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Deutschland.

ES sind alle Maßregeln getroffen zur Verhaftung des

England.

feiner Kirchenlehre zu prüfen. Und da diese Prüfung nicht zu Gunsten des Dogma's ausgefallen ist, so haben sich fast alle bedeutenden deutschen katholischen Theologen gegen dasselbe erklärt.

Und die Opposition der Theologen hat denn doch einen unerwartet großen Anklang in der Laienwelt gefunden. Die altkatholische Belegung schreitet !ang-

Paris, 14. Jan. Das osficielle Blatt enthält folgende Note:Da Se. Excevenz der Herr Graf v. Arnim am 9. Jan. die Schreiben überreichte, welche ihn in der Eigenschaft eines Botschafters Deutschlands bei der französischen Re- gterung beglaubigen, und da Se. Excellenz der Herr Graf v. Gontaut-Biron von Sr. Majestät dem Kaiser in der Eigenschaft eines Botschafters von Frankreich empfangen worben ist, so find die diplomatischen Beziehungen zwischen beiden Ländern wieder auf den normalen Fuß gesetzt. Aus diesem Grunde hat die spe- cielle Mission, welche bei dem Obergeneral der Occupations-Armee hergestcllt wor­den war, ihr Ende erreicht. Die dringlichen und localen Fragen, welche aus der militärischen Occupation entspringen, werden in Zukunft mit dem Hauptquartier durch einen außerordentlichen Commiffar verhandelt werden. Diese Functionen sind dem Grafen de Saint-Vallier übertragen."

Paris, 16. Jan. Eine große Anzahl Handelskammern haben Adressen an die Nationalversammlung gerichtet, in welchen sie sich gegen eine Besteuerung der Rohstoffe aussprechen. In Luneville wurde ein Preuße ermordet. T)tc fran­zösische'Polizei ist eifrig beschäftigt, die Thäter zu ermitteln. In verschiedenen Städten, hauptsächlich in Versailles, haben sich Comües zum Zwecke einer Sub- fcriptton von Frauen gebildet, um frühere Räumung des französischen Gebiets

Erklärung und Bitte: ,

Die Arbeitseinstellung der Gchülfen in den hiesigen Buchdruckerkien hat heute Abend begonnen, nachdem die Vermittlungsvorschläge, welche von weiten des Gewerbevereins unter Betheiligung Sr. Exc. des Hrn. Präsidenten v. Steinbeis

,U die Bewegung ist bereits zu weit entwickelt, um dem Versuch, sie mit veränderter Methove ioDt zu schweigen, Erfolg zu versprechen. In Bayern wirt Vieser Versuch gar nicht einmal gemacht werden können; unv wenn die altkutho- lisch- Bewegung ihre Lebenskraft in Bayern bewährt, so hat st- sic für ganz Deutschland bewährt. I» Bayern wirb es sich entscheiden, ob der katholischen Kirche Deutschlands die Kraft innewohnt, sich von ven Banden des romanischen PrineipS frei zu machen.

°^'en Sei einer gegen ven Republikaner Sir L. Hilft gerichteten Versammlung in Chelsea kam es zu Ruhestörungen, weshalb die Polizei da« Local säuberte.

Amerika.

Ncwyork, 16. Jan. (Kabcltelegramm.) Die japaneflsche Gesandtschaft ist in San Francisco angekommen.

Belgien.

Brüssel, 16. Januar. Außer der Provinz Lüttich feiern fast alle Kohlen- zechen. Die feiernden Arbeiter erhalten aus den Widerstanvskaffen 2 FrcS. täg- lich. Der Kohlenmangel ist bereits fühlbar.

Frankreich.

zu erlangen.

Paris, 17. Jan. Es sind alle Maßregeln getroffen zur Verhaftung dcS Menschen, der den Preußen in Luneville ermordet hat. Es ist ein gewisser Cremel. Derselbe hat sich nach der Schweiz geflüchtet.

Dem heute ausgegebenen Bulletin zufolge macht die Besserung im Befinden des Prinzen von Wales befriedigende Fortschritte. Es bedarf nur noch einiger Zeit, bis die Kräfte vollkommen wieder hergestellt sein werden. In Zukunft wer- den keine Bulletins mehr veröffentlicht.

London, 17. Januar. Die Königin wird das Parlament in Person er*

Vermischtes.

Berlin. IKurr und bünbiß.J Ein Strike-Comite der Tapezier-rg.sellen hielt am 8. Jan eine Versammlung im Happol.'schen Lokal. Dabei kam folgender eingegangene, wenn auch n.cht orthographisch abqefaßtc, d.ch sehr klar durchdachte Br,es zur Verlang:

v 0 An die Commission der Strcke!

Ihr Brüder wollt blot aus uuser Tasche reißen, damit ihr düchtig kümmel sausen kennt; feifjam t-bttfauk 3une<n«; ihr wollt un« man bloß d-t Seit au« bie Tasche mausen, aber X fliegt nod) etlife Hiebe, «Ketet man s» wie wir, b.nn werdet Ihr od> wat habe, euch

wallen wir adet nicht ernehren, lell diesen Brief den ve-sammett.^Fanlen^nn^ Kummelbrnder

Börsenberichte.

Frankfurt a. M., 17. Januar. Im heutigen Verkehr waren außer Nationalbank- und StaatSbahnactien noch besonders galizische Elsenbahnactien gesucht. Der geft^e CourSluckgang ist fast wieder ganz ausgeglichen worden. Staatsbahnactren wurden sogar am Schluffe bit 4~2 /2 aebandelt. Kredit 353»/2. Lombarden 218/2. Galizier 267.

Für 1860er Loose herrscht gute Kauflust und »ngarffche 100-fl.-Loose wurden bw 112 be­zahlt. Für Prioritäten und andere Anlagepapiere ist die Stimmung eine fortgesetzt günstige.

Darmstadt, 16. Jan. Seine Grossherzogliche Hoheit der Prinz Ludwig sind heute Nachmittag nach Berlin übgereist und werden daselbst im Kronprinz- lichen Palais absteigen. Ihre Königliche Hoheit die Prinzessin Ludwig mir den Durchlauchtigsten Kindern werden wahrscheinlich Ende der Woche hier eiatteffea.

Berlin, 16. Januar. Bezüglich des Entlaflungsgesuches des CultuSmimsters v. Mühler wird derKreuzzeitung" bestätigt, daß derselbe, nachdem er noch am Donnerstag neue legislatorische Arbeiten in Aussicht genommen, am Freitag seine Entlassung erbat und daß das StaatSministerium sich einmüthig über die Ange» meffenheit der Annahme desselben aussprach. Ferner wird bestätigt, daß unter Den bisher gerüchtweise genannten Candidateu an maßgebender Stelle allein der Geheime Oberjustizrath Falk ernstlich in Aussicht genommen sei. Die Ernennung wäre bisher noch nicht erfolgt, doch ist die Annahme des Entlassungsgesuches selbst unzweifelhaft. Als Grund desselben wird derKreuzzeitung" zufolge in unterrichteten Kreisen angenommen, daß sich v. Mühler durch die Vorgänge der letzten Tage überzeugt haben möchte, daß seine Stellung nach allen Seiten hrn unhaltbar geworden. Dasselbe Blatt bemerkt ferner: Eine Vakanz fei ftlbstver- stündlich erst nach allerhöchster Annahme des Entlaffungsgesuches vorhanden. Wenn Graf KayserUngk-Rauttenberg für das Portefeuille genannt würde, so i.ege jeden° falls eine Verwechslung vor. Gemeint sei wohl der jüngere Bruder Graf Kayser- lingk, welcher einem deutschen Lehrbezirk in den russischen Ostseeprovinzen vorge- standen. DieKreuzzeitung" glaubt, die Annahme, daß die Dotationen der Generale in den bevorstehenden Tagen zur Vertheilung kommen sollen, als unbe- gründet bezeichnen zu dürfen. Die Erwägungen über diese Angelegenheit feien »och nicht vollständig abgeschlossen.

Berlin, 16. Jan. lieber den Rücktritt des Cultusmmisters v. Mühler, dessen amtliche Veröffentlichung wohl nicht mehr lange auf sich warten lassen dürfte, erfahren wir, daß derselbe in der Sitzung des StaatSminjsteriums am Donnerstag noch so wenig an ein Enttassungsgesuch dachte, daß er in Bezug auf Die von ihm vorbereiteten Gesetzentwürfe über die Trauung und über den Aus­tritt aus der Kirche noch specielle Anträge stellte und die Ausarbeitung derselben übernahm. Von da bis zum Freitage müssen bei Herrn v. Mühler Einwirkungen und Erwägungen stattgefunden haben, welche den Entschluß herbeiführten, feme Entlassung zu fordern. Dadurch trat die Angelegenheit in ein anderes Stadium. Es fand darauf am Freitag eine vertrauliche Sitzung des Sraattministenums unter dem Vorsitze des Ministerpräsidenten statt, an der aber Herr v. Mühler schon nicht mehr Theil nahm, und in welcher die Haltung der Regierung zu dem Ge­suche sestgestellt wurde. Wie die B. Ztg." wissen will, ist die Entlassung des Herrn v. Mühler durch einen ganz eigenthümlrchen Zwischenfall zwar nicht veranlaßt, aber wohl beschleunigt worden. Man erzählt sich in parlamentarischen Kreisen, der CultuSminister habe unlängst beim Kronprinzen Dortrag gehalten Uber Kunstangelegenhcitcn, und bald hernach sei offenkundig geworden, daß m Wrn- 'schämen sollten, das' Ausland 'anzubetteln, um ihre"eigene Armensteuer zu lichkeit die Dinge sich durchaus anders verhalten haben, als £err v. Mühler sie vap , W*men t0Ulen' j

Dargestellt. V Aller Wahrscheinlichkeit nach werden mit dem Rücktritt Mühler s erletd>ter«- - -- - --

alle von ihm bereits beim Landtag eingebrachten oder vorbereUeten Vorlagen für diese Sesson zurückgezogen werden; nur die Vorlage über die Schulaufsicht dürfte, wenn auch in etwas anderer Fassung, zur Berathung im Landtage gelangen.

Berlin, 17. Jan. DieProvinzial-Correspondenz" schreibt: Der Eultus- Minister Hr. v. Mühler hat sich veranlaßt gesehen, die Entlassung aus seiner bis­herigen Stellung vom Könige zu erbitten.

Stuttgart, 15. Januar. Die Setzer und mit ihnen ein großer Theil der Maschinenmeister (Drucker) haben am Samstag Abend wirklich die Arbeck ein­gestellt und nur die der I. G. Cotta'schen Buchhandlung und v. Eotta s Erben (Slaatsanzeiger") sind geblieben. In allen anderen Buchdruckereien ist dre große Mehrzahl striken gegangen, bis auf einige wenige verdeirathete und ältere Leute. Jndkß scheint es bei den Gehülfen nicht durchaus auf gesetzlichem Wege ausge- gangen zu sein, wie es Anfangs schien, denn mehrere ältere sehr gut gestellte Ge- hülfen, die als verheirathete, seit Jahrzehnten in ihren angenehmen Stellen be- findlichen Leute das Versprechen zu bleiben gegeben hatten, kamen schließlich unter Dem Ausdruck des Bedauerns, daß sie ihr Versprechen nicht halten könnten; es fei unmöglich, unter den Anderen zu existiren. Auch sah sich das Stadtpolizei- amt gestern veranlaßt, ein Warnungöplacat anfchlagen zu lassen, worin unter Hinweisung auf §. 153 der deutschen Reichsgewerbeordnung und das deutsche Strafgesetzbuch Diejenigen mit Strafe bedroht werden, welche Andere mit Gewalt oder Drohung zur Arbeitseinstellung nöthigen wollen. Auch soll einem der Princi- pale eine Katzenmusik gebracht und derselbe genöthigt gewesen sein, d:e Polizei um Schutz anzuruftn. Eine Flugschrift der Setzer zur Rechtfertigung ihrer Arbeits­einstellung wird verbreitet. DerBeobachter", in Folge des Setzer-Strikes nur in einem halben Bogen erschienen, bringt an der Spitze seines Blattes folgende

London, 14. Jan. Die englische Milothätigkeit ist in den letzten Tagen von Neuem angeeufen worden, um Mittel zum Aufbau ter im französischen Kriege zerstörten Hütten beizusteuern. Dem ©lobe scheint dies des Guten doch zu viel zu sein.Im ganzen britischen Reiche", sagt er,sind ungeheuie Summen ge­sammelt worden, um die Leide« der sranzösischen Verwundeten zu lindern und den Aurwurs von Paris zu füttern, der so unmenschliche Schandthaten begangen hat. Dazu rechne man dir Gelder und da« Saatgetreide zur Unterstützung der der- armten Bauern und die besondere Sammlung zur Wleverherstellung der verwüste, ten Dörfer um Sedan. Diese Beträge dürften hinreichendes Zeugniß für unseren Wunsch sein, da« Mißgeschick der vom Kriege betroffenen Bauern Frankreich« nach Kräkten zu mildern. Wenn aber die Herren Pieard und GaSroigne einige Monate für England übrig haben sollten, so werden sie schwerlich geringere« Elend hier ontreffen, al« bei ihrer eigenen Landbevölkerung. Sie brauchen nur den Hafen- ' dämmen und Eisenbahnbogen im Osten Londons einen Besuch abzustatten, um zu entdecken, daß unter englischen Kindern, die keine andere nächtliche Zuflucht haben, lerne Masse von Elend zu finden ist, welche den Franzosen völlig unbekannt, ja, unglanblick sein wird. In keinem Lande Europa'« besteht ein so strenge« und ; mohlgehandbabte« Armengesetz, wie in Frankreich, und es ist rein unmöglich, unter , ihm Hungers zu sterben." Da« englische Blatt weist klar genug darauf hin, daß . vie besitzenden Class-n Frankreich« trotz aller Verluste und Steuern noch wohl- ; habend genug seien, um selbst für ihre verarmten Mitbürger zu forgen, und sich

mit Vertrauensmänner!» ' ' /^unV ver Gehülfen vereinbart worden, von ver Generalversammlung der Letzteren verworfen worden sind. Die Unterzeichneten sind dadurch in die Lage versetzt, das verehrte Publikum um eine nachsichtige Be- urtheilung der hierdurch veranlaßten Verzögerungen in der Fertigung von Druck- arbeiten ersuchen zu müssen. Stuttgart, 13. Jan. 1872. Die vereinigten Buch- bruckereien in Stuttgart."

Oesterreich.

Wien, 16. Jan. DerVorstadt-Zeitung" zufolge fand der neu ernannte Finanzmimster bei Antritt seines Amtes einen Caffenbestanv von 97 Millionen Gulden vor.

Ä sam fort, aber sie ruht nicht. Wohin sie führen wird, das vermag auch letzt K ,och Niemand zu sagen. So viel aber kann man wohl mit einiger Zuversicht behaupten, baß Vie kritische Zeit, wo man sie rasch ersticken konnte, vorüber ist. Der römische Erlaß an die erzbischöfliche Curie in Freiburg beweist, daß man sich im Vatican der Gefahren, die aus der deutschen Opposition dem Ultramontanis. mus erwachsen können, wohl bewußt ist. Man sieht ein, daß der Augenblick nicht günstig ist, um durch einen verschärften Druck die Stimmungen noch mehr