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Indem der Unterzeichnete Vorstehendes zur öffentlichen Kenntniß bringt, ladet er »inleick die Vereinsmitikiod^ rnwio flT1 q- k . n l

<u zahlreicher Theilnahme an dieser Preisvertheilnng ein. Wesentlich könnte das Interesse an derselben erhöbt werden ' Landwirthschaft

theilung, schönes Vieh und interessante Gegenstände der landw. Industrie zur Ansicht ausgestellt würden. b ' ' ""^hanglg von der Preisver-

Laubach, am 10. Mai 1872. Der Präsident des landw. Vereins für die Provinz Oberhcffen.

_______________________________ Otto, Graf zu Solms-Laubach.

Erlitt, 25. Juni. DieNorddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt aeaen- über der ^pener'schen Zeitung": Die in derSpener'schen Zeitung" enthaltene Andeutung, daß gestern eine Vorbesprechung be« Staatsmintsieriums über die Krementz sche Angelegenheit stattgefunden habe, wobei fich die Ansichten in sehr günstiger Weise geklart hatten, tst unrichtig, da das Staat-Ministerium in nähere t-rorterung der Angelegenheit überhaupt noch nicht eintrat. DieKrenz.ta" ,chre.bt.. Der Bundesrath wird heute Beschlüsse über die Jesuitenfrage fassen könne», e ^^/uktioaen der Regierungen sind allseliig eingegangen. Die Annahme de-

<n .ttrt,DinL,9i:hl>6tüflt beschlossenen Fassung gilt als feststehend. Der ,,Rerch«anzeiger" publicirt das fanctionirte Miltitärstrafgesetzbuch.

... 25. Juni. Heute 11 Uhr Bormiltag» ist Se. Majestät der Kaiser

wohlbehalten /unter dem Jubel der zahlreich versammelten Menge angekommen. Er begab sich sofort zu Wagen durch die festlich geschmückien Straßen ins Curhau«.

Dortmund, 24. Juni. Heute fand eine Vorbesprechung der Gewerke statt SjLSu?* ^webenden Differenzen erscheint auch jetzt noch nicht

auesichts os. Nachmittag« fand in Bochum eine Versammlung des Vereins für bergbauliche Interessen, w.lch« morgen hier tagen wird, statt.

. FfCU,fn- Senat von Bremen hat bei der Bürgerschaft «ine Revision der bestehenden ElvilstandSortnung und die Einführung der Civilehe beantragt.

^nat die obligatorische Civilehe für richtig hält, ist zwar nicht au«ge- prochen, doch laßt der ganze Inhalt seiner Mittheilung die« kaum bezweifeln. Ler Senat wchit zugleich den etwaigen Einwand ab, daß auf die etwaige Reich«, gesctzgedung tn dieser Beziehung gewartet werden könne, indem er bemerkt, daß

* Die Unterhandlungen mit Frankreich wegen beschleunigter Zahlung der KriegScontribution und einer entsprechenden successtven Räumung der noch besetzten Departements nehmen, den o'ficiösen Versicherungen zufolge, einen glücklichen Verlauf und versprechen einen nahen Abschluß.

Beide Staaten haben ein sehr begreifliches Interesse daran, wenn dieses auch nicht gleichartig oder nicht gleich groß auf der einen wie auf der andern Seite tst.

Im Allgemeinen muß es für beide Tbeile Wünschenswerth fein, die noth. wendigen Nachwehen eines großen Krieges möglichst rasch zu beseitigen, und der deutschen Friedenspolitik vor Allem muß daran gelegen sein, zu normalen Ver- hältnissen zu gelangen. Die deutsche Politik hat sich durch humanitäre Vor­spiegelungen nicht zu einer übel angebrachten GroßmuthSpolitik bestimmen lassen al« sie den Frieden dictirte, aber es kann ihr nicht im Mindesten darauf an- kommen, die nationale Empfindlichkeit durch eine rigorose Ausführung derselben zu reizen, wenn sich eine mildere Form der Erledigung darbietet; zumal die Ein­willigung in eine successive Räumung der occupirten Departement« mit Cautelen verknüpft ist, welche eine feindselige Ausnützung der gewährten Begünstigung ausschließen. ° 0

Auch die geräumten Departements werden bi- zur völligen Abtragung der Kriegsschuld von französischer Seite nicht militärisch besitzt werden und, wie es scheint, wird vor diesem Zeitpunkt auch eine Verminderung tn der Totalstärke der Okkupationsarmee nicht eintreten.

Für die französische Regierung liegen die Dinge noch weit anders. Abge- sehen von den Vortheilen für die Verwaltung, empört sich das französische Ra- tionalgesühl gegen den Gedanken der Occupation. Der Anblick der fremden Truppen mahnt sie fortwährend an ihre Niederlagen und die Demüthiguna Frankreichs. ö

Herr Thier« begreift daher sehr wohl, in wie hohem Grade er sich Frank- reich verbinden wurde, wenn e- ihm gelingt, eine raschere Räumung diS fran.ö- sischen Gebiets herbeizuführen, als im FriedenSvertrage vorgesehen war; er Hai daher von Anfang an seine Bemühungen darauf gerichtet und zwar in dem zwei- fachen Bewußtsein, nicht bloS eine Regentenpflicht zu erfüllen, sondern auch seine Gewalt zu befestigen. 1

Berlin, 22. Juni. DieWes..Ztg." schreibt über das Jesuitcngesetz: Wenn Franzosen und Polen eine Gesellschaft bildeten, um vermiitelst socialiftt. scher Agitation Theile der deutschen Bevölkerung ihrer Bürgerpflicht abwendig zu machen, dre militärische Di-ciplin im deutfchen Heere zu untergraben, durch deut che Arbeiterunruhen unsere Truppen zu beschäftigen, so würde Niemand b7- * r e /tt be Rcichsgewalt die Einnistung einer solchen Gesellschaft innerhalb unserer Grenzen zu verhindern, ihre Agitationen zu unterdrücken berechtigt sei, und man würde den auslachen, der behaupten wollte, die Gedankenfreiheit und vie Redefreiheit litten das nicht; jeder Mensch habe da« Recht, über sociale Fragen zu denken und zu sprechrn, wie er wolle. Niemand würde läagneo, daß man IN diesem Falle einen auswärtigen politischen Feind flch gegenüber habe; mochten auch immerhin geborene Deutsche dem fremden Bunde angrhören. Genau so wie diese singirte französtsch-polnische Gesellschaft sieht die Gesellschaft Jesu ,um Reiche; denn eS kann keinen Unterschieb machen, daß sie anstatt socialisiischrr Oogmen kirchliche Dogmen für ihre Zwecke verwendet. Nicht auf die Dogmen kommt es an, sondern auf die Zwecke, zu denen man sie mißbraucht."

Berlin, 25. Juni. DieSpener'sche Zeitung" meldet: In der gestrigen Sitzung des Vtaatsminister ums fand eine Vorbesprechung der Krementz'schen An­gelegenheit statt. Ein Beschluß wurde nicht gefaßt. Heute wird der Cultu». Minister den übrigen Min stern ein schriftliche« Votum vorlegen, worauf Ende der Woche da« Staatsministerium zur Beschlußfassung zusammentreten wird. Da je» doch die Zustimmung des Fürsten Bismarck, sowie die Genehmigung de« König», ersorterlich ,st, kann erst nach etwa vierzehn Tagen ein Act de» Staate« gegen den Bischof erwartet werben.

Er irrt sich darin auch nicht.

Die Franzosen haben die deutsche Politik, wie die deutschen Waffen kennen tt.nb *,urd)ten gelernt. Sie haben eingesehen gelernt, daß sie dieBarbaren" nicht los werden, wenn sie dieselben nurmit Gold vollstopsen", daß Deutsch­land keinen Krieg der Eroberung ober der Habsucht geführt hat und daher auch nur einen Frieden annahm, der seinem gerechten Verlangen nach Sicherheit entspricht.

Da» Vertrauen, welches jetzt deutscherseits dem Präsidenten der Republik be- jeugt toirb, indem man auf seine Vorschläge eingeht, macht den Franzosen begreif- lich, daß er noch immer der nothwendige Mann der Situation sei, wie er der nothwenbige Mann war, als ihn da« Vertrauen der Nation an die Spitze der Geschäfte berief. '

nne- dDcn f?r tfne Regierung Frankreichs vorhandenen Möglichkeiten oder Unmöglichkeiten größere Chancen guten Einvernehmens darbietet, als die Reale, rung des Herrn Thier«. 8

Welcher Grund läge also vor, ihm nicht diejenige Unterstützung zu ae. wahren, welche ,hm aus der Thatsache entspringen muß, daß er noch bei allen Unterhandlungen mit Deutschland ein bereita illiges Entgegenkommen zu wohl­wollender Berücksichtigung auch der Interessen Frankreichs gefunden hat?

Deutschland.

Berlin. Das neue Man fest Pius IX., welche- in Form eines Schreiben« bcsselben an ven Staatssekretär Antonelli erschienen ist und diesem als Richtschnur ,ur seine Mittheilung an die bei der Curie beglaubigten Vertreter der Regiklungen dienen soll, liegt jetzt in seinem Wortlaute vor. Es erklärt, daß die Beziehungen zwischen ter Kirchenleitung und den weltlichen Gewaltenauf ein absurdes System" gegründet seien und der Kampf zwischen der kirchlichen und weltlichen Gewalt un­vermeidlich sei.

Die Hauptstelle dieser Kriegserklärung lautet:

Und in der That, wie kann man nach dieser neuen Ordnung der Dinge, weiche e'ngetreten ist, den Papst frei und unabhängig nennen ? Es genügt nicht, daß er für den Augenblick persönlich frei fei; er muß auch sein Amt vor Aller Augen ausuden dürfen. Nun ist aber der Papst al« solcher nicht frei und unad- banßig unv wird eS niemals fein, so lange seine oberste Gewalt der Gewalt und laune einer feindlichen Autorität unterworfen ist; so lange fein erhabener Dienst Nmn(Iu&t und beherrscht weiden will von politischen Leidenschaften, so lange seine Gesetze und Verordnungen nicht frei sind, von dem Verdachte der Parteilichkeit, der Zu- oder Abneigung für die betreffenden Nationen. In der neuen Lage der rPinge, fcelAe durch die Usurpation eingetreten ist, ist der Kampf zwischen de» detden Gewalten unvermeidlich."

So scharf und extrem wie diesmal hat sich die Curie seit Jahren nicht aus- gesprochen. Man fühlt auch im Vatikan, daß die Entscheidung naht und die Re­gierungen von ihrer Verpflichtung durchdrungen sind, die Zukunft und Ruhe ihrer Staaten den Jntriguen, die bei einer neuen Papstwahl zu erwarten sind, nicht preisjugeben. Die Aussicht auf ein Einvernehmen zwischen den drei mitteleuro- paischen Hauptmächten beunruhigt den Vatikan in gleicher Weise, wie sie bei den betheiligten Völkern willkommen geheißen wird.

Die Haltung der Parteien, wie die Sprache der französischen Presse be- jeugen es. Sobald die Kunde der schwebenden Unterhandlung sich in Frankeeich 5"b"ittte, stumpfte sich der Parteieifer, welchen Herr Thiers durch seine Haltung tn der Militardebatte mannigfach gereizt hotte, an dem Eikenntniß ab, daß grade Ht am wenigsten der Moment gekommen sei, Herrn Thiers gegenüber zu toben, und die Presse, mit Ausnahme der bonapartistischen, bemüht sich, jede Auf. Wallung des Chauvinismus zu verhindern. Man kann zwar den Revanche- gedanken, welcher zum moralischen Hebel aller Parteiagitation geworden ist, nicht plötzlich ganz bei Seite schieben, ober man beschwichtigt die Gemüther, indem man versichert, daß erjrour le moment aufgegeben werden müsse, und selbst der bevorstehende Besuch des Kaisers Franz Joseph in Berlin wird nicht zur Aus. reizung der Stimmung benutzt. Im Gegentheil versichert man, daß dieser Besuch durchaus keine gegen Frankreich gerichtete Bedeutung habe, vielmehr nur eine Verständigung bezüglich der Orientfrage stgnalisire.

Natürlich werden wir uns unsererseits nichtsdestoweniger fragen müssen ob denn das in Herrn Thiers gesetzte Vertrauen gerechtfertigt ist und ob es bem^ gemäß im deutschen Interesse liegt, seine Position zu verstärken?

Ab» das Vertrauen, welches dem Präsidenten der Republik geschenkt wird geht gewiß nicht über die Grenze dessen hinaus, wa» zu leisten ihm möglich ist- möglich nach seinen individuellen Auffassungen und möglich nach den unberechen- baren Aufwallungen des französischen Temperaments. Aber er hat gewiß Anspruch auf a« Vertrauen, welches man einem verständigen Regenten überhaupt widmen Leiv^s^se ? ,ba6 " lich nicht unbesonnen, sei «S aus Leichtsinn ober Leidenschaft, in Verwickelungen stürzen wird, und man kann überzeugt sein, daß l'-ner P°lit,on bestärkt, die Regierung-gewalt dazu benutzen wird, um auch Frankreich vor allen politischen Ausschweifungen seine« Temperaments zu bewahren bTm,» t fmrUn2 ' °b tie besänftigende Einwirkung der Zeit und

beh a6 der Gewohnheit de« Frieden- erwachsende Zuversicht der nationalen Arbeit und ihrer Interessen den ,etzt nurpour le moment beschwichtigten Revanche- gedanken von Grund aus beseitigen wird.

. ,, .O^^lall« aber liegen die Dinge so und auch da- jetzt seiner Ver. Einvernehmen ändert in dieser Lage der Dinge baß Deutschland, in den Besitz aller durch den Frieden stipulirten SicherheitSgarantien und Entschädigungen gelangt, mit großer Ruhe abwa-ten kann, ob und wann Frankreich sich von feiner Erschöpfung aufraff.n unv ob es )ie wieder gewonnene Kraft eventuell an neue Abenteuer setzen will, daß aber