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vtertrtzLhrtg 1 si. 12 fr. sttt Brin^rrlshn. Durch dir Poft bezrgm vierteljährig ;1 29 fr.
Erscheint täglich, mit Au», nähme Sonntags.
Expedition: Canzleibera Ltt. B. Nr. 1.
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Gießen, den 16. November 1872.
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. „ Aus dem Landgerichtsbezirk
Die Landgerichtsbezirke Hungeii und Lich ohne Holzheim.
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Parlament? Damit rief ihre Presse wochenlang: Wahlenthaltung ist Pflicht
Leidenschaften, wie die Parteien ausfchließcn möchte, in einem großen Lande, wie Frankreich, herstellen läßt.
Und wenn er sich daher dem Verdachte aussetzt, statt eines zu erreichenden Zieles ein Problem aufgestellt zu haben, so läßt sich sein Ruf als praktischer Staatsmann wohl aber nur in derselben Weise rechtfertigen, in welcher man zu Bordeaux die Politik des Staatsmanns Thiers, trotz des eklatanten Widerspruchs, in welchen er sich mit dem „Historiker" Thiers gesetzt hatte, erklärte: daß er nämlich in seiner Individualität die Lösung gefunden habe, oder vielmehr seine persönliche Genialität als Lösung ansehe.
Aber die Männer von Genie bieten sich im Nothfall nicht ebenso leicht dar, wie die Männer von ungefähr, wie Thiers mit Berufung auf die Erfahrung, sonst sich präsentiren, wenn die Republik der Parteien vor sich selber Furcht bekommt.
Und so läuft denn doch der ganze Hymnus auf die Ordnung, als welchen die Präsidentenbotschast sich charakterisirt, darauf hinaus, die Diktatur des Herrn Thiers zu verherrlichen, welche sich als „konservative Republik" bezeichnet und diese konservative Republik wird grade so lange dauern, als die Präsidentschaft des Herrn Th.erS.
Aber es muß doch auch gesagt werden, daß seine Botschaft wesentl ch dazu beitragen wird, seiner Präsidentschaft Dauer zu geben.
Nicht als ob irgend eine Berufung auf Vernunft und Erfahrung die Parteien entwaffnen und dazu bekehren könnte, ihrer Leidenschaft, ihrer Habgier oder ihrem Ehrgeiz zu entsagen, aber die Botschaft hat ihnen von Neuem starke Grunde an an die Hand gegeben, in ihren Bestrebungen vorsichtig zu fein, um so mehr, ars sie ihnen zugleich die Bürgschaft giebt, daß die Negierung des Herrn Thiers keiner andern präjudicirt wird.
Die Republikaner müssen ihm Dank wissen, daß er mindestens die Form ehrt und zu Ehren bringt und die Monarchisten werden Gelegenheit nehmen, in Verbindung mit dem Präsidenten, Einrichtungen zu treffen, welche der Republik । einen Inhalt geben, mit dem sich auch die Monarchie zufrieden stellen könnte, wenn sie nicht doch — von ungefähr — wieder hergestellt würde.
Deutschland.
Ans Oberhessen. Noch war der alte Landtag nicht verabschiedet, da hatte bereits die Bewegung für die Wahlen zum neuen Landtag begonnen. Die liberale Partei ist mobil im ganzen Lande. Eine Wählerversammlung folgt der an* verrn im Süden und im Norden. Die Blätter bringen Wahlaufrufe und Wahlreden von dtesseit und jenseit der Mainlinie, und der Geist, der sich darin kund
Die französische Präsidentenbotschast ist ein so interessantes Aktenstück, daß sich die Aufmerlsamkeit nicht so leicht an ihm Mchopfen kann, daß -S vielmehr je nach dem Gesichtspunkte von welchem aus es erfaße wird, immer neue Momente darbietet, weltbe für hi. m~.-At.-ui — der Situation von Wichtialeit scheinen, .
Bor anep Gingen ist die Botschasr em Hymnus aus die Ordnung! Mt meisterhafter Beredtsamkeit schildert Herr Thiers die Finanzlage Frankreichs und die glänzenden Erfolge, welche seinen Finanzoperationen zu Theil geworden sind und wenn diese Auseinandersetzungen und Schilderungen vollkommen geeignet sind, die nationale Eitelkeit zu entflammen, welche, statt ein gebrochenes und tributäres Land zu erblicken, die ganze Welt in Bewegung steht, um ihm ihre Schätze dar- zubringen; so wird zugleich dem politischen Verstände die Nutzanwendung nahe gelegt, in der Ordnung die Quelle jenes glückliche Zustandes zu erblicken.
Im Grunds ist es eine Trivialität, auf welche die glänzende Beredtsamkeit des Präsidenten hinausläuft; denn es giebt keine Sprache der Welt, welche nicht eine bekannte Formel aufznweisen hätte, die der „Ordnung" als die Schöpferin und Bewacherin privater wie öffentlicher Wohlfahrt huldigte; aber es giebt Tn- vialitäten, welche den Reiz der Neuheit und Ucherrafchung nie verlieren, und grade tn einem Lande, wo die Leidenschaften so häufig dcr Erfahrung spotten und den geregelten Lauf der Dinge dem Reiz des Ungewisse Preis geben, ist es gewiß eine Pflicht staatsmännischer Weisheit, immer von Neuem den Blick auf die Segnungen der Ordnung zu lenken. Auch macht es dieser Pflicht keinen Eintrag, daß ste zugleich dazu dient, den Meister tn seinen Werken zu loben.
Denn indem Herr Thiers die in Frankreich geschaffene Ordnung preist, kann er sich selber im Stillen sagen: die Ordnung bin ich.
Es laut zu sagen — hütet rr sich, aus Achtung vor der nationalen Empfind- lichieit und noch mehr aus Achtung vor der Reizbarkeit der auf ihre Souveränetät so eifersüchtigen Nationalversammlung; darum sagt er zu der Nation: jede Negierung muß konservativ sein, weil sie sonst die Ordnung nicht aufrecht erhalten kann: und zu der Nationalversammlung sagt er: ihr werdet dre Vorschläge zur definitiven Constituirrng machen, am b-sten aber thut ihr, wenn ihr-der Gesttz- gebung eine Richtung g-bt, einen Geist eiufloßt, welche den £chfd)'n sichert MV die Republik, welche besteht, v. h. Die conservatwe Republik innerlich
diesen Mahnungen, «nt> das ist wohl bezeichnend für die Situation, drückt er am stärksten auf die Republikaner selbst und nimmt keinen Anstand, rh-e Besicebungen in Bausch und Bogen mit denselsen Worien zu kritisiren, mit welchen man Gambetta'S Rede ton Grenoble so bitter charakterffirt hat.
Wie er damals in der Permanenz-Commission sich gegen einen Republika- nismus erklärte,, welcher nur eine Klaffenherischast sein wollte oder sein- konnte wendet er sich diesmal gegen einen RepublikaniSmuS, welcher etwas anders sein wollte, als — die Ordnung. Man glaubt vielleicht, sagt Thier», mit ,ut|e des allgemeinen Stimmrechts und auf die Ueb-rzabl g-stutzt, eine Republik Herstellen zu ^können, welche nur die Republik einer Partei ware l Diese Schöpfung wurde nicht länger al» einen Tag währen. Die Ueberzahl selbst der Ruhe, der Sicherheit, der Arbeit. Bon der Agitatchn kann sie einige Tage leb-m aber nicht auf
bieser Republik, auf welche der RadicaliSmus abzielt, empfiehlt Herr Thiers die Republik, welche nicht die Herrschaft einer Partei, sondern die Regierung Aller sei, und er scheint mit dieser Empfehlung den Vorwurf des Widerffiuchs erledigen zu wollen, der auf dem ropalistifchen Bankett zu Bordeaux gegen ihn
Herr Thiers will eine Aepuvlk^/. o^ex. mit 2Ware“ Ct.,nner<c: fre'lich die Antwort darauf schuldig, wie sich eine solche Rkpuvnr, „
rönAbfm fk Andern Turin eingejagt, fürchtet sic sich zuletzt vor sich gibt, muß die Freude jede» Patrioten erregen; denn treue» Festhalten am Reich, f.ih»- bannfit M iinem von üngeiähc Erscheinenden Herrn in die Arme gischloffener Kampf gegen die Ultramontanen, das ist der gemeinsame Grundge. !>nd ml ^an.^abrlaer Sclavere einig- Tage vcrhängnißvMr Zügel- danke Aller. Bon clericalen Versammlungen zu Wahlzweckrn ist kS noch ganz still. ?°fiakt ? *’nW.man£?r Methan und man glaube nicht Denk, es die Partei vielleicht wieder zu machen, wie bei den Wahlen zum Zoll- L daß §"ich.Ä“ fct h noch einmu zu thun! —= -Uab.tn.baltuna » Hl.


