und durchzuführen.
noch für
wird der die ver- alleldintzS
sprechenden Erfolg zu sichern. .
Es ist auch völlig müßig, zu untersuchen, ob Herr Thier- durch seine Aeußerung, welche eine fast beifpiellose Scene des Tumults hervorrief, den Pact von Bordeaux verletzt habe, wie ihm die Rechte vorwirft; aber es verdient doch constatirt zu werden, daß durch die Erklärung des Präsidenten der Republik eine wesentlich veränderte Situation geschaffen worden ist; sowohl für ihn selbst, wie
Oesterreich.
Wien, 14. Juli. Gestern schloß Professor Jhering seine Vorlesungen aus den Pand-.ctkn. Ein äußerst zahlreiches Auditorium hatte sich eingefunben, um noch zum letzten Male dem Vortrage des scheidenden Lehrers zu lauschen. Jhering sprach zum Schlüsse mit sichtlich bewegter Stimme einige Abschiedsworte. Er empfinde es schmerzlich, von Wien zu scheiden, aber er suche als deutscher Professor eie Ruhe, welche eine kleine deutsche Stadt den Forschungen biete; die den Gelehrten stark von den Büchern ablenkende Großstadt, die hohen Anforderungen, welche sie gesellschaftlich an ihre Bewohner stellt, seien der Entwicklung der Wissenschaft nicht so günstig. Die österreichische Regierung habe Alles aufgeboten, ihn in Wien zu halten; sie habe ihm Alles gewährt, aber sie konnte das Eine nicht, die Ruhe ihm bieten. Jhering ging dann ausführlich auf die Art seines Vortrages gegenüber anderen Rechtslehrern ein. Zum Schluffe sprach er der Regierung wie den Studenten und Oesterreichern, die ihm förderlich und freundlich nahe gestanden, seinen innigsten Dank aus.
Pesth, 13. Juli. Wegen des Vorfalles, daß ein durchreisender Engländer grundlos unter Vagabunden über Nacht eingesperrt gehalten wurde, richtete der englische Consul einen Brief an den Justiz-Minister, worin er Genugthuung fordert. Der Minister wendet sich an den Magistrat; dieser wird hierüber erst noch beschließen.
Deutschland.
Darmstadt, 17. Juli. Wie wir vernehmen, sind in Ausführung des kürzlich publicirten Jrsuitengesetzes die einzelnen Kreisämter durch ein vorgestern ergangenes Ministerial-Ausschreiben zum Bericht darüber aufgrfordert worden, ob
für Frankreich. * , ...
Herr Thiers hat sich bisher immer im leidlichen Vernehmen mit der R-chtrn zu halten gewuht; trotz »er vielfachen Beranlaffungcn wechselseitigen Mißvergnügens hat man die ausgebrochmen Differenzen doch immer nur geweffer- „affen als „Familienzwiste" behandelt, da eine intime Beziehung al« ftlbstver. standlich galt; seit dem 12. hat der Präsident sich entschieden von der Rechten aetrcun, und die Linke, welche ihre siegreiche Unterstützung angedeihe« liest, vlid dafür sorgen, daß er ihr nicht mehr entgehen kann. Große Dienste empfangt man nicht, ohne durch sie verpflichtet zu werben. Ader er hat sich nicht bloS für seine Person, er hat sich auch für Frankreich verpflichtet.
Indem er erklärte, daß die konservative Republik die für Frankreich bestimmte Staatsform sei, erklärte er ja nicht blos den Charakter der bestehenden Zustänoe; er constatirte nicht das, was ist; er bekannte sich zu dem, was «erben soll und nahm die Lösung der constitutionellen Frage ihrer DiScussion vorweg.
Der Präsident der Republik, welcher die Ueberzeugung von der Unoermeid- lichkeit der Republik als definitiver Staatsform ausspricht, und nach mannichfachen Partei-Verschiebungen in der National-Versammlung endlich eine Majorität gefunden hat, die ihn auf dem Wege nach der definitiven Republik treu zur Seite stchen
— kann gewiß mit einiger Zuversicht von Plänen der Vorsehung sprechen, insofern deren Verwirklichung in seinen Händen liegt.
Gleichwohl dürfte es ihm nicht ebenso leicht werden, den Charakter der Republik, als diese selbst zu befestigen; wenn gleich Gambetta heut eben so sehr von der „konservativen R-pulik" befriedigt erscheint, wie er zur Zeit seiner Diktatur -u den revolutionärsten Mitteln griff und Zustände herbeiführte, welche, wenn es ihm auch gelungen wäre, einen Frieden herbeizuführen, nach Herstellung desselben schwerlich zu einer Regierung geführt hätten, die einen konservativen Charakter
beanspruchen könnte.
Genug; es ist eine Majorität hergestellt worden, welche gleich Herrn Ehrers ihre Zukunft Der Republik anvertrauen will, und man kann demgemäß vorher sehen, daß es an Den Schritten nicht fehlen wird, welche mit Wahrscheinlichkeit zu dem von beiden Seiten erstrebten Ziele führen werden, zumal die letzten Wahlen gezeigt haben, daß die Volksstimmung derartig disparat ist, daß man sich einem allgemeinen Appell un dieselbe anvertrauen darf.
Die baldige Auflösung der gegenwärtigen Nationalversammlung nächste entscheidende Schritt zum Ziele sein und bereits verkünden trauten Organe des Präsidenten, daß an diesen entscheidenden Schritt
gedacht wird.
Ob er aber nicht doch noch zu zeitig käme?
Wir haben keine Vorliebe weder für eine französische Republik, französische Monarchie; aber wir wünschen aufrichtig, daß Frankreich unter der verständigen Regierung des Herrn Thiers sich auf's Neue erhole und wir glauben, daß gerade die nun faktisch bestehende Republik einer längeren Lebensdauer gewisser ist, als wenn sie feierlich proclamirt würde.
laden wird. ,
Ems, 15. Juli. Gutem Vernehmen zufolge ist die Abreise des Kaisers auf den 24. Juli anberaumt. Seine Majestät wird sich, den bis jetzt getroffenen Dispositionen gemäß, von hier nach WleSbaden und Homburg begeben und Dann die Reise nach Gastein antreten, wo die Ankunst am 5. August erfolgen soll.
Hannover, 15. Juli. Bei dem heutigen ersten Festbanket wurde der erste Toast auf Kaiser Wilhelm auSgebracht. Unter den auftretenden Revnern erregte der Präsident des österreichischen SchützenbunveS, Dr. Kopp, am meisten Enthusiasmus der Versammelten, indem derselbe in seiner Rede die vollkommene Achtung, welche man in seiner Heimath vor Den historischen Tatsachen habe, und die Zusammengehörigkeit Oesterreichs und Deutschlands hervorhob.
Hannover, 17. Juli. Stertzing, der Vorsitzende des Ausschusses des SchützenbunveS, wurde wieder gewählt. In den Vorstand des Bundes wurden Wiener (Wien), Fabricius (Frankfurt), Hauschild (Bremen) und Mlitermayer (Heidelberg) gewählt. Die hiesigen Wahlen finden nächste Woche statt.
Aus Baden, 15. Juli. Der Gemeinderath von Freiburg hat in Betreff. vis ihm zugegangenen Aufrufs zur Feier eines alljährlich am 2. September zu begehenden allgemeinen Nationalfeste- beschlossen, seine Zustimmung zu ertheilen, aber mit dem Zusätze, daß es wünschenSwerth sein dürfte, besagtes Fest jeweils an dem auf den 2. September folgenden Sonntag abzuhalten. Dagegen pat Der Karlsruher Gemeinderath die gleichfalls an ihn ergangene Aufforderung ablehnen zu sollen geglaubt, da man in Baden schon die Kämpfe bei Belfort besonders feiere und auch ein Schlachttag sich weniger eigne, als etwa der Tag der Ueber- i lragung Der Kaiserwürde, oder des Kaisers Geburtstag, oder der Friedensschlutz. i München, 18. Juli. Der Kronprinz und die Kronprinzessin von Preußen, ' von Der Königin-Mutter nach Dem Bahnhofe begleitet, sind um 9 /4 Upr von . hier nach Berchtesgaden abgereist. Der Kronprinz wurde von der zahlreich versammelten Menge sehr lebhaft begrüßt.
Metz. In Bezug auf die Option in Lothringen schreibt man der „K.Z.": Mit der Optionsfrage bet uns geht es fast wie mit Der berühmten Alabamasrage: es ist so viel darüber hin und her geschrieben worden, daß man nichts davon mehr hören noch lesen mag. Diesem Gefühl des Ueberdrusses wag es zuzvschrei- den sein, daß man hier zu Lande fast nicht- mehr von Optiren hort. Wer wirk- lich nach Frankreich übersiedeln will, der optirt in der Stille und macht weiter kein Wesens daraus, so daß man von einzelnen Persönlichkeiten noch nicht einmal recht weiß, ob sie bleiben werden oder nicht. Im deutschen Theile Lothringens werden jevenfalls äußerst Wenige optiren. Im französischen Theile gehen viele fort nach Amerika und ein guter Theil der Metzer Einwohnerschaft zieht nach Frankreich. Letzteres ist eher wünschenswerth als zu beklagen. Die Metzer sind nun einmal richtige Franzosen, unv man kann ihnen nicht zumuthen, sich zu ger- manisiien, als ob sie, wie Die deutschen Lothr.nger, deutsches Blut in den Adern hätten. Im Ganzen genommen ist die Bevölkerung ruhig und vernünftig. ^Bon Dem unverständigen Fanatismus Der Mülhauser „Elsässer Liga" ist bei sehr Wnn- gen eine Spitt zu finden. Selten trifft man Charaktere an, die durch ihr Ge- bahren, wie wohl hie und da anderwärts, beweisen zu wollen scheinen, daß der übertriebene französische Patriotismus einen sehr wenig vortheilhaftcn Einfluß aus Die geistigen Fähigkeiten ausübt. Der Lothringer ist an und für sich viel prosaischer, Daher nüchterner und reflectirender als Der Elsässer. Wie Die Physiognomie Des Landes durchaus verschieden ist, so ist es auch der Charakter- Es wird also in Lothringen nur Derjenige optiren, Dem es seine Verhältnisse anzuzeigen scheinen. Ein einziger Umstand macht noch Manche irre und könnte sie zu Thorheiten verleiten: oaS ist die Einberufung zum Militär. Namentlich geben sich noch Viele dem Wahne hin, als könnten Unmündige einfach nach Frankreich gehen und dort optiren. Bu diesem Jrrthum hat namentlich die Mairie von Nancy Anlaß gegeben, welche Derartige Optionen in der That annimmt. Junge Leute von einem gewissen Alter an werden aber, wie von zuständiger Seite mehrmals versichert wurde, einfach als Refracteure behandelt, wenn sie sich zur gegebenen Zeit nicht stellen, wobei sich Manche schmerzlich enttäuscht fühlen werden. UebrigenS ist in dieser Angelegenheit absolut nichts zu machen, als die Sache energisch anzugreisen
$ ^So sprang Denn Die DiScussion über das Projekt einer Besteuerung der \ Handelsumsätze mit einem Satze auf das politische Gebiet über, oder, um Der Wahrheit völlig getreu zu bleiben: Der Präsident Der Republik ließ sich aus , Berger über Den Widerspruch Der Rechten verleiten, Die Debatte auf das politische Gebiet hinüber zu spielen, um der Rechten dadurch einen Schlag zu versetzen. ;
Der alte, reizbare Herr ist von Der Rechten zu sehr geärgert worden, als ; daß er nicht vor Begierde brennen sollte, cs ihr wett zu machen und sein hitziges Temperament gestattet nicht, Daß er Die Gelegenheit, welche er selbst schon zum Voraus sich zurecht gelegt hat, abwartete, sonDern dieselbe frisch vom Zaune brach. Er mußte Revanche haben für Die royalistische Verschwörung, welche sich doch jedenfalls mit dem Gedanken eines eventuellen Nachfolgers beschäftigt hatte, was in seinen Augen so viel heißt, als Den Glauben an seine Unersetzlichkeit
^Man kann es Herrn Thiers nicht verübeln, wenn ihn diese Disposition Der Geister als eine Bedrohung Der Ordnung erscheint; auch andere Leute, tote er selbst, erachten seine Regierung als ein großes Glück für Frankreich; aber es war vielleicht nicht grade die rechte Zeit, bei Gelegenheit einer SturmDebatte, welche nur mit sachlichen Erörterungen zum besriedigenDen Abschluß hätte geführt werden sollen, ohne Weiteres an die kitzlichste konstitutionelle Frage zu rühren, indem er „die konservative Republik" al« diejenige Staatssorm anerkannte, welche die Vor- sehung für Frankreich bestimmt habe.
Es soll hier nicht unsere Sache sein, uns in Erörterung über die Frage cinzulassen: ob Herr Thiers Recht behalten wird; gewiß würde er selber Nicht an die Nothwendigkeit und Unvermeidlichkeit der Republik glauben, wenn er nicht in ihr allein Die Stelle gefunden hat, die feinem Ehrgeiz entspricht und ihm, wie wir billiger Weise hinzufügen müssen, erlaubt, seinen guten Absichten den ent-
und welche Jesuiten sich in Den betreffenden Kreisen aushalten. Nachdem die Zahl der in Hessen vorhandenen Jesuiten auf diese Weise constatirt worden, wurden weitere Ausführungsmaßregeln bevorstehen.
Berlin, 16. Juni. In Der Angelegenheit Des Feldprobste^ Namszanowski hat Der zur Voruntersuchung ernannte Commissar den Bischof zu zwei Terminen oorgeladen, damit er sich über zwei verschiedene Anklagepunkte auslasse, und die Einleitung der Disciplinaruntersuchung unterliegt nun der Bestmimung Des Ministers, nach deren Erlaß die Anklageschrift ausgeferligt und Der Bischof unter abschriftlicher Mittheilung derselben vor die zuständige DiSciplinarbehorde ge-
Die französische Republik.
In Der französischen Nationalversammlung hat abermals einer jener «türme aewüthet, welche zum Oestern über Dieselbe Hinwegstürmen uuD ihr allerdings ein große« Dramatisches Interesse geben; freilich mehr zur Unterha tung Der unbeteiligten Zuschauer, als zum Besten Der zunächst Betheiligten selber.
Eigentlich sollten wir von Den parlamentarischen Vorgängen des M. mtot unter Dem Bilde eines „Sturmes" sprechen, wobei man an ein unaowendbare- Naturereigniß denken müßt^, während es sich vielmehr um ein Explodiren von Leidenschaften handelte, wilche, nachvcm sie eine Zeit lang unterDrudt worden waren, nur eines zufälligen Anlasses bedurft-n, um mit alter Wuth hervor-


