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Die Schweiz ausgeivieskil
strafe von 2 Jahren.
Den 4. April gegen Heinrich Bach VI. von Ober-Seemen wegen Urkundenfälschung — dadurch verübt, daß er sich, nachdem er auf eine im Mahnverfahren cingeklagte Forderung gepfändet worden war und die Pfänder versteigert werden sollten, einen Fristschein fälschlich anferttgte und hierdurch den mit Vollzug der Versteigerung beauftragten Ortsgerichts-Vorsteher täuschte — auf Gefängnißstrafe von drei Wochen.
Den 5 April gegen Margaretha Meusel aus Burkhardsfelden, 32 Jahre alt, früher Dienstmagd zu Gießen und Frankfurt, zuletzt Fabrikarbeiterin in Sachsenhausen, wegen Ermordung ihres zweijährigen Kindes — auf Todesstrafe.
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(Eingesandt.)
Hoffend, daß verehrt. Ned. diesen wenigen Zeilen Raum gönnen wird, glaubt Unterzeichneter bestimmt in eigenem Interesse der Regt.-Kapelle sprechen zu können, daß, selbst wenn ein Programm noch so schön und künstlerisch ausgeführt, (wie bei letztem Concert der Fall) es jedoch bedeutend bei einem verehr!. Publikum verlieren muß, wenn dasselbe schon mehreremale das Programm auf eine rücksichtslose Weise eine Piece nach der andern zu spielen, sich gefallen zu lassen bewogen fand.
Solche Disharmonie dürfte und sollte zwischen Kavellmeister und Publikum unter keinen Umständen vorkommen und würde durch Wiederholen gewiß keine günstige Folgen mit sich bringen. Sollte ein Concert nicht so besetzt sein, um in pecuniärer Beziehung die Herren Musiker zufrieden zu stellen, so darf man wahrlich nicht das anwesende Publikum durch ein solch rasches Abspielen des Programmes dieses entgelten lassen.
Musikfreund.
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Börsenberichte.
Frankfurt a. M., 4. April. Kaum sind die Summen beschafft, welche für die fälligen Zahlungen für französische Rechnung benöthigt waren und einigermaßen die von dem Ultimo geschlagenen Wunden verharscht, so zeigt sich Geld wieder flüssiger und hegt die Speculation neue Hoffnung auf einen lebhafteren Geschäftsverkehr. Geld auf Zeit war heute zu ca. 5Vz Proc., auf Kündigung zu ca. 3 Proc. zu haben. Die gestern und heute bekanntgewordenen Ausweise der preußischen und englischen Bank zeigen zwar sehr ungünstige Positionen (daS Portefeuille der preuß. Bank ist seit dem vorletzten Ausweis um 22 Millionen Thlr. angewachsen) werden aber schon von optimistischer Seite nur als die äußeren Merkmale der überwundenen Geldvertheuerung betrachtet. Die Stimmung der heutigen Börse war bei regerem Geschäft eine im Ganzen günstige. Creditactien mit 3563/,, um 1 fl. gegen gestern besser. Staatsbahn mit 3543/a um 1 fl., Lombarden mit 202, um 1 Ma fl. höher. Das Minus der Staatsbahn wird blos mit fl. 17000 signalisirt. Die Vergleichsziffer des Vorjahres soll jedoch eine ungünstige sein. Oesterr. Bahnen heute lebhafter. Franz-Joseph und Elisabeth höher. Von Prioritäten Siebenbürger gesucht. Bayer. Ostbahnen etwas besser. Banken meist höher und einzelne rege gefragt. Deutsche Effectenbank 4jx Proc. besser. Höher blieben außerdem: Handelsgesellschaft, Continental, Prov.-Disconto, Wechslerbank, Bankverein und Meininger. Schiff'sche Bank zu 270 beliebt. Oesterr. Nationalbank gegen gestern 23 fl. höher. Von Staatsfonds Silberrente gesucht, Papierrente etwas nachgebend. Spanier mit 21 im Verkehr.
Von Loospapieren 1860er Loose fest. Freiburger gefragt. Wechsel sämmtlich höher. Napoleon kr besser. Wie wir vernehmen, werden die Aprilcoupons der Oregonbonds, vorbehaltlich der Eingangs in Gold, eingelöst.
auf einen biuputßuivui z,u«, *•'
Flut war im Wachsen und hätte bald den Felsen überdeckt — von Cunard- Kämpfern abgeholt wurden.
Italien.
Rom, 3. April. Die andauernde Unpäßlichkeit des Papstes besteht in einem starken Katarrh mit Gelenkschmerzen. Es wird versichert, daß keine Gefahr vorhanden sei. Die Aerzte haben mehrtägige Enthaltung der öffentlichen Empfänge angeordnet. — In der Deputirtenkammer wurde heute der Bericht über die religiösen Körperschaften vertheilt.
Hotlanv.
Haag, 4. April. In der zweiten Kammer antwortete der Colonialminister aus eine diesbezügliche Interpellation, Holland habe an Atchin den Krieg erklärt, weil Atchin gerüstet und dem holländischen Regierungscomnnssar befriedigende Erklärungen verweigert habe; er halte die dortigen Land- und Seestreitkräfte für genügend. Der Minister fügte hinzu, daß die Regierung von den Mächten des Auslandes sehr befriedigende Erklärungen erhalten habe. Die Kammer hat mit 55 gegen 1 Stimme beschlossen, die Ausprägung des Metallgeldes bis zum 1 November zu sistiren.
Spanien.
Madrid, 3. April. Ein carlistischer Agent, welcher die Soldaten zur Insubordination aufreizte, wurde gestern in der Artillerie-Kaserne zu Valencia erhaftet. In Folge desien kam es später zu einem Zusammenstoß zwischen dei Carlisten und den republtkanischen Freiwilligen- Ein Carlist blieb todt au dem Platze, ein Freiwilliger wurde schwer verwundet.
Paris, 2. April Tie Entlassung Grüvy's hatte in Paris nicht das Aufsehen gemacht, wie in Versailles, da man in der Ex-Hauptstadt allgemein glaubte, daß dieselbe nicht ausrechterhalten werden würde Erst seit dem man in Erfahrung gebracht, daß Grüvy von seinem Entschlüsse nicht zuruckkonimen will, fängt man an, die Lage der Dinge mit ernsteren Augen anzusehen. Was besonders beunruhigt, ist, daß die Krists gerade vor den Ferien der National- Versammlung eintritt und die Permanenz-Commissioii fast nur aus Royalisten bestehen und ein Mitglied der Rechten an ihrer Spitze haben wird, so daß den Republikanern nicht mehr die geringste Garantie geboten ist. Die Royalisten sind so gereizt, daß sie an Jedem, der ihnen gerade in den Weg kommt, ihren Groll auslassen. Unter den Deputirteu, die sich, ungefähr hundert an der Zahl, noch gestern Abend zu Grsvy begaben, um ihn zu bestimmen, feine Entlassung nicht zu geben, befanden sich gerade die, welche sich in der Sitzung am wuthig- sten gezeigt hatten. Selbst der Marquis de Grammont, die Ursache an dem ganzen Scandal, kam zu Grüvy und sagte: „Geben Sie nicht Ihre Entlassung, denn ich würde sonst in eine falsche Stellung meinen Wählern gegenüber gera- then." Die übrigen Mitglieder führten eine ähnliche Sprache, und der Temps hat wohl ganz recht, wenn er meint, daß die Mitglieder sich wie ungezogene Schulbuben betragen hätten, die, nachdem sie sich ungebührlich aufgeführt, herbeieilten, um zu bitten, daß man sie nicht züchtige. Auf Grövy machte dieses Auftreten einen widerwärtigen Eindruck, und er erklärte, daß er seine Pflicht erfüllen werde. Ueber Nacht scheinen sich die Führer der Rechten jedoch eines Anderen besonnen zu haben, denn in der Versammlung, welche heute die Royalisten abhalten, zeigten sie große Lust, Gr6vy nicht wieder zu wählen. Die äußerste Rechte so wie die Rechte sprachen sich gegen ihn auS, während ein Theil des rechten Centrums ihn wiedergewählt haben wollte. Einige Mitglieder des rechten Centrums zeigten sich jedoch nicht abgeneigt, den Herzog von Aumale als Candidaten aufzustelleii.
Versailles, 4. April. In der heutigen Sitzung der Natioiialversamm- luna wurde Buffet, Caudidat der Rechten, mit 304 gegen 285 Stimmen, welche auf Märtel fielen, zum Präsidenten der Versammlung erwählt; 8 Stimmen hatten sich zersplittert.
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Sitzunq der Kammer wurde um 23/* Uhr unter höchster Aufregung eröffnet. Vitet nahm den Präsidenteustrihl ein. Er theillc folgendes Schreiben Grövy s mit: „Herr Präsident! Ich bitte der Versammlung meine Entlassung als Präsident überreichen zu wollen. Genehmigen Sie u. s. w. Grövy. Es entspann sich ein äußerst stürmischer Zank darüber, ob die Wahl emes neuen Präsidenten sofort oder am nächsten Freitag Statt sindeu solle. Die Rechte ist für Freitag, die Kammer aber beschließt sofortige Wahl. Die Rechte;, die sich verständigen will, verlangt nun eine halbe Stunde L-uspension, welche, bewilligt wird. Nach der Suspension wurde zur Abstimmung geschritten. Grövy erhielt 349, Bnffet 231 Stimmen. Grövy wird die Wiederwahl schwerlich
(EngCfliiö.
London, 2. April. Das schreckliche Schiffsunglück an der Küste von Nettschottland stellt den Untergang des Northfleet beinahe in den Schatten. Entweder 750 oder 668 Menschen — die Berichte widersprechen sich — sind umgekommen. Das betroffene Schiff, der Atlantic, gehört der White-Star- Linie au. In, Begriffe, auf der Reise nach New-Dork in Halifax um Kohlen auzufahren, lief es bei Meagher's Head auf den Grund ,md ging nach tnehre- ren Stößen unter. Der Unfall ereignete sich ui sehr dunkler Nacht. Der Ca- vitän war in der Cajüte und mit ihm die Passagiere, meistens schlafend. Der Capitäu suchte die Frauen in Booten zu retten. Als jedoch zwei in einem Boote waren, sprangen Männer hinein, die es anfullten. Gleich darauf sch ug der Dampfer um und riß das Boot In die Tiefe hinab Die übrigen Boote wurden weggerissen 240 bis 250 Menschen retteten sich mit Hülfe des Takelwerks
dungsstücken, Cigarren rc. verübt -- auf Gefängnißstrafe von 1 Jahr 6 Monaten, sowie Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 2 Jahren.
Denselben, gegen Johannes und Karl Knaf aus Rodheim v. d. H. — weaen einer durch Einbruch in eine Ziegelhütte erschwerten Entwendung eines Ofens, einek Schubkarrns und eines Schüreisens — auf Gefängnißstrafe für Jeden mit 3 Monaten, welche jedoch durch die erlittene Untersuchungshaft für verbüßt erklärt wurde.
Den 2. April gegen Johann Georg Graf aus Ulfa — ein übel beleumundetes Subject — wegen einer in der Hofraithe des Otto Henkel zu Jnhaiden, in welcher er kurz vorher gebettelt hatte, jedoch abgewiesen worden sein wollte, verübten Brandstiftung, auf Zuchthausstrafe von 6 Jahren und Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 3 Jahren.
Den 3. April gegen Heinrich Euler zu Gießen — ein schon vielfach bestraftes Individuum — wegen der an Karl Heiland von hier verübten Körperverletzung mit tödtlichem Erfolg, nachdem er sich mit Jenem über gemeinschaftlichen Arbeitslohn disputirt hatte — auf Gefängniß-
Die Lebens-VerstcherungS-Actien-Gesellschaft „Germania4' in Stettin hat nach ihrem jetzt festgestellten Geschäftsabschlüsse im Jahre 1872 günstige Erfolge erzielt. Der Zugang neuer Versicherungen war sehr bedeutend. Rach Abzug aller durch Tod und anderen Ursachen erloschenen Versicherungen erhielt im Jahre 1872 der Bestand der Versicherungen von Kapitalien einen reinen Zuwachs jvon Thlr. 4,552,438. Pr. Crt. und beträgt sonach Ende 1872 Thlr. 57,246,476. Pr. Crt Die Sterblichkeit unter den Versicherten war eine für die Gesellschaft günstige und ist hinter dem Betrage der für die Sterbfälle vorhandenen rechnungsmäßigen Deckungsmittel zurückgeblieben. Die Prämien-Einnahme erreichte 1872 Thlr. 1,685,585. 16. 7. Pr. Crt. An Zinsen wurden vereinnahmt Thlr. 247,040. 13. 3. Pr. Crt. Für Sterbfälle des Jahres 1872 wurden gezahlt Thlr. 666,233 Pr. Crt., und als Schäden- Neserve zurückgestellt Thlr. 30,287. Pr. Crt. Die Prämien-Ueberträae und Prämien- Reserven stiegen 1872 um Thlr. 663,810. Pr. Crt., so daß Ende 1872 Thlr. 5,413,957. 7. 2. Pr. Crt. vorhanden waren. — Nach Deckung aller Ausgaben und Verbindlichkeiten und nach Bewirkung der erforderlichen Abschreibungen bleibt ein Ueberschuß von Thlr- 146,827. 24. Pr. Crt. Aus demselben kommen Thlr. 14,682. 23. 5. zur Kapital- Reserve , deren Bestand hierdurch auf Thlr. 77,811. 9. 9. Pr. Crt. steigt. Nach Deckung der statutenmäßigen Tantiemen erhalten in Gemäßheit der 1871 beschlossenen statutarischen Bestimmungen die Actonaire eine Dividende von 121,2°/o ihrer auf die Actien geleisteten Einzahlungen mit Thlr. 75,000. und die mit Anspruch auf The'l- nahme am Gewinne des Geschäftes Versicherten 33 Vg0/,) ihrer 1872 gezahlten Prämien mit Thlr. 45,787. 6. 10. als Dividende, während Thlr. 2272. 24. 7. auf dem Conto für unvorhergesehene Ausgaben reservirt werden, dessen Bestand hierdurch auf Thlr. 43,466. 15. 6. steigt Die mit Anspruch auf Theilnahme am Gewinne des Geschäfts Versicherten erhalten 33V30/ü ihrer 1871 gezahlten Prämie im Jahre 1873 und ebenso 3313°,o ihrer 1872 gezahlten Prämie im Jahre 1874 als Dividende durch Abrechnung auf die von ihnen zu zahlenden Prämien vergütet. Die gcsammten Actioa der Gesellschaft betragen Ende 1872 Thlr- 8,716,549. 9. 10 Die im Besitze der Gesellschaft besindlichen Hypotheken stiegen um Thlr. 762,811. und betrugen Ende 1872 Thlr. 4,769,619 Die Effekten der Gesellschaft betrugen Ende 1872 Thlr. 184,919. 24. 3. Die auf Policen der Gesellschaft gewährten Darlehne haben sich um Thlr. 38,765. 3. — auf Thlr- 323,311. 27. 1- erhöht. Vermindert haben sich die Ausstände bei Agenten rc. von Thlr- 172,446. 6. 4. im Vorjahre auf Thlr. 151,451. 18. 8. Ende 1872. Der ausführliche Rechenschaftsbericht wird nach der Ende Mai c. stattfindenden General-Versammlung erst erscheinen können. (1642)
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Als seine Nachfolger nennt man Audiffrek-Pasquier, Buffet, Tarn oder Larcy. Wen Sitzungen n. Quartal I. I, nach «»au-gegangm» g-!-tzl.ch°r B-rhandlun-r Die beiden Fractionen des linken Centruinö haben beschlossen, ein Vertrauens-, x ^il, gegen Conrad Bender aus Ebcrstadt — wegen einfachen und schweren
nntiim an (Hr6vv All beantragen. Der Antrag soll aber nur dann eingereicht Diebstahls, ersteren zu Frankfurt an einem in einer Wirthsstube offen liegenden Messer, letzteren c t RAor ift dtiü pt kaff emftimmia angenommen wird. — Die'aber zu Butzbach mittelst Einsteigen in ein bewohntes Gebäude, in welchem er früher alS Bäcker-
* eröffnet. tfenhUi» Ute und mit dessen innerer Einrichtung er aufs genaueste bekannt war, an Mei-
Häufig ist man in der Lage
inen viv — ............ r-v ° . < . irgend ein Offert, Gesuch oder sonstige Willensmeinung m den Zeitungen zu ver-
bloßlieaenden Felsen, von welchem sie noch zu guter Zeit — die öffentlichen, befürchtet jedoch aus naheliegenden Gründen eine Verletzung der.DiScretion.
-- < ri -k-.. cr.-ft-.* At— uAn Die bekannte Annoncen Expedition von Rudolf Mosse, Centralbureau Frankfurt« M ,
hat sich den ehrenwerthen Ruf erworben, alle ihr zur Besorgung an die Zeitungen zu gehenden anonymen Inserate mit strengster Geheimhaltung der Namen der Auftraggeber in jedes gewünschte Blatt einzurücken und die hierauf eingehenden Offertbriese -......- .„uneröffnet und ohne Provisionsbercchnung dem anonymen Inserenten ungefaumt zu
5 Avril. Der Ministerpräsident General Blaznavatz ist übermitteln. m .... , ,. , ..
^vezgrao, Welches Vertrauen genannte Annoncen-Expedition im Publikum genießt, beweisen
heute Nacht 3 Uhr in #dge von Diphteritis gestorben. hinlänglich die Jnseratenspolten aller Zeitungen, welche täglich eine Menge von Anzeigen
* , enthalten, worin obige Firma zur Entgegennahme von Offertbriefen autonsirt ist.
Gießen, 5. April. Der SchwurgertchtShof der Provinz Oberhessen hat in seinen


