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tzrris vierteljährig 1 |L 13 fr.

mit Brürgerlohn. Durch die

B»st»gen vierteljährig

i ff. 29 fr.

Gießemr Anzeiger.

Erscheint täglieh, mit-- nähme Sonntag-.

Expedition: CauaUUita.

Lit. B. Rr. 1.

Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kressen.

Nr-. ZGA. Montag dm 5. Mai S8R3.

flmttidjer Theis.

y8 Liter (früher V4 Schoppen), !/16 Liter (früher 1/8 Schoppen) rind V32 Liter (früher Vig Schoppen).

Die Maß - und Gewichts - Ord;;n g betreffend.

Die neue Maß- und Gewichtsordnung ist bis jetzt auch hier nicht immer pünktlich befolgt worden. An vielen Schankgefäßen befindet sich der Eich­strich zu nahe am Rande; die kleineren Gefäße sind zum Theil nicht geeicht und die sog. Töpfchen (3/t Schoppen) sind als Schankgefäße gar nicht zulässig.

Es ist uns nicht gestattet, die Frist für Anschaffung der vorschriftsmäßigen Maße und Gewichte weiter auszudehnen; bevor wir aber zu Confiscationen und Strafen schreiten, wollen wir aus der Verordnung vom 10. October 1871, betreffend: Die Beschaffenheit der SchandgesaHe folgende SS- besonders in Erinnerung bringen. trr , r ' .

§. 1. Alle für den Ausschank von Wein und Bier in den Wirthschaften bestimmten Gesäße jeder Art muffen mit einem äußerlich eingeschliffenen, naeschnittenen oder eingebrannten Strich versehen sein, welcher bei der Ausstellung des Gefäßes auf einer horizontalen Ebene den Coll Inhalt bcgränzt

Zulässig sind für den genannten Zweck nur solche Gesäße, deren Soll-Inhalt einer der von der Maß- und Gewichts-Ordnung für den öffentlichen Verkehr zugelaffenen Maßgrößen (siehe §. 5 der Eichordnung) entspricht.

Schankgefäße von V4, 1/2 und i/i Liter bedürfen ckeiner weiteren Bezeichnung ihres Inhalts.

Andere nach der Maß- Gewichts-Ordnung zulässige Größen sind durch Einschleifen, Einschneiden oder Einbrennen nach Liier besonders zu bezeichnen.

§. 2. Der Strich, welcher den Soll-Inhalt begränzt, muß:

a. bei Schankgefäßen für Wein wenigstens 7» Centimerer,

b bei Schankgefäßen für Bier wenigstens 1 Eentimeter,

c. bei Flaschen wenigstens 2 Eentimeter

unter dem oberen Rande liegen. L c , , f

§. 3. Den Wirthen ist freigestellt, diese Bezeichnung ihrer Schankgefäße selbst vorzunehmen oder durch wen immer vornehmen zu lassen.

Sie sind für deren Nichtigkeit verantwortlich. , , cr . , . , f

S- 4. Jeder Wirth ist verpflichtet, vorschriftsmäßig geeichte und gestempelte Flüssigkeitsmaße von dem seinen Schankgefäßen entsprechenden Inhalte mr Schanklocal bereit zu halten, seine Schankgefäße vor deren Gebrauch damit zu untersuchen, auch die seinen Gästen und Kunden verabreichten Ouantilaten nach- rumessen, im Falle dies verlangt wird. . . - . , t £-r , r

5. Bei der polizeilichen Visitation der geeichten und gestempelten Flüssigkeitsmaße (§. 4) sind von den vorhandenen Schankgefäßen beliebige

Stücke herauszuqreifen und der Prüfung zu unterstellen. , . , , r.

Nach 5 der Eichordnung werden nur folgende Flüssigkeitsmaße für den öffentlichen Verkehr zur Eichung und Stempelung zugelassen:

2 Liter (früher 4 Schoppen oder 1 Maß), ' 1' 1/

1 Liter (früher 2 Schoppen oder 1 Flasche),

1/2 Liter (früher 1 Schoppen,)

1/1 DKstn^en^GeschäMeut7welche nach Ablauf von drei Woche» noch »»geeichte ober ungesetzlich- Maße, Gewichte oder »»gestempelte Waagen führen, haben außer der gesetzlichen Strafe anch noch die Confiscation der vorschriftswidrigen Maße und Gewichte z» gewärtigen.

Gießen den 27 April l873. Großherzogliche Polizei-Verwaltung der Provinzialhauptstadt Gieße».

p 1 Nover.

Politischer Theil.

Die jüngsten Wahlen in Frankreich.

denen eine Nachwahl nothweudig war,

die radicale Partei gesiegt. In der Hauptstadt des Landes halte die Wahl durch die Person des ExmaireS von Lyon nur noch einen pikanteren Beige­schmack erhallen, indem die republikanische Partei den Candidatcn Barodet geradezu als einen gegen Thiers persönlich gerichteten Protest hinstellte. Daß die jetzige Versammlung in Versailles nicht mehr der Ausdruck der eLtimmung und der politischen Wünsche der französiichen Bevölkerung ist, hierfür bedurfte es des Beweises nicht erst der jüngsten Wahlergebnisse. Wenn man sich nur einen Augenblick die Verhältnisse in Erinnerung bringt, unter denen diese Ver­sammlung zu Stande kam, so kann man auch nicht im Geringsten darüber in

konischen Sinne ausgefallen, allein trotz alledem war der Präsident zu einer Auflösung der Kammer nicht zu bewegen. Er hat sich zu jener berühmten Dot- Nicht nur in Paris, sondern weitaus in den meisten Departements, in schäft verleiten lassen, mit welcher er die jüngste Session eröffnete; es steht hat die republikanische, beziehungsweise nicht zu erwarten, daß er sich zu einem weiteren Schritte in derselben Richtung ' " ' " wird entschließen.

Ob aber der Präsident nicht seiner Neigung, seiner Ueberzcugnng folgen wird und die verleugnete orleanistische Fahne wieder anerkenne *4 Das ist die in der That sehr inhaltschwere Frage. So herrschsüchtig der jetzige Präsident sein mag, immerhin wird er sich viel lieber dazu entschließen, dem Herzog von Aumale die Geschicke Frankreichs zu überlassen, als dem verhaßten Nebenbuhler Gambetta. Daß aber die republikanische Partei, welche den Exdictator von Tours auf ihr Schild erhoben, keineswegs gewillt ist, sog. philiströse Justc- Milicu-Polckik zu treiben, das zeigt der Ton sehr deutlich, den das republika-

r J. - <** ..... 1 ...... .. Cf) ~v Rnnnhliniui fr-1 »1 z»d i CO Novoikä

Rweifcl fein. Unter dem betäubenden Eindruck der Kriegsereignisse gewählt, nische Hauptorgan, die Pariser ^eptibhqne fran<;aise , bereits anschtagt. repräsentiere die Kammer-Mehrzahl das Bild des eingeschüchterten französischenFrankreich lebt auf", tont es durch de» M»»d Gambetta s, immerdar stark Volkes bei» vor Allem daran gelegen sei» mußte, dem Kriege ein Ende zn und großmüthig, immerdar treu ergeben dem unbezähmbaren Geiste der Nevo-

mache» Da aber keine bet um tie Herrschaft streitenden Parteien sich stark lutio», welcher ihm seinen Platz im Vortrab ber übrigen Menschheit a»gew,e-

g«mg fühlte, um ihren Kr°»prLtenbe,,te» auf bei, Thron zu erhebe», so erlebte fe» hat."Fürwahr es ist gut, daß »ach so Mel Niederlagen r»>d l ngli.cks-

die Welt die sa immer alles auf Frankreich Bezügliche anstainit, das wunder- lalle» die leide»fchaftlrche Viete z» Frankreich alle Seelen wieder Packt. Die

bare Schauspiel , daß sich eine ihrer Mehrzahl »ach monarchisch gesinnte Kam-Rationen wie die einzelnen Menschen Pud Nicht nn Stande, dem äußersten Grad wer eine revublikanische Staatsform gefalle» lasse» m»ßle. Ja »m das Er-des Schmerzes allzu lange zu widerstehen. Frankreich stndet stch. heu e a s das , sollte'wwdcr, wofür stets bckauut war, als Freuudiu der Gerechtigkeit uuo des

' ^Fortschritts, stolz auf die hohe Würde, welche ihm die edlen Priucipieu, die

es in der Welt verbreitet, verliehen haben. Mit heiligem Schauer hat es abermals jene herrliche Einheit an den Tag gelegt, welche alle seine Kinder

umschließt und Kraft deren es für alle übrige Menschheit die Nation der

Initiative ist. Paris wurde besiegt, Frankreich wurde besiegt, aber Europa, das Universum, hielten deshalb nicht weniger ihre Blicke aus Paris und Frank­reich geheftet.- Man war begierig zu wissen, ob dieser Herd des Lichts und der Gerechtigkeit zu glühen aufgehört, ob diese wohlthätige und lebendige Flamme des frauzösi'tcheu Geistes für die Welt, für die Menschheit ausgelöscht sei. Das Volk der Initiative!" Das ist nur die zeitgemäße Variante für das Revanche-Geschrei" und so ist denn der Ausfall der Wahlen für uns Deutsche von dem höchsten Interesse Thiers ist immer so klug ge»ocsen, Deutschland

mer eine republikanische «Ltaatssorm gesallen lafjen mußte.

staunliche dieses Schauspiels mit einer komischen Nuance zu verbinden, der Mann, welcher sein ganzes Leben der Glorificirung der napoleonischen Zeit weihte, gleichwohl aber den Orleanisten ergeben war , berufen sein, eine Ver- nunftehe mit der Republik einzugehen. Thiers, Präsident einer Republik, deren Vertreter ihrer Mehrzahl nach Monarchisten waren, kann man sich eine größere Farce denken! Mit anerkennenswerthem Geschick hat sich der schlaue Staats mann zwei Jahre lang auf seinem wippenden PräsidentschaftSjessel zu halten verstanden. Er hat Frankreich den Frieden gegeben, die Räumungsfristcn er­heblich verkürzt, er hat seinem Lande nominell eine starke Heeres macht verschafft. Aber das hat weder die Republikaner von Professioli, noch die Monarchisten zu befriedigen vermocht. Beide wollen das Provisorium beseitigt wissen, daher das Drängen der Republikaner nach Auflösung der jetzigen Versammlung, wah­rend die Geaenpartei diesen vorhandenen Zustand so .lange als möglich conser-,^... v . tv u ; /. ;/ . <

Viren will Alle Nachwahle» währenb des litzie» zwei Jahre smb im repüblr- nicht zu provveiren, es fei ben», bap Iftnter ihm eine marschfertige, zahlreiche