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Gitßemr Anzeiger.
Erscheint täglich, mit Ausnahme Sonntags.
Expedition: Canzleiberg, Lit. B. Nr. 1.
Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Hieben.
Nr.
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Montag den 26. Februar
1872.
ahP k01t SlfntoLiov werden noch fortwährend sowohl bei der Expedition, Canzleiberg B. 1, als auch bei allen Poft
ioejtCUltnQeil aus VCll vg-leßener <tNzelgei Expeditionen und den Land-Postboten entgegen genommen.
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Ein Tagebuch vom römischen Concil.
war.
drastische Antwort: „Das geht uns nichts-an, wir peyen oazu vm “ ™ - - sollten, anerkennen." lieber Vie Bis
dann sind doch zu Diele Wahrheiten in diesen SUtite«• i»« «»I jn fctr Weise, indem e,
al« an Bischos Dinkel die Anfforderung erg.ng, er möge doch da« M^tenai ^nüng adsand: daß Ne eben „sehr schwache Kopse seien" Widerlegung dieser Berichte nach Deutschland fenben, da mußte " ® f A |lnt wörtlich au« dem Tagebuch entlehnt, wir in erwidern- „leider seien diese Briefe nur zu wahr und blo« in wjrtflrt« rchf'"dste Charakteristik Pius' IX. Friedrich schreibt- Einrelheiten unrichtig." Und deshalb waren die Lrhier der Wahrh' ' JLkft w-Hrler hat feinen Ruf bei PiuS eingebußt,
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von Rechten der Bischöfe die Rede sei; nur eine granviose Unwissenheit lon z
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über aufgebracht, der sogar die Absicht hegte, österreichischen Bischöfe die Artikel öffentlich zu desavomren.
di- drastische Antwort: „D°S geht un^ nicht« an, «>r stehen da,u ftoch.
(Fortsetzung aus Nr. 47.)
Und wie man mit den Persönlichkeiten umsprang, dafür brachte fast jeder Tag sein eigenes Beispiel. Als ein Kind des einstigen Herzogs von Parma getauft wurde, befahl Antonelli den 12 Bischöfen, die im Qumnal wohnten, viesem Acte beizuwohnen, obwohl für den gleichen Morgen eine Concilssitzung anberaumt
Klingt dieses Kommando nicht, als ob der Qmrinal eine Wachlstube wäre, ganz abgesehen von der verächtlichen Bedeutung, die man in Rom den Sitzungen des „heiligen" vaticanischen Concils beizulegen schien? Die Autorität desselben ist gut genug, um sie den Massen gegenüber auszunützen, nach innen aber der Curie gegenüber ward sie mit Füßen getreten. Warum auch nicht — La tra- dizione son’ io! Den orientalischen Bischöfen machte Cardinal Barnabo (der Vorstand der Propaganda) die bittersten Vorwürfe, weil mehrere von ihnen zur Minderheit zählten: eS sei unerhört (fuhr er sie an), hier sitzen und das Brod des Papstes essen — und trotzdem Opposition machen! Wie Friedrich berichtet, verließ einer der Prälaten unter Thränen den Saal — aber sind Tbränen die Antwort eines Mannes, dessen Pflichtgefühl und desten Rechte in solcher Weise
ihre Religion.
Die Art, wie Sc. Heiligkeit die „würdigen Väter" behandelte, war so un- würdig, daß man es schwerlich begreifen könnte, wenn nicht dre Tatsachen in
0 - - - -3 So beschied er eines Tags den chaldarschen
öttuv/4d, „einen Verzicht auf seine Patriarchalrechte schwache Mann wich nach vergeblicher Remonstration
Vorsitzenden der Propaganda) ernannte Bischöfe, welche am folgenden Tage von ^orptzenoen y » * J anerkennen." lieber die Bischöfe der Opposition stets in der bittersten Weise, indem er sich mit der naiven 1 - . «• -- öä«c. c.t.«". Die Sätze, welche
verletzt werden?
Man wußte nun, was von der Mehrheit zu erwarten stand und welchem Geist sie diente, die Lage war zum wenigsten so weit geklärt, als sie nicht mehr durch Illusionen getrübt wurde. Es gibt gewisse Dinge, die der verdient, der sie erträgt, und das läßt sich auch von der Minderheit der Bischöfe behaupten. Die „schmähliche Behandlung", über die sie klagten, der „Hochmuth", den Bischof Dinkel in dem Verfahren der Mehrheit fand, war durch jene verschuldet, die ihn in würdeloser Demuth über sich ergehen ließen. Aber die Bischöfe zagten, sic fürchteten den Zorn des Papstes mehr als die Kümmerniß der ihnen anoertrauten Seelen; sie fürchteten, ein Schisma in der Kirche herbeizuführen, aber sie veraasten, vast diese Furcht auch auf der anderen Seite wirkte^ «nd daß dieselbe der ein.iae Hebe! gewes-.. wäre, °m die katholische Weit von l-nem Scy.-ma freien, da« mit btr Häresie der Unfehlbarkeit unvermeidlich war, uno da« nun thatsächlich besteht. Die Spione der Curie gewahrten bald, wie e« mit der Thal- kraft der Minderheit beschaffen war, und seit man nicht« mehr }u furchten hatte, n>a9tt6in anderer Moment, der in den Erfolgen der Minderheit wohl einen Um- schwung hätte bewirken können, wäre ein entschiedene« Auftreten der weltlichen Regierungen gewesen. Aber e« ist bekannt, wie e« in dieser Beziehung stand und das Concil erfreute sich wenigsten« in dem einen Sinne 6« wBmi 8« ft j „aß kein einziger Staat die Zwangsarbeit störte, zu der seine Bischöfe «erurthcilt
Mst?enttüst'|b und wttttiferten mit den Hosschranzen t>t« Saticanä an
Öen1 Alles wurde versucht, um den Verfasser zu ermitteln, der Papst st>bst war ?„ böAfttt Erreaung — aber alle Briefe, welche die römische Polizei erb.ach waren Uer Für die S^che selbst war freilich auch von diesen Pubüerttonen wrnia in bvffen sie gaben zwar der ganzen gebildeten Welt da« richtige Uethe I, abetM änderten Jene nicht, an deren Schwäche sie doch ug°n«'ch gerichtet waren. Sv lagen denn für den, der sich nicht tauschen wollte, die Dinge zieml ch Man stand vor einer Mehrheit, deren Unbildung vor l-der Umkehr sicherte, Minderheit fehlte di- sittliche Große, um ihre Worte zur That zu mad^n, Vie Staaten schienen es vorzuziehen- lieber Vie Wirkungen als die Urs )
solchen Bestimmungen führen, wie sie das Schema enthalte; es scheine fast, als sollten die Erzbischöfe lediglich zu Denuncianten für Rom werden.
In ganz entsetzlicher Weise wird der niedere CleruS von dem betreffenden Schema mißhandelt — so sehr, daß selbst römische Abati darüber entrüstet waren. Das Streiflicht, welches daraus auf die Clensei tes Kirchenstaates fallt, ist drastisch genug, und nur wer aus eigener Anschauung diese geistl chen Lazzarvni kennt, wer selber ihre sittenlosen Glossen hörte und in offener Kirche von ihnen cngebettelt ward, mag begreifen, was ter Priester im Kirchenstaate gilt. Neben >hnen sind die „concubinarii“ der deutschen Pfarrhöse noch moralische Heroen. Unter den Nothrusen, die aus diesen Kreisen selbst noch Rom drangen, ist der Brief eines französischen Pfarrers äußerst merkwürdig, weil er die furchtbare Willkürherrschaft, unter der die Seelsorge darniedcrltegt, in erschütternder Weise schildert. Friedrich gibt den Inhalt desselben ausführlich, wir wollen uns an dieser Stelle nur auf einen Satz deschränktn, ober dieser eine spricht deutlicher alö olle. „C’est la faim, qui est le nerf de notre discipline.“ (Hungertogma! D.Red.)
Für vie Minderheit war cs eine unbeschreibliche Freude, als endlich auch Hefele in Rom erschien; man hoffte, er werde bald der Mittelpunkt ihrer ganzen Bewegung sein, und jede Aiußeiung, die er that, war so treffend und treuherzig, daß man neue Zuversicht daraus gewinnen mußte. „Ich habe dreißig Jahre nach der Infallibilität gesucht, sprach er zu Cardinal Hohenlohe, und habe sie nirgends gefunden." Auch darüber war man sehr glücklich, daß wenigstens die Adresse der Minderheit zu Stande gekommen und dem Papst übergeben worden war, obgleich kein einziger der Bischöfe den Muth hatte, sie persönlich zu überreichen.
Die Stimmung in den Kreisen der Minderheit wurde übrigens bald wieder mit jedem Tag unerquicklicher, denn es fehlte eines, das die Grünt läge aller glücklichen Thatkraft ist, Vas gegenseitige Vertrauen. Niemanv wußte recht, woran er mit seinen Genossen sei, ob nicht ver scheinbare Freund zum Spion über ihn be- sftllt war; selbst die äußeren Anzeichen waren widersprechend. Mehrere der ^brächt: KkttUer dtt nv^liberalisirte,"wohnt« doch in dem jesuitischen E»«egmm Gcrmanicum, und Rauscher hatte schon bei Beginn bedeutende Schwankungen per- rathen. Das Grundübel, an dem die Versammlung krankte, lag cinsach zu Tage — man achtete keine persönliche Ueberzeugung mehr, und damit schwand auch die Achtung vor den Personen selbst. Wie der Papst die Bischöfe m der übelsten Weise geringschätzte, so verfuhren die Bischöfe mit dem Niederen Klerus, dresem mochte es dann überlassen bleiben, mit seinen Gläubigen in gleicher Weise_umzu» springen - und sie haben sich wahrlich vaö Beispiel zu Nutze gemacht. Das ft der Geist, der heutzutage unsere Hierarchie beherrscht, em Ringen nach Macht ist
plina — de episcopis etc., zur Verkeilung, und tote die v ae
hktt sich im Privotvcrkehr äußerten, war dasselbe noch erbärmlicher al Jje]
Aller Terrorismus, der in der jesuitischen Schule grohgezogen war, f .
abaelaaert, Moral und Bildung de« niederen Cl-ru« zeigte sich >m
vtr BmucH katholischen Christenheit neue Dogmen aufzuzwingen! Don Bischof Martin spricht Pius etwas vespectirlich. Er wird wohl wissen, daß er nur das
„Selbst Ketteier hat seinen Ruf bei Pius eingebußt, denn auch er ist nach feiner Ansicht nicht weit her, aber er ist doch ein gal-antuomo. An Stroßmaper rühmt er, daß er so außerordentlich gut lateinisch spreche, wahrend auf der anderen (insallibilistischen) Seite keiner ordentlich sprechen könne. Cardinal Schwarzen- berg spielt nach ihm die Roll- d-S Subdiacono in presepe, d. h. den Esel. Nie- wand habe ihm, dem Papste, noch direkt von der 3nf. Uibilitat gesprochen, denn er wolle und könne in dieser dclicatcn Frage nicht« Horen und direkt annchm n, ubcr nur Schwarzenberg habe die« g-than. Auch bei der Dvgmatiflrung der „unbefleckten Empsängniß» sei -r anwesend gewesen; keiner habe etwa« dagegm Gesagt, nur er sei ausg,standen und habe gegen diesetbc gefprod)tn. „fit »erC«
. ... die Mmmsten Folgen nach sich ziehen." „Und w.rr-« denn wahr? frag' P-u-,
fetzigen Chaos zu bekämpfen. < , ai ci_| , nüd)1,cr ßeraEe 10 wie vorher." „Die Definition, fuhr er fort, wurde da
8 Noch in der ersten Hälfte de« Januar kam da« Schema, d^ ckd S ist nachhg d P @onne (o wunderschön h-r-m.
... .1- .i.7.5 ,!p. Lch>„"L'L-LL (tfetitn hier welche PiuS schon länger hegt und oster auSsprach. Ader auch der damatig
^7"meh«tt'dtt'7rsten Namen7u7W°r"te^gri°ffe7 Mit Erstaunen bemerkte auch Mptiv- °°-..^uft°n;^^.Abergla^^^^^ nr . ..... .
Simor.'der Prima« von Ungarn, daß überall nur von Pfltchttn, «b « X
War6n"unb dennoch fehlte e« nicht ganz an einem Störenfried — das war die er, Niemanv verstand) erbitterten Vie Briefe in ver „Allgemeinen Zerrung , \ unterfckuibrn Der alte schwache _______ _..T
sumerw-is- sogar in den Kreisen der Minderheit. Am meisten war ^"rl-r z rstft Pupste«. Und damit dieser Verzicht sofort praktische Bedeutung über aufgebracht, der sogar die Absicht hegte, « ’r’I.Ä -rwng. müßte er auch zwei, nicht von ihm, sondern von Cardinal Barnabo (dem
Artikel offentl d) in desavouiren. Auern ovrp k g i p ____ am folaenven Taae von


