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Verachtung gegen die deutsche Regierung gesäet, gegen die Einheit des Kaiser­reiches conspirtrt und Ideen der Revolte in die Herzen des eroberten Volkes geworfen zu haben. Die Umstände, welche mir zu entkommen gestatteten, werden nicht alle Tage Vorkommen, während die gestern geschlagenen öffentlichen Ankläger des Herrn v. Bismarck auf ihrer Theorie beharren und die Jurisprudenz nach ihrem Jnter-ffe feststellen werden. Es ist also nokhwcndtg, Daß alle Schriftsteller Europa'- einem gemeinschaftlichen Feinde gegenüber, dem es gefällt, der öffent­lichen Meinung Trotz zu bieten, fest zusammenhalten. Ihr ganzer Muth und ihr ganzes Talent ist nicht zu viel, um die heilige Schreibefreiheit gegen diese arro- garrten und dummen Ansprüche zu vertheidigen." Man hatte zuerst geglaubt, daß About seine Sache von der komischen Seite auffaffen werde. Wie es scheint, will er aber, daß man ihn und seine Straßburger Abenteuer au sörieux nehme und daß die ganze eulvpäifche Presse sich für feinen Fall interessire. About scheint übrigens bei dieser Gelegenheit ganz vergessen zu haben, daß VasEmpire", dem er so lange Jahre mit so großer Begeisterung diente, ganz nach den Principien handelte, oic, wie er sagt, heute die deutsche Regierung zur Geltung zu bringen Vie Absicht hat. Zur Zett, als Herr About noch demEmpire" zu Füßen lag «nd Broschüren im Auftrag des Herrn Fould schrieb, hätte ich es keinem Schrift­steller, der Dinge, wie About sie über Deutschland zum Besten gegeben, über Frankreich geschrieben, rathen wollen, sich in Frankreich blicken zu lassen oder gar in den öffentlichen Lokalen sich der Sprache zu befleißigen, die About in den Bierkneipen von Zabern zu führen die Gewohnheit hatte. Man hätte sie einfach ins Gefängmß geworfen und die Tribunale hätten keinen Augenblick gezögert, sie zu verurthulen. Solche Fälle kamen jedoch nicht oft vor, es gab nur einen solchen Proceß, nämlich den bekannten Correspondenten-Proceß, wo 4 bis 5 Jour­nalisten zu längeren Gefängnißstrasen, aber ganz unbedeutender Dinge halber, verurthcilt wurden; denn Vie, welche irgend etwas gegen die imperialistische Re­gierung schrieben, kamen nicht nach Frankreich, oder wenn sie kamen, so thaten ste es im Geheimen und prahlten wahrlich nicht mit dem, was sie geschrieben. Die französische Presse scheint übrigens nicht Lust zu haben, den Fall About's weiter zu berühren. Zum wenigsten begnügte sich der größte Theil derselben da­mit, die Freilassung About's einfach anzukündigen. Nur diePresse" widmet demselben einen längeren Artikel und macht dabei eine, besonders für ein Blatt, was von Lagueronniere und anderen Leuten dieses Schlages ausgeht, höchst komi- fche Bemerkung. Sie sagt nämlich:Wir wissen, daß es nach dem Sprüchworte immer Richter in Berlin giebt; immerhin haben sich deren gewißlich in Straß-, frurfl gefunden, vielleicht in Folge der Gerechtigkeit, welche von selbst einem noch so vollständig französischen Boden entquillt." Auf die Bemerkungen des senator- lcchen Blattes will ich nicht selbst antworten, sondern ich gebe einfach dem Straß- b arger Correspondenten desGaulois", für den Vie Deutschen gewöhnlich nur Banditen, Räuber und Mörder sind, VaS Wort, um derPresse" den Mund zu ß opfen:Bei den Gewohnheiten eingewurzelter DiSciplin, welche in der preußischen Bureaukratie herrschen, ist die Central-Regierung in Allem, was die administrativen rnd militärischen Befehle betrifft, eines pünciltchen Gehorsams sicher. Aber vom Lugenblicke an, wo Vie Beamten mit einer Mission betraut sind, erhalten die er­habenen Gesinnungen, welche man ihnen in ihren Universitäten einimpst, ihre Gewalt zurück, und bei dem Eigensinne, welche die deutsche Race besitzt, handeln die Richter und Offeriere mit einer Unabhängigkeit und Würde, die man nur in England wiederfinoet. In Straßburg staunt Niemand, daß ein Kriegsgericht in 32 politischen Untersuchungen 30 freisprechende Urtheile fällte; vas unterdrückte Bolk lobt die Richter wegen ihrer Unparteilichkeit, und die Regierung sagt kein Wort; würde es anderwärts auch so fein?" (Köln. Ztg.)

Paris, 25. September. Deputirte des rechten und des linken Centrums gaben die ausgesprochene Absicht kund, einen Gesetzentwurf einzubrtngen, welcher Thiers Vle Präsiventschaft auf Lebenszeit überträgt. Die Linke ist dieser Absicht entgegen.

Paris, 25. September, Vormittags. Der Botschafter Graf Arnim ist heute Morgen hier einzetroffen. Gleich nach seiner Ankunft lst Graf WcSvehlen in Familienangelegenheiten nach Oer Schweiz abgereist.

Italien.

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Rom, 21. Sepl. Die pisaner Vorfälle scheinen noch ganz besondere Folgen h-rvorruf.n zu wollen, denn die Opposition dürfte sie in der Kammer bet dem letzten Stoße wider Daß Ministerium mit verwenden. Jeder Liberale sagt sich schon lange:Der Papst hat zehnmal erklärt, an eine Aussöhnung mit der italienischen Regie.ung s i nicht zu denken, an der Aufrichtigkeit der Erklärung sei nicht zu zweifeln, mithin hat Vie Regierung bei ihrer grenzenlosen Nachsicht gegen den Unfug des clericalen Wesen in und außer der P-csse verderbliche, weil V r freien geistigen Entwickelung des Volkes gefährliche Hintergevanken." Die Vorfälle in Pisa sinv jedenfalls eine ernste Mahnung für die Regierung, sollte $ sie in der bisherigen Connivenz gegen die Herausforderungen Der Clericalen fort- fahren wollen. Selbst Den offic-ösen Blättern wirO Die Rechtfertigung ihres 93er- 1 fahrens immer schwerer, zumal wenn sich dabci um Stimmführer handelt wie Pater Curci, welcher ernst hicr in einer Predigt eine königliche Prinzessin mit einer leichten Schürze verglich. Niemand kann es Den Clericalen verargen, wenn sic von Der einmal eingenommenen Stellung aus wider die herrschende Partei sich mit allen Kräften vertheivigkn. Doch sie vergcffen täglich mehr, daß es in jedem Streit in Der Wahl Der Waffen, in ihrer Führung, im Verhalten Der Streitenden gewisse Besitze Der Ehre und des Anstandes gibt, daß Regeln und Vorschriften ta sind, welche Niemand verletzt, es fei Denn, daß er zu dem gemeinen Troß ge­höre. Von solchen Bedenken sieht man heute keine Spur mehr; wer daran zweifelt, Der lese nur die Voce della veritä er wird auf (Der Biattseite finden, Daß es keine Gemeinheit gibt, Die man sich nicht gestattete, kein Unrath faul genug, d..ü man nicht darnach griffe, den Gegner damit zu bewerfen, und wo es gilt, mit festeren Waffen um sich zu schlagen, da ist die Schneide der Wehr ver- giftet. Wo solche Saat ausgcstreui wird, auf Dem Felde eine FrteOenSernte zu hoffen, ist Thorheit.

England.

London, 25. September. DerTimes" wird aus Konstantinopel vom 24. d. telegraphisch gemeldet, daß Großfürst Nicolaus demnächst daselbst er­wartet werde und Kabul Sheris Pascha zum Nachfolger Djemil Paschas ernannt sei.

Vermischtes.

* Bei einer Schulprüfung, welche kürzlich in der nordamerikanischen Stadt Maine stattfand, trug folgender gediegene Aufsatz einen Preis davon:Heber die Schild­kröte. Dieses Thier wird meistens im Wasser gefunden, aber zuweilen verläßt es das Wasser und kommt dann ans Land. Die Schildkröte kann nicht fliegen. Wenn die Schildkröte die rechte Sorte von Bogel wäre, könnte sie fliegen; aber wenn sie eine Gans ober ein Strauß wäre, könnte sie nicht fliegen. Die Schildkröte hat vier Pfoten und einen Mund, wie der amerikanische Adler, der den britischen Löwen und das Universum zittern macht. Die Schildkröte hat eine Schale, und öfters zünden die Leute ein Feuer auf der Schale an, worauf die Schildkröte herauskriecht; aber sie kriecht niemals zurück- Wenn die Schildkröte aus ihrer Schale herauskriecht, ist sie sehr naß und klebrig. Es gibt zwei Arten von Schildkröten die Schlammschildkröte und die andere Art- Wir haben keine andere Art in unseren Teichen. Franzosen und Irländer essen Schildkröten und Frösche, aber ich möchte es nicht. Ich sing einst eine Schild­kröte, es bekam mir aber nicht gut, denn ich verschacherte sie um ein Messer und schnitt mir in den Finger. Vater sagte, es wäre die Strafe Gottes, aber ich glaube es war ein Messer. Ich weiß nicht viel über Schildkröten, aber ich stimme für den alten Grant. Ihr ergebenster Locins Tewksbury Fay."

Börsenberichte.

Frankfurt a. M., 26. September. Die Börse zeigt sich noch immer jedem Versuche gegenüber, die Cvurse nach oben zu treiben, zurückhaltend. Dies war auch heute wieder der Fall, indem SpeculattonSeffecten anfänglich circa 3 fl. höher gingen als gestern, da aus Wien gute Course kamen und man die Mindereinnahme von 144,000 fl. als einerelativ günstige" ansah, weil ihr im Vorjahr eine große Mehreinnahme gegenüberstand. Bald jedoch gewann, durch flauere Berliner Notirungen unterstützt, die Contremine wieder die Oberhand und die ganze Avance ging so ziemlich wieder verloren. Nur Lombarden hielten sich gut. Auch auf den übrigen Ge­bieten deS CourSzettelS hält die Unbeweglichkeit an. Banken balancirten nur um Bruchtheile hin und her. Vereinsbank heute matter, Darmstädter, Deutsche Gffectenbank, Baubank ic. fest. Württembergische Gattungen beachtet. Rheinische Credit bei guter Frq^e. Bei Bahnactien, Prioritäten, Loosen und Staatspapieren kam nirgends ein auch nur mittelmäßig lebhaftes Geschäft zu Stande, die Umsätze waren minimal, bei einer überwiegenden Mehrzahl gleich Null. Doch hielten sich Preise ziemlich unverändert. Von deutschen Bahnen bayerische Ost abermals flauer. Französische Rente bei 87 umgehend. Von Pfandbriefen bayerische und rheinische beliebt. Von letzteren gelangt am 2. Oktober eine neue Serie zur Emission.

R^sennachrlchteib 26. September 1872.

Preuss. 41/3 % Obüg. 1023/4 FranW. 81/3% Obi. 875/8

Nasa. 4Vz% Obi. 993/4 Kurheas. 4% 9 3 3/4

Gr. Heast 5% ObL

, n 4% w -

» 3Va% -

Bayer. 5% 100 V8

«Vs 0/0 1jährige 1001/8 40/0 1jährige 935/s

Würtemb. 4Vs°/o Obi. 99?/4 Baden 4Va% Obl.o. E. L. 99V*

Oesterr. Silberrente 64%

Papierrente 597g Spanier, neueat. 3% 29 Vz Amerik. Bonds 1881 r 98*/2

1882r 96

1885r 963/4

r,^1887^961/2

Aetien.

Frankf. Bank 145

Frankf. Vereins-Kasse 157

Darmst. Bankact. 509

Wien Bankaktien 941

Oest. Oreditact. 3561 a Galizien 253

5O/o östr. F.St. E. B 353i/2 Lombard. Balin 224 Ludwigsh.-Bexbach 2017g Maxbahn 145

Bayer. Ostbahn 134 Üheln-Nahebahn-Aot. Hess. Ludwigsb.-Act. 180V8 Oberhessen 80

Prioritäten

30/0 öater.Stsb.-Prior. 58 3% öat. a. Lombard 51 30/0 Livorneser 383/g 5% Tosoaner 613/4 50/o EUsabeth.-Prior. do. EL Emlss. 841/4

Anleheißglooiie.

Darmstädter fl.50Loose 208

v>25 55 Karh. 40 Thlr. Loose Nassau 25 fL Braunschweiger 217g

3% Oldenburg, ä 40Thlr. 38i/2

4u/q bayr. Präm.-Anl. 112*/2 40/0 badische Loose 110 Badische fl. 35 Loose 691/4 Oestr. fl. 250 v. 1854 87 1858r Prioritateloose 209 1860r Loose 945/g 1864r 160

Weesieel»

Amsterdam

ke

8. 973/4

Augsburg

k.

8. 100

Berlin

k.

8. 1047ö

Bremen

k.

8. 1757g

Brüssel

k.

8. 923/4

Hamburg

k.

S. 871/4

Leipzig

k.

S. 105

London

k.

8. 118

Lyon

k.

8. -

Paris

k.

6. 925/9

Wien

k.

8. 107

ditto

m.

S. 1065/g

ditto

1,

8. 1065/g

Disoonto 5 %

Geldjiorten.

fl. kr.

Pr. Friedrdor 9 58- 59

Piritolen . 9 4012

doppelte 9 4042 Holl. fl. 108t. 8 53-55 Ducaten . . 5 3436 V

20 Frankenst. 9 2iy222 «/2 Engi. Sover. 11 4749 Rusa. Imper. 9 42--44 Doilarin Gold 2 25 26

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