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Gitßcmr Anzeiger.
Erscheint täglich, «niL li* nähme SonntagS.
Expedition: Canz lei berg, Lrt. B. Nr. 1.
Anzeige- und Amtsölatt für den Kreis Kressen.
Nr. L87. Montag dm 8. Dcccmver S8S3«
Amtlicher Theiü
Bekanntmachung,
Betreffend: Die Reichstagswahlen.
Wir bringen hierdurch mit Bezug auf unsere Bekanntmachung in Nr. 266 des Anzeige-Blattes zur öffentlichen Kenntniß, daß wir an Stelle des Vfr5 storbenen Gr. Beigeordneten Weller zu Oppenrod das Gemeinderathsmitglied Christian Balser daselbst zum Stellvertreter des Wahlvorstehers, Bürgermeisters Petri, ernannt haben.
Gießen, am 2. December 1873. Großherzogliches Kreisamt Gießen.
v. Röder.
Gießen, am 1. December 1873.
Betreffend: Die Vollziehung des Gesetzes vom 6. Juni 1853, die Versicherung der Gebäude gegen Feuersgefahr und die Vergütung der Brandschäden.
Das Grostherzogltche Kreis amt Gießen
an bie Großher;og!ichcn Bürgermeistereien des Kreises, mit Ausnahme derjenigen von Burkhardsfelden, Klein-Linden, Staufenberg und Wieseck.
Wir fordern Sie auf, alsbald unter Zuziehung des Gcmcinderaths die vorgeschriebene jährliche Revision der Brandkataster vorzunehmen und das Ergebniß binnen 14 Tagen vorzulegen.
v. Röder.
politischer T h e i t.
n Korn, achsische dichter, i;erkäse, Häringe - Feinen Nro^en, l, Pug- ilffe. - Eboco- ca Rum prompte
tUlpfchlt ich gehorsamst- Jtolfl-
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Dcutfcfifanö.
Darmstadt, 5. December. Schluß des Großherzoglichen Regierungs- Blattes Nr. 46:
4. Ordensverleihung. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 29. Oetober den Ober-Stabs-Auditeur a. D. Carl Eigenbrodt in Anerkennung seiner Thätigkeit als Präsident der außerordentlichen Landessynode der evangelischen Kirche des Grohherzogthums, das Ritlerkreuz 1. Klasse des Ludewigs Ordens zu verleihen.
5. Ertheiliing von Erfindungspatenten.
6. Tieustnachrichten. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 25. Oetober den Lehrer an der Realschule zu Friedberg, Eduard Winter, zum Lehrer an der Realschule zu Darmstadt zu er- nennen; am 27. October dem evangelischen Pfarrer zu Messel, im Dekanate Darmstadt, Friedr-ch Schönfeld, die Lehrerstelle en der 5. Klaffe der höheren Töchterschrile zu Darmstadt zu übertragen; am 1. November den Hoslaqnai Johannes Georg Jöckel, unter Uebertragung der Verwaltung der Hof- (ilbeifmnnier, zum Hossilberosficianten und den Saalwärter Johannes Müller zum Hoflaquaien zu befördern, sowie den Carl Brand aus Wolfsheim znm Saalwärter zu ernennen; am 3. November dem Schulamtsaspiranten Balthasar Vorbach aus Rodheim v. d Höbe, im Kr. Vilbel, die 2. evangelische Schul' stelle zu Londorf, im Kreise (Stünberg, am 5. November .dem evangelischen Pf ncT zu Kelsterbach, im Dekanate Groß-Gerau, Emil Thon, die evangelische Pfarrstelle zu Laugen, im Dekanate Offenbach und am 7. November dem Schulamtsaspiranten Jacob Schmidt aus Wersau, im Kreise Dieburg, die 5. evangelische Schulstelle zu Babenhausen, im Kreise Dieburg, zu übertragen; am 11. November den Kanzl igehülfeu Wilhelm Nett aus Milienberg im Königreich Bayern zum Kanzlisten bei der Kanzlei der Ober-Rechnungskammer zu ernennen und dem Schulamtsaspiranten Konrad Mayer ans Weckesheim im Kreise Friedberg, die 2. evangelische Schulstelle zu Griedel, im Kreise Friedberg, zu übertragen; am 16. November deu Oberstlieutenant und 2. Inhaber des 3. Infanterie-Regiments, Prinzen Wilhelm von Hessen, Großherzogl. Hoheit, zum Oberst, am 17. November den Dirigenten an der städiischeu Realschule zu Groß-Umstadt, Wilhelm Sold an, zum Lehrer an der Realschule zu Darmstadt, mit Wirkling vom 1. April 1874 an zu ernennen.
Am 4. November wurde dem katholischen Pfarrer Adam Sulzbach zu Offenb-ch die katholische Pfarrstelle zu Singen, un Dekanate Bingen, dem katholischen Pfarrer Johannes Wohn zu Wöllstein die katholische Pfarrstelle zu Gensingen, im Dekanate Bingen, dem katholischen Pfarrer Georg Hinkel zu Ob r Abtsteiuach die katholische Pfarrstelle zu Gau Bickelheim, im Dekanate Gau Bickelheim, dm Pfarrverwalter Franz Lentb zu Ocernheun die katholische Pfarrstelle zu Neckar-Steinach, im Dekanate Heppenheim, und dem Psarr- verwalter Heinrich Gr cd y zu Hohen-Sülzen die katholische Pfarrstelle zu Odcrnheim, im Dekanate Alzey, übertragen.
~ 8. Concurrenzer Öffnungen. Erledigt sind: die 2 katholische Schtilstelle ztl Finthen, im fitere Mainz, mit, einem jährlichen Gehalt von 55t) fl.; die l. kathol sche schulstelle zu Beusheim, im Kreise Bensheim, mit einem jähr- fichen Gehalt vou 600 fl.
Berlin, 5. December. Die „Provinzial Korrespondenz" veröffentlicht über die Angelegenheit des Erzbischofs Grasen Ledochowski den nachstehenden Artikel:
Die preußische Regierung ist genöthigt, in dem Kampfe gegen die Anmaßungen der römischen Kirche einen bedeutsamen und folgenreichen weiteren Schritt aus Grund der kirchlichen Gesetze zu thuu.
Die staatsfeindliche Haltung des Erzbischofs von Gnesen und Posen, Grafen Ledochowski, der offene Kampf desselben und des von ihm abhängigen Clerus gegen die Gesetze und die Ordnungen des Staates sind in fortwährender Steigerung zu einer Höhe gelangt, welche es zu einer gebieterischen Pflicht der Staatsregierung macht, dem gesetzwidrigen und die staatliche Ordnung tief gefährdenden Treiben ein Ziel zu setzen.
Der Erzbischof hat den im Mai d. I erlaffeiien kirchlichen Gesetzen grundsätzlich den Gehorsam verweigert und überall seine Mitwirkung zum Vollzüge derselben abgelehnt. Er hat zunächst, um die vom Gesetz geordnete Aufsicht des Staates über die kirchlichen Seminare zu vereiteln, die vom Ober- Präsidenten verlangte Auskunft über die Einrichtungen derselben verweigert, indem er unterm 10. Juni d. I. erklärte, daß ihm die Rücksicht auf die Selbst- stäiidigkeit der Kirche nicht gestatte, dem gedachten Ansuchen zu entsprechen. Nachdem hierauf der Ober-Präsident eine Revision der Anstalten angeordnet hatte, haben die Vorstände der Seminare zu Gnesen und Posen Übereinstimmend den Commissarien erklärt, daß sie eine Revision im Sinne des Gesetzes vom 11. Mai d. I. nicht dulden dürften, und in der That eine vollständige Revision verhindert, indem sie es ablehnten, die Commissarien dem Unterrichte und den Hebungen der Zöglinge beiwohnen zu lassen. In Folge dessen ist dein Seminar zii Posen die iiach dem Gesetz erforderliche Anerkennung versagt geblieben, und cs sind beiden Anstalten die ihnen aus Staatsfouds gewährten Mittel auf Grund des Gesetzes entzogen worden. Die, wenn auch nur nnvoll- stäl.dige Revision des Seminars in Posen hatte indessen Zustände klarg legt, die in vollem Widerspruche mit den Grundsätzen der Maig-setze stehen, uament- lich eine den Erziehungsregeln der Jesuiten vollständig entsprechende Einrichtung des Anstaltslebens. Dir Erzbischof ist darauf im Auftrage des Cultus - Ministers aufgefordert worden, in commissarische Berathungen wegen Umgcstaltiuig der in seiner bisherigen Einrichtung nicht zu duldendeii Verfassiiug des Seminars einzutreten, — hat jedoch diese Aufforderung mit der Erklärung zurückgewiesen , daß „keine weltliche Behörde sich die Befugniß beimessen könne, zu beftür.men, wie und aus welche Art unb Weise ein katholischer Priester gebildet • Uiid erzogen werden solle." Demzufolge ist unterm 18. August d. I. die Schließung des Sminars verfügt worden, wogegen der Erzbischof als gegen eine der katholischen Kirche zugefügte „neue Vergewaltigung" feiert eben Protest erhob. Da es aber einem Christen nicht gestattet sei, den Anordnungen des Staates mit Gewalt entgegenzutreten, so erklärte er zugleich, das Seminar nicht wieder eröffnen zu wollen. — Ganz denselben Standpunkt hat der Erzbischof bezüglich der Staatsaufsicht über die Demeriten-Anstalt zu Storchnest eingenommen, indem er eine Revision, die sich auf die inneren Angelegenheiten und die Handhabung der Discipiiu in der Anstalt beziehen sollte, ablehnte und jede Mitwirkung des Instituts-Vorstandes dabei untersagte.
Der Erzb.schos hat ferner in Bezug auf die Anstellung der G.istlichen


