Die Jesuitendebatte.
, an die unsere Verfassung gedacht bat.
oit freie Vereinigung der Preußen
bringen Sie uns nicht da« äBort Dreiheit und
Nur
Parteien
Deutschland
und ag
Berlin, 20. Juni. Die drutsch-öfterreichische Conferenz wegen der socialen Frage wird, wie man glaubt, im Laufe des Juli zusümmrntreten und die Anleitung zur Behandlung der Angelegenheit jedenfalls treffen können. Die deutsche Regierung würbe die anderen Regierungen im Reiche voraussichtlich in erster Linie vertreten. Nachdem die erst:» Grundlagen genommen, würbe sich daran, wie man voraussetzt, in irgend einer Form eine weitere Enguöte anschließen, zu welcher alsdann auch Fachmänner so wie Vertreter der delheiligten Kreise zuge- zogen würden. Die Gerüchte über abschließend« Erklärungen der Regierungen mit Bezug auf eine etwaige künftige Papstwahl «erben durchweg als verfrüht an-
^Berlin, 21. Juni. N'ch neuerlichen Erhebungen i» Krikgsministeriu« sind im Ganzen in dem letztverflossenen Kriege einschließlich der Zeit der Mobilmachung 15,000 Fälle der Insubordination vorgekommen. Mit Rücksichtnahme auf die ungeheure Zahl der im Felde verwendeten Truppen ist diese Ziffer kein ungünstiges Zeugniß für dir in der Armee herrschende DiSkiplin.
Berlin, 22. Juni. Die „Voss. Ztg." theist mit, daß Schulze-Delitzsch sein Mandat als Mitglied des Abgeordnetenhauses wegen zu angestrengter Thaitg. keit, welche in den letzteren Jahren neben der parlamentarischen Pflichterfüllung sc:n Amt al- Anwalt der deutschen Genossenschaften für ihn herbeisührte, nieder- gelegt hat; da- Mandat als ReichstagSabgeorbueter wirb er beibehalten. E« wird sonach im 3. Berliner Landta-swahlbezirke demnächst eine Neuwahl zu voll- ziehen sein. , .... .... .
München. Die katholische Studentenverbindung „Benania" hat ihr langtahrigr» Ehrenmitglied, den Laybtagsa'ogeordnetcn Dr. Sepp, „wegen Ketzerei" au- der Reihe ihrer Ehrenmitglieder gestrichen, und zwar auf besondere Veranlassung ihre« Mit- alieke«, des JesuitenpaterS Heinrich v. Prlkhoven in Munster, der flck d.ßhald brieflich an genannte Gesellschaft wandte. — Die EorpSstudenteo der Münchener Uni-ersität wollen in dem Falle, al« die Verbindung „Senania6 Vertreter ju de« öffentlichen Feierlichkeiten des Jubiläum« sendet, sich nicht betheiligrn.
eine zudringt.
Wo nun -die Thätigkeit der Gerichte nur einen mangelhaften Schutz gibt, da muß der Präoentivzwang, d. h. dir vorbeugende Thätigkeit der Verwaltung die Schwierigkeiten überwinden. Die Verwaltung muß bann so weit eintreten, um eine Tbäiigkcit zu verhindern, die ba« Staatswohl gefährdet. Heißt denn aber Verwaltung Willkür, unb Polizei heißt da« Polizeiwirthschaft? Man mag noch so sehr gegen dcn Staat verstimmt fein, so soll man uns doch in diesen Kreisen nicht mehr mit Phrasen kommen, die offenbar mehr für Volksversammlungen bestimmt sind. Verwaltung kann Willkür sein, wenn sie geübt wird durch den Präfttten und wenn sie geübt wird durch de« constitutionellen Partkiminister. Ader sie ist nicht Willkür, sondern sie ist Recht, wenn sie geübt wird durch ständige Organe im geordneten Jnstanzenzuge mit ven Garantieen der Unparteilichkeit, die Vas Gerichtswesen gewähren kann — kurz, wenn sie als Derwaltungsjuris-
diclion (Verwaltungsrechtspfl-ge) geübt wird.
Die Verwaltungsjustiz frettich hat kein anderes Recht und keine anderen Mittel, als zu verhindern die Thäligkftt, die sie für gemeiuschädlich halt. Wie sollte man nun aber diese Thä igkeit anders hindern, als vzirch die Enfernung der Person von dem Orte, an welchem sie diese schädliche VereinSthätigkeit ausübt. Privatverein« löst man auf, den Jesuitenorden kann der Staat nicht auf- löfen. Der Staat hat für d esen Fall ftin andere« Mittel, als bi« Person von dem One zu etifteruen, wo sie die schädliche VereinSthätigkeit ausübt.
Damit die Redensarten von der „Verbannung" ein Ende haben — an die fein Mensch getauft hat —, so ist zu sagen: wenn der Betreffende einen Aufenthalt selbst nicht zu finden vermag ober e« behauptet, so kann man ihm einen Wohnort anweisen. Nun frage ich: Sollte im großen deutschen Reiche für diese Männer (die wie man un« hier bezeugt blo« wissenschaftlichen Studien obliegen) fein anderer anständiger Aufenthalt zu finden sein, al« gerade der jetzige, wo er als ordentliche- Mitglied dr« Jesuitenorten« thätig ist? Wenn es zur Beruhigung der Herren dient, die einmal für die I suiten mehr Garantien haben wollen, als für tni Andere, so bin ich damit einverstanden, einen Zusatz hinzuzufügen, und in dem Falle, daß sie versichern, einen Aufenthalt selbst nicht finden zu können, ihnen einen solchen anzuweisen.
Meine Herren! solche Gesetze sind keine Ausnahmegesetze. Sie erscheinen nur al» solche, wenn man dir Rücksicht aus die Rechte de« Staates al« eine AuSnadme ansieht.
Noch eins: Wir Alle haben vor religiösen Ueberzeugungen eine gegen- seitige Hochachtung. Nur möge man sich zu Gunsten der Jesuitenordens nid? ans ta« Recht der freien Vereinigung aller Preußen berufen. Nein, meine Herren, da« ist ein Mißbrauch des Namens Freiheit, gegen den ich protestiren muß. Es handeft sich bei dem freien LereiuSrecht um dte Freiheit der Nation, zu dem Zwecke ihrer geistigen und gesellschaftlichen Entwickelung in gemeinsamer Thätig-
“natoator;«d>»-m 20 34. ÄT.!
*Ä- äs
<fn ß.® ff - -6 ^,(uit iu sein. Nach unseren Aiel'gionSgruntsätzcn können ®-i'i°'.r°-m deuisch.» U.k.rrhnnen die M-rn-kw.
?». »"» in« ®'län6n 6. Wer geben
Iben ro.il rolr Den,sch- sind, di, wirklich A«kung und Eff,. «chk wr a,wiff'»b-Ik-- Urb„,,ugung hrrdr», und »umrnlkrch wnl der
buben und durch unser
°-b--u 'bnurn Ab., wir gern sch ch ;ünflt wir mit dieser Moral und Gcw>ffenhaf»gkert,
r?nnenX und Katholische unter uns leben, aber nicht mit Jesuiten zwischen uns.
r in pint »Reibe von Klauseln, die tneinanCergretfen muffen, weil mir im Heu 7a n p stänke kein Gesetz geben können, ohne Rücksicht auf viele hundert ge- fuiten Wir können in die Form eine« Strafgesetzbuches nur bringen !L°.k k
RP'TOV.‘uHl, fv ur..siuhu>. Schwirrigkctten der mannichfacyRen All.
Die Schwierigkeiten liegen in der besonderen Natur der religiöse» Gelübde und in der Geheimheit aller Ordensihätigkeit, die kein Mensch unter bestimmte Beweise stellen kann. E« ist daher außerordentlich leicht, zu sagen: Bringen Sie un« doch b stimmte Beweise! Wie kann man sie bei einer Ordensihätigkeit mit tiefer Eonstruction überhaupt bringen? Die Schwierigkeiten liegen ferner in dem Schutz, den der ganze Elerus und die ganze Macht der Kirche einem solchen Bcr-
Die staatsrechtliche und juristische Bedeutung de« neuen
,..U.hL ku °r. W« °°. W Dr Gurkik «. w' gn»nn Meinung in DiUlfdjlunO herrscht, fußte er, .
Kriede"^v die bürgerliche Eintracht werde durch die Thätigkeit einer D-rbindung Sott so werden wir anerkennen müssen, der Bunve-rath und der Reichstag fi n^ie Sl aen Vie darüber zu entscheiden haben. Bezahen Sie da», so ist d^e st"V die Stell n, @taat dud) 6je M ttel Haden muß, eine solche
VcÄÄffi °°7L Ä.
dne^obet andere abe/d-m Staate abflreiten zu wollen, heißt dem Staate zu be- streiten, Staat zu sein
Tx.-p eimiae ftraac al|o, rie oqiimmi ucmiiwvnn «v«*-. --V, -«•• - aefefe oNr Prä?enti°zwang? Sie werden nichts Andere« von mir erwarten das^Gestänbn.ß, daß ich da« Strafges.tz für den richtigen Weg ha te, um Frage beijukommen. E« ist das der rauhere W-g, aber^der sichere, schlicht und recht ten Grundsatz aus, er vertraut
Gruubsu»"« UU° Ich hukkr km z-»„ 1872 i-°.°,ul- <1° ,°k«-- Stt.sg.i-»
°^"Lu°,'Lnu!' -Lu Sk. uu. °k, b-k°-,l-kkl,-» Standpunkte kku, b-kkru.
Wk. Sf« dru S-,uk.k-m°- .1. d... ft™««®'«. »« »
“■ St
s'!-g- «’!». y- 6«imml M» 3«“<Le,:m.»°ich «"^°kk^'grroiul" •“
um dieser das ist ein gemeinsames Merkmal aller Derer, dte in Cen © fi|j
°" in °.r «-«-■ W« _«J
89 Skkmmr» aug.uummrur t
die Polen, ein Theil ter Fortschrittspartei und vereinze t Mi glied-r der Mittel jen _ Der Buncesrath wird demnächst unveiweUl seinerseits Beschluß fassen es wird sich zeigen, wie Baiern seine Feuirprobe besteht, »eiche der Reich-- von ihm fordert, nachdem der ursprüngliche Entwurf gescheitert ist.
Berlin Die hier und da auftauchende Besorgni'ß, daß durch eine heschleu- nfgte Zahlun'g der noch restirenden Kriegsschuld seitens Frankreichs dre Inte"ssen des deutschen Reiches in mil tärischer Hinsicht geschädigt werden konnten, "vem z dksürchten stehe, daß die Franzosen daS geräumte Terrain sofort besetzen »nd da« selbe befestiaen würden, erweisen sich nach den uns av« bester Quelle zugrh Nachrichten al« grundlos. Deulscherseit« ist bei den Verhandlungen vorzugsweise betont worben, Voß Vas geräumte Terrain nicht eher »°n sranzosischen Soldat N betreten werden bars, bevor nicht nach Erlegung der dritten Milliarve der letzte deutsche Soldat den französischen Boden verlassen hat. Wir Deutschen haben daber allen Anlaß, mit größter Ruhe der nächsten Zukunft entgegenzufehen, da der Kamp" welchen die kftholische K°rche gegen den deutschen Staat.unternommen hat Dank der Waffen, welche die Gesetzgebung dem Letzteren rn die Hand S^luckt, nicht aus dem Schlachtselde auSgefochten wird. Daß die deutsche -Werang H In diesem Kampfe nicht nur auf die Defensive beschranken, sondern geftgentlich auch die Offensive ergreifen wird, dafür glaubt man einen Beweis tn $ vvk. .... oi.nr.i b.. exaHv„. Zk»." siiidcn, der sich mit
Per Eventualität einer neuen Papstwahl beschäftigt. Man fleht in eingeweihten , Kreisen es al« eine Thatsache an, daß zwischen Deutschland, Oesterreich, Italien und England ein Uebereinkommen besteht, nach welchem sie bei einer dock bald zu ’ erwartenden Wahl nur einen solchen Papst anerkennen werden, dessen Wahl die Garantien darbietet, welche die Großmächte gegen den Mißbrauch solcher Machtvollkommenheiten zu fordern berechtigt und verpflichtet sind.
Berlin, 20. Juns. Die protestantische Orthodoxie, die in den letzten Mo- naten ziemlich kleinlaut gewesen, macht hier und da wieder gewaltigen Lärm. E« ist, al« glaubten die Herren, sie hätten von Neuem Oberwasser. Dem Protestanten- ag, der dieses Jahr hier zusammentreteu wollte, schieben sie da« Geständniß unter, Berlin sei für seine Bestrebungen nicht der geeignete Platz. (Die, Kreuzzkitung" Deitz bereits, daß er nach Osnabrück gehen muß.) Da« Wiederaufl-ben der Or- hodvxie hängt wohl mit dem Gerückt zusammen, es sei beschlossene Sache, daß Sydow abgesetzt werde und ein derartiges Vorgehen de- Confistorium« habe von vornherein auf volle Billigung höchster Personen zu rechnen. Wir notiren die« auSdrückl ch, weil das Gerücht nicht etwa blos in den Kreisen der „Rechtgläubigen" circulirt, sondern auch in andere Regionen gedrungen ist. Die Nachricht soll wahr
'"verlons sionille nd7 sich e nickt um darein, sondern um eine feste hierarchische Kasten- ' C°nf f,,°neUe ordnung die das Gegentheil von freier Vereinigung ist. Es handelt sich hier nicht um einen Verein^für bestimmte Zwecke mit gemeinschaftlichen Mitteln, fon- cern um eine Thätigkeit nach den Befehlen eines auswärtigen Oberen und den
ke.t fick zu vereinigen. Sie sollen die Herrschaft der Jesuiten über Kirche und Staat aber nicht unter der falschen Rubrik der Freiheit bei un« emfubren. E« ®^e« gelangte h-deft sich bei der Freiheit de« JesuftenEv« um --« gan, «noere«, al« m»


