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Frankreich

Madrid. Die Gerichte sind beauftragt worven

dir carlistischen Blatter

'*Z<Z77' uini|i<|tVtn Diatter, Weise des Bezugsrechts, sowie der w lche den Aufruf des Prätendenten veröffentlicht haben, zu verfolgen fo wie die Hiesige Banken ziemlich preishaltend.

Mitglikder der Carlistenausschüff- zu verhastcn. Eine Anzahl hervorragender Sar- usten in Madrid ist schon im Gefängnis untergebracht, so die Marquis von So-

sind die Schaaren, welche sich bisher gezeigt haben, von geringer Starke; in den übrigen Theilen des Königreichs wurden solche Banden in den Provinzen Teruel, Toledo, Leon und Pontevedra wahrgenowmen. Der Jrurac Bat aus Balbao meldet, daß auf den Landstraßen die Wagen angehalten und die Pferde auSge- pannt werden. Rach Bilbao flüchten sich viele Bewohner der Umgegend, wäh- -end zahlreiche bekannte Carlisten aus der Stadt verschwunden sind. Unter dem Baume von Guernica soll ein Aufruf verlesen werden, welcher allen Männern von 20 bis 40 Jahren befiehlt, für Don Carlos die Waffen zu ergreifen. Die Tele­graphendrähte sind an vielen Stellen im Norden zerschnitten; zwischen Noain und Biurrum hat dieses Geschäft der Pfarrer von Berian an der Spitze von acht Mann besorgt. Es stcllt sich schon jetzt heraus, daß die französische klerikale Union" etwas vorschnell war, als sic behauptete, die Geistlichen würben selbst nicht an dem Kampfe für König Karl VII. Theil nehmen. Eine Andeutung in der Thronrede läßt die Erwartung, daß über die bedrohten Gegenden der Be­lagerungszustand verhängt werde, als ganz gerechtfertigt erscheinen. Die Be- hauptung übrigens, daß auch die Anhänger der vertriebenen Königin sich in den Kampf mischen würden, schwebt in der Luft; die dieser Partei angehörigen Blätter verdammen den Ausstand der Carlisten ohne Rückhalt.

Madrid, 26 April. Die Carlistenbanden in Biscaya haben sich vermehrt; der Heerd des Aufruhrs scheint jedoch Navarra zu sein. Die telegraphische Ver- bindung zwischen Pampeluna und Aisasua ist noch gestört und es verlautet gerücht­weise, daß die Station der Nordbahn in Alsasua gestern von den Carlisten an­gegriffen wurde, daß letztere aber zurückgeschlagen worden sind. In der Provinz Valladolid wurden zwei Carltstenbanden in die Flucht geschlagen.

Madrid, 28. April. Die carlistische Erhebung beschränkt sich auf die Pro- vinzen Navarra, Guipuzcoa und Biscaya. In allen übrigen Provinzen Spaniens herrscht Ruhe. Die Insurgenten haben noch keinen wichtigen Punkt in Besitz ge­nommen und die Berge nicht verlassen. Ein Treffen von Bedeutung hat bis jetzt nicht stattgefunden. Marschall Serrano, welcher das Land genau kennt, wurde nach der Gegend des Aufruhrs gesandt, um die militärische Action gegen die Carlisten, ehe sich dieselben concentriren, zu beschleunigen.

Madrid, 28. April. Officielle Nachrichten melden eine Abnahme der In­surrektion. Mehrere Banden sind geschlagen und andere unterworfen. Marschall Serrano ist gestern Abend in Toledo angekommen.

Neapel, 29. April. Die Phänomene des Ausbruchs des Vesuvs sind jetzt weniger beunruhigend. Die Lava, welche ihre Richtung auf Restna nahm, ist zum Stillstand gekommen. Ein Theil von St. Sebastiano ist zerstört. Die De- tonationen haben sich vermindert.

Spanien.

Italien.

Neapel, 26. April. In der Nähe des Observatoriums öffnete sich heute ein neuer Krater des Vesuvs. Der Ministerpräsident und der Minister für öffentliche Arbeiten werden hier erwartet.

Neapel, 27. April. Der Vesuv wirft aus mehreren Schlünden Feuer aus. Die Lava ergießt sich nach verschiedenen Richtungen. Die Bevölkerung der be­nachbarten Orte flüchtet. Es herrscht die größte Bestürzung.

Neapel, 28. April. Die hiesigen Zeitungen bringen über die durch den Ausbruch des Vesuvs verursachten Zerstörungen nähere Nachrichten. Nach den- selben ist es bis jetzt unmöglich, die Zahl der Getödteten genau festzustellen. In den dem Vesuv nahe gelegenen Ortschaften hat die Verwüstung sehr große Dirnen» fionen angenommen. Der Lavastrom änderte verschiedene Male seine Richtung. In einigen Theilen des Ortes S. Sebastiano soll die Lava eine Höhe von 6 Metres erreicht haben. Die Asche sowie brennende Schlacken sind dis Salerno und Scafati geflogen. An letztgenanntem Orte waren die Militärbehörden ge- nöthigt, die Pulvervorräthe unter Wasser zu setzen, um eine Explosion zu verhüten. Seitens der Civil- und Militärbehörden wurde große Thätigkeit entfaltet, um Hülfe zu leisten und die Ordnung aufrecht zu erhalten. Im ganzen Laufe des gestrigen Tages war es unmöglich, den Vesuv, welcher in eine dicke Rauchwolke gehüllt war, von hier aus wahrzunehmen. Der König hat sich gestern Abend nach S. Sebastiano begeben.

Neapel, 28. April, Nachm. 2 Uhr. Die Lavaströme sind jetzt vollständig zum Stillstand gekommen. Das unterirdische Getöse hat nachgelassen.

Neapel, 28. April, 6 Uhr Abends. Der Himmel hat sich von Neuem Case^a^ hin Aschenregen hat wieder begonnen. Derselbe erstreckt sich bis

bi«b.'i«en Zmidnadelgc«rhrs soll trotzdem noch so lange fortgefah,en werden, b>« dl- vollständige Ausrüstung der Armee mit demselben sicher g-st-lll ist, nach etwa zwei Jahren der Fall sein wird; dann aber wird mit aller Macht zur Fabrikation der Mauser'schen Gewehre geschritten werden.

Berlin, 29. April. Prinz Friedrich Karl ist gestern Abend von seiner Orientreise zurückgekehrt und wurde heute vom Kaiser empfangen. Der Bot­schafter des Deutschen Reiches, Graf Arnim, ist gestern Abend um 10 Uhr nach Paris ^9^ $ $$ April. Die Uebergabe der amerikanischen Ratification des Consular-Vertrages hat gestern stattgefunden.

Berlin, 29. April. Heute Mittag 1 Uhr wurde der ausstehende Act wegen Ratiucation des beutsch-amerikanischen Consular-VertrageS vollendet und

Qid ö23. April. Wie dieKieler Ztg." hört, ist der Cadett Reinhardt, welcher am 22. v. M. zwei junge Leute tödtlich verwundet hat, vom Kriegsgericht freiaesprochen. DieNordd. Allgem. Ztg." hatte schon vor längerer Zeit auf diese Entscheidung vorbereitet, indem sie das Verfahren des genannten Cadetten als das einesehrliebenden Offiziers" bezeichnete, und in den letzten Tagen md- vtien die Offieiösen des Berliner Preßbureaus dann weiter, daß,die^amtliche Untersuchung des bedauerlichen Excesses in Kiel, wobei zwei Civilisten ihr Leben

einbüßten, bisher als Resultat ergeben habe, daß der Seecadett Reinhardt sich in der Nothwehr befunden und außerdem die Standesehre zu wahren hatte/

München, 29. April. Gegenwärtig finden in München unter Leitung des Hauptmanns Frhrn. v. Branca und im Beisein preußischer Unteroffiziere Uebungen in der Handhabung der Feuerwaffen nach preußischem Reglement statt. Der Unterricht erstreckt sich vorläufig nur auf Unteroffiziere; nach Einübung dieser wird die Zusammenstellung eine- Lehr - Bataillons erfolgen. In das neue Exercier- Reglement werden auch die in Preußen üblichen Signale ausgenommen werden. Zur Zeit wird im Kriegs-Ministerium für die bayerischen Truppen ein neuer BekletdungS-Etat ausgearbettet. (ftarlör. Ztg )

Paris DieTribüne" von Bordeaux ist zu 3000 Franken Geldstrafe verurthnlt worden, weil sie den Namen des Druckers zufälligerweise auf einer ihrer Nummern hinweggelaffcn hatte. Daß das Urthcil so streng ausfiel, kommt daher, daß sie das Organ der Altkatholiken ist, denen tote Bordeauxer Gerichts- behörde, wie ihr Urtheil gegen den Priester Junqua darthut, mcht wohl will. Junqua, der in der letzten Zeit in Paris anwesend war er trägt noch immer da- Priestergewand, ist gestern nach Brüssel abgereist.

Pans. Pariser Correspondenten der Independance Beige bestätigen, daß alle au- der Provinz eintreffenden Berichte von entschiedener Abneigung gegen Wühlereien und Verschwörungen reden: die Provinz sei sogar vernünftiger als Paris, wo die Unverbesserlichen allerdings stet- eine größere Rolle gespielt haben, als es für das Heil der Nation gut war. In Betreff des Gesetzes über das Trinken bemerkt der Temps, man sage mit Recht, daß es den gemeinen Mann treffe, während die reicheren Classen, in denen die Trunksucht früher eine seltene Ausnahme gewesen, doch seit zwanzig Jahren heillose Fortschritte gemacht habe, durch ihre Verhältnisse gegen das Gesetz ziemlich sicher gestellt seien; die wirkliche Heilung dieses UebelS liege in Der Hebung des Unterrichtes, indem man allen Claffen Sinn und Geschmack für edlere und feinere Genüsse einfloße.

" -fiTHTqu8QevueDen. An der Grenze ist eine

strenge Ueberwachung angeordnet.

Frankfurt a. M., 29. April. Während anfänglich der jetzigen Baiffeperiode Wien den hieffgen Platz stark influirte. ist eS in den letzten Tagen Berlin, das durch feine unentschiedene, ja matte Haltung hier Einfluß hat. So auch heute wieder, wo ohnedies in Folge der israeliti­schen Schlußfeiertage sehr wenig Leben in der Börse war, und die Nachrichten aus Berlin, wo die Ultimoregulirung zwar äußerlich als beendet erscheint, im Grund aber noch für sehr Viele eine schwebende Sache ist, nichts weniger als aufmunternd wirkten. Zwar kamen im Verlaufe der Börse festere Notirungen von Berlin, doch brachten dieselbe» keine Wirkung hervor. Der

SpeculationSmarkt war entschieden matt, besonders auf die enormen Blancoverkäufe von Credit- actien, mehrere tausend Stück, seitens eines hiestgen Speculanten hin-, Creditactien notirten 345y4, Staatobahn 385, bewerten sich aber später wieder um 1V2 fl., Lombarden 2071/2 und Nationalbank 875. Auch auf den andern Gebieten war totale Geschäftslosigkeit. Bet Banken herrschte nur für Meininger Frage, in Folge der Ausgabe von jungen Actten dieses Instituts, das bekanntlich eines der solidesten und rentabelsten in Deutschland ist. Zudem läßt die Art und Weise des Bezugsrechts, sowie der Cours derJungen" den Aktionären eine schöne Marge.

C- ' . Deutsche Handelsgesellschaft 104, Brüsseler Bank 107*/2.

Auch in Bahnen war der Verkehr auf ein Minimum beschränkt, und wurden Käufe nur bet billi- , ..... - ........... umnutuiuuii, iv uit Lnarauis von SreJ Preisen abgeschlossen. Von StaatSpapieren waren 5procentige Bayern und l'.zprocentige

fragas und Grumofa, Antunano, Trelles, Gabino Tejado, Valentin Gomei TXpIRenten leblos, aber ziemlich preisbaltend. 1882er Russen be- betden Nocedal Vater und Sahn f k * k- liebt und mit ca. ll/z Procent Agio bezahlt. Loose gingen ab und zu aus dem Markt, nament-

au ' 5 <c l ' wußten demselben Schicksale durch die Flucht lich Genueser, deren Ziehung am 1. Mat stattfindet und die von guter Hand in Posten gekauft

zu rnlgeyen, auch Cruz Ochoa hat die Granze erreicht. Unter den Verhafteten!^"^«, weil sie sich in Anbetracht des billigen Preises zu kleinen Capitalanlaqen sehr empfehlen, stnd auch einige Cortesmitglieder. Man behauptet zwar, daß in Den baskischen!Oesterreichiiche 1860er^iachgebend. In amerikanischen Werthen fanden keine bemerkenSwerthen Landen und Navarra schon 2000 bewaffnete Carlisten auf den Beinen feien doch iF st^°k"'t d" Börse brachten bessere Wiener Notirungen auch hier etwas mehr

Handelsberichte.

Außer Cours gesetztes Papiergeld.

Auhalt-Bernburger Kassenscheine ä Thlr. 1, 5 und 25 von 1850, 1852, 1856 und 1859.

Anhalt-Köthen sche Kassenscheine ä Thlr. 1 und 5 vom 1. 3uni 1848.

Anhalt-Köthen-Bernburger Kassenscheine ä Thlr. 1 und 5 vom 2. Marz 1848.

Anhalt-Köthen-Bernburger Gisenbahnscheine ä Thlr. 1, 5 und 25.

Anhalt-Dessauer Kassenscheine ä Thlr. 1 und 5 vom 1. August 1849 und ä Thlr. 10 vom 1. October 1855.

Anhalt-Dessauer Landesbanknoten ä Thlr. 1 und 5 vom 2. Januar 1847.

Bautzener slausitzer landständischej Banknoten ä Thlr. 5 von 1850.

Bayerische Hypotheken- und Wechselbanknoten ä fl. 10 von 1859, 18o0.

Braunschweigische Bank- und Darlehensbankscheine ä Thlr. 1, 5 und 20 von 1842.

Braunschweigische Banknoten ä Thlr. 10 Gold vom 1. Juni 1856.

Breslauer städtische Banknoten ä Thlr. 1, 5, 25 und 50 vom 10. Juni 1848.

Dänische 5-Reich-bankthalerzettel älterer Emission von 1835, und auf einer Seite blau bedruckt.

Gothaische Kassenscheine ä Thlr. 1 und 5 vom 30. September 1848.

Holsteinische Kassenanweisungen von 1854.

Leipziger Banknoten, alle vor dem 2. November 1851 erschienenen.

Oesterreichische Banknoten, auf Cor.ventionSmünze lautend und die in österreich. Währ, ä fl 10 vom 1. Januar 1858, ä fl. 100 vom 1. März 1858.

Polnische Bankscheine grüne ä 1 Rubel, weiße und rothe s 3 Cilberrubel.

Posener Provinzialbanknoten vom 1. December 1857.

Potsdamer Stadtscheine ä Thlr. 1 vom 8. September 1849.

Reuß ältere Linie Kassenanweisungen ä Thlr. 1 vom 15. Mai 1858.

Reuß jüngere Linie Kassenanweisungen ä Thlr. 1 vom 29. März 1849.

Rostocker Banknoten vom 1. Juli 1850.

Sachsen-Weimar-Kaffenanweisungen ä Thlr. 1 und 5 von 1847.

Schleswig-Holsteinische Kassenscheine ä Thlr. 1 [2y2 M.j vom 31. Juli 1848.

Schwarzburg-Rudolstädter Kassenscheine ä Thlr. 1 und 5 von 1848.

Schwarzburg-SonderShausener Kassenscheine ä Thlr. 1, 5 und 10 vom 11. Märr 1854 vom 20. December 1856 und vom 25. October 1859.

Württemberqische 2-, 10- und 35-Guldenscheine von 1849 und 1850.

Vorläufig noch eingelöst werden an den betreffenden Hauptkaffen:

Bautzener landständische Banknoten ä Thlr. 5 ohne Datum, ä Thlr. 10 von 1861.

Chemnitzer Stadtscheine ä Thlr. 1 von 1848 und ohne Datum.

Großhrrzoglich Hessische Grundrentenscheine ä fl. 1, 5, 10, 35 und 70.

Kurhesfische Kassenscheine ä Thlr. 1, 5 und 20.

Magdeburger Privatbanknoten ä Thlr. 10, 20, 50 und 100 vom 30. Juni 1856.

Nassauer Landesbanknoten und LandeScreditkaffenscheine.

Oesterreichische Banknoten in österreichischer Währung ä fl. 1 vom 1. Januar 1858 und ä fl. 5 vom 1. Mai 1859.

Preußische Banknoten ä Thlr. 25 und 50 von 1846.

Preußische Kassenanweisungen ä Thlr. 1 und 5 vom 2. Januar 1835 und Preußische DarlehenS- kaffenscheine ä Thlr. 1 und 5 vom 15. April 1848.

Sächsische skönigl.j KassenbilletS von 1840, 1843, 1846, 1848 und 1855.

Börsenberichte.