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Frischbscker ? u Gießen.
Wenn ich nicht irre, war
Mordes verfolgte Russe Netjafchew verhaftet worden.
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England.
Bäckerstrike in Dublin ist beendet. In Belfast Die Stadt bleibt jedoch militärisch besetzt.
Troppau, 19. August. Weichsel, Olfa und Ostrawttza mehrere beschädigt. Der Verkehr auf der Kaschau-Oderberger Bahn sollen zu beklagen sein.
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Ministerien und in den sonstigen Verwaltungen find übrigens auch noch viele sehr heißblütige Bonapartisten, welche den Ex-Empereur noch immer als das rechtmäßige Oberhaupt Frankreichs betrachten, und die, falls wieder ein bonapartisti- cher Streich ausgeführt werden sollte, diesem allen möglichen Vorschub leisten würden. Die vielen bonapartistischen Elemente in der Armee, in der Polizei und in der Verwaltung sind jedenfalls eine große Gefahr für die jetzige Ordnung der Dinge, denn, abgesehen davon, daß sie die Absichten der Regierung zu durchkreuzen suchen und überall die Opposition gegen sie wach rufen, bieten sie auch Alles auf, um zu verhindern, daß irgend etwas über die bonapartistischen Umtriebe entdeckt werde. Wie bereits gemeldet, wollte die Regierung zuerst auch gegen die bonapartistischen Blätter einschreiten. Sie beschränkte sich aber darauf, dieselben zu verwarnen und sie aufzufordern, ihre gehässige Sprache einzustellen. Einer der Redacteure des „GauloiS", Jules Richard, tritt in Folge dessen aus der Redaction dieses Blattes. Wie er in einem an dasselbe gerichteten Schreiben sagt, will er sich seine Artikel nicht beschneiden lassen und legt deshalb die Feder nieder. Selbstverständlich wird er aber unter einem anderen Namen fortschreiben. Das Schreiben wurde nur veröffentlicht, weil der „GauloiS" eine Demonstration
ungefähr zwei Monaten wohnte ich in dem Cafe Hill einer solchen Scene an. Der bekannte Fechtmeister Pons, ein eifriger Bonapartist, hatte in diesem Cafe mit lauter Stimme mehrere Mal den Ruf: Vive l’Empereur! ausgestoßen und war mit einigen Anti-Bonapartisten deshalb in Streit gerathen. Polizeidieuer wurden herbeigeholt; dieselben schritten aber nicht gegen den Fechtmeister ein, sondern drohten denen, welche diesen zurechtsetzen wollten, sie nach der Wache zu führen, und machten die tiefsten Bücklinge vor PonS, den sie aus früheren Zeiten kannten. Ohne wettere ähnliche Beispiele anfübren zu wollen, bemerke ich nur noch, daß der Poltzeicommiffar von Trouville sich nur so milde gegen die dorti. gen Vive-rEmpereur^tyekr zeigte, weil sie eben Bonapartisten waren. In den
Der Teschener Kreis ist überschwemmt. Dir sind ausgetreten, zwei Brücken weggeriffen, auf der Ostrau-Friedländer Bahn ist eingestellt, gestört, der Schaden enorm. Auch Menschenleben
Den 21. August. Dem Bürger zu Homberg a. d. Ohm und Schaffner an der Oberhessischen Bahn dahier, Johann Daniel Moriz Geisel, ein Sohn, Moriz Gustav Heinrich Theodor Wilhelm, geboren den 10. Juli.
Den 22. August. Dem Bürger zu Willofs, Kreis Lauterbach, und Gaftwirth dahier, Johannes Weber, eine Tochter, Marie Katharine Georgine, geboren den 2. August.
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Minute und seiner Tragweite von 1000 bis 1200 Schritt noch unübertroffen da stand, während sich bei den von 1867 ab eingeführten Hinterladung-gewehren die Feuergeschwindigkeit schon auf 12 bis 16 Schuß in der Minute und d,e noch treffsähtge Tragweite auf 2000 Schritt bemessen befand, wogegen bei dem für die deutsche Armee zur Neueinführung ausersehenen Gewehr jetzt von 26 Schuß per Minute die Rede ist, und ein neuconstruirtes englisches Gewehr sogar eine Feuergeschwindigkeit von 52 Schuß per Minute ausweisen soll. Aehnlich verhält es sich auch mit den Anforderungen an die neuen Feldgeschütze. Bedenklich in hohem Grade erscheint nur der Kostenpunkt bei diesem ununterbrochenen Fortschreiten der technischen Vervollkommnung seit 1854, wo in Frankreich zuerst das Mini^gewehr eingeführt wurde, hat beinahe in sämmtlichen Staaten ein zwei- bis dreimaliger Wechsel der Jnfanteriebewaffnung und eine drei- bis viermalige neue Geschütz- ausrüstung der Artillerie stattgefunden, die geringeren und weniger umfangreichen Aenderungen gar nicht einmal mitetngerechnet. Den glatten Geschützen und Haubitzen sind so zuerst die Granatkanonen und diesen wieder die verschiedenen gezogenen Geschützsysteme, erst, mit einziger Ausnahme Preußens, durchgehends Vor- derlavungs- und gegenwärtig HinterladungSsysteme gefolgt. Auch diese genügen jedoch jetzt nicht mehr und sollen an deren Stelle gezogene Gußstahl-Ring-Felv- geschütze treten, um vermittelst der dadurch ermöglichten erhöhten Pulverladung die Wirkung der Geschütze noch höher steigern zu können. Solche Geschütze sind in Rußland bereits eingeführt worden, und finden die Vorversuche mit denselben zur Zeit sowohl hier, wie in Frankreich statt. In nicht seltenen Fällen hat dabei der Uebergang von dem einen Gewehr- oder Gcschützsystem zum andern früher stattgefunden, als überhaupt nur eine Ernsterprobung des zuletzt eingeführten Systems erfolgt war, und steht, wenn wieder ein Wechsel der Gewehrsysteme sich
Beerdigte.
Den 17. August. Marie Mathilde Frutig, des Büraers und Locomotivführers, Georg Frutig, eheliche Tochter, alt 1 T-, gestorben den 16. August.
Denselben. Philipp Heinrich Bullmann, aus Arnoldshain im Oberlahn-Kreis, alt 54 I., gestorben den 15. August.
Den 22. August. Georgine Hoffmann, des Majors im Großh. ll. Infanterieregimente Nr. 116, Philipp Friedrich Hoffmann dahier, eheliche Tochter, alt 16 I. 6 M- 16 T-, gestorben den 20. August zu Johannisberg.
er schon einmal in Genf festgenommen, aber wieder freigegeben worden, glaubt, er werbe jetzt an Rußlano ausgeliefert werden.
Frankreich.
Auszug sus den Kirchenbüchern der Stadt Gießen.
Evangelische Gemeinde.
Getaufte-
Den 18. August. Dem Bürger und Zimmermann, Wilhelm Klingelmeyer,
Paris, 19. Aug. Die Regierung hat beschlossen, das Personal der Pariser Polizei einer Reinigung zu unterwerfen. Ein großer Theil desselben ist nämlich seinem „Empereur" noch treu ergeben, und in Folge dessen werden nicht allein die Befehle, welche der Präfekt erthetlt, langsam und schlecht ausgeführt, sondern diese Beamten benutzen auch die ihnen euvertrauten Gewalten, um sie zu Gunsten des . Bonaparttsmus auszubeuten. In der nächsten Zeit werden daher viele Polizei- 1
größten Befriedigung ausgeführt.
Oesterreich
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Sonntag den 25. August. Martin Lenz am Markt, Emil Noll in der Löwengaffe und Louis Schneider in der Neustadt.
Schweiz.
Bern, 19. August. In Zürich ist vergangene Woche der wegen politischen
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Belgrad, 22. Aug. Der Fürst spricht in einer Proklamation der Nation veun-r.n welche- von »one.flequarner zum v»runb ter Regentschaft feinen Dani au- un° erklärt, -in conflituftoneller Mrfl fein
offenem Wagen aus den großen Exereierpl-^ um die 3nfpeel.on »b-r sammiltche ' fcje nQlil)tl(,len 3t)ttn ftint6 Vater- weiter pflegen und
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regimentS, inspicirte sodann das Artillerie-Reziment, die ChevauxlegerS und schließlich ^«rung noch z h v die Kriegsschule. Die Manöver sämmtlicher Truppenabtheilungen wurden zur
der evangelischen Gemeinde zu Gießen.
Gottesdienst.
9t oritnuff ( Morgens: Pfarrer Landmann.
Am 2o. August. t Nachmittags: Pfarr-Assistent Walz.
Mittwoch den 28 August, Morgens 9 Uhr:
Erste Versammlung der DckanaiSsynode.
Die Pfarrgeschäfte für die Woche vom 25. bis 31. August 1872 besorgt Pfarrer Landmann.
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Sohn, Max Ludwig, geboren den 7. Juli.
_ . Denselben. Dem Bürger und Stationsassistenten an der Oberhessischen Bahn
beamten thetls abgesetzt, thetlS versetzt werden. Die Regierung thut jedenfalls dahier, Karl Ludwig Petri, eine Tochter, Antonie Ernestine, geboren den 14. Juli, gut Daran, wenn sie eine derartige Maßregel ergreift, da ste am Ende längst Senfeiben. Dem Bürger zu Grotz -Bufeck und Kutscher dahier, Wilhelm Riffen «ußte, daß da- „Empire" keine eifrigeren Agenten hat, -'-Vie Pariser und Schmied an
Polizetagenten. Dieses geht soweit, daß ste die, welche fich bonspartistische Kund- ber Köln-Gießener Bahn dahier, Karl Emil Wagner, ein Sohn, Friedrich Philipp gedungen zu Schulden kommen lassen, ganz offen beschützen, ja, sogar gegen die Karl Ludwig, geboren den 14. Juli. _ . , _
einschreiten, welche die Vive-IEmpereur-Schreier am Kragen fassen wollen. Vor
machen wollte. (K. Z.)
Paris, 20. August. Gestern fand das letzte Probeschießen in Trouville statt. Die Entfernung des Ziels war 3000 Meter. Einem der schweizer Geschütze gelang es, das Fahrzeug, das al- Ziel diente, in den Grund zu bohren. Der Jubel war groß, als dasselbe sank. Thiers ließ sich die beiden Artilleristen vor- stellen, welche hierauf in einem mit Laubwerk und schweizerischen und französischen Fahnen geschmückten Artillerie - Wagen, dem eine Musikbande voranschritt, zum UMV ...... ................... ...... ! Hause von Thiers und dann durch ganz Trouville im Triumph geführt wurden,
vollziehen sollte, ein derartiger Vorgang jetzt erneut in den meisten Staaten zu Herr Thiers machte den beiden Artilleristen ein Geldgeschenk. Der ganze Vorfall gewärtigen. machte einen etwas eigenthümlichen Eindruck, da es sonst nicht Mode ist, daß
Die bei Orleans auf der Loire erbeuteten Kanonenboote werden im Hafen man den Artilleristen, die beim Scheibenschießen die Scheibe treffen, öffentliche ,u Ehrenbreitenstein placirt; derselbe wird zu diesem Zweck ausgebaggert und der Ovationen darbringt. In Deutschland kommt dies nur bei den Schützenfesten vor. Hafendamm zum besseren Schutz für dieselben mit einer 20 Fuß hohen crenelirten Das „Bien Public" enthält heute eine Note, worin erklärt wird, daß die Mauer umgeben werden. Hazardspiele in Frankreich unter keinen Umständen wieder hergestellt werden. Alle
Berlin, 22. August. Die „Spen. Ztg." hört, daß in Betreff der Wieder- Nachrichten, die man darüber verbreitete, seien nur ballons d’essai, welche die besetzung der Präsilientenstelle des evangelischen Oberkirchenraths die Berufung des Spielpächter in die ihnen befreundeten Journale setzen ließen.
Professors Herrmann zu Heidelberg nicht mehr in Aussicht steht. Die Gnaden - Commission hat die gegen Rothran, Meper, Dors und
Berlin 23 August. Der Kaiser geht am 27. August von Gastein per Sauvagot verhängte Todesstrafe in lebenslängliche Galeerenstrafe umgewandelt.
Extrazug nach Salzburg, von da am 28. nach Ischl, am 29. von Ischl über Dieselben waren wegen der Ermordung von zwei Polizetdienern zum Tove ver- Ebensee per Dampfer nach Gmünden, von dort nach Lambach, Passau, Regens- urtheilt worden. .
bürg, am 30. über Eger, Reichenbach, Leipzig nach Berlin, wo er Abends Die Affaire des Jesuiten Dufour — derselbe war bekanntlich mit emer Gräfin 9 Uhr eintrifft. in einer sehr zweideutigen Situation in einem Eisenbahnwagen ertappt worden —,
Augsburg, 22. Aug. Der deutsche Kronprinz ist um 9 Uhr Abends mit die am 16. August vor die Brester Gerichte kommen sollte, ist auf den
dem Schnellzug von Ulm hier etngetroffen und wurde von sämmtlichen Officieren 3. September vertagt worden. Die Petitionen, welche in Brest circuliren und
der Garnison, sowie von den Spitzen der städtischen Behörden und einer unab- die Vertreibung der Jesuiten aus Frankreich verlangen, werden mit zahlreiche»
sehbareu begeisterten Volksmenge empfangen. Nach kurzem Aufenthalte im königl. Unterschriften bedeckt. Salon des Bahnhofes fuhr der Kronprinz unter fortwährenden Hochrufen der Menge, in offener Equipage, von mehreren höheren Stabsofficieren begleitet, durch 03 Der
die festlich geschmückte und illuminirte Stabtstraße zum „Bayerischen Hof", selnem ' ' ! 'eüeüt.
Absteigequartier. Don Seiten der hiesigen Liedertafel und der städtischen Cape e anderweitige Vorkehrungen zur Verhinderung von Tumultversuchen sind wurde ihm hierauf eine Senerade gebracht. Der Kronpnnz zeigte sich längere 8 v B Ä * ö
Zeit am offenen Fenster und dankte für die ihm so allgemein .dargebrachte Huldigung.
Augsburg, 23. August. Heute 8 Uhr Morgens fuhr der Kronprinz des deutschen Reiches von seinem Absteigequartier zum „Bayerischen Hos" aus in


