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Schweiz.

Gtlls, 14. September. In der heutigen Sitzung des Schiedsgerichts ver- las der Vorsitzende Graf Sclopis den Schiedsspruch, der eine Entschädigung von I51/2 Millionen Dollars festgestellt. Sir A. Cockborn, das englische Mitglied, verweigert seine Unterschrift und gibt Erklärungen. 22 Kanonenschüsse feiern den glücklichen Erfolg der Conferenz. Die Schlußrede des Vorsitzenden ist besriedi- gend. Die Engländer reisen am Montag, die Amerikaner am Dienstag ab.

Frankreich.

Paris, 14. September. Thiers ist um 9 Uhr heute Morgen in Havre angckommen und wurde enthusiastisch empfangen. Zwei englische Fregatten sind gestern in Havre angckommen, um Herrn Thiers zu begrüßen.

Paris, 16. September. Die Abreise Thiers' von Trouville ist nunmehr endgültig beschlossen. Derselbe wird om Donnerstag nach Paris zurückkehren und das Palais Elysöe beziehen, wo er, wie man glaubt, einige Wochen ver­weilen wirb. DieAgence Havas" meldet, daß der Schriftsteller Ebmond About in Saverne, wo er sich seit 14 Tagen zur Regelung seiner Eigenthums- Verhältnisse aufgehalten habe, auf Befehl der deutschen Behörde verhaftet worden sei. DasJournal ossiciel" meldet die Ernennung des Generals Ehanzy zum Commandanten des 7. Armeekorps mit dem Sitze in Tours, sowie der Generals Ducrot zum Commandanten des 8. Armeecorps mit dem Sitze in Bourges.

Havre, 14. September. Der Maire sagte in seiner Begrüßungsrede an Herrn Thiers, er danke ihm, daß er zur Gründung der Republik ermuthigt h^be. Thiers brückte in seiner Antwort s-in Vertrauen auf die Größe Frankreichs aus. In der Unterhaltung mit dem Municipalrathe sagte ThierS, die Einführung der neuen Steuern mache Schwierigkeiten, aber sie würde es möglich machen, ein Gleichgewicht zu erreichen. Wir haben sehr gute Nachrichten von England, sagte Herr Thiers, wir wollen nicht den freien Austausch stören und werden schon dahin gelangen, uns zu verständigen. Man muß Frankreich und Europa danken für das Vertrauen in die jüngste Anleihe. Die Marne und die Haute Marne werden geräumt werden und wären es schon, wenn die Barackenlager in den be­nachbarten Departements bereit wären; diese werden aber in zwei bis drei Wochen fertig sein. Der Friede nach außen ist gesichert; ich werde mich bestreben, den Frieden im Innern herzustellen und werde fortfahren, in demselben Sinne zu regieren. Herr Thiers hat die englischen und amerikanischen Ossiciere empfangen.

Spanien.

Madrid, 15. September. Die Eröffnung der Cortes hat heute statt' gefunden. Die Thronrede besagt: Die Beziehungen zum Auslande seien gute; der König achte die geistliche Macht des Papstes, sei aber fest entschlossen, nicht weniger die Forderungen des spanischen Nationalwillens zu achten. Der Carlisten- aufstanb sei beinahe beendigt, die Regierung werde die Specialgesctze der Nord- prooinzen respectiren. Was den Aufstand auf Cuba anbelanze, so werde die Negierung die zu dessen völliger Untervrückung nöthigen Truppen hinsenden. Die Thronrede kündigt sodann zahlreiche Reformen in der Finanzverwaltung, der Armee und Marine an, von welchen namentlich die Einführung der allgemeinen Dienstpflicht und ein Arrangement zur Zahlung der Zinsen der Staatsschuld hervorzuheben sind.

Vermischtes.

Darmstadt, 15. Sept. Anläßlich der morgen dahier beginnenden Generalversammlung des Gesammtvereins der historischen Vereine Deutschlands veröffentlicht der historische Verein für das Großherzogthum Hessen eine Festschrift, sowie eine kurze Darstellung der Geschichte und der Sehenswürdigkeiten von Darmstadt, welche Schriften soeben im Druck vorliegen und an dieFest- theilnehmer vertheilt werden sollen. Die letztere betitelt sich: Darmstadt. Andeutungen für die auswärtigen Theilnehmer an der Versammlung des Gesammtvereins der historischen Vereine Deutschlands in Darmstadt vom 16.20. September 1872 und stammt aus der bewährten Feder deS BibliothekdirectorS Dr. Walther. Sie enthält eine kurze Ueberstcht über die Epochen unserer Stadtgeschichte, sodann eine Geschichte und Beschreibung dec alleren hiesigen Denkmäler der Bau­kunst (Sladtkirche, Schloß, RathhauS, altes und neues Gymnasium, Zeughaus, Collegienbau») und endlich einige Data über die hiesigen Sammlungen, über die Hofbibliothek, das alte Museum, die Gemäldegallerie, das naturhistorische Eabinet und den Antikensaal, sowie über daS CabinetS- museum, die EabinetSbibltothek, das Kunstcabinet des Herrn Hofrath Dr. Schäfer, sowie das HauS- und Staatsarchiv.

Die Festschrift führt den Titel: Die Denkmäler der Elfenbeinplastik deS Groß­herzoglichen Museums zu Darmstadt in kunstgeschichtlichec Darstellung von Hofrath Dr. ®. Schäfer (86 Seiten). Wir behalten uns vor, auf das inhaltreiche Werk zurückzukommen.

WvrmS, 11. Sept. Heute wurde die Gewerbe- und Industrie-Ausstellung dahier eröffnet. Nachdem die mit den verschiedenen Glsenbahnzügen angekommenen fremden Mitglieder d«S LandeS- gewerbevereinS empfangen worden waren, begaben sich dieselben zunächst in Worret'S Gartensaal zur Besichtigung der dort auf die Dauer von 14 Tagen ausgestellten und Jedermann gratis zu­gänglichen Zeichnungen der sämmtlichen hessischen Handwerkerzeichnenschulen. Von da aus begaben sich die Versammelten, geleitet von den Wormser Mitgliedern deS Lokalgewerbevereins, zu der lokalen Gewerbe- und Industrie-Ausstellung, welche durch eine geeignete Ansprache deS Herrn Eommerzienrath Doerr und mit einem Sr. Königl. Hoheit dem Großherzog« gewidmeten Hoch feierlich eröffnet wurde. Wir constatiren gerne, daß die Fremden mit rechtem Wohlgefallen die Ausstellung besichtigten und daß auch die hiesigen Mitglieder gerne gestanden, daß die Ausstellung weitaus die gehegten Erwartungen übertreffe; und in der That, man kann nicht läugnen, daß die Ausstellung, wenn auch klein, ein höchst interessantes, ein sehr achtbares Bild der Wormser Gewerbe- und Jndustriethätigkeit bietet, das Jedermann auf'S Vollkommenste befriedigen wird.

Mainz, 14. September. Das Wetter begünstigt die Vorbereitungen zu unserer landwirthschaftlichen Ausstellung im höchsten Grade. Wenn sich vor einigen Tagen noch leise Zweifel erheben konnten, ob man bis zum Eröffnungstage das große Werk vollenden werde, auf dem harten öden Boden des Schlossplatzes eine große geschmack­volle Halle mit Blumenbeeten, Gebüsch und Springbrunnen hinzustellen, so ist dieses heute nicht mehr der Fall. Alles gewinnt Form und Leben. Die Auspackung hat schon begonnen, obschon noch von den Axt- und Hammerschlägen der Handwerker be­gleitet. Wie es gewöhnlich geschieht, haben die Industriellen die Bedeutung der Sache zu Anfang zu leicht genommen und so erfolgen denn in der letzten Stunde noch An­meldungen, die besser früher geschehen wären. Bei der großen Rolle, die Mainz selbst in der Blumenzeit spielt, bei der Wichtigkeit, die der nahe gelegene Nheingau im Weinbau, die umgebenden Provinzen Rheinhessens u. s. w. im Ackerbau haben, im Centrum einer für die Landwirthschaft so regen Industrie kann unsere Stadt als glücklich gewählter Mittelpunkt bezeichnet werden, und es steht wohl außer allem Zweifel, daß der beste Erfolg das große mühevolle Werk des Comites krönen werden. Die Zahl der Anmeldungen beläuft sich im Augenblick schon nahe an Tausend, da aber, wie gesagt, deren noch fortwährend erfolgen, so kann diese Ziffer noch nicht als definitives Schlußresultat betrachtet werden. (Mainz. Tagbl.)

Börsenberichte.

Frankfurt a. M., 16. September. Trotzdem die Medioliquidation im Großen und Ganzen schon Mute voriger Woche beendigt war, nahm selbe heute doch noch die Aufmerksamkeit der Börse in Anspruch und waren es fast nur die HauptsPecuIationSeffecten, in welchen größere Ab­schlüsse stattfanden, theilS per comptant, theilS per ultimo. Zunächst waren cS Staatsbahn und Lombarden, welche am lebhaftesten in Verkehr kamen, während Ereditactien relativ matt blieben. Geld war heute wieder recht flüssig und war bei 4 Procent zu haben. Wenn der Markt eben nicht zu sehr übersättigt wäre und noch obendrein immer wieder mit neuen Emissionen belästigt würde, so müßten jetzt die Course wieder steigen. So aber herrscht allerwärtS Abgespanntheit und Mangel an Kauflust. Unter diesen Verhältnissen konnte daS Geschäft in Banken auch heute noch keinen Ausschwung nehmen, obwohl besonders hiesige Institute beliebt waren. Deutsche Effectenbank z. B., sowie Bankverein, Oesterreichisch-deutsche und Wechslerbank, auch Frankfurter Baubank wurden gern gekauft. In den Actien der neuen Gencralbaubanl machte sich einige« Geschäft brmerkbar und gingen solche zu 110, ll/2 Procent über EmissionSkurS, um. Deutsche Handelsgesellschaft fest, Brüsseler und Amsterdamer wieder besser. Oesterretchische Nationalbank und Darmstädter zu letzter Notiz gefragt. Vom Geschäft in Bahnen war heute absolut nichts zu erfahren. Prioritäten größtentheilS offerirt. Oesterreichische Sllberrente eine Kleinigkeit höher. Loose und Amerikaner ohne Veränderung.

BSreennachrichten.

16. September 1872.

Preuss. 41/a% Oblig. 103 Frankf. 31/2% Obi. 87'/, Nass. 41/g % Obi. 993/4 Kurhess. 4% r 94'/4 Gr. Hess. 5% Obi. , » 4% n 985/8

, 3i/g0/0 93

Bayer. 5% 1003/8

» 41/3% 1jährige

» 4% 1jährige

Würtemb. 4 7a % Obi. 99% Baden 4Va% Obi. o. E. L. Oesterr. Silberrente 65 '/2 Papierrente 603/1

Spanier, neuest. 30/0 297/@

Amerik. Bonds 1881r 993 g

1882r 96-/4

, 1885r

» » 1887r 967/8

Art len.

Frankf. Bank 145

Frankf. Vereins-Kasse 156

Darmst. Bankaot. 515

Wien Bankaotien 942

Oest. Creditaot. 362 Galkien 256

Aetlen.

5% östr. F. St. E. B. 356 Lombard. Bahn 228 Ludwigsh.-Baxbaoh 203

Maxbahn 1467a

Bayer. Ostbahn 13672 Rhein-Nahebahn-Aot.

Hess. Ludwigsb.-Aot.

Oberhessen 81

Prioritäten.

30/o oster. Stsb.-Prior. 583/6 3% öst. s. Lombard 5P/e 30/0 Livorneser 39y8 5°/q Tosoaner

5O/o Elisabeth.-Prior. 85 V2 do. II. Emlss. 843/4

Anlehen*ioo*e.

Darmstädter ll.50k.oose 201 , »25 557»

Kurh. 40 Thlr. Loose 72

Nassau 25 fl. 46 Braunschweiger 22 3O/o Oldenburg, ä 40Thlr. 383/g 40/o bayr. Präm.-Anl. 1123/4 4% badische Loose 110 Badische fl. 35 Loose 70

Oestr. fl. 250 v. 1854 87 72 1858r Priorltätslooae 2083/4 1860r Loose 967g 1864r ,

Wechsel«

Amsterdam k. 8. 98

Augsburg k. S. 100

Berlin k. 8. 1047g

Bremen k. 8. 1757g

Brüssel k. 8. 927g

Hamburg k. S. 87 72

Leipzig k. 8. 105

London k. 8. 118 74

Lyon k. 8.

Pari» k. 8. 923/8

Wien k. 8. 1077,

ditto m. 8. 10774

ditto 1. 8. 1077g

Disconto 4 %

Geldwerten.

fl. kr.

Pr. Friedrdor 9 577a587t Pistolen . . 9 40 42

n doppelte 9 40 42 Holl. fl. 108t 9 53-55 Ducaten . . 5 3335 20 Frankens!. 9 2021 Engi. Sover. 11 4850 Buss. Imper. 9 4244 Dollar in Gold 2 2526

ASlgemeiner Anzeiger.

Vogt.

(4339)

(4337)

in ihren Gemeinden bekannt machen zu lassen.

Gießen, am 17. September 1872.

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.

Versteigerungen.

Holzversteigerung im Gießener Stadtwalde.

Mühlen Verpachtung.

4335) Mittwoch den 25. September soll die Waldmühle bei Weidenhausen, Amt vonuueuuud), nebst allen dabei gelegenen Aeckern, Wiesen und Gärten verpachtet oder auch verkauft werden.

verkauft Hundertweise

Th. Rautenstrauch, a. d. Schoor.

forstungswellen),

4030 Radel-Reisholz,

3 Nadel-Stämme mit 0,87 Cub.-Meter, 1223 Stangen 23,2

(darunter eine große Anzahl Fichtenstangen).

Die Zusammenkunft ist auf der Chaussee nach Grünberg, am Bahnwärterhäuschen.

Gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft wird Zahlungsfrist bis I. Februar 1873 ge­stattet.

Die Grossherzoglichen Bürgermeistereien der umliegenden Orte werden ersucht, dies

Montag den 23. September d. I-, von Vormittags 9 Uhr an, soll in dem Gießener Stadtwalde, Diftric-^ Die VZcuon fen Rehschlag, Lichteneiche, Neuhege, Heinges-^ Gladenbach hoben und Waldshute nachverzeichnetes Holz öffentlich versteigert werden, als: 502 R -Meter Nadel-Prügelholz, 180 Stockholz,

1400 Wellen Eichen-Neisholz (Durch-

Feilgebotenes.

643) Thür- und Grab­schilder, sowie Klingelgriffe und Taffen werden mit beliebige Schrift angefert'qt bei ________ Wilh. Balser.

Zwetscheu

Ausverkauf.

4089) Meinen geehrten Kunden verfehle nicht, darauf aufmerksam zu machen, daß ich heute meine Vorräthe für die Winter-Saison, welche noch vollständig sortirt sind und in guten modernen Sachen bestehen, in Verkauf genommen habe. Die Preise sind sehr billig gestellt und bewillige ich wie seither einen Rabatt von

Sechs Kreuzer am Gulden. __ _____S, Hirsch Sohn, IIBI ................. BRMW1

ii» Ktebsftmeii»

3923) Mänsbnrg Lit. D. Nr. 9,

empfiehlt sein reichhaltiges Lager in wollenen Hemden, seidenen, wollenen und baumwollenen Unterjacken und Unterhosen, Socken und Leibbinden, sowie Lcincn- und Shirting-Hemden, leinenen Kragen in allen Halsweiten, Hcmdcn, Einsätzen, Chemisetts, Manschetten, allen Arten Halsbinden, UniformS-Cravattcn, Hand­schuhen, Hosenträgern rc. rc.