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Erscheint täglich, mit Aus­nahme Sonntag-.

Expedition: Ean-leiberg, Lit. v. Nr. 1.

Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Hiessen.

Nr. 232

Samstag den 4. Octoüer

1873

Invasion widerstanden habe, müsse Alles vor der Vaterlandsliebe zurücktreten

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Paris, 1. October. DerMoniteur de l'Armee", Organ des Kriegs- Ministers, enthält folgende officielle Mittheilung:

Die Debatten des Processes des Herrn Marschall de Bazaine beginnen am 6. October um 12 Uhr in Trianon vor dem ersten Kriegsgericht, das seinen Sitz in Versailles hat. Dieses Gericht ist folgendermaßen zusammengesetzt: (Gesetz vom 16. Mai 1872.) Erste Abteilung: Divisions-Generale, die ein Ober-Commando vor dem Feinde geführt: die Herren Herzog v. Anmale, Prä­sident; de la Motterouge, der Baron de Chabaud-Latour, Tripier. Zweite Abtheilung: In dem ersten Militär-District verwandte Divisions-Generale, die Herren de Martimprö, Princeteau, Martineau-Dechesnez. Ergänzungs­richter: Erste Abtheilung: die Herren General Guiod und Lallemand. Zweite Abtheilung: die Herren Generale Resseyre und Desusleau de Malroy.

Paris, 1. October. Bei dem in Perigueux anläßlich der Enthüllung der Statue des Generals Daumesnie stattgehabten Banket hielt Gambetta eine Rede, worin er sagte, daß die Republik triumphirt haben würde, wenn die

num des hiesigen Reichs - Ober - Handelsgerichts das Personal der Verwaltung bes! neucreirtenReichs -Jnvalidenfonds" solenn vereidet, d. h. für die gesetz- mKßige Anlage, Verrechnung und Verwaltung des Reichs-Jnvalidenfonds (187 Mill. Thlr. aus der französischen Kriegskosten-Entschädigung)unbedingt ver-

Synode competirende Gegenstände), 140 und 141 (Schlußbestimmungeu) wur­de »i angenommen.

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kirchenrathes übergehen sollen, angenommen; ein weiterer Antrag der Ausschuß- Minorität: confessionelle Sprengel der Superintendenten zu schaffen, wurde ab­gelehnt. Die §§ 136 (Geschäftsordnung und Dienstinstruction des Oberkir- chenrathes), 137 (Competenz des erweiterten Oberkirchenrathes), 138 (Vor­lagen des Oberkirchenrathes an jede ordentliche Landes-Synode), 139 (provi-

"K Photograph sovische Verfügungen des Oberkirchenrathes über an und für sich der Landes- E'vnode comveHrpnbe Geaenlländet. 140 nnb 141 (MN1--

3 killen.

Akom, 3. October. Anläßlich des Jahrestages des Plebiscits wurde gestern der sog.Monti" illuminirt. Ein großes Transparent stellte die Kaiser von Oesterreich und Deutschland und den König von Italien, sich die Hände

es:Vor wie nach der Fusion bleiben wir von der Notwendigkeit, die con- servative Republik zu organisiren, überzeugt."

Paris, 3. October. Mac Mahon ist heute früh nach Versailles zu­rückgekehrt. Das von den heutigen Morgen-Blättern erwähnte Gerücht über eine frühzeitigere Berufung der Nationalversammlung entbehrt bis jetzt jeden Grundes.

Deutschland.

Darmstadt, 2. October. Von Seiten unserer städtischen Vertretung ast nachstehende Adresse an die erste Kammer der Stände des Großherzoathums abgegeben worden:

Der von Großherzoglicher Staatsregierung den Landständen vorgelegte Entwurf eines Volksschulgesetzes, wie derselbe aus deu Berathungen der zwei­ten Ständekammer hervorgegangen ist, hat in der Bevölkerung des Landes verschiedene Beurtheilungen und Kundgebungen hervorgerufen. Von der Ueber- zeugung durchdrungen, daß eine gesunde Entwickelung der Volksschule die sicherste Grundlage der geistigen, sittlichen und materiellen Wohlfahrt unseres Volkes bildet, haben auch wir dem vorgelegtcn Gesetzes-Entwurf und den Be­schlüssen der zweiten Kammer unsere Aufmerksamkeit gewidmet und erachten uns für verpflichtet, unsere Ueberzeugung dahin auszusprecheu, daß sich die Groß- herzogliche Staatsregieruug durch ihre Vorlage einen gerechten Anspruch auf den Dank des Landes erworben und die zweite Kammer der Stände durch ihre Beschlüsse die Großherzogliche Staatsregierung in der guten Absicht, die Volks­schule zu heben und ihrem wahren Ziele zuzuführen, wesentlich unterstützt hat. Als Vertretung einer Stadt, welche Angehörige verschiedener Religions- ' Gemeinschaften in sich vereinigt, finden wir in dem Entwurf und in den Beschlüssen der zweiten Kammer vor Allem kein berechtigtes Interesse einer Religionsgemeinschaft verletzt, vielmehr erkennen wir in den Grundprincipieu, welche der Entwurf durchzuführen sucht, nur eine Bürgschaft des religiösen Friedens.

Wir richten an diese hohe Kammer die Bitte:

dem Entwurf des Volksschulgesetzes und den zu demselben gefaßten Beschlüssen der zweiten Kammer die Zustimmung zu ertheileu.

Darmstadt, den 30. September 1873.

Dorf, fo-Geschäft.

t zahlbar, zu tag in Amerikas zM . Auskünften, M (3911

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antwortlich" gemacht, dergestalt, daß die Mitglieder und der Vorsitzende dieser Verwaltungsbehörde eidlich geloben mußten:sich von Erfüllung dieser ihnen nut eigener Verantwortlichkeit obliegenden Pflichten durch keine Anweisungen oder Verordnungen irgend einer Art abhalten lassen zu wollen." Der vom Kaiser auf Lebenszeit ernannte Vorsitzende ist der frühere Ministerial- Director um königl. preuß. Finanzministerium, wirklicher Geheimer Ober-Finanzrath Dr.

Elwanger. Die beiden bisher erwählten Mitglieder der Verwaltung sind der konrgl. bayer. Ober-Rechnungsrath Landgraf und der königl. sächs. bevollmäch­tigte Munster und außerordentliche Gesandte v. Nostitz-Wallwitz. (A. Zta.)

Warburg, 3. Octvber. Das Forterscheinen derBürger- und Bauern-Zeitung" ist nach nunmehr erlegter Caution von 1000 Thalern gesichert.

Ludwigsburg, 3. October. Bei dem gestrigen Steeplechease stürzte der m der Sports weit sehr bekannte Premierlieutenant Maier Ehehalt und blieb todt auf dem Platze.

Oesterreich.

r-^^iett^mDcS6er-. ^ie ->lle 8r. Presse" schreibt:Die verun­glückte Wenzel s-Processwn in Prag hat gestern.in einer mit dem Segen des Papstes beglückten Katholiken - Versammlung, welcher die feudalen Führer bei­wohnten, ein Pendant gefunden. Auch ein anderer Trost ist den Rittern der heiligen Wenzelökrone beschieden worden.. Die czechisch-feudalen Bestrebungen, welche nicht im Staate Oesterreichs Platz finden können, sind von dem Vertre­ter desjenigen, dessen Reich nicht von dieser Welt ist, vom Papste, gewürdigt worden, und diese Anerkennung des glorreichen Königreichs Böhmen von Sei­ten des Papstes wird in der bevorstehenden Errichtung einer Congregatio na- tionis bohemicae in Rom Ausdruck findeu. Einen Don Carlos für Böhmen hat die römische Curie noch nicht aufgestellt wenigstens hat Cardinal Fürst Schwarzenberg der gestern stattgefundenen Katholiken-Versammlung nichts da­von gemeldet."

Schweiz.

Bern, 2. October. Am nächsten Sonntag werden in Genf zum ersten Male nach dem neuen katholischen Cultusgesetz von den katholischen Bürgern drei Geistliche der katholischen Gemeinde gewählt.

«fiankleich.

itu-- Die zweite Lesung des Verfassungs-Entwurfs wird Mittwoch den 8.

BrauDS d Vormittags 9 Uhr, beginnen.

Heute Morgen ist die erste Kammer der Stände wieder zusammenge- , 11,11,111 treten und hat bte Berathung über das Budget der Finanzperiode 1873 bis 1875 begonnen.

Leipzig, 2. October. Heute Nachmittag 1 Uhr wurde vor dem Ple-

Der Gemeinderath der Haupt- und Residenzstadt Darmstadt. (Folgen die Unterschriften.)

Darmstadt, 2. October. Der kleine ultramontane Zwerg wollte sich mit seinem Adressensturm zum Riesen aufbläheu und sich anmaßen, den Ton für Hessen anzugeben. Die Herren waren's so gewohnt, daß sie pfeifen und Alles tanzen mußte. Deshalb ist ihnen die jetzige Anmaßung nicht so arg zu verübeln. Allein es wird ihnen gründlich heimgeleuchtet. Ihre maßlose, zum Theil lügnerische und verläumderische Agitation' hat die guten Bürger aufge- riittelt und wie vom inneren Drang getrieben, beeilt man sich, der ersten Kammer den wahren Gesinnungsausdruck in Hessen in Adressen mitzutheilen. Man kann über die Frage der Zweckmäßigkeit dieses Gegensturmes verschiedener Ansicht sein, man kann sagen, laßt die kleine Schaar ultramontaner Dränger sich bei der ersten Kammer nur austoben, die wahre Stimme des Volkes kann doch nicht überhört werden, wenn auch einige Capläne mit bekanntem Gefolge sich heiser schreien. Allein da der Unmuth über diese vordrängende Anmaßung überall Wurzel gefaßt und im ganzen Lande die Gegenadreßbewe- gung im Zuge ist, so sollte man nun allerwegen nicht Zurückbleiben und der Regierung und zweiten Kammer durch einmüthiges Auftreten der Bevölkerung in dieser- wichtigen die Zukunft beherrschenden Frage den nicht unbedingt nöthi- gen, aber doch sehr wünschenswerthen Halt und Beistand geben. Die Ultra, niontanen wissen recht wohl, daß das Schulgesetz ihrem ganzen Treiben an den Kragen geht, deshalb toben die schwarzen Herrscher und die armen Beherrsch­ten, die jenen gehorchen zu müssen glauben. Gerade den Ultramontanen das! , wvnu viv

aus der Hand zu nehmen, soll das Schulgesetz mitwirken; es ist ein alten monarchischen Parteien nicht capitulirt hätten. Wenn man aber berück- ^lied der Kette im Kampfe gegen die Ultramontanen und Jedem steht es wohl sichtige, daß ganz Frankreich ohne Unterschied der Parteifarbe der deutschen s, in diesem Kampf sein Scherflein beizutragen. (Main-Ztg.) Invasion widerstanden habe, müsse Alles vor der Vaterlandsliebe zurücktreten.

Darmstadt, 2. October. Die außerordentliche Landes-Synode erle-Ueber der Republlk und der Freiheit stehe Frankreich und dessen vollständige brgte in ihrer gestrigen 15. Sitzung die §§ 136 141 und damit die erste! Unabhängigkeit.

Lesung des Verfassungs-Entwurfs. i Paris, 2. October. Der Herzog von Nemours ist heute früh nach

Zunächst wurde ein Antrag der Ausschußminorität, wonach die seitheri- Frohsdorf abgereist. Thiers hat die Einladung zum Besuche Nancys in gen Geschäfte der Superintendenten auf die geistlichen Mitglieder des Ober- einem Briefe an den dortigen Maire definitiv abgelehnt. DemSiöcle" fiTtipnrAfhpa nhprnphPH wegen des Abdrucks der Gambetta'schen Rede in Perigueux der öffentliche

Verkauf entzogen worden.

Paris, 3. October.Rappel" meldet, daß Thiers die Besuche von vielen Deputirten der Linkens empfangen habe. Ein Circulär Leon Say's, des Präsidenten des linken Centrums, beruft die Mitglieder der Partei auf den 23. October zu einer Verständigung über die den gegenwärtigen Verhält­nissen gegenüber einzunehmende Stellung zusammen. In dem Circulär heißt