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Gichener Anzeiger.
Svfchetnt täglich, mit 8u» Kahme Sonntags.
Expedition: Canzletbrr- 9tt. «. Rr. 1.
Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kießen.
Zrr, 32. Freitag den 7. Fcvrnar 1873.
.n a ff c x SMn.ot/tor werden noch fortwährend sowohl bei der Expedition, Canzleibcrg B. 1, als auch bei allen Poft-
Bestellungen uns der» Liepener 'Anzeiger Expeditionen und den Land-Postboten entgegen genommen.
Abonnenten welche den Anzeiger bei der Expedition abholen lassen, erhalten denselben für die Monate Februar und März zu 40 fr.
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Amtlicher T h e i l.
Gießen, am 5. Februar 1873.
Betreffend- Die nach dem Gesetze vom 22. November 1872 vorzunehmende Wahl der Vertreter der Forensen. ,
Das Großherzogliche Krelsamt G>cßcn
an die Großherzoglichen Bürgermeistereien Aliendorf a. d. Lahn, Aiiendors a. d. Lda., Daubringen, Garbenteich, Gießen, Heuchelheim, Klein-Linden, Mainzlar, Nieder-Bessingen, Steinbach, Treis a. d. Lda. und Wieseck.
Wir erinnern Sie an die baldigste Einsendung der Acten über die Wahl der Vertreter der Forensen.
v. Röder.
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Politischer L h e i l.
Vie Tage gehender Brängstl-
Chaos herauszuarbeiten und so eine RegterungSform z» finden, unter welcher man künftighin leben sollte.
Thier« und die Nationalversammlung übernahmen diese doppelte Aufgabe, wenn auch das Partei-Znteresse, je nach Bedürsniß oder Hoffnung, die Ausgabe der Nationalversammlung nur auf den ersten Punkt gerichtet und beschränkt wissen will.
Wenn, wie wir oben bemerkt haben, die Occupation den wohlthätizen Zwang ausübt, daß sie Frankreich an der Möglichkeit hindert, sich selber zu schaden, so können diejenigen, welche die Befreiung Frankreichs von der Dec«» pation herbeiführen wollen, sicht wollen, daß das Chaos i» Innern d'.e Occu- palion überlebe.
Thiers und die Nationalversammlung stimmen wohl auch in dieser Er- kenntniß überein, und der Radikalismus, weil er fürchtet, daß aus dieser Er- tenntniß schließlich eine, seinen Zielen abgünstige Verständigung folgen könne, bringt daher darauf, daß die Nationalversammlung sich aufiöse, um einer andern Platz zu machen, in welcher er die Majorität beherrschen und die Zukunst Frankreichs bestimmen könne; und leider ist es nur zu gewiß, daß, wenn die gegenwärtige Nationalversammlung die Zett bi- zur Herbetsührung der Befreiung des Landes nicht auch zu dessen Constttuirung benützt haben wird, sie die Oceu- patio» auch nicht einen Augenblick überleben wird.
Denn dann wirb der Ruf nach einer constituirenden Versammlung unwider- stehlich sein und die leidenschaftliche Erregung, welche die Nation im Augenblick ergreifen wird, kann nur derjenigen Partei zu Gute kommen, welche dem Natto- nalstolz mit der Erinnerung an seine zur Derthcidtgung des Landes gemachten Anstrengungen zu schmeicheln und seine Hoffnungen aus die siegreichen Wirkungen dcr söge rannten Freiheit richten wird, d. h. den radikalen Parteien und in erster Linie — den Gambetttsten. , _ . u w ,
i Daun ist aber auch für die übrigen Prätendenten die Zeit des Handelns gekommen, weil die Jntrrrffen der Ordnung auf den Bestand der Quasi Republik i nicht mehr würden zählen können; weil das Provisorische sich alsdann nlchl mehr
halten kann. ~ t
Das wird der Zeitpunkt fein, in welchem Frankreich, wie die „T'meS vorher besorgt, den Abgang der OccupationStruppen bedauern wird, wenn e« dem Patriotismus und der Einsicht des Herrn Thiers und der Nationalversammlung bis dahin nicht gelungen sein sollte, das Provisorium vorher in rin Defi- nittvum umgewandelt zu haben.
Deutschland.
Berlin, 3. Febr. Aufregender noch als der Krieg selber, find der Mvb.lisirung. Die endlosen Hin- und Herzüge kommender und Truppen, daö Trommelwirbeln, das Rasseln d.'r Kanonen hat etwas gendes für den Zuschauer. Die Spannung der Gemüther ist schier unerträglich, etnn die bange Ahnung vor einer gefahrdrohenden Zukunft vergrößert noch die sorauösichtlichcn Uebel. Zn einer solchen Zeit der Vorbereitung zum Kampfe leben scir Es ist als ob wir plötzlich am Vorabende eines ReltgionskrtrgrS standen. Die trotzige Sprach« der Bischöfe, ihre drohende Aufkündigung des staatlichen Gehorsams auf der einen, die zum Schutze der Staatsgewalt gegen die Eingriffe dcr Kirche der Ber^thung unterliegenden Gesetze auf der anderen Seite sehen aus ein Haar einer KriegSmvbiUstrung ähnlich. Ernst ist die Sache allerdings und wovl dazu angrthan, die Gemüther aller wahren Daterlandsfreunde mit schweren Besorgnissen zu ersull'N. Daß der Kumpf, in den wir eben emgetreten, nicht mit denselben ungleichen Waffen gesührt, wie vor dntthalb Jahrhunderten, daß unser
Frankreich und die Parteien.
Von den susionistischen Bestrebungen der Legitimisten und Orleanisten ist es wieder ziemlich still geworden; die Sorge der Gegenwart wendet sich den Anstrengungen und Aufgaben zu, welche dem Präsidenten der Republik obliegen, um vas Staatsschiff zwischen der parlamentarischen Scylla und CharybdiS hindurch zu lootsen, und die Sorge der Zukunft faßt vielmehr die Plane und event. Aussichten der Bonapartisten, als dte der Royalisten in's Auge.
Auch die englische Presse nimmt dieselben ernsthaft und widmet denselben eine lebhafte und fortgesetzte Aufmerksamkeit, obwohl dieselbe vielleicht nicht ganz
$ ES ist wenigstens sehr möglich, daß die anonymen Mittheilungen englischer Blätter, welche dem Prinzen Napoleon eine indivicuelle Politik zuschreiben, gegen- über dem gemeinschafillchen und verbindlichen Programm der Partei, von gegne- rischer Seite herrühren nnd als Insinuationen zu betrachten sind, welche daraus cbzielen, Zwiespalt in das Lager der Bonapartisten hinein ju tragen; obwohl es freilich dem Prinzen Napoleon schon bet Lebzeiten seines Vetters gefallen hat, X' X zweideutige Rolle »u (Vielen, die ebensowohl dajU dienen konnie, mtt den anti-gouvernemenialen Kruse» mindesten« persönlich Fuhlnng »u «sollte, wie fie einem persönlichen Ehrgeiz die Zukanst essen erhielt. ..
Genug: e« scheint, daß in England die öffentliche Meinung, welche Ach mit der Zukaust Frankreich« b-schäsiigt, mehr und mehr Lahm »eigt, daß Lie r X mit dem Bonap-rti.mu- zu rechnen Haden werde, und unter dieser Bor- auesltzung kommt die „Time-" ju nächst h-nder Bemc.kung:
Gani Frank,eich war am Neujahr«>age darüber einig, daß die Besreiung de» Nationalaebiete« im Jahre 1873 ,u Stande kommen sollte. Wir mochten wohl wissen/cb nicht manch« Franzose, wenn der Jahr,«schluß heranruett, Mi Redauern daran den,,» wird, daß die östlichen Depa.temeni« niO)t mehr von den Diulschen besetzt sind. Die Gegenwart der Auelander war doch wenigsten« eine Garantie gegen Unruhen und Unordnung und ein vollständige« H,n°erniß g g - •sssssrsrs «•.....-*• ---s
.ischen Zustand im Auge hat, kann den sran.osischen> Nationalstolji nicht bele ° - "«-sss ,FF js as#» 5 “A* iä-‘ •* 8ar in sehr ‘u ub'"'!("unt„ flD(n Umstanden von vornherein jvgegeben werden, «WrSSfe«? und vorzugSwt se mit den M»tttM z l ® . t7(fe Mittel aber nur in KrttgSconlnbulion von Vieser Occupation z J ’ nationalen Arbeit gefun der, °n.« den. Echu, d« O'tnnng sich en wich nden na onal-n Ärb. l g , den werten lönn.n ; wa« nichi« ander« ' 2°
b-schwoienen Krieg ja i-hl n, ionttrn auch mtt ter j»tutn, l a>


