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■onUufm. (Forlsehung.) 'Öncdjfn,* Bon Ernst - lhrlw. Baer. - Eine V1 Amberger. - Zlte Li durch H. M. Etonley.
Invaliden zu Paris, 'i! Äus dem ^agebulbe ir und Leben. - Chronik -n;tn der Charaden und in flr. 47,48,49. eioarapdie gezeichnet von - ?ae Wiedelfinden des e dgrnöWe Lchühenfest t Zeg« begeben sich aus
Düliben zu Paris. - im Lriginal:Skizze von
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BrtiÄ vrrrteljährtg 1 fL 12 h. ntt Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährig 1 fl. 29 h.
Oichemr Anzeiger.
«Srfcheint täglich, mit Ausnahme Sonntags.
Srpedtttoi' : Canzleiderg, Stt. B. Nr. 1.
Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kichen.
Nr. 222. Samstag den 21 September 1872.
Brodpreife vom 21 bis 27. September 1872,
nach eigener Erklärung der Bäcker:
2 Kilo gemischtes Brod 19 fr. 1 Kilo gemischtes Brod 91/2 fr. 2 Kilo Roggenbrot-: erste Sorte 16 fr., zweite Sorte 14 fr.
Bekanntmachung.
Am 5., 6. und 7. October l. I. wird in der Turnhalle in Giesten eine von dem Obst- und GartenbawVerein der Provinz Oberhessen unter Mitwirkung des landwirthschastlichen Bezirksvereins Gießen veranstaltete Obst- und Gemüse-Ausstellung stattfinden. Indem man die Besitzer schöner Obst- und Gemüse-Sorten ersucht, dieser Ausstellung durch Einsendung schöner Exemplare ihre Theilnahme zuzuwenden, richtet man insbesondere an die Herren Bürgermeister und Lehrer die Bitte, sich hierbei eifrig zu betheiligen und namentlich auch dieser Bekauntmachung thunlichste Verbreitung zu geben.
Die Obstsorten müssen gut verpackt und mit dem üblichen Ortsnamen bezeichnet, vor dem 2. October an Herrn Turnlehrer Rübsamen zu Gießen eingesandt werden. Die Transportkosten übernimmt der Verein.
Unter dem Bemerken, daß das Ausstellungslocal am 5. October, Vormittags 11 Uhr, geöffnet wird, erlaubt man sich zu recht zahlreichem Besuche hiermit einzuladen.
Gießen, den 20. September 1872.
Der Präsident des Obst- und Gartenbau-Vereins der Provinz Oberheffen: Der Director des landwirthschastlichen Bezirksvereins Gießen:
Friedrich Graf zu Solms-Laubach. v. Röder.
Politischer Theil.
Deutschland.
Darmstadt, 20. September. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben oUapräDißft geruht: am 16. September Cm Ministerialrath im Ministerium der Justiz, Heinrich Fischer, zum Ministerialrath in dem Ministerium des Innern mit dem Vorsitz in der Ober-Midicinol-Dircction zn ernennen und demselben zugleich den Charakter als „Geheimerath" zu verlkihcn.
Berlin. Durch die von der „Spen. Ztg." und der „Germania" veröffentlichten Actenstücke rst endlich in die Angelegenheit des Bischofs von Ermlanv jene Klarheit gebracht worden, nach der man lange vergeblich verlangte. Freilich ist damit ncch nicht viel gewonnen, und erst die ferneren Schritte ter Staats-^ regierung werden zeigen, ob man auf ein energisches Vorgehen gegen die Ueber- griffe der Kirche rechnen darf. Allzuberechtigt erscheint immerhin die sichtlich auf beiden Seiten vorhandene Furcht, es bis zum Aeußerstcn zu treiben, und wenn einerseits der Bifchof den zur Unterwerfung gern Bereiten spielt, so laßt sich anderseits nicht verkennen, daß man seitens der Regierung jedes Zeichen seines Entgeglnkomwens freudig begrüßt und als ein Motiv benutzt, um mit einem endgültigen Spruche noch zu zcgern. So wird denn auch aus authentischen Quellen ost genug veisichert, daß eine baldige Lösung der schwebenden Frage nicht zu erwarien sei, damit dos Publikum in seiner berechtigen Spannung nicht zu weit getrieben werde, um nachher eine desto bittere Enttäuschung zu erfahren. Deshalb darf man es auch als ein Zeichen der vorbeugenden Gefügigkeit der Kirche anfehen, daß trotz der Abweisung des Dr. Kremer tz die ermla'ndische Geistlichkeit dem Kaiser in Marienburg durch den doitigen obersten katholischen Geistlichen eine LeyalitälSadresse hat überreichen lassen, auf welche seitens des Fürsten sofort mit einigen kurzen Worten erwidert wurde. Die Adresse ist vom Bischof, vom Domkapitel, von sammtüch-n Geistlichen des Eimiandes unter- zeichnet, — Grund genug, um diese Höflichkeit mit einer anderen Höflichkeit quitt zu machen.
Die Bcrl. Aut. Corr, schreibt über die Generalversammlung der deutschen Katholiken zu Breslau: „Wenn ein hervorragender Fürst der katholischen Kirche wie der Bischof von Breslau, ter noch dazu zu den Gegnern des Dogmas der Unfehlbaikeit gehört hat, nachträglich mit solcher Entschiedenheit, ja, H.stigkeit als Rufer im Streite austiitt, wie dieses auf der Breslauer Generalversammlung geschehen ist, so muß die Staatsgewalt sich doch sagen, daß die g'sehlichen Der- treter der katholischen Kirch?, welches die unter ihrer Mitwirkung ernannten Bischöfe sind, in keiner Weise mehr als die leitenden Persönlichkeitett der katholischen Kirche Deutschlands betrachtet werten können, daß ihnen die f.ühere Selbstständigkeit entschwunden ist und daß sie nur noch dann etwas bedeut n, wenn sie sich zu Organen der die katholische Kirche gegenwärtig behenschenden R chtung, wenn sie sich zu Werkzeugen der jesuitischen Politik des Vatikans wachen."
Fulda, 20 September. Der Grund der auffallenden Abreise der bayerischen Bischöse vor Schloß der Confcrenz ist unbekannt. Es ist die Abfassung einer Denkschrift beschlossen und mit derselben angeblich die Kirchcnsürsten von Köln, Breslau und Mainz betraut.
Fulda, 20. September. Der Schluß der Bischofs.Conserenzen wird heute Abend erwartet. Der Erzbischof von München ist bereits heute f-uh abg.re.st, der Erzbischof von Bamberg folgt Mittage. Die anderen Bischöfe reisen morgen ab. Die Stimmung, welche auf den Conserenzen herrschte, wird als eine versöhnliche bez ichnet. Wie verlautet, wurde der Erlaß eines gemeinsamen Hirtenbriefes und einer Denkschrift beschlossen. m ,
Aus Kurhessen wird der „Germania" geschrieben, daß an der Nachricht von einem bevorsieyendcn U.bertrttt des Exkursü.strn und seiner Familie zum Katholiciömus kein wahres Wort fer. Nur die Kurfürstin, heißt es weiter, em- psindet seit längerer Zeit Gewissensbisse über den Absall vom Glauben ihrer
IJugend. Sie bereut jetzt in ihren alten Tagen diesen Schritt in der That und trägt großes Verlangen darnach, sich mit ihrer Religion wieder auszusöhnen. Ob die mannichfaltigrn Rücksichten und Verhältnisse, die hindernd ihr im Wege stehen, sie jedoch zu einem entscheidenden Schritt werden kommen lassen, muß da* tzingestellt bleiben. Sicher ist aber, daß aus ihrer ganzen Familie ihr Niemand Nachfolgen würde. Alle ihre Kinder haben eine sehr freisinnige protestantische Erziehung genossen und huldigen bekanntlich einer sehr freisinnigen Lebcnsanschauung, die weder mit der katholischen Ethik, noch mit der laxen Jesuttenworal harmonirt.
Köln, 17. Sept. Von hervorragenden Gästen, welche zum Congreß der Altkatholiken bereits hier eintrascn, sind nach einem Telegramm der „A. Z." zu nennen: Der Bischof von Lincoln mit seinem Caplan Lord CH. Hervey, Oberst Kirejeff, Adjutant des Großfürsten Constantin und Secretär der Gesellschaft der Freunde geistlicher Aufklärung, und Janyscheff, Rector der Acodemie aus Petersburg. Rev. Chauncy Langdon aus Florenz, der Bischof von Maryland (Amerika) nebst seinem Caplan Dr. Hobart und seinem Secretär Dr. Rose werden heute, der Erzbischof von Utrecht und der Bischof von Ely morgen hier erwartet. Die deutschen Führer ter Bewegung, Döllinger, Huber, Friedrich, Maatzcn, Michelis, Reinkens und v. Schulte versammeln sich zunächst in Bonn.
Köln, 19. September. Die Vorversommlung des Altkatholiken-Congresscs war sehr zahlreich besucht. Oberrcgierungsrath Wülfing begrüßte die Versammlung. Die Redner, Bischof Worteworth von Lincoln, Bischof Wittingham von Maryland und Bischof Brown von E.y, drückten die Sympathien auch ihrer Diöccsen und deren Wünsche für tos Geteihe» ter begonnenen Bewegung und endlichen Einigung aus. Der Bischof von Lincoln sagte, zum zweiten Mal möge die Zeit kommen, wo sie nicht für einander, sondern miteinander beteten. Der Reetor der geistlichen Akademie von Petersburg, Oderpriester Janyscheff, betonte die Einigkeit auf Grund der christlichen Wahrheit. Bischof Loos von Utrecht sprach in demselben Sinne. Dr. Rohm aus Newyork betonte die Sympathie vieler amerikanischer Katholiken. Der anglikanische Geistliche Langdon aus Florenz berichtete, daß auch in Italien die Sympathie vieler Katholiken der Bewegung zugewandt sei. Plvf. Schulte aus Prag betonte den Charakter der Herzlichkeit, den die Versammlung trage und ter sich auch bei den Verhandlungen bekunden möge. Der Dechant von Westminster in London traf gegen den Schluß der Versammlung ein. Uibir 300 Delegiue sind bereits angekommen.
Breslau, 16. Sept. Die ,.Ostd. Ztg." ersährt, daß die bekannte Rcde des güistbtschoss von Breslau der SeaatSanwaltschast zur weiteren Veranlassung übergeben sei.
München, 17. Sept. Der Regierung^rath Dr. M. Jungermann bet der Staatefchulcennigungecommission ist mit mehreren Boten dieser Behörde und der Centralstaatekasse gestern noch Franlfurt o. M. gereist, um von da in einer Post- ambulanz eine größere Summe Geldes — man spricht von mehreren Millionen Gulden — in Gold und Werthpapieren hierher zu bringen. — Nach der „Paff. Zeitung" haben di'jenigen Lchrer am Schullehrtrseminar zu Straubing, welche am Piusverein oder am falhouschen Gesellenvercin sich betheiligten, von der königl. Regierung den Befehl erhalten, aus diesen Vereinen auszutreten.
München, 20. Stptember. Sämmtliche Stratsmtnister sind heute Mittag zu einem Ministerraih zusammengetreten. Man vermuthet, daß eine Berathung über die noch immer unentschiedene Mintsterkrists statifinvet.
Oesterreich.
Wien, 18. September. Wie hier verlautet, soll Fürst Gortschakoff von Berlin aus eine beruhigende Note an Thiers gesandt haben. — Graf Andraffy soll in den Fürst»nstanv erhoben werten.
Wie», 20. September. Die „Neue freie Presse" ersährt, daß der Kaiser


