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2) Die Generalversammlung wolle erklären, daß es Pflicht eines jeden Katholiken ist, die katholische politische Presse durch Abonnement, Jnseriren ic. zu unterstützen. 8

3) Es ist Wünschenswerth, daß auch für die katholischen Studenten Deutsch- ands deren Verbindung- n und Vereine ein Organ in der Presse geschaffen werde, das einmal deren Interessenvertretung sich zur Aufgabe macht, und zweitens es ihnen erleichtert, unter sich und nach Außen hin Verbindungen anzuknüpfen und zu unterhalten.

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Bischofs, sein Schreiben vom 5. September habe der allerhöchsten Aufforderung vollständig entsprochen, sei unzutreffend, da einer Erklärung, welche, wenn ohne einschränkende Zusätze gegeben, genügend erscheinen konnte, Seitens des Bischofs Bewegungsgründe und Zusätze beigegeden seien, welche den Sinn der Erklärung zweifelhaft machen und dieselbe Auslegung mindestens zulassen, welche in der bischöflichen der Regierung gegenüber hierher abgegebenen Erklärung unzweideutiger hervortrat und welche eben des Kaisers Bedenken gegen den Empfang hervorrief. Das Schreiben lautet weiter:Indem ich hieraus erkannte, wie schwer es dem Bischöfe wird, eine die Zukunft betreffende unumwundene und befriedigende Er­klärung über die Stellung zur königlichen Landeshoheit und den Landesgesetzen zu geben, habe ich geglaubt, des Bischofs Schritt, welcher es dem Kaiser möglich gemacht haben würde, ihn zu empfangen, dadu.ch zu erleichtern, daß ich vor- schlug, denselben auf die Erklärung über die Vergangenheit einzuschränken, ohne bei dieser Gelegenheit Bürgschaften für die Zukunft von dem Bischöfe nochmals zu verlangen. Mein Ersuchen ging deshalb nur auf Anerkennung der Thatsache, daß der Bischof in der Vergangenheit gegen das Lanvesgesetz gefehlt habe. Dieses Verlangen war ein minder weitgehendes und ein leichter erfüllbares als das frühere, welches auf Zusicherungen in Betreff des zukünftigen Verhaltens gerichtet gewesen und vom Bischöfe nicht erfüllt worden war. Daß der Bischof eine solche Erklärung nicht oder wenigstens nicht rechtzeitig wehr habe abgeben können, bedauere ich lebhaft, da es mir erwünscht gewesen wäre, unabhängig von den Beziehungen zur Regierung wenigstens des BischöfS persönliches Verhältniß zum Kaiser in einer der Feier entsprechenden Weise geordnet zu sehen."

Berlin, 20. Sept. Wie dieD. R.-C." hört, sind aus Paris an das Reichskanzleramt telegraphische Anfragen ergangen, aus welchem Grunde die Ver­haftung des Herrn About erfolgt fei, unv das Reichskanzleramt hat sich in der Lage befunden, hierüber keine Auskunft geben zu können, da seinerseits kein Befehl ergangen sei, der irgend auf Herrn About, noch weniger aber auf seine Verhaf­tung Bezug habe.

Während der Dreikaisertage ist auch unseremgroßen Schweiger", dem Generalfeldmarschall v. Moltke, seitens des Kaisers von Rußland eine hohe Aus- Zeichnung zu Theil geworden. Derselbe wurde nämlich zum Chef des Rjasanschen Infanterieregiments Nr. 69 ernannt.

4) Die Generalversammlung möge den Katholiken Deutschlands empfehlen, daß Vereine zur Verbreitung von Volksschriften, ähnlich dem zu Köln gegründeten Gorres-Verein, an allen Orten nach Möglichkeit ins Leben gerufen werden.

Bei dieser Gelegenheit ist es, nach Angabe des Sigl'schenVaterland", auch zu einer Erörterung über die Haltung derSchles. VolkSztg." gekommen. DasVaterland" berichtet in feinem drastischen Style wie folgt: Wie voriges Jahr in Mainz über dasVaterland", so wurde ein schreckbares zweistündiges

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Wann werden endlich einmal unserem katholischen Volke die Augen aufgehen. Papierne Proteste thun's nicht, bei den Wahlen und im öffentlichen Leben heißt es, sich wehren, und nicht eher dürfen wir ruhen bis die aller Cultur unv Ctviltsation Hohn sprechenden Ausnahmegesetze abrogirt sind. Unser Herrgott wird dann auch helfen, wenn bis dahin den hohen Herren in Berlin nicht die Augen aufgegangen sind. Aber freilich nach Canossa gehen wir nicht, sagte Fürst Bismarck. Ist es aber besser, nach St. Helena zu gehen oder gar nach Chislehurst? Der geistreichegroße" Staatsmann mag'ö bedenken!"

Napoleons in Aussicht gestellt? Kann ein unbefangener Leser die Worte anders verstehen und werden die Leser derD. Reichsztg." sie anders verstanden haben? Gewiß nicht. Das wag dahingestellt bleiben, wen der Verfasser jener Zeilen als Urheber der gedachten Eventualität im Sinne gehabt hat. Nach Form unv Inhalt enthält die ganze Corresponvenz eine Drohung unv im Zusammenhänge mit den vorangehenden Worten läßt die hervorgehobene Stelle kaum eine andere Deutung zu, als daß dos katholische Volk nötigenfalls die Aufgabe über- nehmen würde, welche den Napoleonen gegenüber anderen Mächten zugefallen war. In diesem Sinne hat z. B. dieSpcn. Ztg " die Stelle aufgefaßt und dadurch eine furchtbare Ladung von Wuthausbrüchen derGermania" auf sich gezogen. DieSpen. Ztg." sollte doch wissen, haranguirt sie das Jesuitenblatt, daß die ultramontane Partei es nicht war, welche Napoleon I. nach St. Helena brachte, oder Napoleon III. nach Chitlehurst verbannte, sondern daß diese Gewalt­haber auf dem Schlachtfelve besiegt wurden, nachdem eine höhere Hand sie al- reif zum Sturze bezeichnet hatte. Nach ultramontaner Auffassung wurden beide Kaiser vom Geschick ereilt, weil sie sich am Papste und an der Kirche vergriffen hatten." (!) Ja, nach ultramontaner Auffassung, d. h. nach einer Auffassung, welche lügt, und indem sie die Lüge vorbringt, sich des Gefühls nicht erwehren kann, daß sie sehr leicht zu ertappen ist, weil die Lüge zu plump ist. Also Napoleon III. hat sich am Papste und an der Kirche vergriffen? Unv nur darum hat ihn das Geschick ereilt? So wagt eg VieGermania", Ereignisse, Vie kaum wenige J^hre alt sind, zu fälschen, um nur den Eindruck der unbesonnen offenen Sprache eines tm Uebrigen ihr gleichgesinnten Blattes abzuschwächen und zu verwischen, und zu diesem Zwecke scheut sie sich nicht, abermals unv abermals auf vteLoyalität" undKönlgstreue" der Ultramontanen hinzuweisen.

Köln, 19. Sept. Seitens der theologischen Commission des Altkatholiken. Congresses wird eine Anzahl von Sätzen zur Annahme empfohlen, welche, an den gegenwärtigen kirchlichen Nothstand der Altkatholiken anknüpfenv, die Wirksamkeit excommuniktrter al-katholischer Priester, die Spendung des Bußsacramentes zu regeln, bezüglich der Diöcesaneintheilung, der gottesdienstlichen Seelsorge, der liturgischen Acte Fürsorge zu treffen bestimmt sind. Es wird der Gebrauch der deutschen Sprache bei der Spendung der Sacramente befürwortet, vor den Miß. bräuchen und Auswüchsen des Ablaßwesens, der Heiligenverehrung, der Scapulire und Medaillen gewarnt, die Vermeidung alles Deciamirens und Predigens über kirchlich-politische Tagesfragen empfohlen. Es werden sodann Vorschläge über Organisation der Seelsorge gemacht, Bestimmungen über die kirchliche Giltigkeit von Eheschließungen getroffen, der für kirchliche Ehehinverniffe sonst erforderliche päpstliche oder bischöfliche Dispens als nicht schlechterdings nothwenvig erklärt. Im Anschluß an die frühere Münchener Resolution werben die Bischöfe der Utrechter und der armenischen Kirche als geeignet zur Vornahme bischöflicher Functionen bezeichnet und es wirb die Wahl selbsteigener durch Vertreter der Ge- metnden zu wählenden Bischöfe Vorbehalten. Schließlich wird die Hoffnung auf eine Wiedervereinigung aller getrennten Glaubensgenossenschasten ausgesprochen und das Zusammentketen einer Commission vorgeschlagen, welche sich mit anderen bestehenden oder zu bildenden Vereinen zur Beseitigung ver kirchlichen Spaltung in Verbindung setzen unv mit diesen auf Erzielung einer Wiedervereinigung der getrennten Kirchen durch Wort und Schrift Hinwirten soll.

Köln, 21. Sept. In der heutigen letzten Sitzung ver Altkatholikenversamm- lung gelangte ein Antrag in Betreff ver Anbahnung einer Wiedervereinigung mit ven anderen ConfesstonöverVandten der christliche Kirche zur einstimmigen Annahme. Die zu diesem Zwecke gewählte Commission besteht aus Döllinger, Friedrich, Langen, Lutterbeck, Abbe Prof. Mtchaud, Michaelis, Appellationsgerichtsrath Rottels und den Professoren Reinkens, Reusche und v. Schulte.

Breslau, 15. September. Aus der Generalversammlung deutscher Katholiken sind noch mehrere ergreifende Beschlüsse zu erwähnen. Zunächst über die Erziehung der Kinder. Hier wurve folgender Antrag angenommen:

1) Die Generalversammlung wolle die Errichtung und Verbreitung des Vereine christlicher Mütter" bringend empfehlen.

2) In Anbetracht der großen Gefahren, welchen die Jugenv in den gegen- wartigen Zeitverhältnissen ausgesetzt ist, fordert die Generalversammlung alle katho» lischen Eltern, insbesondere alle christlichen Mütter, ebenso warm als dringend auf, ich des gefährdeten Heils ihrer Kinder, namentlich durch Pflege häuslicher Zucht und häuslichen Unterrichts, wozu insbesondere der Verein christlicher Mütter ge­eignet ist, anzunehmen.

3) In Erwägung, daß die Kindererziehung im elterlichen Hause schon jetzt an vielen Stellen der religiösen Grundlage entbehrt, daß ferner religiöse Gleich« giltigkeit und falscher Liberalismus bereite einen Theil der Lehrerschaft ergriffen hat, und daß endlich das vorhandene neue Schulaussichtsgesetz den Katholiken keine genügende Bürgschaft für eine gute christliche Erziehung darbietet, empfiehlt die Generalversammlung zur Beseitigung und Verhütung des auf dem Gebiete der Jugenderziehung schon hervortretenben und noch zu befürchtenden Schadens oie Gründung und Förderung katholischer ErziehungSvereine auf Grund der Mainzer Resolutionen als höchst zeitgemäß.

Auf die katholische Presse bezieht sich nachstehende Resolution:

1) Die Generalversammlung wolle beschließen, die Herausgabe und Ver­breitung guter und billiger katholischer Volkskalender zu befürworten unv zu unterstützen. 8

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Von verschiedenen Seiten wird die Nachricht verbreitet, daß die römische Curie sich zu einem Feldzüge gegen das deutsche Reich rüstet, und daß aus der jetzt in Fulva tagenden BischofSconferenz die Kriegserklärung hervorgehen wird. Erwähnt mag bei dieser Gelegenheit werden, was demUniverS" aus Rom gemeldet wird. Cardinal Antonelli hat nämlich im Auftrage des Papstes jedem der in Berlin versamme.ten Kaiser mündliche Mittheilungen über die Eventualität ter nächsten Conclave machen und anfragen lassen, ob, wenn dieses Conclave außerhalb Italiens, wie es vor einem Jahre schon beschlossen worden sei, statt- finden müsse, dasselbe auf keinen Widerstand seitens der drei nordischen Mächte stoßen werde. Diese Eröffnungen sollen den drei Kaiser am 10. September gemacht worden sein. Leider kann oder will derUniverS"-Correspondent nicht angeben, welche Antwort Cardinal Antonelli erhalten hat, sondern das clericale Blatt schließt seine Offenbarung mit der höchst überflüssigen Bemerkung ab, Kaiser Franz Joseph werde, wie er dem Papste m förmlichster Weise die Versicherung ertheilt habe, nicht dulden, daß man in seiner, des Kaisers, Gegenwart die römische Frage anders als nach den Grundsätzen Der Gerechtigkeit behandle. Der Francais" erweitert, indem er die Mittheilungen desUnivers" bestätigt, gleichzeitig dieselben, indem er behauptet, Oesterreich habe für den Fall, daß düs nächste Conclave nicht in Rom abgehalten werden könne, ven Mitgliedern des heiligen Collegiums Trient zur Abhaltung der Papstwah! angeboten. England hatte für denselben Fall Malta offerirt und Herr Thiers sei auf die Idee gekommen, das Conclave in Monaco abzuhalten, wo es durch die vereinigten Flotten von Frankreich und Oesterreich geschützt wäre.

Berlin, 20. September. In einer heute Nachmittag st^tgehabten Besprechung der Commission der Pflug'schen Maschinenbauarbeiter mit dem Director Walz erklärte dieser, daß der VerwaltungSrath beschlossen habe, nichts zu bewilligen und mit der Commission nicht mehr zu unterhandeln, indem er sich den Beschlüssen des Fabrikantenbundes füge.

B^lin, 20. Sept. Es ist zur Kenntniß Der Staatsregierung gelangt, daß ein Antwerpener Haus Transporterleichterungen für die Beförderung von Aus- wanderern nach Brasilien auf der Eisenbahnroute Dresden-Antwerpen zu erlangen sucht. Anscheinend handelt es sich hierbei um ein mit besonderem Raffinement angelegtes Projekt eine große Anzahl von Schlesiern, angeblich 40-50,000 Per- >onen, im Laufe mehrerer Jahre zur Auswanverung nach Brasilien zu verleiten, tnSbefondere sie hierzu durch Stundung des Eisenbahn- unv vielleicht auch des Schifffahrtspreises zu verlocken. Die Provinzialregierungen sind nun angewiesen worden, die Unterbehörden von dem fraglichen Plan in Kenntniß zu setzen und ihnen die strengste Handhabung Der Gesetze etwa auftauchenden Agenten Der bis- per unbekannten Unternehmer gegenüber zur Pflicht zu machen, auch Die beteiligte Bevölkerung in entsprechcnDer Weise nochmals warnen zu lassen.

Berlin, 21. September. Noch ist in Aller Gedächtniß, welche Entrüstung jene Prophezeihung Des Papstes von dem Coloß und dem Steinchen in ganz Deutschland hervorrief, und welchem Spott unv Gelächter Die hiesigeGermania" verfiel, als sie Den Versuch machte, die Herausforderung abzuschwächen und Den Aoloß auf DenLiberalismus" Deutete, und schon wieder liefert Dasselbe Jesuiten- blatt eine neue Probe gleicher Jnterprttationskunst. Dir ihm verwandteDeutsche ReichSzeitung" brachte vor einigen Togen eine Korrespondenz, welche die rege Betheiligung der katholischen Bevölkerung des guten RheingaueS an verschiedenen Wallfahrten mit Befriedigung erwähnt, daran aber die Bemerkung knüpft, daß diese Bethätigung der katholischen Gesinnung nicht genüge, den Gegnern beizukommen und mtt folgenden Worten schloß:

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