch anhaftende Kohlensäure zu nehmen.
Da 1 Liter Wasser nur 0,031 Stickstoffgas aufnehmen kann, so lohnt es sich nicht der Mühe, stickstoffhaltiges Wasser, sei es nun natür% liches von Lippspringe, Jnselbad u. s. w., oder künstliches zu Heilzwecken 511 verordnen.
Da die Bäder zu Lippspringe und Jnselbad nur durch den während des Bades aus demselben entweichenden Stickstoff wirken können, so thut man jedenfalls auch klüger, diese Stickstoffinhalation direct und nicht durch das Bad anzuwenden. Jedenfalls sind Bruftleidenden wöchentlich 2—3 laue Bäder mit weinsteinsaurem Eisen oder mit Eichenrindeabkochung und später kühle Abwaschungen nützlicher als schablonenmäßig täglich genommene Bäder zu Lippspringe oder Jnselbad.
Vermischte S.
* Der Leipziger Taubstummenverein beging neulich sein hundertjähriges Erinnerungsfest. Vor luO Jahren war nämlich der erste von Heinicke vorbereitete Con- firmand confirmirt worden Früh fand der Actus im Taubstummen - Institut Statt; Abends war eine Feierlichkeit im Hotel de Prusse abgehalten, bei welcher lebende Bilder (Christus heilt einen Taubstummen, das traurige Schicksal der Taubstummen im Mittelalter, Dank einer Mutter, Heinicke als Lehrer rc.) gestellt wurden, zu dem ein (tauber) Lehrer der Anstalt einen verständlich und laut gesprochenen Commentar gab. , ,,
Kiel. Nach der Fl. N. Z. ist dieser Tage vom einem kreler Professor der Philosophie der 2302. Geburtstag Plato's festlich begangen worden. Von den Details der classisch - modernen Feier ist nichts an die Oeffentlichkeit gedrungen, als daß ein solenner Ball den Anfang und das Ende des Gedenkfestes bildete. Es gibt doch noch harmlose Menschen!
* An der berühmten, alljährlich am Pfingftdienstage Statt findenden echternacher
Börsennachrichten.
17. Juni 1873.
Preuss. 4%% Oblig. 104% Frankf. 3%% Oblig. 87 Nass. 4i/2°,o Obi. 100
Kurhess. 4°,° „ 96%
Gr. Hess. 5°/, Obi. 101%
n , 4°/o „ 99
» n 3'/?/. „ 96
Bayer. 5% „ —
„ 4%% 1jährige 100
„ 4° 0 1jährige 92'/2
Würtemb. 4* 1 II./2°./o Obi. 100% Baden 4%0/0 ObL c. E. L. 100% Oesterr. Silberrente 65%
„ Papierrente 60% Spanier, neuest. 3% 17% Amerik. Bonds 1881r 98%
„ „ 1882r 96
„ „ 1885r 96%
, n 1887t 97%
Actien.
Frankf. Bank 144%
Frankf. Vereins-Kasse 119%
Darmst. Bankact. 420
Wien Bankactien 1027
Oest. Creditact. 273%
Galizien 124
Actien.
50/0 östr. F. St. E. B. 346%
Lombard. Bahn 197
Ludwigsh. Bexbach 189
Maxbahn 129%
Bayer. Ostbahn 120% Rhein-Nahebahn-Act. — Hess. Ludwigsb.-Act. 166%
Oberhessen „ 72
Wechsel.
Amsterdam k.. S. 97%
Augsburg k. 8. 100
Berlin k. S 104%
Bremen k. S. 105%
Brüssel k. S. 93
Hamburg k. S. 105%
Leipzig k. S. 105
London k. 8. 117%
Lyon k. S. —
Paris k. S. 92%
Wien k. S. 103%
ditto m. S. 103%
ditto 1. 8. 103
Disconto 6 0,0
Prioritäten«
39/o östr. Stsb. Prior. 59
3% östr s. Lombard 49%
3% Livorneser 33%
5% Toscaner 55%
5°/o Elisabeth.-Prior. 85%
do. II. Emiss. 82%
Cwoldsorten.
fl. kr.
Pr. Friedrdor 9 56%—57% Pistolen . . 9 37—39
T doppelte 9 37—39 HoU. fl. 10 St. 9 52—54 Ducaten . . 5 30—32., 20 Frankenat. 9 18%—19% Engi. Sover. 11 44—46 Russ. Imper. 9 37—39 Dollar in Gold 2 24—25
Anleliensloose.
Darmstädter fl. SOLoose — 25
Kurh. 40 Thlr. Loose 69% Nassau 25 fl. —
Braunschweiger 23%
30 0 Oldenburg, ä 40Thlr. 37% 40,0 bayr. Präm.-Anl. 111% 40/0 badische Locse 109% Badische fl. 35 Loose 58 "■ 2 Oestr. fl. 250 v. 1854 93% 1858r Prioritätsloose 208% 1860r Loose 91% 1864r „ —
2812) Das Annoncen - Büreau von Rudolph Mosse, vertreten durch B. Heidingsfelder in Gießen, ist für die Beförderung von Inseraten jeden Inhalts, wie Empfehlungsanzeigen, Kauf- und Verkaufgesuche, Stellengesuche, Familiennachrichten u. s w als besonders zuverlässig zu empfehlen.
d f f ß e m e 1 n e r Anzeiger.
8 Freitag den 20 Juni d. I,
K Vormittags 10 Uhr, sollen in dem Pfandlokale dahier:
Versteigerungen.
2795) Es soll die Anlieferung von 300 Cbmtr. Bruchsteinen an die Weg - Ueber- gänge im Meilenstein 19,54 der Gemarkung Kirch - Göns und von 500 Cbmtr. desgleichen an die Wegübergänge im Meilenstein 20,96 und 21,01 der Gemarkung Ober- mörlen oder auf die Station Bad-Nauheim in Loosen von 100 Kubikmetern im Wege öffentlicher Submission verdungen werden.
Die Offerten sind portofrei und versiegelt mit der Aufschrift:
„Submission auf Stein-Lieferung für die Bahnstrecke Bad-Nauheim bis Lang-Göns"
bis zum Submissionstermine den
23. Juni d. I , Vormittags 11 Uhr, bei der unterzeichneten Betriebs-Jnspection zu Frankfurt a/M. etnzuretchen, woselbst auch die Bedingungen eingeschen und die Submissions-Formulare in Empfang genommen werden können.
Frankfurt a. M., den 12. Juni 1873 Königliche Betriebs-Jnspection.
Heyl.
3 Paar Buckskinhosen, 1 schwarzer Frack, 1 Ueberzieher, 2 Röcke, 1 seidene Weste und 3 Hemden meistbietend versteigert werden.
Gießen, den 16. Juni 1873.
Großherzogliches Ortsgericht Gießen. Semmler.
Feuerzeug, 1 Fäßchen Crystallöl, 1 Fäßchen Schmierseife, 1 Kanne Firniß, 1 ditto Terpentinöl und 28 Pfund Flachs meistbietend versteigert werden.
Gießen, den 19. Juni 1873.
Großherzogliches Ortsgericht Gießen. Semmler.
8 Samstag den 21. Juni 1873,
gj Vormittags 10 Uhr, soll die
Grasnutzuug
von den Schneißen des Gießener Stadtwaldes im Rathhaus-Saale öffentlich versteigert werden.
Gießen, den 14. Juni 1873.
Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.
Vogt.
Z Lieferungen
Mittwoch den 25. d. Mts., Vormittags 11 Uhr, soll das für die Entbindungs-Anstalt Gießen auf das Jahr 1873 erforderliche
Holz und Stroh wenigstnehmend in Lieferung vergeben werden.
Gießen, den 18. Juni 1873.
Der Rechner der Entbindungs-Anstalt: ©tum pf-
Heugras-Versteigerung der Fürstlich Sol m fischen Rentei Lich.
I. Gemarkung Kolnhaufen, Gemarkung Lich, Wiesen unterhalb der Stadt- Freitag den 20. Juni, Vormittags präcis 8 Uhr, Muckcnwäldchen an der Wetter, zwischen den Bächen, an der Lohmühle, Bleichgarten am Ditert, Gänsweidewiese, Wiese in der Guckerau, zusammen 18 Morgen.
Zusammenkunft und Anfang im Muckenwäldchen.
II. Gemarkung Lich, Wiesen oberhalb der Stadt- Montag den 23. Juni, Vormittags präcis 8 Uhr, Wiesen der Peinmühle gegenüber, den Wiesengrund herab, Großer Wörth, Stockwiese, zusammen 109 Morgen.
Zusammenkunft an der Saubrücke, ^nächst der Peinmühle.
n Montag den 23. Juni d. I., III. Gemarkung Mühlfachsen, Ober- Z Nachmittags 2 Uhr, und Niedec-Befsingen.
sollen in dem Nebenbaue des Herrn Louis Donnerstag den 26. Juni,
Petri in den Neuenbäuen mehrere Säcke Vormittags präcis 8 Uhr, Kleefarnen 3 Kisten Seife, 3 Kistchen Lim- Hainwiese, Krummwiese, Riedchen, Seewiese, burger Käse, 1 Kiste Stearinlichter, 1 Kiste Sautenkor, im Ganzen 136 Morgen.
Zusammenkunft zu Mühlsachsen.
IV. Gemarkung Burkhardsfelden.
Freitag den 27. Juni, Vormittags präcis 9 Uhr, Mönchwiese und Strauchwaldwiese, im Ganzen 70 Morgen.
Zusammenkunft in der Mönchwiese.
Die Ausgebote geschehen in Abtheilungen von ein bis zwei Morgen.
Gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft wird Zahlungsfrist bis Martinitag l. I. gestattet.
Lich, 8. Juni 1873 (2773)
Fürstlich Solmfische Rentei Lich.
Heugras - Versteigerung
zu Groß-Linden.
Donnerstag den 26. Juni d- I., Nachmittags 1 Uhr, soll das Heugras von den Wiesen der ersten und zweiten Pfarrei Groß-Linden öffentlich meistbietend versteigert werden.
Koch, Kirchenrath. (2844) Henkelmann, Pfarrer.
§ Montag den 23. d. Mts-, K Vormittags von 9 Uhr an, sollen in den Waldungen der Stadt Grün- berg, Diftricten Teufe, Raubschloß und Teichskopf:
97 Fichten-Stämme von 10 bis 29 Cent.- Mtr. Durchmesser und 7 bis 10 Meter Länge,
453 Fichten Stangen von 7 bis 14 Cent-
Mtr- Durchmesser und 7 bis 11 Meter Länge öffentlich versteigert werden.
Der Anfang ist im District Teufe.
Pracht.


