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I m Vatican, den 7. August 1873.

überreich.

Schweiz.

Bern, 15. October.

Die abgesetzten jurassischen

in der Dienstwohnung des Rathsdiencrs im Rath-

Berlin, 14. October

Vertreter gerichteten mit Enschuldigungen

Schreiben Seiner Heiligkeit des Papstes erhalten, das in wortgetreuer Ueber- setzung folgender Maßen lautet:

bekenne ich, daß ich keine Gründe aufzufinden im Stande bin. Andererseits wird mir mitgetheilt, daß Ew. Majestät das Verfahren Ihrer Negierung nicht billigen und die Härte der Maßregeln wider die katholische Religion nicht gutheißen. Weyn es aber wahr ist, daß Ew. Majestät es nicht billigen und die Schreiben, welche Allerhöchstdieselben früher an mich gerichtet haben, dürften zur Genüge darthun, daß Sie dasjenige, was gegenwärtig vorgeht, nicht billigen können, wenn, sage ich, Ew. Majestät es nicht billigen, daß Ihre Regierung auf den eingeschlagenen Bahnen fortfährt, die rigorosen Maß­regeln gegen die Religion Jesu Christi immer weiter auszudehnen und letztere hiedurch so schwer beschädigt, werden dann Ew. Majestät nicht die Ueberzeu- gung gewinnen, daß diese Maßregeln keine andere Wirkung haben, als diejenige, den eigenen Thron Ew. Majestät zu untergraben? Ich rede mit Frcimuth, denn mein Panier ist Wahrheit, und ich rede, um eine meiner Pflichten zu er­füllen, welche darin besteht, Allen die Wahrheit zu sagen, auch denen, die nicht Katholiken sind, denn Jeder, welcher die Taufe empfangen hat, gehört in irgend einer Beziehung oder auf irgend eine Weise, welche hier näher darzulegen nicht der Ort ist, gehört, sage ich, dem Papste an. Ich gebe mich der Ueberzeugung hin, daß Ew- Majestät meine Betrachtungen mit der gewohnten Güte aufneh­men und die in dem vorliegenden Falle erforderlichen Maßregeln treffen werden. Indem ich Allerhöchstdenselben den Ausdruck meiner Ergebenheit und Verehrung darbringe, bitte ich Gott, daß er Ew. Majestät und mich mit den Banden der gleichen Barmherzigkeit umfassen möge.

I l' U" ' v* , |VV L VV , IVll vmuuill , in unseren maßgebenden Kreisen

eurer solchen Requisition kein Hinderniß in den Weg gelegt werden.

Berlin, 15. October. DieProv.-Eorresp." bestätigt den Besuch des Kaisers in Wien zum 17. October und fügt hinzu, daß, nachdem der bei der vorjährigen Drei-Kaiser-Zusammenkunft geschlossene Friedensbund durch die Be­suche des Königs von Italien eine weitere Ausdehnung erfahren habe, die jetzige neue Zusammenkunft in Wien als ein bedeutungsvoller Schlußstein der großen politischen Thätigkeit gelten dürfe, durch welche Enrupa vor neuen Erschütte­rungen des Friedens bewahrt werde.

Posen, 14. October. DasComite central des oeuvres pontifica- les zu Brüssel hat an den Erzbischof Ledochowski eine Adresse gerichtet, worin es demselben für den Fall seiner Ausweisung einen Zufluchtsort in Brüssel anbietet.

Breslau, 14. October. Rach derSchles. Volks-Ztg." ist die Vor­ladung des Fürstbischofs Dr. Förster vor Gericht am 11. October erfolgt und die verantwortliche Vernehmung desselben auf den 21. October anbe- raumt worden.

1. Ein mit Jacob Helfenbein von Wieseck abgeschlossener Vertrag über die Herstellung eines Brunnens auf dem Bauplatz für die neue Realschule wurde vom Gemeinderath gut ge­heißen.

2. Hebet die in dem Schulhaus am Oswald's Berg nöthigc Maurer- und Steinhaucr- arbeit fand sich bei der anberaumten Versteigerung zur Anfertigung derselben kein Uebernehmer; der sodann deshalb mit Philipp Jünger von Reiskirchen abgeschlossene Handaccord erhielt die Zustimmung des Gemeinderaths.

Lokal-Notiz.

Beschlüsse

des Gemeinderaths ans der Sitzung vom 9. October 1873.

Anwesend waren: der Großh. Bürgermeister Vogt, die Gemeinderathsmitglieder Bücking, Diery, Felsing, Gail, Hanstein, Heß, Hornberger, Keller, Körber, Lüdeking, Nagel, Noll, Silbereisen und Wenzel.

Wien, 15. October. DieNeue freie Presse" meldet: Nachdem die Pforte sich zur Urheberschaft des gegen die österreichischen ~ Pamphlets bekannt hat, wird Graf Andrassy, ohne sich zu begnügen, eclatante Genugthuung verlangen.

7. Eine von der Wittwe des Bierbrauers Louis König an Großherzogl. Kreisamt ge­richtete Beschwerde gegen den von Ernst Pitthan in der Nähe ihrer Besitzung zu errichtenden (7\- cn j. j l c r c . f.. r . Bau zum Lagern von Petroleum, hat dieselbe in Abschrift an den Gemeinderath abgegeben und

Oe ^cachncht, daß die Negierung beabsichtige, gebeten, daß auch die Stadt ihr darin gestelltes Gesuch vertreten möge, damit die Erlaubniß

c, , , , Geistlichen haben der

an sie ergangenen Vorladung, behufs Notification des betreffenden obergericht- lichen Urtheils auf dem hiesigen Stadthalter-Amte zu erscheinen, keine Folge gegeben.

3. Die Eingabe des Chefarztes des Garnison - Lazareths dahier, wegen Fixirung der, Octroirückvergütung von dem in dem Lazareth verbraucht werdenden Fleisch ?c. wurde an den Finanzausschuß zur Prüfung und Berichterstattung überwiesen.

4. Die Löbcr'sche Stiftsrechnung für die Zeit vom 12. Juli 1872 bis dahin 1873, wurde heute, wie dies die desfallsige Bestimmung des Testaments erfordert, in Gegenwart des ersten Stadtgcistlichen geprüft und solche ohne Veränderung abgeschlossen. Das Gesammtver-

alle Zukunft von dem Willen einiger Wenigen abhängig zu machen, die nach den alten Reichstag nochmals zu berufen, wird von der Rordd Alla qta "

Kenntnissen und Intelligenz hierzu den Beruf verloren haben. Es wird für als durchaus grundlos bezeichnet. Der gegenwärtige Reichstaa könne' nicht

tue Zukunft keine Landtagswahl in Hessen stattfinden, in welcher nicht die Ab- mehr berufen werden, weil die Session von kurzer Thätigkeit wegen Erlöschens

schaffung der ersten Kammer als erste liberale Forderung auf dem Programme des Mandats unterbrochen werden dürfte.

steht, und das hessische Volk wird nicht ruhen und rasten, als bis es sich selbst Berlin, 14. October. In diesseitigen unterrichteten Kreisen bemerken zum Herrn im eigenen Hause gemacht hat. (Neue Frkftr. Pr.) ;bteDeutschen Nachr.", ist bisher nichts darüber bekannt, daß für den Prozeß

Berlin, 14. Oct. Seine Majestät der Kaiser und König haben ein! Bazaine's auf das Zengniß preußischer Generale und Officiere provocirt wor- 'den ist. Der Marschall hat bekanntlich ein feiner Zeit ihm von dem Prinzen Friedrich Carl gemachtes dahin zielendes Anerbieten^ abgelehnt und dürfte kaum geneigt sein, diesen Entschluß rückgängig zu machen. Sollte jedoch im Laufe Majestät! Sämmtliche Maßregeln, welche seit einiger Zeit von Eurer der Verhandlung von Seiten der Vertheidigung ein besonderes Gewicht auf Majestät Regierung ergiffen worden sind, zielen mehr und mehr auf die Ver- das Unheil des Gegners gelegt und vom Gerichtshöfe ein diesbezüglicher Be- nichtung des Katholicismus ab. Wenn ich mit mir selber darüber zu Ratheischluß gefaßt werden, so wird, wie verlautet, in unseren maßgebenden Kreisen gehe, welche Ursachen diese sehr harten Maßregeln veranlaßt haben mögen, fopinf'r fnM'p,t k... «n-i . # .

zeuge, mit diesen Umtrieben nichts zu thun, auch nicht die Wahrheit, zu deren von Ew. Heiligkeit angerufenem Panier ich mich rückhaltslos bekenne. Noch eine Aeußerimg in dem Schreiben Ew. Heiligkeit kann ich nicht ohne Wider­spruch übergehen, wenn Sie auch nicht auf irrigen Berichterstattungen, sonderm auf Ew. Heiligkeit Glauben beruht, die Aeußerung nämlich, daß jeder, der bie Taufe empfangen hat, dem Papste angehöre. Der evangelische Glaube, zu dem . < < . zr- re* F / e . r r < < r < , ' cv|itn ^luvinvquiu/cii gvymii unu |via;e oL)nc lücranvetunfl aDaeicuiuncn. jjja» vaieinminivw1-

in) mich, wie Ew. Heiligkeit bekannt sein muß, gleich meinen Vorfahren und mögen der Stiftung beträgt 27092 st. 4O',d kr. und hat sich dasselbe seit der vorigen Rechnung mit der Mehrheit meiner Unterthanen bekenne, gestattet uns nicht, in dem um 200 ft. vermehrt. Die ausbezahlten und verrechneten Legate betragen 1087 ft. 30 fr. Verhältniß zu Gott einen anderen Vermittler ais unfern Herrn Jesum Chri-^ 51 Die Beschwerde der Firma Flick <fc Kröll Über gehemmten "Wasserabfluß aus ihrem stum »»zunehmm. Diese Verschiedenheit des Glaubens hält mich nicht ab, "T* $icnMnunf, M en«3 im Roth-

nut Denen, welche den unfern nicht theilen, in Frieden zu leben und Ew. Hei- hausgebäudc, die vordere Stube, den Gang und die Küche auswcißen zu lassen.

ligkeit den Ausdruck meiner persönlichen Ergebenheit und Verehrung darzu- bringen. ' Wilhelm.

P i o.

Darauf haben Se. Majestät folgender Maßen geantwortet:

Berlin, 3. September 1873.

Ich bin erfreut, daß Ew. Heiligkeit mir, wie in früheren Zeiten, die Ehre erweisen, mir zu schreiben; ich bin es um so mehr, als mir dadurch die Gelegenheit zu Theil wird, Jrrthümer zu berichtigen, welche nach Inhalt des Schreibens Ew. Heiligkeit vom 7. August in den Ihnen über deutsche Ver­hältnisse zugegangenen Meldungen vorgekommen sein müssen. Wenn die Be­richte, welche Ew. Heiligkeit über deutsche Verhältnisse erstattet werden, nur Wahrheit meldeten, so wäre es nicht möglich, daß Ew. Heiligkeit der Vermu- thung Raum geben könnten, daß meine Regierung Bahnen einschlüge, welche ich nicht billigte. Nach der Verfassung meiner Staaten kann ein solcher Fall nicht eintreten, da die Gesetze und Regierungsmaßregeln in Preußen meiner landesherrlichen Zustimmung bedürfen. Zu meinem tiefen Schmerze hat ein Theil meiner katholischen Unterthanen seit zwei Jahren eine politische Partei organisirt, welche den in Preußen seit Jahrhunderten bestehenden confessionellen Frieden durch staatsfeindliche Umtriebe zu stören sucht, Leider haben höhere katholische Geistliche diese Bewegung nicht nur gebilligt, sondern sich ihr bis zur offenen Auflehnung gegen die bestehenden Landesgesetze angeschlossen. Der Wahrnehmung Eurer Heiligkeit wird nicht entgangen fein, daß ähnliche Erscheinungen sich gegenwärtig in der Mehrzahl der europäischen und in einigen überseeischen Staaten wiederholen. Es ist nicht meine Ausgabe, die Ursachen zu untersuchen, durch welche Priester und Gläubige einer der christlichen Con- fessionen bewogen werden können, den Feinden jeder staatlichen Ordnung in Bekämpfung der letzteren behülflich zu sein. Wohl aber ist es meine Aufgabe, in den Staaten, deren Regierung mir von Gott anoertraut ist, den Innern Frieden zu schützen und das Ansehen der Gesetze zu wahren. Ich bin mir be­wußt, daß ich über Erfüllung dieser meiner königlichen Pflicht Gott Rechen­schaft schuldig bin, und ich werde Ordnung und Gesetz in meinen Staaten jeder Anfechtung gegenüber aufrecht halten, so lange Gott mir Die Macht dazu verleiht. Ich bin als christlicher Monarch dazu verpflichtet auch da, wo ich zu meinem Schmerz diesen königlichen Beruf gegen die Diener einer Kirche zu erfüllen habe, von der ich annehme, daß sie nicht minder wie die evangelische Kirche das Gebot des Gehorsams gegen die weltliche Obrigkeit als einen Aus­fluß des uns geoffenbarten göttlichen Willens erkennt. Zu meinem Bedauern verläugnen viele der Eurer Heiligkeit unterworfenen Geistlichen in Preußen die christliche Lehre in dieser Richtung, und setzen meine Regierung in die Noth Wendigkeit, gestutzt auf die große Mehrzahl meiner treuen katholischen und evangelischen Unterthanen, die Befolgung der Landesgesetze durch weltliche Mittel zu erzwingen. Ich gebe mich gern der Hoffnung hin, daß Ew. Heilig­keit, wenn von der wahren Lage der Dinge unterrichtet, Ihre Autorität werden anwenden wollen, um so der unter bedauerlicher Entstellung der Wahrheit und unter Mißbrauch des priesterlichen Ansehens betriebenen Agitation ein Ende zu machen. Die Religion Jesu Christi hat, wie ich Ew. Heiligkeit vor Gott be-

Jranfireid).

Trianon, 14. October. In der heutigen Sitzung des Kriegsgerichts wurde zu dem Verhör über den Verkehr Bazaine's mit dem Kaiser Napoleon, Mac Mahon u. A. geschritten. Bazaine rechtfertigt sein Verhalten, indem er eine Depesche des preußischen Gesandten in Konstantinopel verliest, die ihm zur Kenntniß gekommen sei und welche besagt, daß die Preußen in keinem Fall auf Puris marschiren würden. Bazaine jagt, daß er von mehreren wichtigen Ordres nicht in Kenntniß gesetzt worden sei; über die Resultate der Schlacht vom 18. August schlecht unterrichtet, habe er dem Kaiser ungenaue Nachrichten gegeben. Die so wichtige Depesche vom 23. August habe er erst am 30. Au­gust über Verdun erhalten. Der Präsident erklärt, daß er die Zeugen contra» dictorisch vernehmen werde.

Rußland.

Petersburg, 15. October. Nachrichten ans Turkestan vom 4. bis 16. September zufolge, ist das auf dem rechten Ufer des Amu-Dorja gelegene Gebiet nebst dem Delta vom Aralsee bis zu dem äußersten westlichen Arm des Amn-Dorja Rußland einverleibt worden. Zürn Chef des Gebietes, mit den Rechten eines Gouverneurs, ist der Artillerie-Oberst Iwanow ernannt.

Amerika.

New-Aork, 14. October. Bei dem Sturm, welcher im August an den nördlichen Küsten des atlantischen Meeres wüthete, haben nach jetzt been­deten Ermittelungen 1122 Schiffbrüche stattgefunden, 600 Personen kamen ums Leben und 9000 Häuser wurden zerstört. Die Interessen der Schiffer sind schwer geschädigt.