Und gewiß gibt es keine größere
Gießen, 28. Juni. Nächsten Montag, den 1. k. M., Vormittags 9 Uhr, werden die
torf, wegen Verdreckens im Amte; Vertheibiger: Großh. Hofger.-Adv. Dr. Muhl.
ein
fite.
Local-Notizen.
Legitimität der österreichisch-ungarischen Monarchie, während er dieselben Anmaßungen gegen das Deutsche Reich mit einer Bernctnung des Princips verbindet, auf welchem der Staat gegrünvet ist. Hier in England dürfen wir unsere Prin-
Auszug aus den Kirchenbüchern der Stadt Gießen. Evangelische Gemeinde.
Getaufte.
Den 22 Juni. Heinrich Ludwig Emil Martin Schomber, des Bürgers zu Beuern^und Handelsmanns dahier, Kaspar Schomber, ehelicher Sohn, alt 9 I. 4 M. 1 T., gestorben den 20. Juni.
Den 24. Juni. Ein unehelicher ungetauft verltorbener Sohn von auswärts,
Friedrich Berg, Bürger und Schuhmachermeister, auch Mitglied des Gemeinderaths, alt 63 I. 10 M. 10 T., gestorben den 24. Juni.
Den 27. Juni. Wilhelmine Pauline Eleonore Müller, des verstorbenen Bürgers und Fuhrmanns, Konrad Müller, ehelich ledige Tochter, alt 20 I. 10 M.
Den 23. Juni. Dem Bürger und Schuhmachermcister, Wilhelm Euler, Sohn, Wilhelm Emil Hermann Friedrich, geboren den 1. Juni. .
Denselben. Dem Bürger und Schlosser, Friedrich Zeidter, eine Tochter, Katharine Elisabeth, geboren den 9. Junü
Denselben Dem Bürger und Mehgermeister, Hermann Euler, em Sohn, Hermann Friedrich Martin Karl, geboren den 17. Mai.
Denselben Dem Burger und Burgcrmcistereigehulfen, Ernst Euler, eine Tochter, Marie Karoline, geboren den 2. Juni. . ,
Denselben. Dem Bürger und Photographen, Ludwig Orth, eine Tochter,
Frischbacker } u Gießen.
Sonntag d en 30. Juni. Wilhelm Löber in der Wallthorstraße, Karl Plank in der Wolken gaste und Daniel Rühl am Rathhaus.
London, 25. Juni. 3a einer Betrachtung über das Treiben der Jesuiten, zumal im Deutschen Reich-, bemerkt die Pall Mall Gazette: „Es ist nicht zu verwundern, daß eine liberale Monarchie in einem durch da« Band der gemnn- samen Nationalität zusammengehaltenen Lande dem Papste und denen, die für De« Papstes Ideen kämpfen, wie eine Art Antichrist erscheint. Die polstttche eo“ «•. »Mltoiine SrniKe,’gebotin den 14. Mai. rainetät, die militärische Führerschaft, die oberste Derwaltung sind tn j v Beerdig
scheu Händen; die inneren Gränzen sind durch den Sturz der Legitlm-mt gezogen worden; die gebilvetrn Classen sind von verschiedenen philoscckhifchen Lehren urch. drungen, welche ihren gemeinsamen Ursprung in mangelnden Glauben. an^die Theo- loaie haben * die mittleren und unteren Stände trachten nacy lndußnellrr wi pl ----- - .w
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Papste, der vor allen Dingen em entthronter Fürst ist, muß ras Tleelicye mciwi -
wie die Verneinung der Gerechtigkeit vorkommen. Der R-iz, den die geiststche Centralisation, deren logische Folgen die Jesuiten ziehen, für den P-Pst U"d feine _
Umgebung hoben muß, besteht darin, daß sie jenen kleinen weltlichen Erfolg wog° 13 T.,
Frankreich.
Paris, 25. Juni. Moniteur Univcrsel schreibt: „Die Armeekorps von Paris,^ sowie das von Lyon und die Divisionen der Provinz werd-n dieses große Manöver ähnlich wie in Deutschland ausführen, werden aber damit erst nach der
De/ General Ladwirault, Gouverneur von Pari«, hat gestern den Befehl ertheilt, daß alle Kaffeehäuser der Boulevards, die bi« jetzt das Recht hatten, bi« 1 Uhr Nacht« offen zu bleiben, eine halbe Stunde früher, um 12/z Uhr, schließen müssen. Man sagt allgemein, Ladwirault ist Orleamst und will die Leute gegen die Regierung aufbrtngen. Die« ist jedenfalls mcht begründet; Tua - fache ist es aber, daß man äußerst wüthend über diese Maßregel ist.
Versailles 28. Juni. Der mit dem deutschen Botschafter, Grafen Arnim, vereinbarte Vertragsentwurf ist gestern Abend von Berlin hier wieder e^gelangt. Die Unterzeichnung steht ganz nahe bevor. Sobald dieselbe erfolgt ist, gelang der Vertrag zur M'ttheilung an die Nationalversammlung.
England.
der evangelischen Gemeinde zu Gießen.
Gottesdienst.
on cs, ( Morgens: Pfarrer Landmann.
Am 30. Juni. t Nachmittags: Pfarrer Dr. Seel.
(Sonntag den 7. Juli soll das heilige Abendmahl gefeiert werden.)
Die Pfarrgeschäfte für die Woche vom 30. Juni bis 6. Juli 1872 besorgt Pfarrer Landmann.
schrift-mäßig allezeit ihren Sitz in Rom haben. Von den restirenden 36 Cardinälen sind l.cher mach - nämlich die Wiederherstellung eine« mtHelarterlt^en Kleinstaates, 2t JtaUe? r von denen, mit Ausnahme des Cardinal-Erzbischoss Sforzo von Nea- der letzt wie Jonas von dem Leviathan der Nationalität verschlungen worden ist. ?el all in wiökomwer ster Abhängigkeit zum heiligen Stuhle stehen. Zur Papst. Fürst Bismarck scheint Mitunter die Gefährlichkeit der tn der romisch-katholischen V iwei Dritttbeile der Stimmen nothwendig; bedenkt man, daß, wenn Kirche angeblich nur zu geistlichen Zwecken errichteten neuen Herrschaft zu ver.
ÄÄ praesente cadaver'e Att findet kein eini er öfterreichischer, deutscher, treiben; aber seine Rech.sertigkeit ist wohl der Glaube, daß der geistliche Despo- t inaWAet X fpaXer Cardinal zur reckten Zeit ankommen kann, tismuS vornehmlich einen weltlichen Endzweck hat.
° »Ä ?ch da alsdann überhaupt nur 33 Cardinale im Conclave zugegen fein Gefahr für das Deutsche Reich als wenn es den Priestern und der ihnen erge-
rt>ie Italiener können binnen 24 Stunden alle in Rom sein), daß Ver. denen Presse gelänge, großen Volksmass n d,e Ueberzeugung e.nzureden, daß die
Ä «.Hm« '» ««I ««« M «MKnlrtWI Staak« M Straf, °» -inN»--
?n6unb fcen Mann ihre« Herzens wählen können. Was das für Con- Zornes wieder ausgerichtet werden muffe. Noch immer maßt d.e römische Curie
amn.en baden ka!n wenn ein Mann wie Msgr Capal.i oder Msgr. Patnzi sich da- Rech, an, z. B. in Oesterreich, alle Gesetzgebung und Politik zu contra.
den beüiaen Stuhl besteigen sollte, brauchen wir nicht aus ^einander zu fefee«. |biren, und hat dies unlängst noch versucht. Doch bestreitet der Papst nicht die Die Welt hat gelächelt über die fanatischen Ausbrüche Capalti's auf dem Concst, man denke aber, daß dieser Mann, wenn eS den Jesuiten beliebt, das unfehlbare
bpr Kirche werden kann! Es kann wieder geschehen, tote in den Aktien — „
SJS .lt-rsd-ß tic in ihrem Gewissen bedrängte katholische Laienwelt genug cipien der bürgerlichen und religiösen Staatsverwaltung für gesichert halten; aber Eüisi^ß besitz^um ein^Geg"en-Conclave der unabhängigen Cardinäle und die Wahl in Ländern, wo diese Grundlage noch mcht befestigt ist, rufen kirchliche Angriffe eine« Geaenpapste« durchzusetzen. Döllinger hat unlängst gesagt, er überlasse Vakanz natürlich jenen Widerstand hervor, der ,n Gegenangr-ff besteht." UnsehlbarkeitSdogma mit R-che den Jesuiten, sie werden es schon rmmren; man - könnte in Nachahmung d esc- Au.spruche« de« großen K.rchengeschichtslehrers
sagen, man überlasse mit Beruhigung dien fdbS^uinirfn ®tftn’urf,"id'u Süm 31 °uartal L 3- ^rtn Slnfan9 nehmen und während der-
römischen Prätentionen, indem sie sie au,S Höchste schraubten, schoristtvu ruiniren.^»bemerkie Anklagen zur Verhandlung bezichungSweise Aburtheilung kommen:
Aber muß es dazu kommen? Und haben Die Mächte kein politisches AuSkunftS- Den j. Juli. Vormittags 9 Uhr, gegen Marie Schäfer von Garbenteich, wegen Dieb- mittel aeaen die immer weitergreifendm Tendenzen eine« Ordens, der Die Ruhe ^1«; V.rtheidiger: Großherzoglicher Hofgerich.s-Advocat Weidig.
«n°. 8 r • L ' - „ ntifert ? Denselben, Nachmittaqs 3 Uhr, gegen Johanne« Noll VI. von Schwarz, wegen Dieb-
der Welt seinen ehrgeizigen Planen schonungslos °ps-r. f S(t[w et; Großh. Hofger.-Adv. Dr. Gutfleisch.
Wien, 25. Juni. Auf Der Weltausstellung waltet ein Unstern. Em Un Den 2. Juli, Vormittags 8 Uhr, gegen Curt Hohmeier von Rainrod, wegen DicbstahlS; alück«fall folgt Dem andern, eine ganze Reihe von Arbeitern sind bereits bei denIsßv.vt^ejb,QfV: Groß!,. Hofger.-Adv. Dr. Dittmar.
verunalückt' Die Einstürze sind an der Tagesordnung. Am Sonntag Denselben, Stackm tiags 3 Udr, gegen Johanne« Groß IV. von Lehnheim, wegen Körper- Bauarbeiten verung Uckt , o.e ^.n, i j , besichtigten, zwei eiserne Träger Verletzung mit tödtlichem Erfolg; Verth-idiger- Großh. Hofger.-Adv. Dr Reatz.
stürzten, als eben Hunderte von p rson I 9 » < h n lieber Den 3. Juli, Vormittags 8 Uhr, gegen Johannes Schmitz von Flittard, wohnhaft in
Der RotunDe herab und zerschellten, zum Gluck, ohne Jemand zu verletzen u o ri toegen Diebstahl«; Berlheidiger: Großh. Hofger.-Adv. Lauer.
den Bau des Weltausstellungspalastc« sprachen sich Fachmänner nichts weniger Denselben, Vormitiag« ll Uhr, gegen Ludwig Düringer von Wieseck, wegen Diebstahls;
nla aiinstia aus' abaefeben von der kolossalen Geschmacklosigkeit der Form dieses Vertheioiaer: Großh. Hofger.-Adv. Thorwart.
lana?streckttn Gebäudes , über dessen Mittelpunkt Die Rotunde sich wie ein um.| Den 4. Juli, Vormittags 8 Uhr, gegen Wilhelm Zinßer, Posterp.d.tion-gehülfe zu Kir.
flefebrter Trichter erhebt, ist auch die Ausführung De« Baues eine äußerst schlechte, so Daß schon jetzt Mauern gestutzt werDen müssen. In sechs Tagen ist Der Schluß ws Anmeldungstermine« itnD Die osfieielle „Weltausstellung«.Eorrespondenz laßt aus ihren beharrlichen Nothrufen an Die Industriellen erkennen, daß eine pessmn- stjsche Anschauung der Dinge leider am Platze ist.
Versteigerungen.
3058) Montag den 1. Juli d. I., Vormittags 10 Uhr,
soll in dem Gasthaus zur Sonne dahier ein streitiges Pferd meistbietend versteigert werden
Gießen, den 25. Juni 1872.
Großherzogliches Ortsgericht Gießen. Sem ml er, Ortsgerichtsmann.
3109) Donnerstag den 4. Juli, Nachmittags 2 Uhr, I
sollen in dem Hause des verstorbenen Jakobs Sack, die zu dessen Nachlaß gehörigen Mobilien, bestehend in
Möbel, Weißzeug, Leder, Gerber-Werkzeug, Fässern und Bütten
gegen gleich boare Zahlung versteigert werden.___________________
3113) Montag den 1. Juli, von Vormittags 9 Uhr an,
werden die noch vorhandenen Waarcn des Carl Fuhr versteigert, und wird an diesem Tage die Versteigerung beendigt.
Gießen, den 29. Juni 1872.
Der Massecurator: M. Pilger.
Große Manufaktur - Auction
ju Gießen.
3072) Am Dienstag den 2. Juli und die folgenden Tage, von Morgens 9 Uhr und
Nachmittags 2 Uhr an, werden
im Saale der Restauration Dramm
eme große Parthie
Mawufactwr -W<i<ivew5
bestehend in schwarzem, braunem und Couleur-Tuch,Buckskin Hosenstoffen, Eskimos, Natinöe, Sommerstoffen, einer Parthie F auen-Kieiderstoffen, ^chlrtlng, Totvet, Merinos, Leinen, Kattunen, Tischdecken, Barchenten, Drell u. s. w.
öffentlich meistbietend gegen sofortige Baarzahlung verkauft resp. versteigert.
sagss* Die Waaren liegen eine Stunde vorher zur Anffcht offen.
I. A.: Max Pilger.


