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iffirtw Ammer.
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Expedition: Canzleiberg, Lit. B. Nr. 1.
Nv. 22
Donnerstag den 25. Januar
tatsächlich oder auch nur wahrscheinlich an der Dahnverwaltung liege und die im Handelsgefttzbuche ststgestellie Befreiung oder Beschränkung der Haftpflicht nur zur Abwehr unbilliger Ansprüche geltend zu machen.
Berlin, 23. Jan. Durch eine vom 22. Januar datirte Cabinetsordre an das Staatsministerium ist der geheime Oberjustizrath Dr. Falk zum Minister der geistlichen, Unterrichts- und Medicinal - Angelegenheiten ernannt. Fürst Bismarck har bereits den beiden Häusern des Landtags Abschrift der Cabinetsordre zugehen fr ([en. — In der auf den 19. Februar berufenen Gkneralversommlung derBerlin- Potsdam-Mogdlburger Eisenbahngeseüschast wird auch Beschluß gefaßt über die Nachsuchung einer Concession für die Herstellung einer Eisenbahn von einem Punkt der Stawmbahn direct nach Frankfurt a. M. nebst einer Zweigbahn nach Magdeburg.
Berlin, 23. Jan. Die jetzige Fußbekleidung der Infanterie und Fußortillerie wird von Fachmännern blinohe allgemein als ganz ungenügend für die Campagne bezeichnet. Als Ersatz werden feste hohe Halbstiefeln vorgefchlagen, wie sie bei der Cavallerie bereits eingesührt sind. Eine andere Rcoction dürfte sich gegen die steifen und engen Kragen ter Waffenröcke empfehlen, welche in Verbindung mit dem zu engen Schnitt der Woffenröcke die Bewegung des Mannes erschweren und der Gesundheit nicht förderlich sind. Die beiden- kleinen Patronentaschen find schon lange Gsgenstand der Anfeindung, auch der schwere Helm und die unpraktische Feldmütze finden wenig Fürsprecher und endlich werden auch diesmal wieder die schor 1866 gegen den Tornister erhobenen Ausstände erneut.
Köln, 23. Jan. Der Allg. Ztg. wird von hier geschrieben: „Wie mir nachträglich mitgetheilt wird, ist die Einräumung der staatliches Eigenthum bildenden Garnisonskirche an den Vorstand des hiesigen Altkatholikcr^VcreinS, von dem Gouverneur General-Lieutenant v. Frankenberg aufs Wärmste befürwortet, durch den Kriegsminister v. Roon bewilligt worden, nicht ohne daß zuvor in einer Plenarsitzung des Staatsministeriums der Gegenstand verhandelt worden wäre. Dadurch gewinnt dieses freundliche Entgegenkommen unstreitig sehr an Bedeutung, und vielleicht liest man nun auch recht bald, daß das bayerische Ministerium den Münchener Altkatholiken endlich die dortige staatliche Stuoienkirche zur Mitbenutzung ; überlassen habe. UebrigenS hat der Bischof der preußischen Armee, Herr NamS- zanowSki, bereits Stellung in der Angelegenheit genommen: er hat nämlich an den hiesigen katholischen Divisionspreviger ein Rescript erlassen, mit der Weisung: sobald dir Altkatholiken in die Garnisonskirche einzögen, seinerseits dieselbe zu räumen."
die allermindeste Kenntniß hat.
Hamburg, 24. Jan. Die Zeichnungen auf die Aktien der Deutsch-TranS- atlantischen Dampfschifffahrts - Gesellschaft nehmen einen sehr lebhaften Fortgang, so daß eine wesentliche Reduktion der Zeichnungsbeträge in Aussicht steht.
Aus Elsaß-Lothriugeu, 19. Jan. Die Zusendungen für die Bibliothek geschehen so massenhaft, daß sie ost fast nicht bewältigt werden können. e>ciü|t- verständlich laufen auch werthlose Schriften und zahlreiche Doubletten ein, aber die bisherigen Erfolge berechtigen zu der gewissen Hoffnung, daß die Straßburger Bibliothek, wenn auch nicht ihre vollständig frühere (sie enthielt Werke, die nicht mehr ersetzt werden können), so doch mit der Zeit eine hohe Bedeutung erlangen wird. In einem besonders dazu eingerichteten Lesesaale sind bereits über 400 in alle Wissenschaften einschlagende und unterhaltende Leseschriften aufgelegt, die Jedermann zur Benutzung stehen. Wie liberal und loyal unsere Regierung verfahrt, können Sie daraus ersehen, daß sie früheren hier angestellten Professoren die Er- laubniß gegeben hat, vom nächsten Monat an „französische Vortrage", d. h. nicht nur Vorträge in französischer Sprache, sondern voraussichtlich Vorträge mit spectell französischem Charakter, zu halten. — Die Stadt Kehl, welche so viele Verluste
Dem Staatsministerium mache Ich in Verfolg Meines Erlasses vom 17. dieses Monats hierdurch bekannt, daß Ich den Geheimen ^berjusttzrath Dr. Fal zum Minister der Geistlichen, Unterrichts» und Mevicmal-Angelegenheiten ernannt habe.
Berlin, 23. Januar 1872.
gez. Wilhelm. Gegengez. Fürst v. Bismarck.
An das Staatsministerium.
Für die Richtigkeit der Abschrift
Flender, Geh. Rechnungsrath.
Berlin, 23. Januar. Nachdem mit dem 2. d. M. der preußische Staats- schätz aufgehoben, sind gleichzeitig die vorhandenen Bestände und die ausstehenden Forderungen des Staatsschatzes an die allgemeine Finanzverwaltung ubergegangen und fließen nunmehr alle Einnahmen, welche demselben nach den bisherigen B - stimmuugen zuzuführen waren, den allgemeinen Staatsfonds zu. Die hierauf oe- züglichen Berichte und sonstigen Mittheilungen sind daher fortan an den Finanz- Minister zu richten. Die Geschäfte der Rendantur des Staatsschatzes sind auf die
Deutschland.
Darmstadt, 23. Januar. Der Abgeordnete George hat seinen alten An- trag, die Weinsteucr aufzuheben, wiederholt, und zwar in folgender Fassung: Die Kammer wolle beschließen: 1) die Steuer auf Wein wird aufgehoben und der Verkehr mit Wein wird wie in den übrigen Reichslanden sreigegeben; 2) von Dem Tage an, wo die Weinsteuer aushört, wird die Provinzial-Straß-nbauichiNd von Oberhcssen und Starkenburg als allgemeine Staatsschuld übernommen." jn Den Motiven hebt der Antragsteller dos Lästige, Nachtheilige und den freien Verkehr Hemmende der jetzigen Besteuerungsweise und die hohen Ausfichls- und Eon- trolkosten hervor, verkennt aber auch nicht, daß für den Ertrag der Weinsteuer mit 440,000 fl, wovon 237,000 auf Rheinhessen und 165,000 fl. aus Starken- bürg entfallen, ein Ersatz geschaffen werden müsse und zwar durch eine allgemeine einheitliche Einkommensteuer. George gibt ferner zu, daß bei Aufhebung der .n Rede stehenden Steuer in erster Linie Rheinhessen und die Bergstraße interessirt seien, und will deshalb zur Ausgleichung, namentlich Oberhessen gegenüber, die Provinzial-Stroßenbauschuld von Starkenburg mit 788,000 fl. und diejenige von Oberheffen mit noch 1,558,000 als Staatsschuld übernehmen. — Der Bericht Des Abacord. Goldmann über den Antrag des Abgeorv. Hallwachs, die Gehaltsaufbesserung der Beamten und Bediensteten der Main-Neckarbohn betreffend, con- statirt, doß die Regierung den Gegenstand bereits in Behandlung genommen, und empfiehlt den eventuellen Antrag dcs Abgeord. Hallwachs, „die Regierung zu ersuchen, alsbald mit der königl. preußischen und der großherzogl. badischen Re- aieruna in Verhandlung zu treten wegen Erhöhung der Gehalte sammtl'cher Beamten und Bediensteten der Main-NeSarbahn, und dabct thunlichst darauf bedacht sein, daß diese Gehaltserhöhung nicht unter dem Maße der den übrigen hessischen Staatsbeamten etwa verwilligt werdenden Gehaltserhöhungen verbleiben möge.
(Franks. JournJ
Berlin, 23. Januar. Dem Abgeordnejenhause sind heute folgende Schrift- stücke zugegangen: Berlin, 23. Januar 1872.
In Verfolg der Mittheilung vom 18. Januar beehre ich mich, Euer Hoch- Wohlgeboren anliegend beglaubigte Abschrift der allerh. Ordre vom heutigen Tage, wonach des Königs Majestät den Geheimen Oberiustizrath Dr. Falk zum Minister der geistlichen Angelegenheiten zu ernennen geruht haben, unter dem Amheimstellen der gefälligen Mittheilung an das Haus der Abgeordneten ganz ergebenst zu
Der Präsident des StaatSministeriumS. gez. Bismarck. An den Präs. d. Hauses d. Abgeordneten, Herrn v. Forkenbeck Hochwohlgeb.
Bonn. Der Berliner Correspondent eines in Bonn neu gegründeten ultra- montanen Blattes, das sich (lucus a non luccndo) „Deutsche ReichSzeitung" nennt, begrüßt den Herrn Dr. Falk mit folgenden, wenig schmeichelhaften Worten: „Es bleibt nun kaum noch ein Zweifel über die Bedeutung und die Ursachen des Rücktrittes des Herrn v. Mühler. Die Wahl seines Nachfolgers ist in dieser Hinsicht bezeichnend. Dr. Falk ist zwar ein gewitzter, spitzfindiger Jurist, aber ein entschiedener Gegner der Katholiken. Derselbe ist viel zu verschmitzt und zu gerieben, um in der plumpen Weise gegen die Bischöfe vorzugehen, als wie es v. Mühler in der BraunSberger Angelegenheit gethan. Vor den rabulistischen Spitzfindigkeiten des Herrn Falk haben die katholischen kirchlichen Behörden alle Ursache, auf der Hut zu sein. Mit ihm fängt ein neuer, wichtiger Abschnitt in der Geschichte der katholischen Kirche Preußens an. Herr Falk theilt die Grundsätze des Herrn v. Lutz, ist aber ihm geistig und geschäftlich weit überlegen. Er vertrat bekanntlich das Lutz'sche Kanzelgesetz vor dem Reichstage." So der ultramontane Scribent, der allerdings nicht in der „verschmitzten" und „geriebenen vieler seiner Gesinnungsgenossen, sondern in „plumper Weise" gegen einen Mann loszieht, von dessen sittlichem Werth und Charaktereigenschaften er offenbar nicht
' "e SsAfr* werden noch fortwährend sowohl bei der Expedition, Canzleiberg B. 1, als auch bei allen Post-
Bestellungen aus den Lietzener ^nzelger Expeditionen und den Land-Postboten entgegen genommen.
Abonnenten welche den Anzeiger bei der Expedition abholen lassen, erhalten denselben für die Monate Februar und März
zu 40 fr. ___________________________
1872.
Generalstaatskaffe übergegangen. h
Das neue Münzgchtz wird, tote der „K. Ztg " »c« 6iet geschrieben to'rd, knnensolls ja den Vorlagen der FrühjahrSsession des Reichstages gehören und, va man eine Herbstsession in diesem Jahre vermeiden mochte, in diese« Falle noch über ein ganzes Jahr ruhen. Die Vorarbeiten nehmen so geraume ZeN en 4n- spruch, daß man daraus füglich, namentlich gegenüber einem so tief tn alle häUnisse eingreifenden Gesetze, Niemandem einen Vortours machen «nn- .
Don Seiten de» Publikum« und gleichfalls von Setten de« Ausschusses d. deutschen Handelstage« war beim Hanvelsminister darüber Beschwerde getuhr worden, daß die Eisenbahnverwaltungen bei Behandlung von Ersatzanspruch wegen Verlust, Beschädigung oder verzögerter Besörderung von Frachtgütern et willkürliche« ober ungerechte« Verfahren einschlagen und unter Berufung auf Bestimmungen de« Handelsgesetzbuches sich einer Befriedigung billiger S°^ru"g zu entziehen suchen. Der Handelsminister hat in Folge dessen d e f ntgli»« Eisenbahndireetionen angewiesen, den ll^dchten Ansprüchen m 1 ” ngd) 6er |ranjo|t|ct|em esyararter, zu »alten. — -tat "“w*
GeschästSeoulanz entgegen i» kommen, in^en p® 6 bic Schuldizu verzeichnen hat, wird jetzt einigermaßen dadurch entschädigt, daß zwischen dem
Ursache des Vorfalles zu sorschen, die Haftpflicht zu staimren, n>u s a


