heimischer Boden nicht wieder mit Bruderblut gedüngt werden wird, darf im Schon gestern bezeichnete ich Ihnen diese Forderung als den schwanen Pnvct Ernst kaum angenommen werden; allem da- friebltche Beieinanberwohnen beider und wenn es -um Conflict kommt, so wird e- deshalb sein. Die lcaitimiKisL- Eonfessionen in Deutschland ist luder gestört. Kein nüchtern Denkender verschließt klerikalen Blätter find wüthend. Uuiver- nennt die Rede von Tyler- eine KrieaS- sich der Thatsache, daß die Klerikalen zunächst die Agitation in die weitesten Krcise crklärung, und die „Union" meint, Thiers habe ganz Recht, wenn er sich einen -u tragen bemüht sein werden, doch über den endgiliigen AuSgang diese- heiligen petit bourgeois nenne, denn er verthridigt die ihm anvertraute Gewalt als wenn
Kampfe- um die sauer und müh am erwobenen Errungenschaften der modernen
(E i n g e s a n d t.)
ste die Frucht der Ersparn.ß seiner Arbeit sei.
Versailles, 3. Febr. Thiers fand sich um 2 Uhr 30 Minuten in der Dreißiger-Commission ein, ergriff sofort das Wort und sprach bis 4‘/2 Uhr. Er sprach sich versöhnlich aus und erhob weniger Einwände, als man erwartet hätte. Zn Bezug auf das Verhallen bei Interpellationen über innere Angelegenheiten forderte er, daß ein interpelliiter Minister in wichtigen Fragen das Rccht habe, zu verlangen, daß THLrrS sich an den Debatten bctheilige, daß in diesem Falle aber alle Minister verantworiliL seien. Die Commission scheint diese Fassung an- nehmen zu wollen, Ferner verlangt Thiers, daß die weitere Debatte nicht rwth- wendig ebne seine Gegenwart Statt finde. Darauf scheint die Majorität der Cowmtssion aber nicht eingehen zu wollen. Dieses soll noch ein schwieriger Punkt scin. Die Kammer war heute äußerst zerstreut und der Lärm der Privatunter- haltung so groß, daß man die Redner nur mit Mühe verstehen konnte. Der Antrag von Ren6 Brice, welcher eine Abänderung des Artikels 55 des Recruti- rungS-Gesetzcs beantragt, wurde verworfen. Ziemlich lebhaft war die Erörterung eine Antrages des päpstlichen Barons Chaurand, daß Lyon die nämlichen Ge- mkinvc-Znstituti'onen erhalte wie Paris. Millard (radikaler Deputirter von Lyon) widersitzk sich dem Anträge und vertheibigt Lyon. Chaurand verlangt, tag die Regierung befragt werde. Der Minister des Innern ist aber nicht anwesend und Chaurand zieht sein Dringlichkeitsgesuch bis zu Ankunst des Ministers zurück. Oie Kammer geht nun zur Vorlage Betreffs der Kinderarbeit in Fabriken über. Bald tritt Gourald in den Saal, dem man den Antrag Chaurand'- mittheilt. Zn Folge dessen besteigt der Minister die Tribüne und erklärt, daß die Regierung >;tgkn die Dringlichkeit nichts einzuwenden habe. Diese Erklärung bedinge jedoch nicht die Annahme des Antrages Seitens der Regierung, die der Ansicht fei, daß er an die Decentralisations-Commission verwiesen werbe. Leroyer (Lyon) prokestirt, aber die Dringlichkeit wird erklärt. Der Rest der Sitzung wurde der genannten Vorlage über die Kinderarbeit gewidmet.
Versailles, 4. Febr. Die Rational - Versammlung beschäftigte sich heute ausschließlich mit den Gesetze» über die Kinderarbeit in den Fabriken.
Amerika.
New-Jork, 3. Febr. Das Gericht-gebäudc in Quebec ist abgebrannt; die colontUen Archive und viele in anderen Räumen bewahrte werthvolle Dokumente wurden von den Flammen verzehrt.
Schweiz.
Bern, 6. Febr. Daö Domkapitel des B sthums Basel hat unter Bern, fung auf das kanonische Recht die Ernennung eines BiSthumSverweserS verwes- gert, well, da der Bischofssitz weder durch Todesfall vacant, noch Lachat ercow- wunicirt sei ober seine Entlassung genommen habe, seine Stelle nicht als erUbigi betrachtet werben könne.
Konstanz, 6. Febr. Nächsten Sonntag findet dahier im Concilivms-Saal. eine Ait-Kaihollktn-Versammlung für da- deutsche Oberland und die benachbart Schweiz statt. Dr. Micheli- (Heidelberg) und Prof. Friedrich (München) werden auf der Versammlung als Redner austreten.
Frankreich.
England.
Loudon, 3. Febr. Der Arbeiterverein, welcher sich die Befreiung der wegen verabredeten Contractbruches verurtheilten Gasheizer zum Ziele gefegt hatte, i(i mit dem Minister des Innern sehr unzufrieden, daß er nur eine Verkürzung der Strafe, von zwölf auf vier Monate, bat eintreten lassen. Sie verlangen volle und sofortige Freilassung und wollen sich deshalb jetzt an den Premier- Minister wenden. Herr Gladstone wirb jedoch einsehen, baß er sowohl dem Ansehen der Gerichte, als in noch höherem Grade dem seiner eigenen Regierung großen Eintrag thun würde, wenn er einem solchen Verlangen nachgeben wollte.
London, 4. Febr. Auf der Insel Samos hat, wie der „Daily News" telegraphier wird, ein starkes Erdbeben stattgefunden, welches den Ted vieler Menschen und bedeutenden Schaden an Eigenthum zur Folge hatte.
London, 6. Fcbr. Die heutige ,$imed" enthält eine Analyse der Thronrede, mit welcher da- Parlament heute eröffnet werden wird. Dieselbe besagt demnach: Die Regierung habe von allen Seiten Versicherungen der Freundschaft ewpfangen; der F.iede sei nirgend- gestört; mehrere Nationen hätten ihre Mitwirkung bei den Bemühungen England- zur Unterdrückung de- Sklavenhandels an der afrikanischen Ostküste zugesichert. Mit Rußland feien feit 3 Jahren Unterhandlungen über die gegenseitigen Beziehungen in Ckntralasten im Gange. Schu- waloff habe die Königin ter freundschaftlichsten Gesinnungen des Zaaren gegen England versichert. Was Frankreich anbelavge, so werbe der Handelsvertrag die Freundschaft mit ihm befestigen. Thiers habe bas Schiedsrichteramt über die
englisch portugiesischen Differenzen, betreffend da- Grenzgebiet der norbasrikanifchen Besitzungen, angenommen. Die Rede erwähnt der in der Alabama- und San- Juan - Frage erfolgten Entscheidungen und zählt die Gesetzvorlagen auf, welche rem Parlamente zugehen sollen, darunter eine Vorlage wegen Abänderung deS höhcrcn Uaterrichtssystems in Irland.
Eultur kann ebenfalls kein Zweifll dest hen. Wir kämpfen für die Entwickelung des modernen Gedankens, jene für die künstliche Confervirung einer einba'fomirten Mumie. Aber nur ter Lebende hat Recht, uns ist um den Sieg nicht bange.
Berlin, 4. Febr. In der Schweiz nimmt ter Baseler Kirchenstreit unmer größere Dimensionen an. Von den sieben zu dem Baseler BiSthum gehörenden Cantone wollen fünf die beiden ullrowontanen Cantone Luzern und Zug aus- scheiben und allein ein BiSthum bilden. Ginge es nach ver Bevölkerung jener Cenione und nach den Ständen, so würden sie den altkatholischen Pfarrer und Prof'ffor Herzog von Luzern, jetzt in Krefeld, zum Bischof wählen, da aber statutenmäßig raS Domkapitel zu wählen hat, so kann man dies nicht erreichen. Da- Capitel hat aber eine den Regierungen genehme Persönlichkeit zu wählen, und als solche find ihm Geistliche von gemäßigter Gesinnung bezeichnet worden Domprobst Fials und Domherr Schürich in Luzern. Sollte da- Domkapitel daraus nicht eing.hen, so wird man sich wohl auch ohne Bischof zu behelfen Wissen, was der Canton Tessin schon 15 Jahre thut.
Frankfurt, 5. Febr. Der „Franks. Pr." wird von Berlin, 1. Febr., ge. schrieben: „Ja ter freien und meist sehr belebten Convecsation, welche aui die parlamentarischen Diner- bei dem Fürsten Reichskanzler zu folgen pflegt, fragte der Fürst, ob denn wirklich der Abgeordnete v. Mallinckrodt behauptet, Preußen habe die italienische Regierung 1870 ausgeforbeit oder ermächtigt, von Rom Besitz zu erfreifen. Die- wurde von mehreren Mitgllrbern beS Abgeordne- tenhaofts bejaht. Der Fürst versicherte darauf, dies sei eine große Unwahrheit, der König von Italien sei im Beginn les Krieges mehr französisch, als deutsch gesinnt gewesen. Die- antipathische Verhaltniß sei wahrend des Krieges nicht gehoben worden und erst gegen Ende des letztem, oder gcir erst nach dem Friebens- fchluß, fei die Wiederherstellung eines Einvernehmens mit Italien möglich gewesen, jedenfalls fit jrne Behauptung Mallinckrodt'-, wenn solche gefallen, das directeste Gegentheil der Wahrheit, und Deutschland fei frei von dem Vorwurf, irgend etwas gethan zs habm, was geeignet war, die feindliche Haltung Rom'S zu provociren.
Hambnrg, 5. Febr. Einem Londoner Telegramm der „Bötfenhalle" zufolge ist gegen Die Eigenthüwer des Dampfers ^Marillo", obgleich dieselben spa- Nische Untertanen find, auf den Rath juristischer Autoritäten bei dem englischen AbmiralitätSgerichte eine Entschäbigungsklage ein^eleitet, weil der Zusammenstoß mit dem „Northfleet" in englischen Gewässern stattgefunden bat. Der geforderte Schadensersatz beläuft sich auf 14,000 Ptund Sterl. Den BektagtLN ist bereite die Vorladung zuzegangen.?
Mannheim, 5. Febr. A. Be-berich, Redakteur des „Pfälzer Boten", wurde heute in der Recurs-Instauz wegen Beleidigung des Geh. Raths Dluntfchli zu 6 Wochen Gefängniß verurtheilt.
Dresden, 3. Febr. Die Königin ist an einem Lungenkatarrh erkrankt. Dof g stOge Abend - Bulletin meldet ziemlich beträchtliche Fiederecscheinungen. Rach dem heutigeu Morgen - Bulletin war die Nacht ruhig; gleichwohl dauert da- Fieber fast in gleicher Weise fort. Das Allgemeinbefinden ist befriedigend.
Stuttgart, 6. Febr. Die Königin-Mutter ist an einem entzündlichen Ka- tarrh erkrankt. Ein heute Morgen au-gegebene- Bülletin sagt: Die Nacht brachte zwar noch keinen Schlaf, aber wehr Ruhe und den Nachlaß der krank- haften erscheinungen. — In der Abgeordnetenkammer find Gisttzentwürse, bete, die Armee-Retablissement-gelber und die Erhöhung der Pensionen des CivilstaatS- diener, eingebracht worden.
Spanien.
Cadix, 5. Febr. Der englische Consal beantragte gestern die Beschlag, nähme des Dampfers „Murillo", sowie, den Capitäa und jenen Theil der Mannschaft desselben, welcher während des Zusammenstoßes die Wache hatte, als Ge- angene an Bord eine- Kriegsschiffes zu bringen, die übrige Mannschaft aber an Lord des „Murillo" zu bewachen und ihr nicht zu gestatten, an's Land zu gehen.
Paris, 3. Febr. Laut Rational beträgt dir Summe, die auf die fünfte Milliarde emgezabtt ist, jetzt 360 Millionen. Ihm zufolge gehen jeden Monat 160 bis 170 Millionen auf die Anleihe ein, fo daß die französische Reg erung sich in den Stand gesetzt sehen werde, die fünfte Milliarde in baarem Gelde bezahlen, ohne zu den Garantieen ihre Zuflucht zu nehmen.
Paris, 4. Febr. Wie verlautet, soll der belgisch-französische Handelsvertrag diese Woche unterzeichnet werden. Der Unterrichts-Minister Jules Simon hat ein vertrauliches Runcschreiben an die französischen Bischöfe gesandt, welche bei Thiers wegen dcr römischen Klosterfrage reclawirt Haden. Simon soll dieselben auf die Zukunft vertröstet haben. Die gestrige Rede von Thiers wird fast vor. allen radicalen und republieünischen Blättern gebilligt. Die osficiöse Bien Public zollt derselbtn selbstverständlich allen Beifall und erklärt zugleich, daß Thierö aus dem Ultimatum, welches er gestern gestellt, fest beharren werde; es glaubt, wie auch bishrr, daß cS zu einem Einoerständmß kommen werde. Die Red- von Triers werde im Lande einen solchen Widerhall habm, daß selbst die feindlichst Gesiniitrn nachgrbcn müßten. Man könne wohl in gehetmen Zusammenkünlten einen EtaatS. fireitb aushecken, etwas Anderes f i es ober, denselben auSzusüijreu. Herr Tdiers 7'1"' «o nutzlos.» ................................................................
wachen, fei ein wirklicher (Ltaati streich , den anzunehmen frine Wüldel^i^una auch IN dcr Znt dec Huridstage entiteb.n: Beunruhlftunq der Gcmülh?r wächst!
nicht gestattet, den zu ratific rrn das Interesse des Landes, der Nat-'onal Ber-i^ zur Annahme eines All.ntats Seitens der Professoren", und: „(Sit möchte an der Zett sein die samwluag ».»biete. Die »v,aliß.s»e» bläut» si°d niche zosrud-n. D-»r.--»o.i«I "" tc'"'Üil'L“?*!?"'; mT B* V ">*' ft«««« (•«.«
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irc0’ ccr ^ntrrpkllation so geregelt w Ide, wie es Thiers verlangt; aber sic Uneben, und wir ss.d nicht abueneiqt. dieser letzten Erklärung beizutreten. Denn dafür wollen Nicht zugeörn, daß TU rs das Recht habe, der Dikcusston, wenn er sich fcrul t ^lleS: di- Beunruhigung der Gemüther, das Attentat, die B deckung dkS aanzeo einmal an derselben betheiligt dar, bis zum Schluffe anrUwohncn und witr fureeben ■’t Studenten kein Platz ble be für die Frauen. Mädchen
° v z 4 n ul,Auwv«ncn ut.v wttz.lprechen. und K.oder. die Ne.uUchkett d.ö Cpazi-rgar-g.e, der Mangel an Lust (wählend man nach jeder
©leid) hinter dem ganz vernünftigen Artikel in Nr. 30, daß nur der Bau d.-r Aula ie ber neuen Anlage allen Bedürfnissen der Stadt wie der Universtkät gerecht werde, tritt ein neuer Kinderfreund auf, aber ein Kinderfrennd in verbesserter Auflage: „Die Beunruhigung der Gemüiher wächst. Wi-, sollte es wirklich wahr sein, daß Seitens der hiesigen Professoren ei« Attentat auf die Stadt verübt würden ist" u. s. w.
Ob dieser Einsender weiß, was rin Attentat ist? Man versiebt darunter einen gewaltsamen Anfall auf eine Person zur Echädiaung ihres Kürpers oder ihres Eigenthums, und
der Ems-ndcr sagt in dcr That, daß man die Stadt berauben wolle.
Schreib.r dieses hat zwei gute liebe Nachbarn, die darauf Anspruch machen, so aut
„Gießener Bürger" zu sein, als irgend wer. Der links Wohnende, der, wie alle Linken, leicht
zu scharf in feinem Urtheile ist, erkläit d ese zweite Auflage deS KinderfreundeS aus der Wärme dieses Winters, welche schon wirke, wie die Hun Stage, und in der That könnte wobl eine solche


