Frankreich.
vollen Triumph."
Straßburg, 25. Ian. Die näheren Bedingungen für die zur Submission ausgeschriebene Anlage der Forts Nr. 2—6 liegen in dem Bureau der Fortifi- cation zur Einsicht offen, sowie auch die Preisverzeichnisse, auf Grund deren die Preise für alle Arbeiten festgestellt sind. Für ein größeres Fort sind annähernd 240,000 Kubikmeter Erdbewegung und 100,000 Kubikmeter Mauerwerk, für ein kleines etwa 2/3 jener Masse binnen 2 bis 3 Jahren, einschließlich des inneren Ausbaues und aller Nebenarbeiten, fertig zu stellen. Schon längere Zeit wurde in öffentlichen hiesigen Blättern alles disponible Frachtfuhrwerk für den Trans- port von Mauersteinen, wie sich annehmen ließ, zu obigem Zwecke gesucht. Die Beschaffung von Erde wird aus der Nähe von hier kaum thunlich sein, wo die Hektare unbebauten Erdbodens auf etwa 100,000 gr«. zu stehen kommt. Wohin Die Forts zu stehen kommen sollen, war noch nicht zu erfahren; man sprach von Mundolsheim, Illkirchen, Königshofen, Kehl. — Die Abgeordneten der Straßburger Handelskammer, G. Bergmann, K. Brauer, Th. Ulrich. R. Schmitten, A. Walther, haben die Bildung eines Vereins in die Hand genommen zu dem besonderen Zwecke, die Verwirklichung der Anlage eines Canals für die große Schifffahrt zwischen Straßburg-Ludwigshafen-Mannheim anzustreben und überhaupt die Anlage und Verbesserung aller Verkehrswege im Rheinthal zu be- günstigen.
reaieruna tbut nicht mehr, al« daß st- das v-rfassnngsmaßig- Recht der Unter- Zeit gehabt zu haben, seinem Ops-r die w-rtb°°ll- Geldtasche abjubängen, denn tdanen wahrt Die Regierung will nicht die V-rsaffung ändern, um ihren Stand- er entfloh mit dem G-lvsackchen, welche« 569 fi. enthielt. Diese Summe stellte punlt begründen zu tonnen, nein! Da« ist Entstellung! Di- Regierung steht stä> al« fehlend an dem übrigen noch -°rhan°-n-n Jneasso heraus. Der L-raudte L sjn-hna mit der Praxi« aller Regierungen und aller früheren bay-nsch-n befand st» diese Nacht über noch in einem »othg b-wußilosen Zustande und ist Kürllen E« war in einer früheren Rede von einem KonigLworte die Sprache, wenig Hoffnung, ihn am Leben zu erhalten. Leider ist e« noch nicht gelungen, womit "vielleicht gemeint ist, daß diese Könige wohl ander« handeln würden, al« auch nur eine Spur von dem Raubmörder zu entdecken. Hoffen wir, daß ihn
die Nemesis ereilt.
München, 27. Januar. Der Papst hat unterm 11. Januar an den Erz- bischof von München-Freising ein Anerkennungsschreiben gerichtet, worin er ihm für seine Standhaftigkeit und für den Muth, den er in der Vertheivigung der heiligen Religion entwickelt, auf'S Huldreichste dankt; zugleich bittet er ihn, aus- zuharren im Leiden, wie auch Christus, der durch den Kreuzestod die Macht der Bosheit besiegte; der Kirche ist dasselbe Loos beschieden — eadem sors sub eunda ecclesia. — Schließlich ertheilt Seine Heiligkeit dem eifrigen Kirchenfürsten, seinem Clerus und dem glaubenstrcuen Volke den apostolischen Segen, indem er Gott bittet, er möge ihn den Triumph der gerechten Sache erleben lassen. — Der §. 130a des Strafgesetzbuchs für das deutsche Reich „das Verbot des PoliNsirenS auf der Kanzel betreffend", gibt der klerikalen „Donauzeitung" Anlaß zu solgen- oer Aeußerung: „WaS bleibt übrig, als^einfach von fernem priesterlichen Lehr- und Seelsorgsamte abzutreten und dem Staate die Besorgung dieser Thätigkeit durch die Bürgermeister oder Civilbeamten zu überlassen? Dann kommt die „liberale' Politik erst recht in die Kirche und auf die Kanzel, die Religion aber gänzlich hinaus, b,s das „Gesetz' erscheint: „Oas Chnstenthum wrrd für staalSge- fährlich erklärt und daher adgeschafft." Haben wir so Vieles erlebt, so werden wir auch dieses noch erleben. Die Zeiten sind günstig, der Widerstand gering oder gelähmt. Das Schlagwort feiert dann seine letzten Conseqaenzen und seinen
Frankfurt, 30. Jan. Der gestern Vormittag 11 Uhr im Viehhof statt- gehabte Raubmord hält alle Gcmüther in Athem und Aufregung; den ganzen Tag über standen dichte Menschengruppen vor der Stelle, wo die That geschehen. Der tödtlich verwundete 65jährige Hamburger aus Offenbach hatte im Lause des Vormittags bei verschiedenen Metzgern und zuletzt in der dem Viehhof nahe gelegenen Mietze'ichen W.rthschast Geld eincassirt. Von dem letztgenannten Orte begab er sich dircct nach otr „goldenen Luft"; in der Hand trug er ein Säckchen mit verschiedenem Silbergeld, während er in einer Umhängtasche für mehrere Tausend Gulden Gold und Papiergeld mit sich führte. Von der Hausthüre bis zur W-rthschaftsthure befindet sich ein etwa 10 Fuß langer ziemlich düsterer Vor- platz, Den Hamburgir passiren mußte. Hier erhielt er kurz nach seinem Eintritt von hinten einen Hieb mit einem Holzbeil auf den Hinterkopf, der so sicher ae- fubrt war, daß der Getroff ne sofort lautlos zu Boden gestürzt sein muß, Denn 15 Personen, welche sich im Wirthszimmer befanden und mit Geldzählen be° scha,l.gt waren, hörten nicht daS M-ndeste Geräusch, und auch ein Metzger wel- ch.r sich in der Nähe des Ortes, wo die Blutthat vollbracht wurde, befand, be- meikle nichts weiter, als daß ein Mann in einem grünen Kittclrock eiligst aus der Thure be rau-kam und zum Thore hinaus auf die Allerheiligengaffe lief. Erst als e-ne der im Wuthsz-mmer befindlichen Personen herausgehen wollte, fand man ■ Den Ungluckl.chen bewußtlos in seinem Blute liegend. 7
jetzt geschieht? Nein! hätten sie, was wohl anzunehmen, dieselben Grundsätze wie i damals, sie würden sich einverstanden erklären! Ebenso müssen Sie Lerchenfeld, Rechberg, ReigerSberg u. s. w. verurtheilen, wenn Sie uns verurtheilen. Wir rhun nichts als die Verfassung wahren, wie es jene Fürsten an der Hand der Ueberzeugung thaten. Wir weiden also Schutz den Katholiken gewahren muffen, die deshalb nicht außer der Verfassung sind, weil sie nur glauben, was sie bis 18. Juli 1870 geglaubt haben. Einem schweren Vorwurf, der öfters wieder- gekehrt ist, muß ich vor allem entgegentreten; man sagt: wir seien eine Partei, man hat die Meinung, daß nach dem Austritt des Fürsten Hohenlohe dre Re- aierung keine Parteiregierung wehr sein werde, als enttäuschte Meinung hinge' stellt' man sagt, wenn wir ohne Vorurtheil an die Frage herangetreten waren, würden wir anders gehandelt haben. Fragen Sie einmal, meme Herren von der rechten Seite die Herren hier auf der linken Seite,- ob sie mit allen unseren wesentlichen Handlungen übereinstimmen? (Rufe links: Nein! Nein!) Und man könnte doch nur eine solche Regierung eine Parteiresierung heißen; doch nein, fraßen Sie sie nicht, es könnte sonst scheinen, als hätten wir es abgemacht. (Allgemeine Heiterkeit.) Prüfen Sie nur einfach selber, und gehen Sie dle That- fachen durch, welche großentheils in diesem Saale sich ereigneten, und urtheilen Sie, ob Sie behaupten können, daß jene Herren auf der linken Seite in der Hauptsache mit uns einverstanden waren; dadurch wird aber doch eine Regierung keine Parteiregierung, daß sie in irgendeinem wesentlichen Punkte mit einer Partei übereinstimmt. Es ist ein schwerer Vorwurf, eine Parteiregierung genannt zu werden, nicht deshalb, meine Herren, weil ich etwa glaubte, daß eine Partei- regierung Mißachtung verdiene — die Regierung, die nach uns kommen wird wird nichts anderes als eine Parteiregierung sein, und man ist mit uns nur un- zufrieden, nicht weil wir eine Parteiregierung sind, sondern weil wir nicht die Regierung Ihrer (zur Rechten gewendet) Partei sind. (Sehr gut, links.) Meine Herren! Es sind schon alte Märchen, daß wir eine Parteiregierung gewesen seien als Fürst Hohenlohe noch unter uns war. Ich kenne dessen Gesinnung in diesem Augenblick nicht, das eine aber weiß ich, er hat sich die glänzende und so schnelle Rechtfertigung seiner Stellung nicht geträumt, wie er sie jetzt erfährt. (Bravo links.) Man hat gefühlt, den Vorwurf einer Partei rechtfertigen zu müssen, und wir sehen dies bei uns. In einem gestrigen Blatte, welches zur Partei der rechten Seite des Hauses zählt, heißt es, daß ein Redner mit Keulen auf den Minister hineingedonnert habe, und dieser habe sich förmlich gekrümmt unter diesen Schlägen. (Allgemeine Heiterkeit.) Zu einer solchen Sprache, meine Herren, scheint mir, hätte mehr Erfolg gehört, nach meinem Dafürhalten ist die Beweisführung so sehr mißglückt, wie ich es in meinem Leben nicht erwartet hätte. (>L>ehr gut, links.) Man sagte: wir hätten uns nur auf Zeitungen, Broschüren u. dergl. berufen, ohne etwas nachzulesen. Wer einen solchen Vorwurf, ohne der Thatsache ganz sicher zu fein, und selbst wenn man sicher ist, gegen die Minister schleudert, scheint mir dem zu gleichen, der in einem Glashause wohnt und mit Steinen andere oncuvug. wn Der größten Wichtigkeit für unsere Provinz Dürfte die
Mittheuung fein, daß in einer auf den 20. Februar d. I. zusammenberufenen außerordentlichen Generalversammlung der Hessischen LudwigSbahn u. A. auch der Antrag um Ermächtigung des Verwaltungsrathcs zur eventuellen Erwerbung der Concession für den Bau und Betrieb einer Bahn von Hanau nach Friedberg zur Berathung und Erledigung kommen wird. Hoffen wir, daß das vielbesprochene Projekt in den Händen des VerwaltungSratheS Der LudwigSbahn nun bald zur Ausführung kommen werde. (£>. $.)
Mainz, 27. Jan. Gestern Abend fand hier eine Versammlung von Haupt- intereffenten bei der Aufhebung der Weinsteuer (Weinhändler und Wirthe) statt, unter Lhcilnahme der Mainzer LandtagSabgeordneten. Es galt eine Vorberathung der Vo. schlage, welche nächsten Montag bei der Hauptversammlung aller Interessenten des ganzen GroßherzogthumS gemacht werden sollen. Es wurde einstimmig beschlossen, in erster Linie auf die vollständige Beseitigung der so ungehörigen Weinsteuer mit ihrem lästigen Gefolge Der Bezettelung und Controle hin- zuarbeittN- Sollte indeß Dieses Ziel nicht zu erreichen sein, so wurde weiter be- schlossen, in zweiter Linie dem Antrag Des Landtagsabgeordneten George beizu- stimmen, welcher dahin geht, die Straßenbauschuld Der beiden Provinzen Ober- Hessen und Starkenburg als Staatsschuld zu übernehmen und dagegen Die Wcin- steuer auf die Einkommensteuer auszuschlagen. In Dritter Linie wurde beantragt, wenn die Regierung diese Anträge für nicht durchführbar erklärt, ihr in Der Werse für Die Aushebung Der Weinsteuer ein Äquivalent zu bieten, daß durch eine von den WeinhanDlungen und Weinwirthen zu bezahlende Patentsteuer nach Der Re- gicrung genau bekannten Verhältnissen und einer noch näher zu bezeichnenden Scaia die Summe ausgebracht werde, welche jetzt die Weinsteuer Dem Staate erbringt.
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zahlung des Restes der preußischen Entschädigungssumme, und zwar durch mo- mentane Veräußerung der Tabakspacht, soll seit einigen Tagen ernstlicher discutirt werden, als es bis jetzt geschah. Das Anerbieten kommt, wie es scheint, von einer englischen Compagnie, welche sich anheischig macht, Die drei Milliarden zu realisiren, die zur Befreiung Des Territoriums nöthig sind. Dafür würde der Staat ihr das jetzt von ihm selbst betriebene Tabaksmonopo! überlassen, nur das Recht Der Theilung Des Gewinnes für sich beanspruchend, im Falle der Nettogewinn 6 Procent Des vorgestreckten Summe übersteigen sollte. Dieses Arrangement würde für fünfzehn Jahre geschloffen werden, nach welcher Zeit die Regierung Recht zum Rückkäufe hätte."
Die löblichen Anstrengungen patriotischer Männer, die zu zahlende Kriegs- entschadigung durch eine Sclbstbesteuerung des ganzen Volkes auszubringen, mehren i.ch. Von allen Seiten tauchen mehr oder minder practische Vorschläge auf, und ^nner von Ras und Talent, wie der Akademiker Legouve, stellen sich öffentlich an dre Spitze einer Propaganda, die alsbald das gesammte Land umfassen soll. Alle diese Vaterlandsfreunde werden von Dem gewiß richtigen GeDanken geleitet daß ein solches energisches Vorgehen, wenn es einigermassen anständige Resultate erzeugt, sehr wohl im Stande ist, Den Credit und das Ansehen Frankreichs bei allen seinen Nachbarn auf das ernstlichste zu erhöhen. Selbst wenn man nicht im Stande sein sollte, die benöthigten 3000 Millionen ganz aufzubringen, wenn ™rnnlfreid}SP^nn,öz/ „denier de France« eine geringe Summe, z. B. nur 100 Millionen, also Den DreihunDertsten Thet! des erforderlichen Capitals, ergeben tollte, auch Dann wäre das Resultat nicht zu verachten; auch Dann verdiente Die Opfersreudigkett Der sich selbst Besteuernden alle Anerkennung, und Deutschland__
Des sind wir gewiß — wird das letzte Land sein, seinem Nachbar die Anerkennung ob der so bewirkten und practisch betätigten Wiedergeburt zu versaam. Jedenfalls sind alle diese Anstrengungen bei Weitem anerkennenSwerther, als jene 1 pattiotckche Hechelei, Die aus Dem heutigen und morgmDen Tage eine Art nationaler Trauerepoche machen mochte, an Der alle öffentlichen Vergnügungen streng- sten« untersagt wären, zum schmerzliüen Geoächtntssc an die Sapitulation von Paris. Bet Diesrr Art Der Gedächtnißtage wäre dasselbe geboten am 1. März dem Tage, an welchem Deutschlands Truppen den Eintrachtsplatz besetzten am 26. Februar, an welchem Der Präliminar-FrieDen gezeichnet wurde, am 10 Mai an welchem Der Frankfurter Frieden zum Abschluß kam, und vor Allem am 19 3uh — vielleicht als allgemeiner Bußtag —, Dem Tage, an welchem Die Kriegg- -rklarung in Berlin überreicht wurde. Mit solch äußerlichem Jnsichgehen ist es schlechterdings nicht gethan, und diejenigen Theaterdirectoren, welche heute die Einnahme des Aoends Dem „denier de France“ zur Verfügung stellen, vollziehen Damit sicherlich eine patriotischere That, als alle Hyperpatrioten, welche Den Theater- besuch mrt ihrem Bannfluch belegen. (K.Z.) V
Jßariä, 27. Jan. Herr Thiers hat gleich nach Erhalten der Nachricht von dem Mordanfalle, der in Epernoy gegen einen deutschen Soldaten stattfand, folgende Depesche an den Marne-Präfecten gerichtet: „Befehlen Sie meiner eit« allen Behörden, besonders der Justiz und der Gendarmerie, den Urheber der Mordtbat K't ^»suchen m f-sizunchmrn. Machen Sie alle Rezierung«.
kemeBeamte daraus aufmerksam, wie bedenklich die Nachläsflgkeck bei solches G-legeu-


