Zimmer, dem Unterofficier vierhever im 2. Infanterie-Regiment (Regiment Groß- Herzog) Rr. 116, dem Seconde-Lieutenant Schott, de» Seconde-Lieutenant Bor- nemann, dem Seconde-Lieutenant der Reserve Klump, dem Unterofficier Mann, im 3. Infanterie-Regiment (Leib Regiment) Nr. 117, dem Hauptmann Schnei- der, dem Feldwebel Wolff, dem Unterofficier Hartmann, im 4. Infanterie-Regi» ment (Regiment Prinz Carl) Nr. 118, dem Rittmeister Freiherrn v. Wedekind, dem Seconde-Lieutenant Freiherr» v. Gemmingen - Hornberg, dem Unterofficier Grünig, im 1. Dragoner - Regiment (Garde-Dragoner-Regiment) Nr. 24, dem Trompeter Haas, im 2. Dragoner-Regiment (Leib-Dragoner-Regimenl) Nr. 24, dem Sergeant Engelhardt, dem Sergeant Winter, dem Unterofficier Roth, dem Trompeter Rapp, im Großh. Artillerie - Corps, dem Sergeant Schwarz in der Train-Compagnie; das Militär - Sanitäts - Kreuz dem Unterlazarethgehülfeu Schuchmann, im 1. Dragoner-Regiment (Garde - Dragoner - Regiment) Nr. 23; das silberne Kreuz des Bcrdienst-OrdenS Philipps des Großmüthigeu dem Ser- geant Kraft, im 1. Infanterie-Regiment (Leib - Garde - Regiment) Nr. 115 und dem Sergeant (Escadron-Schmied) Müller, im 1. Dragoner-Regiment (Garde- Dragoner-Regiment) Nr. 23; am 5. Juli dem Rittmeister ä la suite Jose Exe- quid Bardales de Arevalo das Ritterkreuz I. Claffe des Verdienst - Ordens Philipps des Großmüthigen zu verleihen; am 19. September den Rittmeister im Gendarmerie-Corps Supp zum charakterisirten Major zu befördern; am 31. Oktober den Major i. P. Weyland zur Suite der Infanterie zu versetzen; am 11. November den Hauptmann i. P. Bellaire zum charakterisirten Major zu befördern ; am 24. December den Kriegskaffe-Buchhalter i. P. Schenk den Charakter als Rechnungsrath zu ertheilen.
6. Dienstentlassung.
7. Charakterertheilungen.
8. Versetzungen in den Ruhestand. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben ollergnäbigst geruht: am 13. Januar den P^otocollistea und Kanzlei-In- spector bei der Staatsschulden - Tilgungskasse Franz Carl Uebelehauser unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste, und am 16. Januar den Oberrech- nungs-Revisor bei der zweiten Abtheilung der Justificatur der Oberrechnungskammer, Wilhelm Garnier, mit Rücksicht auf seine geschwächte Gesundheit dis zur Wiederherstellung derselben in den Ruhestand zu »ersetzen.
9. Concurrenzcröffnungev. Erledigt sind: die evangelische Schulstelle zu Allmenrod, im Kreise Lauterbach, mit einem jährlichen Gehalt von 400 fi.; die evangelische Schulstelle zu Uetzhausen, im Kreise Lauterbach, mit einem jährlichen Gehalt von 400 fl.; dem Herrn Grasen von Schlitz, genannt von Görtz, steht das PräsentationSrecht zu dieser Stelle zu; die erste evangelische Schulstelle zu Echzell, im Kreise Nidda, mit einem jährlichen Gehalt von 446 fl. 52 fr.
10. Sterbefälle. Gestorben sind: am 16. Juni 1872 zu Darmstadt der Oberst i. P. Freiherr von Bonchenröder; am 21. Joni zu Babenhausen der Stabsquartiermeister i. P. Korman; am 25. Juni zu Worms der Mojor i. P. Diery; am 9. August zu Friedberg der Premierlieutenant i. P. Nies; am 13. August zu Darmstadt der Oberstabsquartiermeister t. P. Nicola; am 24. October zu Darmstadt der Oberst und Krtegsministerial-Director i. P. Dornfeiff; am 9. No», zu Darmstadt der Oberst i. P. Weber; am 15. November zu Heppenheim der Oberst ä la suite der Infanterie v. Zangen; am 28. Nov. zu Darmstadt der Oberstabsquartiermeister t. P. Hofmann; am 27. December zu Erlenbach der ev. Schullehrer Adam Bock; am 30. Dec. zu Roßdorf der Schullehrer Peter Adam Ruths; am 31. Dec. zu Mainz der pensionirte Straßenbaumeister Johann Me>d; an dem,elben Tage zu Wallernhausen der Bauaufseher Johannes Nie«; alle 1872; am 7. Januar zu Darmstadt der erste ev. Pfarrer und Geheime Oberconsistorial- rath i. P. Dr. Georg Riuck; am demselben Tage zu Darmstadt der Hofgerichrs- Advocat Martin Emmerling I.; am 15. Januar zu Mainz der Steurraufjeher Gimbel; am 17. Ian. zu Langen der ev. Pfarrer und Kirchenrath Heinrich Clotz.
Darmstadt, 31. Ian. Die Gesetzentwürfe über die KreiSordnung, Städte- Ordnung und Landgemeinde-Ordnung sind, sichere» Vernehmen nach, von dem Großherzog genehmigt worden und werden nunmehr unverzüglich den Ständen vorgelkgt werden. Die ersten beiden Entwürfe beruhen auf dem Grundsatz der Selbstverwaltung und entsprechen insofern der neuen preußischen Kreis-Ordnung und bezv. der Städte-Orduung für die preußische Rheinproviuz. Auch die Laud- gemeinde-Ordnung wird durch die größere Selbstständigkeit, welche sie den Gemeinden hinsichtlich der Bürgermeisterwahl, des Gemeindehaushalts u. f. w. einräumt, den berechtigten Beschwerden abhelsen, zu welchen die bestehende Gesetzgebung seit Jahren Veranlassung gegeben hat. — Vor einiger Zeit war in den Zeitungen davon die Rede, daß in Kassel zwischen einem preußischen und einem großh. Hess. Comwisär über den verkauf des hessischen AnthetlS der Main-Weser - Bahn an Preußen verhandelt worden sei. Zweck jener Conferenz war jedoch, wie sich jetzi ergibt, der Abschluß eines Staat-Vertrags zwischen Preußen und dem Großher- zogthum Hessen Über die von der hessische» LudwigS-Eisenbahn-Gesellschaft projec- tirte Erbauung einer direkten Bahn von Mainz nach Wiesbaden. Der damal« abgeschlossene Vertrag ist jetzt dem hiesigen Landtag vorgelegt worden.
Berlin, 31. Ian. Die „Dresdener Presse" vom 28. Januar bemerkt, daß ihre Nachricht von dem Tode der Kaiserin Charlotte von Mexiko aus einer Verwechselung mit der Nachricht von dem Tode der Kaiserin - Mutter von Bca- silien beruhte.
Leipzig, 30. Ian. Das von den hiesigen durch Vertrag vereinigten Buchdruckerelbesitzern eingesetzte Comite hatte auf vorgestern Nachmittag eine Generalversammlung derselben einberufen. ES thetlte mit, daß es den Strike für ausgebrochen erkläre und deshalb beschlossen habe, in sämwtlichen 46 Buchdrücke- reien, die jenen Vertrag abgeschlossen haben, nächsten Sonnabend, 1. Februar, allen denjenigen Gchülfen (Setzern, Druckern und Maschinenmeistern) kündigen zu lassen, welche dem „Deutschen Buchdruckerverbände" angehören; jener über ganz Deutschland verbreiteten Verbindung von Buchdrucker-Gehülfev, welche notorisch auch diesen Stuke veranlaßt hat. Die Versammlung erklärte einstimmig ihr Einverständniß mit diesen, sowie allen sonstigen Maßnahmen des Comite«, und die Kündigung wird also gle chjeitig in den Osficinen erfolge». Ein die Gründe der Kündigung motivirendes Schreiben soll gedruckt und vor derselben den Betreffenden eingehänvigt werben.
Schweiz.
Der Widerstand der beiden urkatholischen Cantone Zug und Luzern, son- derbundlerischen Andenkens, gegen das Votum der Baseler Diöcesen - Conferrn,, schwächt die Größe des Schnitt« nicht ab, mit dem die Schweiz zuerst in so energischer Weise den Anmaßungen der Curie gegenüber tritt. Wenn die Stände
von jenen beiden Cantonen entschlossen sind, nur den der Form nach bere, ab* gesetzten Bischof Lachat al« ihren Oberseelenhirten anzuerkennen und btfdben in Ausübung seiner bischöflichen Functionen nach Kräften zu unterstützen, | legt das eben nur den Beweis klar, daß die Otte, in denen sich der finstereVeist der Kirche seit Jahrhunderten festgesetzt hat, für eine gesunde Entwickelung der Freiheit-Ideen nahezu unfruchtbar geworden sind.
Frankreich.
Paris, 30. Jan. Der jetzt Thier« vorliegende Bericht des Generals RivireS über B^zaine ist ein riesiges Schrififtück, dcss-n erster Thril die Krieg«operationen vm 12. August bis 1. Septewb'r 1870 behandelt; der zweite geht bis Sedan vner steter Berücksichtigung von M tz. Die Generale, welche das Kri.gSgericht öh Bazaine bilden sollen, sind vom KriegSminister vorgeschlagen und deren Namen tm Präsidenten der Republik überreicht worden. Ueber Zeit und Ort der Gerichts Verhandlungen lauten die Angaben noch widersprechend; es heißt, daß St. Cy zum Orte ausersehen sei; die Zeit hängt von dem Eifer und der ArbcitSkrasi irr Instanzen ab, die der Bericht Riv.^res^ noch burchzumachen hat.
Paris, 30. Ian. Die Zahl der Perfotikn, weiche in Paris als der Be» theiligung an der Internationale verdächtig verhaftet wurden, beträgt bis jetzt ungefähr 130. Wie es heißt, begeben sich die MitgliebkL der Internationale alle mit Musikrollen in ihre Versammlungen. Sie wollen so'» den Glauben erregen, daß sie eine Gesanggesillschaft bildeten. — Bekanntlich wu^e unter dem Kaiserreiche häufig über die schlechte Behandlung geklagt, welche den ?egen Preßvergehen ver- urtheilien Schriftstellern in den Gksängn.ssen zu Theil wo sie ihre Strafzeit absaßen. Heute scheint die Sache ober noch schlimwe. zu Zum wenigsten ist dieses die Ansicht von Cha.les Robenrck, der unter dem Kaiserreich öfters ein- gesperrt war und welchen die Republik hinter Schloß un^ Rteg^.1 hält. Derselbe schreibt darüber an die R^publique Franyrtse:
Gesangniß St. Pölagie, 28^Ian. 1873.
Ich habe nicht allein die Begnadigung nicht erhalten, um die ich übrigens nicht eingekowmen bin, sondern man hat mir vorgestern sogar verb oten, ferner an Den Pcogrer von Lyon zu schreiben. Diese ganz moralische Strafe bestund nicht unter dem Kai>erreicve. Außerdem stellte man mir, als ich heute Morgen mir eine einfache Flasche Wein von außerhalb, wie mch das von Pi.tri unter- zeichnete und in St. P^lagie angeschlagene Re«ltment ermächtigt, kommen lasse« wollte, eine Weigerung entgegen, und der Gesangniß - Direktor antwortete mir, daß die Gefängnisse unter dem Kaiserreiche zu frei gewesen seien, daß man alle- dieses geändert habe und daß ich mich ruhig verhalten müsse, well man mich sonst nach Rouen bringen werde. Ich bin überzeugt, daß der Regierung und dem Publicum diese- Verfahren unbekannt ist, welches sie Betreffs solcher, die wegen Preßvergehen sitzen, nicht billigen würden, denn es ist, welcher Partei man au- angehören wag, der Republik unwürdig. Genehmigen Sie ic.
Charles Rabeneck.
Der „Rhin" ist am Montag Abend nach Neu - Caledonien abgkganger. Derselbe hat 420 Galeerensträflinge an Bord, unter welchen sich einige politisch Stkäsl-nge, wie der bekannte Marine-Oific er Lnllier, befinden.
Versailles, 31. Ian. Die Nationalversammlung setzte heute die Berathurgen über die Lyoner LieferungSgeschäfte für die Vogesen-Armee fort. Der Dept- llrte Stgur trat für die Abschlüsse der Lieferung-- Commission ein, F«rrouill«t vertheidigte die Verwaltung--Acte der Lyoner Behörden. Morgen wirb die Dr- batte fortgesetzt.
England.
Loudon, 28. Ian. Die Spaltung im bonapartistischen Lager, deren Al- zeichen schon am Tage nach de- Ex - Kais,rS Blgräbniß sichtbar wurden, ist jezt etng fianvene Thaisache. Mvrnivg Post schreibt heute: „In den Reihen der B). napartlsten herrscht eine Spaltung entschredevsten Charakter«. Die Führer der einen Grnppe schaaren sich um die Kaiserin Eugenie, die anderen um den Piinz!» Napoleon. Der wohlbekannte Charakter des letztere« veranlaßt uns, zu glauben, daß er em keinen Schritt von der Haltung abweichen wird, die von uns a« 18. d. angedeutet worden. Ec wird sich von jeder Bewegung fern halten, deren Leitung ihm nicht anvertraut würde, und jedes Einvernchmen zw scheu ihm und sen politischen Freunden der Kaiserin sch-int unmöglich zu sein...." Die Time- druckt eine ähnliche, anonym gehaltene Mittheilung au« der Umgebung des Plinzen ab, und somit ist kein Zweifel mehr, daß die Wittwe und der Veiter auSe,nancer geratheu sind. Letzterer will Herr des Hauses und der Partei sein, will als solcher m Frankreich selber operiren, wofern ihm die Rückkehr dahin gestattet würde, will, dis zu gelegenerer Zeit, Thierist, Bourbontst, Orleanist ober Gambett'st werden und sich zu allem versteyen, was sein „wohlbekannter" Charakter nur immer gestattet, nur nicht zu dem Einen, daß er sich der Oberhoheit der Ex • Kaiserin und ihres unmündigen Sohne« nnterwerfe. Da ist cs denn natürlich, daß ein Elnvernehrnen zwischkN Beiden unmöglich geworden ist, wiewohl es fraglich ktscheint, ob rhnen mit Viesen Veröffentlichungen des ZmiespaltS gedient ist.
Asien.
Japan hat, dem britischen Dice - Consul in Aeddo zufolge eine weibliche Bevölkerung von 16,061,199, eine männliche von 16,733,698, zusammen von 32,794,837 Seelen. In Aeddo wohnen der letzten Zählung gemäß 780,321 Personen und zwar 416,821 männlichen und 363,509 weibliche» Geschlechts. Aeddo ist eine sehr große, aber nur in den Geschäitstheilen stark bevölkerte Stabt. Die Hauptstadt bedeckt einen Flächenraum von 2 828 000 TruboS oder 28 englische Quadratmeilen, und ist demnach nach London räumlich die größte Stabt der Welt. Der milltäri>che Stabttheil, welcher 12,000,000 TruboS bedeckt, enthält den Palast des Micavo, der eine Quadratmetle tinnimmt, die RegterungS- gebäude u. f. w. Die Tcwpel mit den dazu gehörigen Besitzungen beanspruchen 2,500,000 TruboS.
Die Corea - Frage nimmt eine sehr ernsthafte Wendung, uuv die »Japan Gazette" sagt, daß ein Krieg bevorstehe.
Die „Japan Mail" leugnet, daß die ausländische Geistlichkeit von der ja- panesischen Regierung eingeladen worben sei, an der Diskussion der Frage der reitgioien Tvl ranz theilzuuehmen. — Die französische Corvette „Bouragne" hat im Verein mit dem chinesiichen Kanonenboot „Cvun Her" viele Piratenschtffe geentert und zerstört. — Alle Schauspieler und Jongleurs wurden benachrichtigt, daß sie ihre Profefsion noch weitere drer Jahre aueüden dürfen. Nach dleser ZUt müssen sie jedoch eine nützliche Befchäftigung ergreifen. Bis dahin aber hat die


