8. Dienstnachrichten. Se. König!. Hoheit der Großherzog haben aller
reich? Aus Paris wurde in diesen Tagen gemeldet, daß 300 Deputirte der
seiner Geschichte der Civilisatiom daß, wie Appel die kath. Pfarrstellezu Oppershofen, im Dekanate^Ockstadt, am 16.
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und darüber nach seiner Meinung müßte schon den Städten mit 6000 in der Anwendung bereits früher schon bekannt gewesener Theile der Erfindung Einwohnern ^er Bürgermeister^vonder^CeiOralgewal^ oetroyirt werden. Und gehindert werden soll während der nächsten 5 Jahre für den Umfang des was leistet hierin das heutige, das monarchisch und ultramontau gesinnte Frank- Großherzogi umszu erJeden. _ „ . -
^uni dem Pfarrverwalter Muth zu Fürfeld die kath. Pfarrstelle daselbst, un Dekanate Bingen, an demselben Tage dem Pfarrverwalter Valentin Baßler zu Oppershofen die kath. Pfarrstelle zu Wickstadt, im Dekanate Ockstadt, am 19. Juni dem Pfarrer Peter Jtzel zu Bieber die kath. Pfarrstelle zu Mosbach, im Dekanate Dieburg, an demselben Tage dem Pfarrer Heinrich Doppheimer zu Unter-Schönmattenwag die kath. Pfarrstelle zu Mühlheim, im Dekanate Seligenstadt , am 24 Juni dem Pfarrer Johann Baptist Enders in Flonheim die kath. Pfarrstelle zu Lämmerspiel, im Dekanate Seligenstadt, übertragen.
Deutfdjfanö.
Darmstadt, 7. Juli. Das Großherzogliche Regierungsblatt Nr. 31 enthält: i ,, ...
1. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums des Großhcrzoglichen Hauses und des Aeußern, Abänderungen des Postreglemeilts vom 30. November 1871 betreffend.
2. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums der Finanzen, die Steuer-Vergütung bei der Ausfuhr von Bier betreffend.
3. Bekanntmachung desselben Ministeriums, die Besteuerung des Branntweins in Elsaß Lothringen betreffend.
4. Ucbersicht der für das Jahr 1873 genehmigten Umlagen zur Bestreitung von Kommunal-Bedürfnissen in den Gemeinden des Kreises Heppenheim.
5. Ordensverleihungen.
und umgekehrt für den Geschäftskreis der Civil - Ministerien (jedoch nur für christliche Arbeiten) zu übertragen; am 13. Juni den von dem Ortsvorstand )er Stadt Alsfeld auf die dritte evangelische Knabenschulstelle zu Alsfeld prä- sentirten Schulamtsaspiranten Carl Hofmann aus Ortenberg, im Kreise Nidda, ür diese Stelle zu bestätigen: am 16. Juni den, Schnlamtsaspiranten Jacob Grünewald aus Nieder-Klingen, im Kreise Dieburg, die reformirte Schulstelle zu Hering, im Kreise Dieburg, zu übertragen; an demselben Tage den von den sämmtlichen Riedesel Freiherrn zu Eisenbach auf die evangelische Pfarrstelle zu Frischborn, im Dekanate Lauterbach, präsentirten evang. Pfarrer zu Ober Hörlen, im Königreich Preußen, Eduard Koch, für diese Stelle zu bestätigen; am 17. Juni den Hosgarten-Gehülsen Friedrich Göbel zum Hofgarten-Ajsistenten zu ernennen; am 20. Juni den Oberförster der Oberförsterei Vadenrod Ludwig Lang in gleicher Diensteigenschast in die Oberförsterei Gießen zu versetzen; am 23. Juni dem Schullehrer an der dritten evang. Schule zu Rodheim vor der Höhe, im Kreise Vilbel, Johann Jacob Hüfner, die erste evang. Schulstelle das. löst zu übertragen. Am 13. Juni wurde dem Pfarrverwalter Friedrich
den wiederzugeben.
München, 6. Juli. Zwischen Oesterreich und Bayern hat sich dieser Tage ein kleiner Casus belli ergeben, der indcß bei den freundschaftlichen Beziehungen , die sonst zwischen dem Deutschen Reiche und dem ehemaligen Bun- dcspräsidialftaate bestehen, glücklich ablief. Ganz unversehens kam nämlich ein österreichisches Kriegsschiff, ein sogenannter „Monitor," mit 30 Mann Beman- ....... und 2 Geschützen in den Gewässern von Passau angeschwommen, wurde
6 Nnmensveräuderuna. intim und 2 ^eMltzen Ul oen isewa^ern von , .v.uw
1. Ertheilunq von Erfindungspakenten. Se. König!. Hoheit der Großhcrzvg jedoch hier - ein Gegenstück zum ballon caphf wf
haben alleranädiast qerubt • am 3 Juni dem Ingenieur Hugo Nchrlich inchehorte ,estgelegt. Was den Oestcrreichcr zu diesem londerbaren unangekun- Frankfurt ? M. anf^ dessen Rachsnchen ein Erfindung-patent auf Franz Wind- digten Besuche veranlaßt hat, darüber gehen die Lesarten aus einander; am hausen's Eis. rcsp. Kälte Erzeugungs-Maschine in der durch Zeichnung und Be-s wahrscheinlichsten ist die, daß es eine von dem Commandanlen mißverstandene schreibunq nachgewiesenen Zusammensetzung, am 26. Juni dem Kaufmann Ed. O'drc („so weit als möglich stromaufwärts zu fahren ) gewesen. D,e Sache Heinson l-uch m Braliuschweig auf dessen Nachsuche., ein Erfindmigspatent auf bat, wie von München gemeldet wird, zu dlplomatfichen Erörterungen geführt, den durch Zeichnung und Beschreib,,ug näher erläuterten K°ch.,PParat mit Am 2. d nahmen die Osficiere der Garnison von Passau
Wasserverschluß und sclbstthätiger Rcgulirmig der Flamme, dem Cichorieufabri- schein, wo man ihnen aufs zuvorkommendste die Einrichtungen desselben erklärte kanten Emil Scelig in Heilbronn aus 'dessen Siachsnchen ein Erfiiiduugspatent ans und sie nut edlen Getränken bewirthete. Was aus den, wunderlichen Touristen die durch Zcichnuna und Beschreibung näher erläuterte Constriietion eines Wein- weiter geworden, ist gleichsalls »och ui Dunkel gehüllt ; denn nach der lrasi. Hebe-Apparates für den Ausschank, bei allen vier Erfindungspatenten unter dem Ztg. soll er am Mittag des 3. die Reise nach Regensburg l°USesetzt hadeii ausdrücklichen Vorbehalte jedoch, daß durch die verliehenen Patente Niemand von Regensburg liegt aber bis zu diesem Augenblick noch keine Nachricht uuvt
Theil genommen.
Berlin, 9. Juli. Die „Prov.-Corresp." bespricht nochmals die von Katholiken an den Kaiser gerichtete Adresse und sagt: Hiermit beginnt die Scheidung der Geister innerhalb der deutschkatholischen Kirche im Gegensatz zu der bisherigen absoluten Herrschaft fremdartiger Machteinflüsse. Durch die neueste kirchliche Gesetzgebung hat der Staat die Macht und die Möglichkeit gesichert, die Interessen der bürgerlichen Gesellschaft nach allen Seiten wirksam zu wahren, und die Staatsregierung ist entschlossen von den Mitteln, welche ihr die Gesetzgebung an die Hand gegeben hat, gegen alle geistlichen Herrschafts- gelüste, gegen allen Trotz und alle Ausflüchte rückhaltslos Gebrauch zu machen, jeder Tag bewährt ihre Entschloffenheit. Der Artikel schließt: Männer, welche entschlossen sind,'den Bann vaterlaudsfeindlicher Abhängigkeit zu brechen, werden den cingeschlagenen Weg unbeirrt von Anfechtungen verfolgen, und Patrioten aus allen Kreisen werden sich immer zahlreicher vereinigen, um in Ueber- einstimmung nut dem Wunsche des Kaisers dem Vaterlande den inneren Frie-
9 Charakterertheilungen.
10. Versetzungen in den Ruhestand. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 16. Juni den Lehrer an ^der Realschule zu Offenbach, 'Jacob Stroh, auf sein Nachsuchen, und den Schullehrer an der ersten kath. (Knaben-) Schule zu Büdesheim, im Kreise Bingen, Philipp Müller, auf sein Nachsuchen in den Ruhestand zu versetzen.
11. Sterbfälle Gestorben sind: am 12. Juni der pensionirte ^teuer- aufjeher Germann zu Hungen; am 23. Juni der Pfarrer und Consistorialrath Dr. Klingelhöffer zu Treis' a. d. L.
Berlin, 8. Juli. Der GeheimerathWagener ist derKreuzzeitung zufolge auf seinen Antrag zum 1. October pensionirt und der Geheimrath Jacobi zum ersten Vortragenden Rath des Staats-Ministeriums ernannt worden. — Der Spen. Ztg. zufolge ist das in der Sydo v'scheu Disciplinarsache gesprochene Urtheil schon seit einigen Tagen mit dem Auftrage zur Publikation und zum Vollzüge an das brandenburgische Consistorium abzegangen. Dasselbe lautet: „In der Disciplinar-Untersuchungssache wider den Prediger Sydow zu Berlin hat der evanglische Ober-Kirchenrath in der Sitzung vom 25. Juni 1873 aus Recurs des Angeschuldigten zur Resolution ertheilt: daß die Entscheidung des königlichen Konsistoriums der Provinz Brandenburg vom 2. December 1872, nach welcher der Angeschuldigte wegen schwerer Verletzung seiner Amtspflicht, das reine und unverfälschte Wort Gottes gemäß den Bekenntnissen der evangelischen Kirche zu verkündigen, seines Amtes als evangelischer Geistlicher zu entsetzen sei, dahin abzuändern, daß demselben wegen des durch einen öffentlichen außerordentlichen Vortrag gegebenen schweren Anstoßes ein geschärfter, durch den zuständigen General-Superintendenten zur Vollziehung zu bringender Verweis zu ertheilen, ihm auch die Kosten des Verfahrens zur Last zu legen sind." Es haben an der betreffenden Sitzung des Ober-Kirchenraths außer dem Präsidenten Dr. Herrmann, Ober-Hofprediger Dr. Hoffmann und die Ober- Consistorialräthe Dr. Twesten, Dr. Dörner, Stahn, Hermes und Dr. Kundler
heit ist."
Von Frankreich sagt Bukle in st. - . , , , . £ _ m
auch seine Regierung wechselt, ein Monopol der Regierung von der ärgsten Art unter jedem System bestehen bleibt, ein Monopol, womit sie in das Gescyast und in das Herz der Menschen dringt, ihnen zu ihren täglichen Geschäften folgt, sie mit ihrem kleinlichen Geiste der Einmischung stört, und was das Aergste von Allem ist, ihre Verantwortlichkeit gegen sich selbst vermindert, und sie so dessen beraubte was die einzige wahre Erziehung ist, die die meisten Menschen erhalten, — der fortdauernden Nothwendigkeit, für ihre künftigen . Bedürfnisse zu sorgen, und der Gewohnheit, selbstständig mit den Schwierigkeiten des Lebens zu kämpfen. .
In Folge dessen sind die Franzosen, dieses große, glanzende Volk voll Feuer und Muth, mit aller möglichen Wissenschaft ausgerüstet, und vielleicht trotz aller heutigen demonstrativen Wallfahrten weniger als irgend ein anderes Land in Europa vom Aberglauben unterdrückt, immer unfähig gewesen, politische Macht auszuüben. Und selbst, wenn sie sie besessen haben, sind sie nie im Stande gewesen, die Dauer mit der Freiheit zu vereinigen. Eins von beiden hat immer gefehlt. Sie hatten freie Regierungen ohne Bestand, sie hatten Regierungen mit Bestand, welche nicht frei waren. Mit der Wucht eines furchtlosen Geistes haben sie sich empört und werden ohne Zweifel fortfahren, gegen jeden Zustand, er mag sein, welcher er wolle, sich zu empören. Aber man braucht kein Prophet zu sein, um vorauszusagen, daß wenigstens noch einige Generationen hindurch alle Anstrengungen fehlschlagen müssen, die auf Herstellung dauernder Zustände gerichtet sind Denn die Menschen können nicht frei werden, ohne zur Freiheit erzogen zu sein. Und diese Erziehung findet man nicht in den Kämpfen um die Regierungssorm, in dem streite der Dyna- fiten, in dem Conflicte zwischen Monarchisten und Republikanern, sondern sie besteht und entströmt der Selbstbeherrschung, dem Selbstgefühl und der ^elbst- regierunq. Dies ist in Deutschland und noch mehr in England eine Sache des erblichen Herkommens — überlieferte Gewohnheiten, die wir in unserer Jugend einsaugen und die unser Verhalten im Leben bestimmen.
Die Franzosen würden nur dann wirklich eine Macht werden, wenn sie ernstlich daran dächten, im Innern zu erstarken und die Autonomie des föderativen Elements zur Geltung zu bringen. Die Leistungsfähigkeit ui Milliarden von Francs und zu Millionen von Soldaten thut cs allem nicht. Mit Milliarden von Francs verträgt sich auch gelegentlich ein Bankerott , und mit Hunderttausenden von Soldaten eine, gehörige «Lchlappc. Nur die iu.ierlich kräftige, starke Nation ist unüberwindlich; sie kann Schlachten verlieren und das Staatspapiergeld, wie wir das auch in Preußen erlebt haben,* tief unter ben Nennwerth sinken sehen, aber sie wird mit solchen inneren Kämpfen verschont bleiben, die wir Frankreich schwächen sehen, und die die Revauchefähig- keit uns stetS sehr problematisch erscheinen lassen. Das regenerirte Preußen von 1813 urd 1815 Hal Schlimmeres gut' gemacht, als was das heutige Frankreich wett zu machen denkt und sicherlich nicht wett machen wird.
Versailler Gesellschaft" eine Erklärung z?nnte7z-.chnen beabsichtigtes worin ver- gnädigst geruht: am 31 März dem ordentlichen Lehrer an der polytechnischen lanat wird daß die Ernennung aller Maires wieder durch die Regierung ge- Schule, Prof. Dr. Eger zu Darmstadt, die Functionen eines Uebersetzers auo Lhensoll' Nu r zu, de irk e n w i r d ab e i egoistisch, so kann uns jeder Schritt, der dänischen, schwedischem lateinisch en und ungarischen Sprache m die deutsche den man in Frankreich thut, um das bevormundende System zu conserviren, und umackebrt kur den Geschaftskreis der Cwil. Ministerien ( resp. zu restituiren, ganz recht sein. Dort haben alle Parteien die Selbststän- diqkeit der Gemeinde zu vernichten geholfen, und keine Partei, sobald sie einmal am Ruder war, hat es je über sich gewinnen können, den bureaukratsichen Mechanismus des Präfectur - Systems, der immer eine so bequeme Handhabe der Machtentwickelung bot, über den Haufen zu werfen, während m England und bei uns die Rechte der Selbstverwaltung allen Parteien so ziemlich gleich unantastbar erscheinen und eben so hoch, ja höher geachtet werden, als die eigentlich constitutionellen Rechte und parlamentarischen Freiheiten. „Wenn sie der englischen Ration die Wahl stellen - so lautete die Erwiderung eines englischen Politikers — das Parlament zu verlieren oder daS selfgovernement sie würde über die Entscheidung keinen Augenblick in Zweifel fein. Der Besitz der Selbstverwaltung verbürgt ja unter allen Umständen die Wiedereroberung auch der verlorenen Rechte; der nackte Besitz der letzteren aber keineswegs die Wiedererlangung des selfgovernement, welches allein die Quelle aller Frei-


