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Bischöfe drangen am Anfang des 18. Jahrhunderes darauf, daß das Fest de« Herzens Jesu eingeführt werde, und in Pofen bestand bereits im Jahre 1720 tn der damaligen 3 fuitenkirche eine Brüderschaft unter diesem Namen."

Stuttgart, 17. Juni. Jllflizmiwster Mitlnacht, gestern von Berlin zl-ruck- gekehrt, harte beute Vormittag eine Audienz beim Könige, woran ein Minister- rath sich anschloß. Gegenstand der Berathung in diesem soll n r.e muthmaßlichea Beschliesse der Reichstags über das Jesuitengesetz, sowie den württembergischen Landtag gewesen se n , dessen N chteinberusrng während Dtr Son mermonatc be­schlossene Sache ist.

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Oesterreich.

Prag, 12. Juni. Bei Pardubitz ging gestern ein Molkenbruch nieder, der den Bahnoos und die Feld-r überschwemmte. Norokni Listy kritisiren Vie Thal- suche, daß weder der mährische Feudoladtl noch der Olmutzer Erzbischof trotz ihre« oedeutenden Einkommens eine Gabe für die Ueberschwemmten übrig hatten.

Pksth, 14. Juni. Aus allen Eomitaten, mit Ausnahme des Preßburger und Oedendurger, wird für die Wahlen Militärassistenz verlangt. Die Regierung hat principiiü beschlossen, keine Honveds, sondern nur gemeinsames Militär zu verwenden. Wegen de« großen Militärbedarfes können Heuer für Vie Ernte keine Soldaten beurlaubt werden.

denken sein.

Berlin, 15. Juni. Der Jesuitengesetzentwurf ist im Bundesrathc gegen bte Stimme Oldenburg« angenommen worden. Baden stimmte zu, erklärte ober, daß e« eine erhebliche Wirkung von diesem Gesetze nicht erwarte, daß dasselbe vielmehr möglicherweise eine principiefle Lösung der Aufgabe, sei e» im Reiche, sti es in den Einzelstaoten, erschweren könnte. Mecklenburg hätte gewünscht, daß die Fälle, in denen die Ausweisung stattfinden kann, näher präcisiri worden wären.

Berlin, 16. Juni. DieSpener'sche Zeitung" besorgt eine schwere Er. schütterung der Jnbustriewelt durch die drohende Arbeitseinstellung der Maschinen, bauer, welche achtstündige Arbeitszeit und Lohnerhöhung fordern. Die Fabrik­besitzer sind zusammengetreten und haben beschlossen, bei einem partiellen Strtke vor erfolgter Verständigung die Arbeiter sämmtlicher Fabriken gleichzeitig zu entlassen. , ,

Berlin, 17. Juni. Zuverlässiger Mittheilung zufolge werden bereit« An. ordnungen für den Besuch des Kaisers von Oesterreich, welcher vom 5. bi« 11. September dauern wird, getroffen.

Berlin, 17. Juni. Der Reichstag genehmigte das Gesetz über bi: französische Kriegsentschädigung in envgiltiger Abstimmung nach den Beschlüssen der dritten Lesung und trat sodann in die zweite Berathung der RegierungSvor. läge, betreffend die Aufenthaltsbeschränkung für die Jesuiten, mit den Ab- änverungSanträgeu der liberalen und konservativen Parteien unv die Resolution Völk's über die Einführung der obligatorischen Civilehe und die Ordnung der EivslstaadSregister ein. Bio jetzt sprachen Meyer, Dernburg und Hörmann für die Regierungsvorlage mit den beantragten Abänderungen, Aretin gegen das Gesetz überhaupt, Gerstner (Fortschrittspartei) gegen die Jesuiten, aber auch gegen bie Regierungsvorlage und deren Amendirung, welche nur die katholischen, nicht auch Die protestantischen Jesuiten treffe. Die gesetzliche liberale Regelung des UnterrichtSwesenS und die E.nführung der bürgerlichen Ehe sei die schärfste Waffe gegen die Jesuiten. Der bayerische Minister Dr. Fäustle hebt Aretin gegenüber hervor, daß nur da« Vereins- und Niederlassungsrecht zu den bayerischen Reservairechten gehöre, erstcreS von Der Vorlage nicht berührt wird und Die Frage in Betreff Der in Bayern niederlassungsberechtigten ReDempioristen durch den Bundesrath zu erledigen ist.

Posen. DerTvgodnik kalolicki", das Organ de« Erzbischof« Grafen Ledochowsil, enthält einen seltsamen Artikel, in dem es u. A heißt:Angesichts der drohenden und schwierigen Verhältnisse, unter denen wir leben, fühlen wir uns zur ernsten Mäßigung verpflichtri. Nicht ist es jetzt an der Zeit, ou'zubrausen und ungeduldig zu fein; eher ihut eS Noth, un« ruhig zu verhalten, uns vor- zubereiten zum Aushalten Der Drangsale und zu Golt zu bitten um Erleuchtung und Kraft, damit wir Die Treue Der Kirche unter allen Umständen, und sollten wir Dabei un« auch persönlicher Gefahr aussetzen, bewahren. Scharen wir uns um Den Statthalter Christi unD um unteren Erzbischof, unD Gott wird in fein r Barmherzigkeit gewähren, Daß da« Ungewitter vorüberzi h'. Heute ziemt et sich nicht, gegen die großen Mächte, welche zum Kampfe gegen Die Kirche vorgeben, an Die Kraft zu appefliten; unsere größte Stärk beruht im Gebet und in dem Vertrauen, daß Christus mit seiner Kirche ist bi« an da« Ende der Welte D ß ©egen benachrichtigen wir mit Dem Gefühle großer Dankbarkeit unD mit besonderer Freude De« Herzen« unsere Leser, Daß Der hochwü Digfte Erzbischof Den frommen Gedanken gefaßt, feierlich seine Archidiöces.n dem allerheiligsten unD allerlheuersten Her^n I su zu weihen. Später werden wir miitheilen, wann und in welcher Gestalt Die« erfolgen wird. Der hl.sigeKuryer Poz.", welcher von allen hiesigen polnischen politischen Zeitschrift n den klerikalen Kreisen am nächst n (lebt, bemerkt zu diesem m rkwü digen Schriftstück Folgende«:Es ist ein frommer Ge- brauch in Der Kirch', daß in schweren Z itcn die Bischöfe sich unD ihre Diöcefen Dem Schutz? eine« großen Dogmatischen Geh-imniffe«, Der allerheiligsten Jangfrau oder einem Der Heiligen zu empfehlen. In neuerer Zeit geschieht e« öfter, Daß man in dieser B ziehung Da« H rz I su al« besten Zufluchtsort wählt. Erst un längst tbat Dies Der Erzdischof von Pari«, und eben so weihte im letzten Kriege Graf Charette seine Truppen Dem Herzen Jeiu und gab ihnen eine Fahne, auf welcher Da« Herz Jesu abgebildet war. (Bekanntlich hat aber Diese Weihung Die

fichten nicht guthe-ßen wird.

Berlin. rie Verhandlungen wegen Räumung De« noch von deutschen Truppen besetzten französischen Gebiete« sind jetzt im vollsten Gange. Eine De­pesche au« Paris vom 14. d. M. benachrichtigt un«, daß Graf Arnim sich seit einigen Tagen schon im Besitz bet 2(ntirort des Reichskanzlers auf die französischen Vorschläge befindet. An« DemS ecle" erfährt man über Die Anerbietungen Des Herrn Thier« etwa« Näheres. Wenn Das Blatt gut unterrichtet ist, so sind Die Vorschläge de« französischen Gouvernements in einer Denkschrift niedergelegt, welche vom Finanzminister reDigirt und vom Präsidenten genehmigt ist uno welche Die sofortige Zahlung einer Milliarde (mit Hilfe einer Anleihe) und die Emission von zwei Milliarden in Papieren proponirt, die mit Der Garantie Pariser, Londoner unD Newyorker Bangvier« versehen sein sollten. Hiergegen sollte sich Deutschland ver- pflchten vier Departement« fofort unD Die beiDen letzten nach Zahlung des ersten Wechsel« (von wieviel, wird nicht gesagt), d. i. bei Beginn des Winters zu räumen. Da« Blatt sagt weiter:Die französische Regierung bestand namentlich auf Der Räumung von Belfort, welche« Die Deutschen nach Den Vorkehrungen, Die sie in vteser Festung treffen, bis zum letzten Tage beh Iten zu wollen scheinen."

JeDenfallS werden Die Instructionen, welche Graf Arnim jetzt in Händen hat, an diesen Vorschlägen viel, sehr viel aulzusetzen haben. Vornämlich erscheint die Proposition Der Räumung De» ganzen besetzten Gebiets nach Zahlung des ersten Wechsel« unannehmbar, Da es sicher ist, Daß Die Franzosen gleich nach Ab- zug unserer Truppen die längst geplanten und entworfenen Befestigungsarbeiten in Angriff nehmen werden. Tragen sie sich wirklich mit Rachegedanken, wie wir dock bei Der Sprache, Die sie führen, nicht umhin können, anzunehmen, so würDen sie ihre kriegerischen Vorbereitungen wenigstens anderthalb Jahre früher vollenden können, al« sie e« bei Der FortDauer Dr« gegenwärtigen Verhältnisses vermöchten. An eine beschleunigte Räumung De« französischen Gebietes Dürfte also schwer zu

Frankreich.

Paris, 16. Juni. Die Nationalversammlung ist noch immer sehr gereizt wegen des Fußtritte«, Den Thiers ihr gegeben unddas Unvorhergesehene" fängt wieder an, eine Nolle zu spielen. Die Wahlen vom Sonntage traten hinzu, welche, wie Das Journal de« Debüts richtig entwickelt, eine förmliche Ohrfeige für Die Monarchisten sind und sein sollen. Wenn das so fortgeht,so wird Leon Gam- betta über kurz oder lang gesetzlicher Herr und Meister Frankreichs". Wer Augen hatte, der konnte seit Wochen gewahren, wie die Stimmung auf dem Lande mehr und mehr nach Der linken Seite neigte. Die Organisten haben nun plötzlich beschlossen, Buße zu thun und mit Den Legitimisten jene Vernunstheirath abzu- schliiß-n, gegen die sie sich so lange gesträubt haben. Die Corresp. HavaS meldet: Das Eceigniß de« Tage» ist Die gestern von kompetenten Kreisen bestätigte Nach- richt des Courrier de France von Dem Entschlüsse Des Prinzen von Orleans, Dem Grafen von ChamborD einen Besuch zu machen, wenn Dieser öffentlich seine Zu­stimmung zum Manifeste Ernoul-Moulin geben wollte, von dem im Monat März so viel Die ReDe war, Dessen Text aber nie veröffentlicht wurde. Dieser Entschluß Der Orleans ist eine Frucht Der kürzlich mitgetheilten neuen fusionistischen Be- (Hebungen, unD Da Derselbe am Dienstage ziemlich plötzlich gefaßt wurde, so mag Dies vielleicht Dem Resultate der Wahlen zuzuschreiben fein."

Versailles, 17. Juni. DieAgence HavaS" meldet: Die Unterhand, lungen zwischen ver Diesseitigen unD Der Deutschen Regierung nehmen einen günstigen Fortgang, so Daß Die Erzielung einer VerstänDigung in kürzester Frist erwartet wird. Als GrunDlage DeS zu treffenden Uebereinkommens wird wahrscheinlich Da« Princip successiver Räumung gegen succefsive Zahlung angenommen werden.

Italien.

Nom, 11. Juni. Gestern verbreitete sich mit Blitzesschnelle die Nachricht von Dem plötzlichen Dahinscheiden De« Papstes. Dieselbe war Den Ohnmachts- Unfällen de« Papste« entsprungen, welche immer ohne bedenkliche Folgen vorüber- zuzehen pflegen, unD gleich einer Lawine au« Den innersten Gemächern De« Vati- ran« stets an Schnelligkeit und Umfang zunehmenD bi« zu Den äußersten Enden von Rom gedrungen. Obwohl unwahr, wenn nicht unwahrfcheinlich, war e« merkwürdig, den großen Eindruck zu beobachten, welchen dieser blinde Lärm überall hervorgerufen hatte. Man kam in allen Parteifchattirungen überein, daß das Dahinscheid-n des Papstes unter den gegenwärtigen Verhältnissen die Bedeutung eines Weltereignisses hat und weniger bestimmte Besorgnisse al« die Besorgnisse de« Unbekannten wachrufen müßte. Der Papst befindet sich, wie ich höre, außer Gefahr, allein Diese Ohnmachtsanfälle, welche stet« wiederkehren, ängstigen die Umgebung Pius' IX. und werden eine« Tages jene Katastrophe in eben so Über- raschender Weise herbeiführen, als sie gestern in Rom wie ein Meteor niederfiel, das Dieses Mal noch in Rauch zerfloß. Ich kann versichern, Daß man in Der nächsten Umgebung Des Papstes alle Vorsichtsmaßregeln getroffen hat, um Durch ein Derartiges E.eigniß nicht übermäßig überrascht zu werden. (K. Z.)

England.

London, 16. Juni.Observec" glaubt zu wissen, Daß Die gestern feiten« Pemberton'« in Genf eingereichten Jnstruciionen dar Verlangen Englands invol- viren, eine Vertagung des Schiedsgerichtes cintreten zu lassen, welche« verlangen dadurch motivirt werde, Daß England Die Prozeßfchrist nicht einreichen könne, bi« die Frage Der indirekten Ansprüche enDgiltig zwischen Den beiden Regierungen ge­regelt sei.

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Börsenberichte.

Frankfurt a. M., 17. Juni. Da sowohl Pari« wie Wien schon am Samstag malte« Eourse sandten und selbe auch heute noch nicht bester kamen, so stellte sich einige Mattigkeit ein, von welcher nicht nur die Sveculations-, sondern auch die übrigen Effecten zu leiden hatten. Am gedrückt.sten war Staatsbahn, weiche bei sehr wenig Verkehr und trotz einiger schwachen Belebungsversuche auf 376 zurückgingen. Ereditactien v.rkehrten zwar etwa« lebhafter al» Staat«- babnen. doch konnten auch ste sich nicht viel über 261 erheben. Lombarden vollend» stagnlrten bei 21 j'/2. Oesterreichische Renten hielten sich fest, während österreichische Bahnen durchschnitt­lich 23 Procent zurückgingen. Deutsche Bahnen gletchfall« matt. Prioritäten verkehrten auch zirmlich still, und nur in Banken regte sich Einige». Deutsche BrrernSban. ward dei 133 /& gern gekauft, da der Erfolg der am Mittwoch durch diese« Institut zur Ernsuhcung kommenden ^.Deutschen Effecten und Wechselbank" (5 A. Hahn, bereit« wehr al» gesichert ist, indem dir Anmeldungen hierzu jetzt schon so umfangreich sind, daß die Repartation Verlegenheiten bereiten werd. Der Einführung«»»-« ist auf 115 firirt bei 40 Procent Einzahlung Provinzia.dwcoat» waren 1 Procent beff r, österreichisch-deutsche ebensoviel. Wiener Union dagegen 1 Pcoc. niederer. Lv,se relativ still und ohne wesentliche V-rinderung. Auf de« amerikanischen Gebiet spukte bie Alabamafrage wieder, ohne indeß die Course zu irritiren.

Fulda 15 Juni. Da« Gerücht von einer alsbaldigen abermaligen Con- Truppen Charettes nicht vor Niederlagen durch Die deutschen Truppen, welche sich ferenz oer preußischen Bischöfe in hiesiger Stadt aus Anlaß der NamSzanowSl.'lchen^er Sache De« großen deutschen Vaterlandes geweiht hatten, schützen können!) Angelegenheit tritt jetzt immer bestimmter auf; man will sogar miss n, daß Die Die Andacht zum Hrzen Jesu ist erst im Anfang des 17. Jahrhunderts auf- (SmiaCung hiezu schon mittel« eine« Circularschreiben« erfolgt fei. Dagegen wird gekommen, und kaum 200 Jahre sind verflossen, seitdem Der apostolische Stuhl sie Die Nachricht DerMainzer Zeitung" von einer dahier abzuhaltenden großen sm "'-r- in Mni.n n..f. «...

Katholikenversammlung, welche gegen DaS Vorgehen protestiren solle, al« eifunDen bezeichnet. Dieselbe Mcktheilung entbehrt allerdings Der Wahrscheinlichkeit, Da Der preußische Episkopat eine Derartige Demonstration schon au« Opvortunitätsrück-

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