Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kielen
1872
Samstag den 18. Mai
Nr. 11G
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Nutzanwendung,
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Preis vierreljährig 1 fl. 12 fr. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährig 1 st. 27 kr.
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£365* Des heil. Pfingstfestes wegen wird die nächste Nummer dieses Blattes erst Mittwoch den
22 d. Mts. ausgegeben. Die Expedition.
Erscheint täglich, mit' ÄuS> nähme Sonntags.
Expedition: Canzleiberg, Lit. B. Nr. 1.
den in TlN- Nindviek- rchaafe uni inen uni 8e- urs, qo/iene »erfcbiebm n vergoldete Reisidecken, und wische, Reitzäume, Neisekosfer, eu;er sest-
Bei größe- t.
tot $ertn icht, unsre ^es Bureau
< Brodpreise vom IS. bis 24t. Mai 1872,
nach eigener Erklärung der Bäcker:
2 Kilo gemischtes Brod 21 kr. 1 Kilo gemischtes Brod IOV2 kr. 2 Kilo Roggenbrod 18 kr. 1 Kilo Roggenbrod 9 kr.
onnte.
und aus dir 3457 vom ter Aufgabe
* Ein politischer General.
Frankreich erlebt jetzt glückliche T-ge; das offizielle und politische Frankreich nämlich; denn das arbeitende, das der Ruhe bedürftige, das steuerzahlende Frankreich wartet noch immer vergeblich darauf, daß die Nationalversammlung in eine sruchtbare, für die moralische und materielle Entwicklung ersprießliche Thätigkeit eingehe.
Aber was ist den französischen Politikern an diesem Frankreich gelegen? Die glücklichen Tage, welche Frankreich in seine Annalen verzeichnet, tragen drei verschiedene Namen: Audiffret-Pasquier, Bazaine und Chavzy, und zwar gehören von diesen drei Namen zwei — der Revanche an, während der dritte den Beginn einer neuen Aera bezeichnet. PaSquier hat die unter dem Katserthum statt- gefundenen Unordnungen und Verschleuderungen im Militärdepartewent gebrand- markt und dadurch nicht bloS der antibonapartistischen Majorität der Nationalversammlung geschmeichelt, sondern auch der nationalen Eitelkeit Genugthuung gegcben, welche nun genau weiß, warum im Kriege gegen Deutschland der Sieg nicht zu den Fahnen Frankreichs eilte.
Derselben Stimmung kommt die nunmehr verfügte Stellung Bazaine'S vor ein Kriegsgericht entgegen. Nachdem das Kaiserthum wegen seiner corruwpirten Verwaltung durch PaSquier gebrandmarkt worden ist, blieb noch übrig, daß es wegen Unfähigkeit oder Unzuverlässigkeit seiner illustren Werkzeuge verurtheilt wird.
Aber die tiefen Schatten, welche man auf das kaiserliche Frankreich wirft, würden nur eine halbe Revanche geben, wenn sie nicht zugleich zur Folie einer
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Deutschland.
Darmstadt, 17. Mai. Im Herbst tritt bekanntlich ein aus neuen Wahlen hervorgehender Landtag zusammen, welchem das -Budget für die Finanzperiode 1873—75 vorgelegt wir». Die Regierung ist demgemäß bereits mit der Auf-
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Der Jubel, mit welchem Chanzy plötzlich auf den Schild erhoben wird, beweist doch, daß den Franzosen die Person mehr gilt, als die Sacke, und diese Fractionen, welche sich so plötzlich und rückhaltlos um die republikanische Fahne schaaren, machen wohl den Eindruck, daß ibre Ueberzeugung sich erst an der imposanten Haltung vrs republikanischen Generals aufgerichtet habe.
Durch diese, der Person dargkbrachte Huldigungen wird auch dem persönlichen Ehrgeiz ein bestimmter Impuls gegeben und wenn Chanzy, nach seinem eigenen Geständniß, lange Zeit nichts von Politik verstanden hat, so wird er schnell genug begriffen haben, wie weit er, als politischer General, mit derselben kommen könne.
Vorläufig freilich scheint er mit Thiers und Gambetta im Einvernehmen
Aussicht gibt.
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für Frankreich bedeuten zu „
wie weit man mit der Republik fommc, »Iso: mit der Republik Thiers'
glänzenden Lichterscheinung dienten.
Diese Lichterscheinung ist — Chanzy, der^Asse/"der^olksvertreter zu- der Sistirung seiner militärts^»" der Rechten bis zum linken
geseM, Politik studirt hat und selbst, nachdem °-,»°^d°-^ch»rottamilL Centrum sich durchgearoeitet hat, sich» s „ Parteien versöhnte,
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stellung des Hauptvoranschlags beschäftigt, welcher in Folge der übernommenen Zinsgarantien für die neuen Bahnstrecken des Landes, die bis jetzt, wo die er» forderlichen Anschlüffe noch mangeln, kaum die Betriebskosten ertragen, wohl mit einem Deficit abschließen wird. Sollte die französische KriegScontribution hier nicht helfend eintreten , so dürfte eine, wenn auch nur vorübergehende, Steuererhöhung zu gewärtigen sein. — Wie man hört, sollen einige Erleichterungen men sein" leider aber n^r^iemlich unttrg^nete PÜn^^etre^^-^nrel7e
um Ute ....... -..... . vl. Kirchenvorstandswahlen vornehmen zu lassen. Hoffentlich wird der neue Prälat
glorreichen Iulitagen" die Parteien versöhnte, nmmehr endlich unerbittlich gegen die betreffenden Herren einschreiten.
axhjUtiti als vte oesie so ist mtt .^Ulda, 13. Mat. Auf der letzten Blschofscouferenz ist, wie die „D.A. Z"
er Louis Phittpp ai- «vl Ials die beste Monarchie em- nchtragltch erfahrt, auch die Frage bezüglich der dahier zu gründenden katbcli Red° aufgetreten, w-lch I»«« eitl Glück scku Univerfltät berührt worden? Mi. Rücksicht da auf/ d- di reiw M n
kl-n es re '» — Seit so spärlich Angegangen L
\ n VkTc Jur gerathen, ausgedehntere Sammlungen zu veranstalten nuf diese Welse das bereits zum Gespött gewordene Vorhaben zu fordern ui m -hpr (A-danke von welchem seine Rede getragen wird, nicht Te bis jetzt erzielten Einnahmen würden allerdings kaum ausreichen, die Kosten ™ ' wn SortiM» enthalten - geschickt ist nur di- d.e no hwendigstm Vorarbeiten zu »-streiten. ”
— denn er ist m in6em cr sagt: daß wenn man in Frank- Berun, 15. Mai. Der Handelsminister hat den Regierungen bezüglich der
E^^der'e äußersten Bedrängniß den Versuch mit der Republik machte, ^lUgung von Frauen in den Fabriken eine Verfügung zugehen lassen, worin Zeit der auß | gefährliche Ausgabe bestritt: Frankreich zu e.art wlrd, es mochte „recht eigentlich der Beruf des Gesetzgebers sein, dem
auch keinen Anspruch darauf hättm, Mehr und BefferrS rbltchen Geschlecht den Schutz gegen inhumane Ausbeutung der Arbeits- rCfC^k,hPut n tu wollen als die Republik. Jedenfalls müsse man sehen, ist zu gewahren, den " sich nicht in gleichem Maße wie das männliche, selbst
,n,r“A bctCUltn |U ' - >, mit der Republik der honetten Leute, ^erschaffen vermag." Aus Rücksichten auf die wirthschaftlichen und namentlich
_ . Adlers' r x und moralischen, auf ganze Generationen hinaus durch Schä-
»V dl- G-d-nken, w-lch- jetzt B-neral Chanzy au-g-spr°ch-n ung drs Körpers, B-rk»mm-rung des häuslichen und mütterlichen Berufs und
Thiers selbst ha^ anaedeutet: aber es kommt >a Familienlebens, sowie der Kindererziehung, fortwirkenden lchweren Nachtbeile
-ur „u. u,t,....... «°-t »»« »Nb ,» gt d-r Minister den Regierungen auf, behufs Vorbereitung g-fetzlich-r Mab-
als daß es überhaupt gesagt wlrd, und eln (_rhebungen zu pflegen und sich darüber zu äußern: 1) ob bei der Be-
.......h, inrCE" M Mißstände ergeben haben, welche
7, "mn„aBarii6mn8 in d-r Nationalversammlung zu Grunde ge-t Abhilfe durch Gesetz erforderlich machen; 2) welche Bestimmungen sich al« Nachdem der Bp^ ect gestellt worden ist, nachdem dernschenswerth herausgestellt haben, namentlich ob allgemeine Vorschriften über richtet und in der P s i seine B-gehrlichk-it, aber zugleich auch seinen zulässige tägliche ArbeiiSzeit im Bedürfniß liegen; endlich 3) ob dem Erlasse Orleamsmus Z« t»ä^ren« die Legitimisten °urch d-her Vorschriften mit Rücksicht auf die Verhältnisse d-r Industrie und der wirth. Mangel an Selbstvertrauen zu compromittirt werden, war der Zeit-iftlichen Lage des Arbeiterstandes Bedenken entgegenstehcn.
Schild-rh-bung klaren, daß die factische Republik Anspruch Bddlm, 15 Mai. Die Magdeb. Ztg. schrlibt über die Stellung de- Je-
punkt gekommen, » ® » * ant)tln. en'°*t,ena: "3m Kampf- gegen °as moderne Staatsprineip hat sich der m°.
habe, sich tn eme befimt ö . Vertheibigung" war gewiß der rechte Manme Ultramontanismus entwickelt und der wahre Vertreter dieses Ultramontanis-
Und d« G-n-ral der « '°n«^ « 9 wenden. 19 ». 3-fuiten.Orden. Das im Wesen der Kirch- begründete kosmopo".
dazu, um M man «erdü wäre, den Franzosen Glück dazu »» «unsch-n Prine.p ist gegenwart.g in feindlichen Gegensatz zu dem nationalen Prineip c Ab» ,1° >>'„7 Arund welcher Veranlassung - sich in den, Entschluss- z-- -n, die höchste Entscheidung auch in weltlichen Dingen, da- oberste Richter, daß sie, gleichvi . zweien, diejenigen in’« Auge zu sassiw m ganzen Bereiche der Christenheit ist, wenn auch unter verhüllenden Phrasen,
vereinigen, von den 8jaSe"' ® ,uf de« Lande- Wohlfahrt beziehen; so kam die Kirche in Anspruch genommen, und die Leitung d-r Kirche endlich - da« welche v-remig-n muss n, w->l sie sich f d « in \tffl Austreten Chanz». dem Spst-m den Abschluß - ist unmittelbar und ausschließlich in den Hän. man doch nicht umhin, auch die ded-nru-p des Papstes concentrirt. Diese große Umwandlung innerhalb der Kirche,
anzum-rk-n. fcine B-sriedigung in fltofeei fann wohl sagen, diese kirchliche Revolution, welche sich in den letzten Iah.
, ™ » t’ unb Leistungen sucht, für eine G-sahr hi-lt-n; ne.n -vollzogen hat, rst das Werk de- J-suit-n-Ord-n« , d-r grundsätzlich (hu tit
^^lch^ owoU für vi-^geg-nwärtig- Situation, al- sur Z-»-ss--' °-r päpstlichen G-wal, gegen jede selbstständig- Macht innerhalb d-r da« Bedenkliche, nich s S man cem General Chanzy au« s->ncche v-rtr-t-n, jebe nationale Besonberheit bekämpft und namentlich da« aristo-
kunst, scheint un« darin zu lg' ° « allem B-rhaltniß »u deische bischöfliche Element stet« mit dem bittersten Hasse versolgt hat. Denn
ausgestellten Programm in V-rd.-nfl machte, ganz relative Selbstständigkeit der Kirchenfürsten war -in- Schranke für den Olden"
objectiven Werth befleiotn. '


