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England.

London, 30. April. Die Königin ist heute von Osborne in Windsor-

Nationalservilismus wird sein Werk vollenden und sowohl dem Hause Wittels- Castle angekommen und wird daselbst zwei Wochen etwa verweilen, ehe sie

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nach Balmoral sich begiebt. Die Gazette zeigt an, daß der Prinz von Wa­les im Namen der Königin am 26. Mai einen Herrenempfang abhalten wird.

In Betrachtungen der Times, Morning-Post und des Standard wird das Testament Napoleon's HI. mit historischen Rückblicken auf seine glänzende und prachtliebende Regierung besprochen. Das leitende Blatt enthält sich des offenen Urtheils, während Morning-Post und Standard, die alten Freunde des Verstorbenen, seiner Uneigennützigkeit den Tribut der Anerkennung zollen.

In Südwales hat der Strike der Kohlengrubenarbeiter wirklich wieder begonnen. In Pontypool und Abersychan wurde die Arbeit eingestellt, weil man den versprochenen Lohnzuschuß von 10 pCt. verweigerte.

sichten sind freilich trüb und düster, und wir zweifeln nicht daran: auch die Erzherzogin Gisela, welche gestern unter dem Jubel des treuen Bayerischen Volkes in unsere Hauptstadt einzog, wird noch traurige Tage erleben. Der,

bach als auch jenem von Habsburg noch wuchtige Schläge versetzen. Aber Die Tage der Trauer werden vorübergehen, und das alte Recht, geschützt durch die. Treue des Bayerischen und Oesterreichischen Volkes, wird wieder zu Ehren kommen. Wir tragen das lebendige Bewußtsein in uns, daß die gegenwärtige Säbelherrschaft ihr Ende haben und die liberale Corruption, welche Bayern und Oesterreich zu Grunde richten, dem christlichen Rechte und der wahren Freiheit der Völker Platz machen wird. Bis dahin wird auch der Boden für die Wiederherstellung des Römisch-Deutschen Kaiserreiches geebnet und jegliche Vorbedingung zu dauernder Macht und Größe unseres Vaterlandes erfüllt sein.

Fulda, 3. Mai. Für morgen, Sonntag, ist ein Strike der Bäcker und Maurer, welche kürzere Arbeitszeit und höheren Lohn verlangen, beabsich­tigt. Jndeß glaubt man, daß cs vorher zu einer Vereinbarung kommen wird.

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BermischteS.

KremS, 25. April. Die dem Herrn H. Dräsche gehörige Bergwertt-Anlage Thallern am rechten Ufer der Donau, eine halbe Stunde unter Mautern, bestehl aus einigen zur Direc- tion gehörigen Gebäuden und aus einer größeren Anzahl kleiner Häuser, bewohnt von den Arbei­tern; knapp an den Directions-Gebäuden befindet sich ein Luftschacht und der eigentliche För­derungsschacht, über dem letzteren befinden sich werthvolle, viele tausend Centner schwere Ma­schinen zum Fördern von Kohle, Arbeitern rc., welche von in nächster Nähe befindlichen Dampf­maschinen in Betrieb gesetzt werden; über das Ganze führt eine Eisenbahn. In einem dieser Maschinenhäuser wurde Theer mit so sträflichem Leichtsinn gesotten, daß in wenigen Minuten die Maschincnhäuser, die Stützen der Eisenbahn, die über den Schachten stehenden Gebäude uno das den Schacht haltende Gebälk in Brand stand, ohne daß man nur die geringste Hülfe leisten konnte. DerOrt" -Thallern besitzt nämlich nur eine, dem vorigen Jahrhundert entstammende Spritze, während die Bergverwaltung gar keine Löschgeräthe besitzt; im Bergwerk waren 60 Arbeiter, welchen nun der Rückweg durch das Feuer abgesperrt war. Das Feuer brach den 24. April um 4 Uhr Nachmittags aus und um 3 45 trafen die Feuerwehren aus Furth, Mau­tern, Stein und Krems am Platze ein; nach sofortiger Verständigung der Führer mit Sachver­ständigen des Werkes wurde als Hauptaufgabe die Freimachung des Hauptschachtes, eventuell die Rettung der 60 Arbeiter angestrebt, jedoch schon nach kurzer Zeit mußte dieser Versuch auf­gegeben werden, indem das Gebälke des Hauptschachtes verbrannte und zusammenstürzte, die darüber stehenden Maschinen mit in die Tiefe riß und dadurch den Arbeitern sicheren Tod brin­gen mußte. Die Feuerwehren unterbrachen ihr Rettungswerk, um auf's Neue zu berathen, auf welche Art man die 60 Unglücklichen retten könnte, und als letzte Möglichkeit konnte angenon^ men werden, sie durch den Luftschacht zu retten, wenn es den Feuerwehren gelingen sollte, das bis in eine Tiefe von 15 Klaftern brennende Gebälk zu löschen und dadurch dem Schachte seme Stützen zu erhalten, ohne welche er so wie der Hauplschacht in sich zusammenstürzen wurde; jedoch auch dieser letzte Rettungsversuch konnte nur Erfolg haben, wenn sich, die Arbeiter m die­sen Stollen geflüchtet und die Verbindung mit den anderen raucherfüllten Gängen luftdicht abge- chlossen hätten. Trotz dieser gewagten Voraussetzungen, trotzdem daß man die Unglücklichen für verloren gab, begannen die Feuerwehren auf's Neue die nun viel gefährlichere den

brennenden Luftschacht zu erhalten, und so standen die Feuerwehrmänner an dem Schacht, der jede Secunde zusammenbrechen konnte, über sich das brennende Eisenbahn-Gerüste und rechter .fianb einen 15 Klafter hohen eisernen Rauchfang, welcher die drohendsten Schwankungen machte; daß während dieser gefahrvollen Stunde die Feuerwehren ausgehalten haben, ist ein Beweis von großem Muthe und findet theilwetse seine Erklärung darin, daß der Jammer und die Thranen von vielleicht 40 Weibern und der doppelten Zahl von Kindern die braven Männer zur größten vereinigten Kraftanstrengung anspornten, um die in größter Gefahr schwebenden Arbeiter zu ret­ten und den weinenden Familien wieder ihre Ernährer znrückzugeben. So wurde bis -10 Uhr- Nachts mit riesiger Kraftanstrengung gearbeitet, und gekrönt wurde das Werk durch den Erfolg, indem der Luftschacht erhalten wurde und in einer Stunde sämmtliche schon todtgeglaubte Arbei­ter zu Tage gefördert wurden; nur einen Arbeiter verletzte ein hinabfallender Stein schwer am Kopfe.

Rußland.

Petersburg, 1. Mai. Kaiser Wilhelm hat bei dem Geburtsfeste sei­nes kaiserlichen Neffen den während seines hiesigen Aufenthalts ihm als Ehren­geleit beigegebenen Osficieren hohe Orden verliehen, namentlich dem Fürsten Suwarow den Schwarzen Adlerorden. Zu Mittag war heute Familiendiner beim Großfürsten Michael. Am Abend findet ein Ball im Petersburger Adels- Club statt.

Frankreich.

Paris, 30. April. Hebet den Prozeß Bazaine liegen folgende Mitthei­lungen vor. Das reichhaltige Actenmaterial befindet sich, nachdem die 3nflruc- tion beendet ist, in den Händen des Ministers. E? besteht aus ungefähr 850 Folioseiten, welche den Bericht des Generals Rviore und 2500 Foliosetten, welche die Belege und die Schlußfolgerungen des Generals Poureet umfassen. Die Schlußfolgerungen befinden sich in Uebereinstimmung mit der Exposition des Berichtes, die den Marschall schuldig erklärt. Es macht das um so mehr Aufsehen, als man glaubte, Pourcet sei dem Marschall günstig. Die volu­minöse Arbeit brachte den General Ciffey auf den Gedanken, den Actenstoß einer Durchsicht unterwerfen und die überflüssigen Stellen ausscheiden zu lassen. Da es aber möglich wäre, daß ein solches Verfahren zur Cassation des Ur theils führen könnte, fo hat Ciffey die Frage einer Anzahl juristischer Notabi- litäten zur Benrtheilung vorgelegt. Viele erblicken hierin blos ein Mittel, die ganze Angelegenheit in die Länge zu ziehen. Unter dem Vorwande, den Prozeß zu vereinfachen, complicirt man ihn.

Paris, 1. Mai.Bien Public" tritt heute den beunruhigenden Gerüch­ten entgegen und ersucht die Geschäftswelt, sich durch einige Schreier nicht erschrecken zu lassen, sondern sich klare Rechenschaft über die Lage abzulegen. Gestern habe es geheißen, ein Minister wolle abireten; heute sage man, Deutschland erhebe Schwierigkeiten wegen der Zahlungen. Beide Gerüchte seien falsch. Das erstere könne man bis zu einem gewissen Puncte durch die Lage selbst entschuldigen; das zweite ist vollständig gefälscht; um schmachvoller Spekulation willen erschüttert mau dadurch den Credit Frankreichs, verletzt seine Würde und verbreitet Schrecken unter den Patrioten. Officiöse Blätter melden, der republikanische Deputirte Turquet habe heute eine Unterredung mit Thiers gehabt, der ihm gesagt, die Lage sei schwierig, er werde aber auf dem Boden der conservativen Republik feststehen bleiben und hoffe, daß die Republikaner sortfahren würden, ihm zu vertrauen, so daß er mit ihrer Unterstützung und der aller weisen Conservativen die Schwierigkeiten der Lage überwinden könne. Laut Opinion Nationale wird die Negierung das bestehende Wahlgesetz auf- rechterhalten und nur Abstimmung nach Arrondissements, statt nach Departe­ments beantragen. Cardinal Billiet, Erzbischof von Chambery, ist gestorben.

ytaiicn.

Nom, 2. Mai. Während der angeblich jetzt gehobenen Krankheit des Papstes ist bekanntlich die Eventualität einer neuen Papstwahl der Gegenstand der eingehendsten Berathungen im Vaticau gewesen. Zu derselben Zeit find aber, wie ein römischer Correspondent derDeutschen Ztg." erfährt, eifrige Unterhandlungen zwischen den europäischen Mächten gepflogen worden. Die im Besitze des Vetorechtes befindlichen Mächte Spanien ausgenommen, wel­ches nicht zu den Verhandlungen zugezogen wurde werden, falls das Con- clave einen Protegö der Jesuiten wählen, und durch diesen Wahlact eme Kriegserklärung gegen die Staatsgewalten erlassen sollte, den ausgiebigsten Gebrauch machen.

lei Jinanr >ie in ihm Frickrichs- )id)t habe», tie hiG in Zahlung jolbnMtii, Einziehung einziiliesm, wieder zu

n Bau be­eilt, sovie den. Nach neu an- rben wird, nspectiom nie Ltrecke egenwärtig ch-Mcki-

Spanien.

Madrid. Der Civil-Gouverneur von Barcelona ließ in den Journa­len dieser Stadt folgende Note veröffentlichen:

Da die vereinigte Presse nach einem Telegramme gemeldet hatte, daß die föderative Republik in Madrid proclamirt worden sei, stellte ich bei der Regierung die Anfrage, ob sie mich ermächtigen könne, dieser Nachricht zu widersprechen. Ich erhielt die Antwort, daß allerdings ewige Clubs die Pro- clamiruug der föderativen Republik verlangt hätten, daß aber die Negierung die­selben auf das Gefährliche einer solchen Maßregel aufmerksam machte und darauf hinwies, daß das Wohl des Landes und der Erfolg unserer Sache fordere, den constituirenden Cortes die Sorge der Organisirung der Republik zu überlassen. Die Regierung verordnet mir daher, die von der vereinigten Presse gebrachte Depesche zu dementiren und künftighin nur den officiellen Mittheilungen Glauben beizumessen, mit Rücksicht darauf, daß so viele Leute ein Interesse haben, eine Agitation im Lande hervorzubringen. Die Regierimg fügt hinzu, daß allem Anscheine nach die gestrige Conspiration Verzwelgilngen hatte. In Alcala z. V. erhob sich ein Theil des Regiments von Calatrava, eine Bewegung, die jedoch glücklicher Weise vom Regimente von Santjago unterdrückt wurde. Die Jnsurrection wurde auf's Haupt geschlagen und es wird ihr nicht leicht sein, dasselbe wieder zu erheben. Was ich hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht haben will.

Barcelona, 25. April. Der Civil-Gouverneur Miguel Ferrer y Gams.

Perpignan, 3. Mai. Aus Barcelona wird unterm 1. Mai gemeldet: Oberst Cabrinety schlug die Carlisten unter Saballs und Villa in einem sechs­stündigen Gefecht in den Bergen von Monzeny und wurde dafür zum Brigadier ernannt. General Velarde erließ den Befehl, alle Landhäuser zu verlassen und zuzumauern, worüber große Aufregung in Catalouien herrscht, rum^l Velarde erklärte, er werde die nichtvermauerten Landhäuser zerstören. 60 Alcalden wollen ihr Amt uiederlegen. Man befürchtet den Ausbruch eines allgemeinen Aufstandes, falls die Maßregel ansgeführt wird.

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irgend ein Offert, Gesuch ober sonstige Willensmeinuug in den Zeitungen zu ver­öffentlichen, befürchtet jedoch aus naheliegenden Gründen eine Verletzung der Diskretion. Die bekannte Annoncen-Expedition von RudolfMosse, Centralbüreau Frankfurta M . hat sich den ehreuwerthen Ruf erworben, alle ihr zur Besorgung an die Zeitungen zu gehenden anonymen Inserate mit strengster Geheimhaltung der Namen der Auftrag­geber in jedes gewünschte Blatt einzurücken und die hierauf eingehenden OffertbriFe uneröffnet und ohne Prooisionsberechnung dem anonymen Inserenten ungesäumt zu übermitteln.

Welches Vertrauen genannte Annoncen-Expedition im Publikum genießt, beweisen hinlänglich die Jnseratenspalten aller Zeitungen, welche täglich eine Menge von Anzeigen enthalten, worin obige Firma zur Entgegennahme von Offertbriefen autoriffrt ist.

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Börsennachrichten, j

3 Mai 1873.

Actien.

jO/o östr. F. St. E. B. 3571/2 Lombard. Bahn 204/2 Ludwigsh. Bexbach

Maxtahn

Bayer. Ostbahn 124 Rhein-Nahebahn-Act. Hess. Ludwigsb.-Act. Oberhessen 74

Wechsele

Amsterdam k.. S. 977/8

Augsburg k. S. 100

Berlin k. S 1047/&

Bremen k. S. 105i/b

Brüssel k. S. 923/4

Hamburg k. S. 105*/g

Leipzig k. S. 105

London k. S. 1171,-4

Lyon k. S.

Paris k. S. 925/d

Wien k. S. 1061/2

ditto m. S. 1061/8

ditto 1. S. 1061/s

Disconto 5

Preuss. 41,3°,o Oblig. 1037/6 Frankf. 3'/^ o Oblig. 87 Nass. 4i/? o Obi. 100 Kurhess. 4°,° 96'/z Gr. Hess. 50,g Obi. 102 n » 40/0 99

n n 3/20/0 951/2

Bayer. 50/0

4Vfc°,o 1jährige 100

40,0 1jährige 92/6

Wiirtemb. 4i/2°/o Obi. 100 Baden 4i/2°/o ObL c. E. L. 100i/6 Oesterr. Silberrente 665/8

Papierrente 641/4 Spanier, neuest. 3% 201/4 Amerik. Bonds 1881r 98j/» n r> 1882r 953 4

1885r 967/.

» 1887r 971/.

Prioritäten«

3% östr. Stsb. Prior. 59! 4

3% östr s. Lombard 50

3°/o Livorneser

5% Toscaner 561/3 50/g Elisabeth.-Prior. ^0. II. Ernis«. 833/g

Goltlsor teil» fl. kr.

Pr. Friedrdor 9 571 258i Pistolen . . 9 3^41 r doppelte 9 3941 Holl. fl. 10 St. 9 5254 Ducaten . . 5 33- 35 20 Frankenst. 9 191,220 Engi. Sover. 11 4547 Russ. Imper. 9 40 42 Dollar in Gold 2 2626

Aiileliensloose.

Darmstädter fl. 50Loose

Kurh. 40 Thlr. Loose 72 Nassau 25 fl. Braunschweiger 3° 0 Oldenburg. ä40Thlr. 40/0 bayr. Präm.-Anl. 1125/4 40/0 badische Locse Badische fl. 35 Loose 70 Oestr. fl. 250 v. 1854 1858r Prioritätsloose 1860r Loose 94/4 1864r 1711/2

Actieih

Frankf. Bank 146*/4

Frankf. Vereins-Kasse 143 */2

Darmst. Bankact. 4411/2 Wien Bankactien 1001 Oest. Creditact. 344 Galizien