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ßr-iS vierteljährig 1 fl 12 fr. ntt Brtngerlohn. Durch bte Post btzogen vierteljährig 1 ft 29 ft.
Erscheint täglich, mit Ausnahme Sonntags.
Expedition: Canzleibera, Ltt. B. Nr. 1.
Anzeige- und Amtsblatt str den Kreis Kichn.
Dienstag dm 29. October
Bestellungen auf dm Gießener Anzeiger gj*BSÄSS»?* »- -» « ■«» o» •Mo, w..ch° »m M d-- Witta, °bh°,m l<ra, „W(M dms-Ibm für di- M°mi. R°,-mb« >md
_______ __________December zu 40 fr.
A mtl i ci» e r L b e i l.
Betreffend: Die Schullehrer-Conferenzen.
Gießen^ am 26. Bctober 1872.
Wir erinnern Sie
Das Großher^ugiiche Kreisaml Gjeke «£•» SSSÄÄ SUS-LS. SS SS- „ und Wieseck.
an Erleb,gung der Verfügung vom 30. September 1872 binnen acht Tagen
Zn Verhinderung des Kreisraths: ___ Spamer, Kreisafsessor.
Deutschland.
G'.eßen, 28. Oct. Bei der buhen Wichtigkeit der Sache, den Ursprung IuL$,ab,rt?Um^iC‘r«(6 6,H®'r nd,t jU te'f‘»ltn' uuch ein- andere a»»an‘ ba?,-i.^°"o-.l^ <>3
zu übermitteln. Es wird diese dem minder Gelehrten einen freuten Einblick über die Instanz des Papstthums gewähren: Professor Lutterbick, schon lange hochverdient um die Erforschung und Darsttllung ver Urzustände und Entwickelung des Christenthums in den ersten christlichen Jahrhunderten, liefert in vorstehender kleinen Schrift eine neue Forschung, deren Resultat wohl geeignet ist, die größte Aufmerksamkeit aller denkenden Christen in Anspruch zu nehmen. Nachdem Pros. Lutterbeck schon in seiner Denkschrift an den jetzigen Papst Pius IX. (Gießen
1870) klar bewiesen hatte, wie gänzlich unckrifilich der neue Glaubenssatz von der päpstlichen Unfehlbarkeit sei, baß und wie gerade die ältesten und angesehen- sten -ehrrr der katholischen Kirche, namentlich auch die, welche in der katholischen Kirche für Heilige gelten, stch aus'S Entschiedenste gegen die Unfehlbarkeit t.s Papstes erklärt haben, daß aber andererseits dieser Glaubenssatz zwar nie katholischer Glaube, aber doch im Interesse der Priesterherrschaft früh entstanden, und zwar von den Juden, die zum Christenthum übe-traten, und doch ihre Priester- Herrschaft und ihr Hohenpriesterthum erhalten wollten, zuerst erfunden und in Vie Kirche gebracht, dann aber von den römischen Bischöfen in jeder Weise begünstigt, wenn auch nie zur Anerkennung in die katholische Kirche gebracht sei, zeigt nun vorliegende Schrift den Ursprung des Papstthums selbst. Und bas Resultat ist ja freilich überraschend genug: baß die Idee des Papstthums von den Juden stammt. Ein Theil Der Juden, die sog. judaistischen ober judatsirenden Christen, später bie Ebioniten genannt, wollten zwar Christen werben, aber doch zugleich wesentlich Juden bleiben und außer Anderem namentlich Vas Hohepriesterthum erhalten, und zwar zu Jerusalem. Dazu fingirte nun ein solcher Iubenchrist, auch Petrus, Ver das größte Ansehen unter den Judenchr'sten hatte, habe die Unter werfung aller Christen unter den Bischof von Jerusalem gewollt, sowie, daß bte Kirche überhaupt eine Monarchie sei, wie bas römische Reich unter dem Kaiser, und zwar unter dem Bischof von Jerusalem. Die erste Tenbenzschrtft kann nicht spater fallen als 134 n° Chr., weil 135 das BtSthum zu Jerusalem hoffnungslos verschwand. Diese Schrift nun, in welcher ursprünglich also angeblich ein römischer Bischof Clemens erzählt, wie Petrus gewollt habe, baß der Bischof von Jerusalem Der oberste Bischof und alleinige Regent Der ganzen Christenheit werde, und noch mehr, diese Idee hat dann ein neuer Fälscher im hierarchischen Interesse der römischen Bischöfe etwa seit 190 auf den römischen Stuhl onge wendet und übertragen, und fo die Jtee des römischen Papstthums in die Kirche gebracht, welche dann die römischen Bischöfe durch Klugheit, welche sich auch mit persönlicher Würbe und Würdigkeit in manchem römischen Bischöfe verbanv, aber auch mit List und der klügsten Benutzung und Gunst der polttifchen Verhältnisse realisirten. Wie tief diese Forschung in baS wichtigste Interesse und die wich- tigste Bewegung der Gegenwart eingreift, braucht nicht werter gezeigt zu werben. Die Heißsporne unter Den Vereinen für das Papstthum würden aber wohlthun, vor Allem aus den Urquellen der Kirchengeschichte die Gründung, Urzustände, und die weitere Entwickelung erst kennen zu lernen, ehe sie sich anmaßen, darüber, was Lehre unv Einrichtung der alten katholischen Kirche gewesen sei, nur mitsprechen zu wollen. Das Lesen, die Beachtung und — wenn sie eS vermögen — Widerlegung der Lutterbeck'schen Forschung erwarten wir namentlich von Den jesuitischen Theologen in Mainz, namentlich von dem Hcrrn v. Ketteier, der
wärtig 147 Postavstalten und zwar 11 Postämter, worunter 1 Eisenbahn-Post-
aLL’ Ö l°ffen muffen, baß umgekehrt Das Papsttbum von dew Darmstadt. <o*❖’fp"
“Tt fa9'“ 0aL0,c Angr-ff- auf ras P-u-stihu-n nur von r-n In- C<“V9^U«al b£r e,n|hfhn' gründlichsten Forschung, und m Vm6 gelehrtesten gläubigsten Katholiken, wie Prof. Lutterbeck in Gießen 1 ; . W0ll! ailkkN Infffn muffp« nx.. n.« ~ D *
amt, 14 Postverwaltungen, 84 Postexpebitionen und 38 Postagenturen. Auf 1 Anstalt treffen 5222 Hektaren odrr nicht ganz eine geographische Quadratmeile (genau 0,95 Q.-M.) unv 5802 Einwohner.
Darmstadt, 25. Oct. Nachdem bie Landstände die für die bevorstehende LandeSsynode erforderliche Summe von 12,000 fl. bewilligt haben, werden die Wahlen voraussichtlich in der Kürze ausgeschrieben werben. Daß dieselben im Sinne der liberalen kirchlichen Richtung ausfallen werden, ist kaum mehr zweifelhaft, nachdem sich die Vertreter der hessischen Protestanten-Vereine und ter Friedberger Ccnferenz über eine gemeinschaftliche Candibatenliste geeinigt haben. Der großen Mehrzahl aller DecanatS-Synoden wird durch dieses erfreuliche Er- eigniß die Unannehmlichkeit eines für kirchliche Angelegenheiten wenig geeigneten Wahlkampfes gewiß erspart sein.
Darmstadt, 26. Oct. Das heute ausgegebene Großherzogliche Rege- rungsblatt Nr. 47 enthalt:
I. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums des Innern, bie Erlassung einer neuen Aizneimitteltaxe für die Apotheken b s Großherzogthums Hessen betr.
II. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums der Frnanzkn, den Verkehr zwischen dem Großherzogthum und den angrenzenden Vereinsstaaten mit steuerpflichtigen Gttranken betr.
HL Dienstnachrichtea. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben allergnäbigst geruht: am 15. August dem Diakonus zu Groß-Linden und evang. Pfarrer zu Allendorf a. b. Lahn, im Dekanate Groß-Linden, Friedrich Weicker, Die evangelische Pfarrstelle zu Kirchberg, im Dekanate Gießen, zu übertragen.
IV. Dienstenthebung.
Darmstadt, 26. Oct. Der in Der Sitzung der zweiten Kammer vom 24. v. Mts. gestellte Antrag der Abgeordneten Hallwachs unv Golbmann, die Pen- sionirung der CivilbeamtiN betr., lautet wörtlich: Die Kammer wolle Der Großh. Regierung die Ermächtigung ertheilen: daß Denjenigen Beamten, welchen die mit Den Ständen bei Berathung des Hauptvoranfchlags pro 1872 vereinbarte Gehaltserhöhung unter Dem, durch Beschluß der zweiten Kammer vom 27. Februar 1872 festgesetzten Vorbehalte recretmäßig zuerkannt worben ist, unD welche seitdem penstonirt worben sind oder bis zur Vereinbarung über eine Revision der Dienstpragmatik unv ver Personal- und Besolvungs-Etats pensionirt werden, die Zusicherung enbeilt werde, daß wenn ihre mit Rücksicht auf jenen Vorbehalt be
messene Pension weniger beträgt, als Der Ruhegehalt, welchen sie, ohne diesen Vorbehalt, nach Den Normen Des demnächstigcn neuen Pensionsgesetzes, zur Zeit ihrer Versetzung in Den Ruhestand hätten beanspruchen können, eine anderweitige Festsetzung ihres Ruhegehalts nach den Normen Des neuen Gesetzes und ohne Rücksicht auf Den gemachten Vorbehalt stattfinden und Der ihnen hiernach gebührende Mehrbetrag vom Zeitpunkt Der Pensionirung an nachgezahlt werden soll.
Berlin, 27. October. Der Kronprinz erwiderte auf die Geburtstags-Adresse des Serl ner Magistrats mit einem Dankschreiben, in welchem es u. A. heißt: „Wenn der Magistrat hierbei an vie zahlreichen, mir auf der Rufe durch Süd- Deutfchlanv entgegenget.agenen Beweise warmer Sympathieen erinnert, kann ich


