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Erscheint täglich, mit In* nähme Sonntag-.

Expedition: Lanzlet-rt».

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Mnzeige- und Amtsblatt für den Kreis Hiessen.

Str.

105.

Dicnstni; dcn 6. Mai

1822.

11 mtkicher Thei(.

B ckanu tmü ch u n g, die von der III. Abtheilung der höchstbesteuerten Grundbesitzer vorzunehmende Wahl eines Mitglieds des Bezirksraths im Kreise Gießen betreffend.

Zum Zweck der Vornahme der regelmäßigen Ersatzwahl des Bezirksraths, für welchen in diesem Jahre von der dritten Abtheilung der höchstbe­steuerten Grundbesitzer ein Mitglied neu zu wählen ist, wird in Gemäßheit des Art. 11 des Gesetzes vom 10. Februar 1853, die Einrichtung der Bezirks- räthe betreffend, das nachstehende Verzeichniß der 24 wegen eigenthümlichen oder nutznießlichen Grundbesitzes im Kreise Gießen Höchstbesteuerten hiermit unter dem Anfügen zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß die Nachweisungen, auf welche sich dieses Verzeichniß gründet, bis zum 13. l. Mts. bei dem unterzeichneten Kreisamte zur Einsicht offen liegen und bei demselben Einwendungen oder Ansprüche in Bezug auf Eintrag in das Verzeichniß innerhalb jener Frist unter Vorlegung der nöthigen Urkunden vorgebracht werden können. . J

Es wird ferner angefügt, daß den geschehenen dem Verzeichniß zu Grunde liegenden Ermittelungen zufolge, die Nachweisung eines Grundfteuerbei- trags von monatlich 7 fl. 43 kr. und mehr erforderlich wurde, um gemäß dem Art. 10 des Gesetzes an der Abstimmung der dritten aus 12 Wählern be­stehenden Abtheilung Theil nehmen zu können.

Verzeichnis der 24 wegen

1) Adami, Heinrich, zu Gießen.......... 10 44 y2

2) Block, Franz, Wittwe daselbst......... 9 18y2

3) Balser'sche Stiftung daselbst ......... 7 45 y2

4) Buderus, Georg, in Hirzenhain.........8 3

5) Cöln-Mindener Eisenbahn-Gesellschaft zu Gießen ... 23 22 y4

6) Fiscus, der Großherzogliche.......... 157 40

7) Gail, Georg Ferdinand, zu Gießen ...... 8 34y2

8) Gail, Georg Karl daselbst..........20 iy2

9) von Grolman, Ludwig, Holgerichtsrath Wittwe daselbst . 14 281/2

10) Groß-Buseck, die ev. Pfarrei..........8 27

11) Kempff, Otto, in Gießen...........7 43

12) Keßler, Ludwig III., in Groß-Linden....... 8 223/4

Die Großherzoglichen Bürgermeistereien wollen das Vorstehende in Gießen, den 3. Mai 1873. Gros

itzes Höchstbesteuerten im Kreise Gießen.

er.t Monatl.

fl-

13) Lang-Göns, die ev. Pfarrei..........8

14) Löber, Christian, I. in Gießen.........9

15) Müller, Christian, Wittwe in Gießen.......13

16) v. Nordeck zur Rabenau, Frhr. Adolph Reinhardt zu Friedelhsn. 20

17) v. Nordcck zur Rabenau, General, in Darmstadt ... 48

18) Oberhessische Eisenbahn-Gesellschaft .......-8

19) Schwan, Karl Heinrich, in Gießen . . .......11

20) Solms-Braunfels, Herr Fürst zu, in Braunfels ... 86

21) Solms-Hohensolms-Lich, Herr Fürst Ludwig zu ... 278

22) Solms-Laubach, Herr Graf Friedrich zu......69

23) Spruck, Georg Christian, in Gießen.......8

- 24) Universität, die Großherzogl. Landes-Universität zu Gießen 11 ihren Gemeinden noch besonders bekannt machen lassen.

herzogliches Kreisamt Gießen.

v. Röder.

Grundsteuer kr.

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143/, 47» 3

Politischer Theil.

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Krieg gegen die Atschinefen auf Sumatra.

Versprechungen beantwortet. England und Nordamerika haben zwei Mal selbst­ständig für Seeraub an den Atschinefen Rache genommen, die holländische Ne­

gierung wagte nicht, Gewalt anzuwenden.

Im Jahre 1859 gelang es, einen Vertrag zwischen Atschin und der nie­derländischen Negierung zu schließen, worin beiderseits Freiheit des Handels ausbedungen ward, die früheren Zwistigkeiten ausgeglichen wurden und beide Staaten sich verpflichteten, den Seeraub und Menschenraub zu unterdrücken. Der Vertrag hatte aber nicht die geringste nützliche Folge und Alles blieb

des Auswärtigen) schriftlich und atschinesische Gesandte persönlich mit Friedens- Versicherungen und den besten Versprechungen; aber nun entwickelte sich ein diplomatischer Verkehr, der von den Atschinefen in ächt orientalischer Weise ge­führt wurde. Ein Schreiben des niederländischen Gouverneurs von Riow ward im October 1872 nach Atschin gebracht, konnte aber wegen religiöser Bedenken es war die große Fastenzeit erst am 7. December gelesen werden. Im December kam der Sjabandar mit vier Großen des Reichs selbst nach Riow und brachte ein Schreiben des Sultans, worin dieser den Gouverneur ersuchte, seinen Besuch in Atschin zu verschieben, weil der Sultan sich an den Großsultan

noch im Jahre" 1858 das Gebiet von Siak unter niederländische Botmäßigkeit gekommen ist. Der Staat Atschin wurde dabei bisher geschont, wie es den Engländern versprochen war, behauptete aber, aus verschiedene von den Hollan­dern eingenommene Gebiete Oberhoheitsrechte zu haben, und so entstanden nn- mer erneute Neibereien. Andererseits aber betrieben und betreiben die Atfchi- nesen Seeraub unter Connivenz und selbst Theilnahme ihres Sultans und ihrer Großen: sie sind sehr ost dabei ertappt worden; auch haben sie oftmals die unter holländischem Schutze stehenden einheimischen Fürsten überfallen, Men­schenraub im Großen geübt und machen überhaupt Land und Meer in diesen , , r .

Gerden «»sicher Darüber erfolgten dann Beschwerden fremder Mächte be.'nach Konstantinopel gewandt, aber von diesem noch keine Antwort erhalten

beim Alten.

So hat sich ein halbfeindlicher Zustand hingeschleppt, bis im Jahre 1871 die niederländische Regierung einen neuen Vertrag mit der englischen abschloß bei Gelegenheit der Abtretung der Colouieen der Guineaküste. Durch diesen Vertrag ließ England der niederländischen Regierung auf Sumatra freie Hand und gab die alten Vorbehalte für die Unabhängigkeit der eingeborenen Fürsten Preis. Kurz zuvor hatten sich besonders lebhafte Klagen von allen Seiten er­hoben über die wachsende Unsicherheit der indischen Gewässer und über die Grausamkeiten, welche die Seeräuber von Atschin ausübten. Auch Streitig­keiten wegen der Grenze zwischen Atschin und Siak führten zu kriegerischen Tätlichkeiten. Die niederländische Negierung ertheilte der colonialen Behörde Befehl, entschiedener vorzugehen, und die letztere sandte deshalb das Kriegsschiff Djambi nach Atschin, wo man aber nur mit Gegenansprüchen und endlich mit leeren Frenndschaftsversichernngen antwortete. Ein zweites Erscheinen des

Die holländische Negierung hat bekanntlich ein Memoire zur Nechtferti- gimg der Kriegserklärung gegen den Sultan von Atschina verfaßt und dem Parlament vorgelegt. Dasselbe geht bis auf die Ereigniße des Jahres 1824 zurück und lautet seinem Hauptinhalte nach, wie folgt:

Das Jahr 1824 bezeichnet eine wichtige Epoche in der Geschichte Der niederländisch - ostindischen Colouieen und besonders der Insel Sumatra. Da­mals schloß die holländische Regierung mit der englischen einen Vertrag ab, nach welchem die Engländer ihre Niederlassungen auf Sumatra den Holländern überließen, die dafür ihre Besitzungeü auf dem Festlande, Malaca u. A. an die Engländer abtraten. Die Holländer gingen dabei jedoch eine Art von Ver­pflichtung ein, nach welcher die unabhängigen einheimischen Fürsten, beioiwerß im Norden der Insel, in ihrer Unabhängigkeit respectirt werden sollten. Seit­dem betrachteten sich diese und besonders der Sultan von Atschin, welcher der mächiigste ist und eine Lehensoberherrlichkeit über die anderen kleineren Fürsten beansprucht, als von England garantirt und beschiltzt. Die Holländer hatten sich aber auch zugleich verpflichtet, für die Sicherheit des Handels und der Schifffahrt zn sorgen, und diese beiden Verpflichtungen geben den Anlaß zu fortwährenden Verwickelungen und Schwierigkeiten. n ,

Die Holländer haben sich zu allen Zeiten bemüht, die Vorgänge in ihren Colonieen geheim zu halten, und besonders über Sumatra besitzt man wenig M^moire^der^Negieniug^ ist"nicht^^ben^kstir^^Wir ^visiei^nur daß bV colo-!Djambi"im Jahre 1872 Web "ebenfalls ohne Erfolg. Auf die Anmeldung der ninle Regierung ganz consequentcr Weise bald durch Gewalt, bald durch poli-Commissarien Schiff und van de Wall, welche gesandt werden sollten, nm die tische oder Handekvrrtraae ihr Gebiet immer mehr ausgedehnt hat, wie beim Streitigkeiten zu schlichten, antworteten der Siabandar (eine Art von Minister ' . ----- . o v , , , ... .. SnÄ 91 HäVHrtrfrt itnb ßli'f AiihtP TlPTfÖllIi A mit Briedens-