Ans LLtÄjührtg 1 fi. 13 h- rttt Nvgvüshn. Durch bi« W' Lassen viertrlMrtg t «l rs h.
Gichemr Anzeiger.
Ärschetut täglich, mit Äue nähme Sonntags.
(5tiptbtti»a: Eanzletberg, At. v. Nr. 1.
Anzeige- und Amtsökatt für den Kreis Kietzen.
Kr. 28. —— Montag den 3. Februar 1873.
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n <y v.„ flfn^otAOV werden noch fortwährend sowohl bei der Expedition, Canzletberg B. 1, als auch bei allen Post-
Btftkllungtlt ÜUs vCU X^tCpCnCr Expeditionen und den Land-Postboten entgegen genommen.
«bvmentm welche den Anzeiger bei der Expedition abholen lassen, erhalten denselben für die Monate Februar und
' . März zu 40 fr.
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. Amtlicher Theiß.
Gießen, am 31. Januar 1873.
Betreffend: Die Schullehrer-Bibliothek im Kreise Gießen. ( f
Die Großhenogiiche KreiS-Schul-Commlsswn Gießen
an die evangelischen Schulvorstände zu Auendors a. d. Lahn, Annerod, Beuern, Burkhardsfelden, Garbenteich, Groh-Lmden,
Hattenrod, Heuchelheim, Klein-Linden, Leihgestern, Rieder-Bessingen und Reiskirchen.
Wir erinnern Sie abermals an Erledigung unserer Auflage vom 10. Januar 1873 binnen fünf Tagen.
v. Röder.
W o L i t i s eh er L tz e i L
sich
die
Die Bonapartisten.
Als Louis Napoleon in Chislehuist die Augen geschloffen halte, nutzte an sine hiutrrlüffcne Familie und seine Partei die Frage herantreten, welche Post- tvu dieselbe zu ergreifen bade, um ihren Aussichten, uno wenn solche nicht vor- lvuden wären, mindestens ihrer Würde nichts zu v.rgcben.
. — Die Frage nach den Aussichten der Bonapartisten mußte jedenfalls die -rinzipolfrage sein, und obwohl bisher offenil ch nichts darüber verlaute/, wle man sich diese Frage beantwortet hat, so geht jedenfalls aus den Beschlüsseni der Äarteiversawmlung, welche gleich nach der Beerdigungsfeicr in Chreichuist statt- gefunden und über welche der „Daily Telegraph" brrrchlet hat, hervor, daß man fifa zum — Abwarten entschlossen hat.
„Die Kaiserin und der Prinz Napoleon übernehmen Vie politische Bor- wundschast des kaiserlichen Prinzen und folglich auch die Leitung der bonapaltt- ßschea Partei. Alles wird nach ihrem Befehl und unter ihrer Ermächtigung g.schehe,^er Pxjnz wird nicht den Namen Napoleon IV. tragen; bloS in
dm Herzen seiner treuen Anhänger wird er unter diesem Titel leben. Lt sich Prinz Lotus Napoleon nennen, wie iS sein Datkr gethuo, ehe lhm vrant- rrich mit 8 Millionen Stimmen die Kaiseikrone -rus'S Haupt setzte."
Der Berichterstatter de« englischen Blatte« bemerkt hierzu, Voß die Beschmge der Partei kein Programm enthalten, daß in ihnen aber ein „gründliches Ber- -anduiß der Verhältnisse, Kraft ober keine Ungeduld" ausgesprochen sei - und vir alauben, daß der Berichterstatter Recht hat. ,
Der hinterlassene Sohn Louit Napoleon'- kann nicht o S Prätendent neben dem Grafen von Chawbord und dem Grafen von Pari- treten, und wenn er diesen beiden Prätendenten den Rang ablsusen will, so darf er seine Sache nicht
Nation, welche, auf die Möglichkeit der Selbsthilfe verzichtend, ihre Rettung der Säbelherrschast anverttaut. . x .
Du Herrschaft de« ersten wie de« dritten Napoleon gründete sich »ll-rdmg- in Gewaltakten ; aber Viesen Gewaltakten ging eine solche Unsichere t, eine so totale 3<?fültUB0, eine so chaotische Verwirrung vvrau«, v-tz dt- G.w-Itthat roch °!» eine Ar, der Erlösung begrüht wurde, weichem da« „in seinen Eo- w'tien b-rus-nr Seif" bereitwillig da« Siegel keiner souveränen tz-anetir.
Der Sohn de« „Erwählten der Nation" kann sich nicht >» leescibea Weise, wie der Genf von Chambord und der Gras von Pari« -l- Prätendent prasen- tiren, denn die Dictatur kann nicht in Erbgang kommen, nutzer der nationale
eompromitttren. ,
Was ist kenn der Bonaparlismu« für Frankreich <
Erstlich ein durch di« Legende verherrlichter Name, und ein Princtp.
An »en Namen knüpf'» sich glänzendsten Erinnerungen Frank-etch« und auch die schmerzlichsten; die Erinnerungen an eine mahrchcnh-ft- Macht und an eine grauenhaft- Neederiaze, welche ia die Herzen der Franzosen den Durst nach Revanche »erpflanzt hatte: Revanche für Waterloo! , . ...
Auch da« zweite Kaiserreich brachte den Franzosen glanzende kriegerisch Abenteuer, fine überschwengliche Machtstellung, eine Niederlage ohne Gleichen und b,n Tiiirft nach Revanche — Revanche für Sedan !
«der die Legende hat noch nicht Zeit gehabt, die Tdalsachen zu »d den natürlichen Zusammenhang der Dinge « «*“«■• ®‘* „ach cm Sturz de« ersten Napoleon, die unmiiteldaren Nuchwukungen der Er eigntffe übeiwunden sein, bevor bi. Legende den Much bekommt, den Hatz E den Urheber der Leid'» in Mitleid.» zu verwandeln, inbem sie da- n°ti°»°l- Unglück mit seinem persönlichln indentlsicirt oder Verwechselt.
9 Erst wenn die Legende so weit ihr Werk ventchte. h°d-nwu Besiegte von Sedan, wie einst de- B-st-gte «°n Waterloo M M
Schuldige, sondern al« der Geopferte erscheint, dann eist kann Prinz L»u!« äea pol.on/wie einst sei» Vater, da er al« «ag,klaM vor cte 8 6
st,g, «urce, sich darauf berufen, bah er — eine Revanche »"trete. Man B ’IÄÄX..»... a.
Der Bonapa.N.mu« tst «er Easar.-mu«, aber der auf Boltea geopferte Lasar,«mu«, d. h. die Forderung einer a» flch i-wst i - ■
Nothstand wäre permanent geworden. M ( .
Der Graf von Chambord und der Graf von PirlS beanspruchen d«e Herrschaft über Frankreich als ein ererbtes Recht, der Sohn Louis Napoleons HL, welcher sein Recht aus Dem Willen des Volkes ableiten kann, muß warten, dis man ihn ruft; was begreif! cher Weife ihn und seine Partei nicht hindern wird, Alles zu thun, um diesen Rvf, welcher zugleich ein Nothschrel wäre, auf die Lippen der Nation zu drängen.
Vorläufig ist Frankreich offenbar noch damit beschäftigt — fick selber zu retten, d. h. die konservative Republik zu consolidiren, und m dem Maße, als dieser letzte Versuch gelingen wird, in eben dem Maße verringern sich die Aussichten des Bonc-partiSmus. Scheitert aber dieser Versuch — und was wird nicht Alles versucht, welche Bestrebungen werden nicht angestrengt, »ar ihn scheitern au machen! — so wird eS der Liiermänner des ci-devant Plinzl-egenteu nicht b.dürsk», um di« Blick« ter e-sch-eckten Gesellschaft auf de» lunfle»JPrinjcn Loul« Rapolion za richten. Dann wird Cie Kaiser-Legeude sich uicht blo« an die glorreichen, von einer blendenden Siegessonne bestrahlten Thatcn des ersten, sondern auch an Die rettenden Thaten des zweiten Kaiserreichs knüpfen, um Die Proclomirung eines Napoleon IV. al- letztes Auskunstsmittel zu wotiviren.
Es wäre mehr als lächerlich gewesen, wenn Der junge Prinz sich schon zetzt aU Napoleon IV. proclamire» ließ; er hätte dadurch Da» Princep der Volk-- i scuveräuetät beleidigt; aber es ist eben so klug als würdevoll, daß der Prinz, , indem er das Beispiel seines Vaters nachzuahwen erklärt, welcher sich Prinz Napoleon nannte, b-S ihm 8 Millionen Die Kaiserkrone aufs Haupt sitzien - m B'-tüfchaft zeigt und zugleich dem Nativnal.Wcken du Ehe« »lebt.
Die Wukung dieser Politik lätzt sich Licht voihersfhen; aber gewch tst sie einzige, welche ein Napoleonide sich »oischreibe» darf.
Deutschland.
Darmstadt, 29. yan. Da« Grosih. Regierulig«b>att Nr. 4 enthält:
1. tv-k^ntm-chung de« G-osih. Ministerium« de« Grotzb. Haufe« und de« Aeuh'r» und de« K'iegsmunstrrium«, die Erledigung der «bwickelungegefchafte der Großb. Militärverwaltung betr.
2. Abwesenheitserklärung.
3. Ermächtigungen zur Annahme unD zum Tragen fremder Olden.
5. Militärdienftnach-ichte». Seine König!. Hab-" der G'->^-r»og habe» allerguädlgst ge-uht: um 8. Februar 1872 den Obersten ,. P. Movtz zur Dult9 der 3nfantene und den Obersien i. P. von G-vlman zur Suite der (üa,«Oerie zu °e,setzen; um 9. I m 1872 du« Mllckar.De-diensi.K-eu, dem Haupt- man» Lothnben, dem Seeoude. LeeutenaM Wmter, dem Sergeant Appel Im t. Zufanterie.Rlgimen, f,L-.b.Ga.de.-»egiment) Ne. 115, dem Sekvnte.Leeutenant


