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Lissabon, 3. März. König Amadeus und dessen Familie schissten sich

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leit behufs Ermittelung des Schuldigen. Ein Mitschuldiger ist verhaftet.

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mittelst Negociirung falscher Wechsel. Das Gerücht Sterl. Die Polizei ist in der angestrengtesten Thäiig-

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der Hof und portugiesischen und Oificiere, nach Madrid

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London, 3. März, höchst bedeutender Weise spricht von 200,000 Pfd.

gestern Avend angeblich nach Genua ein. Die königliche Familie, die Minister gaben ihnen das Geleit. Die im Hafen liegenden und fremden Kriegsschiffe salutirten. Die spanischen Hofbeamten welche den König Amadeus hierher begleitet hatten, sind wieder zurückgekehrt.

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Ein Amerikaner betrog die Bank von

Rußland.

Saratow, 2. März. Großfürst Nicolaus Constantinowiisch ist nach Tur- abgereist.

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Madrid / 1. März. Die Unfehlbarkeit der spanischen Republik liegt, wie immer, nicht in der Kraft ihrer Gegner, sondern in der Mannichfaitigkeit ihrer Anhänger, von denen alle sich die Republik als etwas Anderes vorstellen, wat mit ihren persönliches Wünschen übereinstimmt. Während in Madrid Föverirte und Unitarier sich in den Haaren liegen, während im Süden bereits der Socia»

liswus feine Orgien feiert, gewinnt im Norden der carlistifche Aufstand offenbar von Tag zu Tag an Bedeutung und Umfang. Roch am 27. Februar war in Paris die Post aus Madrid ausgeblieben, ein Beweis, daß die RegierungStrup. pen nicht i* Stande sind, die große Straße gegen die Angriffe der carlist.schen Guerillas zu decken. Dabei fühlt sich die Regierung ihrer eigenen Generale fei- ncswegs sicher, wie der beständige Wechsel des ObercommandoS in den nördli­chen Provinzen beweist. Es ist unzweifelhaft, daß in den wenigen Wochen seit der Proklamation der Republik der Earlismus zu einer bedeutenden Macht erwach­sen ist, deren weiterer Ausbreitung einen Damm entgegenzustellen, die Regierung durch die Rothwendigkeit, einen großen Theil ihrer an sich keineswegs bedeuten­den Streitkräfte in Madrid und den ganz durchwühlten südlichen Prosinzen zu- rückzuhalten, gehindert ist. Nach den derUnion" zugegangenen Mittherlungen sollen sich die Streitkräfte der Carlisten bereits auf 35,000 Mann belaufen, was indessen doch wohl übertrieben sein dürfte. Dasselbe Blatt veröffentlicht eine Proclarnation des Infanten Don Alfonlo (des Bruders von Don Carlos), in welcher allen Offieieren, die zu Don Carlos übertreten, ein höherer Grab ver­sprochen wird. Ütber die Wirksamkeit dieser Aufforderung wäre es, bei den sehr widersprechenden Nachrichten, die über die Stimmung der Officiere in Umlauf gesetzt werden, gewagt, Vermuthungen auSzusprechen.

Daß alle diese Umstände den auswärtigen Mächten der Republik gegenüber eine große Zurückhaltung auferlegen müssen, ist selbstverständlich. Die Nachricht pesEtoilie beige," von einem förmlichen Einverstänbntß zwischen Deutschland, Oesterreich, Rußland und Italien betreffs einer rein zuwartenben Haltung den Ereignissen gegenüber ist eine übertriebene Wichtigmacherei einzig auf dem aller­dings sehr vernünftigen Fundament beruhend, daß keiner dieser Mächte die Re­publik anerkennen kann, bevor sie den unzweideutigen Beweis ihrer Existenzfähig­keit geliefert hat; und daß Herr Thiers sein Verhalten nach dem der übrigen Mächte richten wird, ist nicht minder wahrscheinlich.

üerium sich bis auf Weiteres der Prüfung, sowie der Bewilligung ober Ableh­nung der Anträge auf Conccssioniruug von Eisenbahnen gemäß der bezüglichen früheren, in gewissem Maße außer Hebung gekommenen Bestimmungen vom 30. November 1838 künftig wiederum unterziehe. Der Kaiser conserirte heute mit dem CultuSminister Falk, dem Präsidenten des OberkirchenratheS Herrmann, dem Propst Brückner und dem Oberhofprediger Hoffmann. Der »Kreuzzeitung" zu- folge wurde der Generalsteuer - Director Schuhmann vorigen Dienstag mit dem Cowmiffarium in dem Skrutinialverfahren gegen den Geh. Rath Wagener be- traut Selbstverständlich bedurfte derselbe zur Information aus den Ministerial- und Stadtgenchts-Acten einige Tage, ehe er zur Vernehmung Wagener's, welche Sonnabend erfolgte, schreiten konnte. Nach demselben Blatte ist der Geheime Commerzienrath Krause in den Adelstand erhoben worben.

Berlin, 3. März. Nach einer Mittheilung seitens des Comites der Gläu­biger des vormaligen Königreichs Westphalen ist zwischen den Gläubigern eine endliche Urbereinstimmung erzielt und der Beschluß gefaßt, den Weg Rechtens ru ergreifen. Die Klage stütz! sich auf nachstehende Erwägungen: 1) Die Cabi- neuorbre an den Finanzminister v. Klewitz vom Juni 1813, worin die Regierung die solidarische Verpflichtung ausspricht und übernimmt: diese Angelegenheit im Interesse der StaatSgläudiger zu ordnen; von der Magdeburger Regierung«- abtheilung, auf des damaligen Staatsministers v. Bülow Veranlassung zu dem Zweck mit preußischem Staatsstempel versehen worden sind und bis zum Schluß des Jahres 1814 bei Haus- und Gutskäufen, so wie in allen Lande-kaffen in Zahlung angenommen worden sind; im Januar 1815 erschien eine neue Cabinet-ordre: zufolge welcher dieser Schuldangelegcnheit vorläufig mit den dabei beteiligten Staaten geordnet werden solle. 2) Sind diese Staatsschulden mit Genehmigung der Reichs- und Provinzialstände (zur Abtragung der an Frank- reich zu zahlenden Kriegsentschädigungen) genehmigt worden und sind zu deren Realisation die sämmtlichen Etnkünfte der Domänen und Forsten verpfändet, das Capital zu deren Tilgung ist mithin vorhanden, nur nicht zu dem beanspruchten Zweck verwendet. 3) Da gegenwärtig Hessen und Hannover dem Staatsoerbande einverleidt sind und das verpfändete Unterpfand gegenwärtig in den Händen der Regierung ruht, so wird dieselbe sich doch veranlaßt fühlen, diese Angelegenheit endlich zur billigen Ausgleichung zu bringen.

Berlin, 4. März. Den heute fortstrikenden Droschken-Fuhrherren ging heute die endgültige Aufforderung des Polizeipräsidiums zu, ihre Fahrzeuge bei Meldung sofortiger ConcessionS-Entziehung sofort in Dienst zu stellen. Dem Der- nehmen nach schweben Unterhandlungen wegen Ertheilung einer Concession zum Betriebe von 4000 Droschken an einen Unternehmer. Die Verhandlungen sollen sich bereits dem Abschlüsse nähern.

Leipzig, 27. Februar. Der hiesige Buchdruckerstreike ist jetzt in ein neues entscheidendes Stadium getreten. Die von den hiesigen Mitgliedern statutenmäßig anzurufende Commission von Vertrauensmännern hat ihren Wahrspruch soeben dahin abgegeben, daß derStandpunkt der leipziger Principale in dem vorliegen, den Strikefalle em vollständig gerechtfertigter" und daß für den leipziger Strike nicht die Allgemeinheit der Gehilfen, sondern einzig uno allein der deutsche Buchdruckerverband" verantwortlich zu machen sei. Der hiesige Localverein des deutschen Buchdruckervereins beschloß in seiner gestrigen Versammlung einstimmig, die ihm nunmehr nach dem Beschlüsse vom 4. December 1872 zustehende 8er- einshilfe in Anspruch zu nehmen und den geschäftsführenden Ausschuß des deut- fchen Buchdruckervcreins zu ersuchen, die nöthigen Anordnungen deshalb zu tref­fen. Jener Beschluß vom 4. December lautet:

Wenn in irgend einer Stadt von Seiten unter sich geeinigter Gehilfen eine Arbeitseinstellung mit oder ohne Kündigung erfolgt und fortbesteht, trotzdem die Commisfion der Vertrauen-männer den Standpunkt der Principale gerechtfertigt findet, so tritt der Gesammtverein zum Schutze der gefährdeten VereinSmitgliever ein, indem an einem und demselben Tage im ganzen Gebiete des deutschen Buch- druckervereins die vereinSofficinen allen Gehilfen kündigen, die einer Verbindung angehören, welche den betreffenden Strike veranlaßt hat oder unterstützt. Kein Gehilfe, der wegen de- StrikcS ausgetreten oder entlassen ist, darf während der Dauer desselben in einer v-reinSosficin angestellt werden.

Der Vorsitzende des deutschen Buchdruckervere,nS, Dr. E. Brockhaus, theilte darauf mit: daß der Ausschuß beschlossen habe, diese allgemeine Kündigung der dem deutschen Buchdruckerverbände angehörenven Gehilfen seitens der Mitglieder des deutschen Buchdruckervereins am 8. März eintreten zu lassen, wenn an diesem Tage die Arbeitseinstellung in Leipzig noch fortbestehe, trotzdem die Commission der Vertrauensmänner, wie geschehen, den Standpunkt der Principale für gerecht- fertigt erklärt hat.

Stuttgart, 4. März. Nach dem heutigen Bulletin hatte die Königin. Mutter in der vergangenen Nacht zwischen leichten Phantasien mehrfach Schlaf; de- Morgens war das Befinden befriedigend.

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Börsenberichte.

Frankfurt a. M., 4. März. Da« Hauptgeschäft drehte sich heute um Creditactien, in Folge der ofsiciell gemeldeten Nachricht, daß die Superdivivende 22 fl. betragen werde. I» den Reservtfond kamen 600,000 fl. Creditactien, gestern Abend 365 V<, gingen von 466/i bis 359'/, 73/47*/2. ÄS fanden in denselben kolossale Umsätze statt. Der Rückgang ist den im Laufe der Börse eingetroffene» matteren Berliner Coursen zuzuschreiben. Die Cceditactien-Prämie pr. ultimo April wurde mit fl. 67 gehandelt. Lombarden zu 202, Staatöbah» zu 361'/,1/91 im Verkehr und beide Effecte« je '/, fl. niedriger. In den übrigen Werthgattunge» war eS ziemlich still, bei übrigens fester Tenoenz. Der lZcldftand zeigt sich heute noch um eine Schaft tirung knapper »nb stellt« sich Geld für Prolongationen auf 55' 2 Proc. Von Bahnen Vor­arlberger l1/, fl. höher. Alföld und Nordost niedriger. Siebenbürger Prioritäten, deren Steigen wir in unserem Wochenbericht proguosticirten, um l'/2 Proc. besser. Von Banken Wcchslerbank 2 Vroc., Baubauk l1/, Proc., Deutsche Effectenbank l1/« Proc. besser. Darmstädter 5 fl. nie­driger. Bankverein offerirt und 1 '/8 Proc. matter, auch ProvinzialdiSconto, Continental und Meininger niedriger. Staatsfonds fest, aber meist unverändert. Papierrente Vr Proc. höher. Spanier nachgebend. Von Loospapieren Raab-Gratzer fest. Venetianische Loose sehr beliebt und

Amerika.

Washington, 4. März. Die Modoc-Jndianer haben die von den Militär­behörden ihnen gestellten Bedingungen, wonach sie in Südcalifornien Wohnsitze erhalten, angenommen. Die in Port Royal beginnende, den atlantischen Ocean mit dem Missisippi verbindende Eisenbahnlinie ist nunmehr vollendet.

New-Hork, 2. März. Schatzsecretär Boutwell hat für den Monat März den Verkauf voo 6 Millionen Gold und den Ankauf von 3 Millionen Botu- angeordnet. Der Senat hat die Beschlüsse des Repräsentantenhauses bezüglich Der spanischen Republik genehmigt.

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Paris. I» Versailles ist die in Baumwolle eingepackte Bombe endlich explodirt. Gambetta hat seine ihm aufgedrängte Rolle von sich geworfen und sein Fach von ehedem, das der jugendlichen Liebhaber wieder aufgenommen. Er hat die von Brogli in usuin delphini verfaßte Denkschrift scharf und rückhalts- lot angegriffen und mit der ihm eigene« Offenheit die geheimen Plane der mo narchischen Partei enthüllt. Die entschiedene Partei der Linken hat somit officiell ihren Bruch mit Thiers kundgethan. Daß ernstliche Zerwürfnisse, gefährliche Störungen in der sogenannten Regierungsmaschinerie Frankreichs hieraus hervor­gehen würden, ist kaum anzunehmen, da keine Partei in jenem unglücklichen Lande derartig erstarkt ist, um eine drohende Stellung der jetzige» DerlegenheitSregierung gegenüber einnehmen zu können. In der politischen Lust Frankreichs liegt eine Scheu vor einem gewissen unbekannten Etwas, vielleicht vor einem Etwas, das man nicht kennen will, und diese Scheu lähmt die etwaigen iuitiatorischen Geister und Hände. Die Partei der nieDergetretenen Communards, deren Hanptsitze Paris und Lyon birgt, sind in unentschiedener Haltung, augenblicklich liegt ihr' Interesse nicht auf Seiten der um Verfaffungsfragen sich streitenden Coterien; die, Bonapartisten sind kopflos in des Wortes buchstäblicher Bedeutung. Eines glet- > eben Mangels können sich die Anhänger ChambordS rühmen. Ja, die letzte priu- : clpiellr Thorheit desRoy scheint sogar auch die legitimistisch-clericalen Elemente , ein wenig verdutzt zu haben. So sehen wir TtzierS sich halt««, indem er dem < interessanten Spiel der einander rum Theil widerstrebenden Kräfte ruhig zusieht bri ihrem Werth, vo» 14 fl. zu 8V« fl. noch weiterer Steigerung fähig. Von amerikanischen und - auf die beschleunigte Räumung des noch occupirten Gebietes bedacht ist.Prioritäten Crtenfl.n 2V, Pr-c. matter. Wechsel und Sorten ohne Veränderung. Im Ganzen genommen spielt Thiers die Partie desZauderers" (öunctator)

mit beneidenswerther Sicherheit. In Bezug auf die auswärts gerichteten Pläne Frankreich« ist zu melden, daß jenes Land allen Ernstes gewillt ist, die Stätten seiner Unglücksfälle aus dem letzten Kriege dingfest zu machen, also diedösaslres an seine Fahnen zu nageln. In neuester Zeit verlautet, sie wollen Sedan durch Erbauung von fünf Forts in ein großes verschanztes Lager verwandeln. Diesel­ben sollen auf dem Mont Piot gegenüber von Douchäry, auf den Höhen von Marsäe, in der Richtung von La Moncelle, zu Floing und auf dem Mont d'Jnges zu liegen kommen. Es fragt sich nur, ob die Großmächte, welche über die Ga- rantie Belgiens zu wachen Haden, nichts dagegen einzuwenden haben werden, wenn knapp an der Grenze dieses Ländchens eine Festung ersten Ranges sich erhebt, von welcher aus das ganze westliche Belgien beherrscht werden kann. Die festigung voa Sedan würde übrigens auch beweisen, daß die Franzosen bei nächsten Revanchezug Belgien zum Schauplätze ihrer Thaten machen wollen.