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Preis vinreljähriq 1 st- 12 fr. mit Brinqerlohn. Durch die Post s-?;oflen vierteljährig i ft. 39 fr.
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Erscheint täglich, mit Ausnahme Sonntags.
Expedition: Canzleiberg, Ltt. B. Nr. 1.
Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kießen.
orten von den
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bv.-, y2.,
Nr. 165,
Mittwoch den 17. Juli
1872.
Bestellungen auf den Gießener Anzeiger Expeditionen und den Lund-Postboten entgegen' genommen. * S S , als auch b U n SP fl Abonnenten, welche den Anzeiger bei der Expedition abholen lassen, erhalten denselben für das III. Quartal zu 1 ft.
Pfund 36,
Amtlicher
T h e i t.
utscheMac- 'Uppenteige. 'd Bückinge
18,139. 23.
32,m. 13. Gegenstände aller n gegen Feuers-
klsilherullg.
'vtt der General-
B e k a n n t m a ch u n g.
Dem Unterzeichneten ist von der Großherzoglichen Centralstelle für die Landwirthschaft und die landwirthschaftlichen Vereine eine Anzahl Exemplare des Programms der landwirthschaftlichen Ausstellung zu Mainz und Anmeldebogen für
1) landwirthschaftliche Producte,
2) Producte des Garteu- und Obstbaues,
3) landwirthschaftliche Fabrikate,
4) Maschinen und Geräthe
mitgetheilt worden, um dieselben in geigneter Weise zu verbreiten. Die Herren Bürgermeister des Kreises, denen Exemplare des Programms zugehen werden, werden ersucht, dieselben bei dem landwirthschaftlichen Publikum in möglichst umfassender Weise zu verbreiten. Außerdem könnten Exemplare des Programms, sowie auch Anmeldebogen auf dem Bureau Großh. Kreisamts Gießen jederzeit in Empfang genommen werden.
Zum Schluß wird bemerkt, daß die fragliche Ausstellung zu Mainz vom 25.-29. September stattfindet und alle für die Ausstellung bestimmten Gegenstände längstens bis zum 15. August d. I. angemeldet werden müssen.
Gießen, den 15. Juli 1872. Der 1. Director des landw. Bezirksvereins Gießen.
v. Röder.
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k in Gießen, H. strich bei Alsfeld, in Bellersheim, rod bei Grünberg
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Newyorker Handelszeitung berichtet über dasselbe: „Wie es nicht anders zu ver- muthen war, ist das deutsche Geschwader bei Port au Prince sehr gelinde verfahren. Das angebliche siebenstündige Bombardement beschränkt sich auf das
Flagge wesentlich gehoben."
Berlin, 14. Juli. Bei Gelegenheit der Unterzeichnung des deutsch-französischen Vertrages hat Graf Arnim dem Präsidenten angezeigt, daß der Kaiser aus Anlaß dieses Ereignisses 73 Franzosen, die noch in deutschen Gefängnissen saßen, begnadigt hat.
Einzelne Mitglieder der Gesellschaft Jesu haben bereits in aller Stille die Grenzen Deutschlands passirt. Nach verläßlicher Mittheilung erhielten die Jesuiten von ihren Obern die gemessene Ordre, jeden Confllct mit den Landespolizeibehörden zu vermeiden. Diese Ordre ist um so verständlicher, als durch etwaige Demon» strationen der frommen Väter zu Gegendemonstrationen Anlaß gegeben worden wäre, welche dic persönliche Sicherheit der Ausgewiesenen leicht gefährden konnten. — Die heutige Nummer der „Demokratischen Zeitung" ist confiScirt worden.
Straßburg, 14. Juli. Eine eben veröffentlichte kaiserliche Verordnung, datirt vom 19.Juni d.J., verleiht der neuen Bibliothek, welche nunmehr ungefähr 200,000 Bände umfaßt, alle Rechte einer öffentlichen Anstalt, insbesondere auch die juristische Persönlichkeit, und verordnet, daß sie die Bezeichnung „Universität-- und Landes-Brbliothek" führe.
Rapvoltsweiler, 10. Juli. Seit vier Tagen gehen täglich fünfzehn langgestreckte kupferne Kanonen auf der Eisenbahn hier durch. Auf den Wagen liest man „Belfort". Alle sind prachtvolle 16pfündige Hinterlader, welche eben erst aus den Kanonengießereien von Spandau hervorgegangen sind.
Oesterreich.
Deutschland.
Berlin, 12. Juli. Diejenige Bestimmung des Jesuitengefetzes, welche dze
Prag, 13. Juli. In Pilsen erwartete, trotz der frühesten Morgenstunde, auf dem Bahnhose eine große Menschenmenge und eine Militärkapelle den Wiener Schützen-ug, welcher mit großem Jubel empfangen wurde. Die Volkshymne wurde gespielt und von Schützen und Publikum mitgesungen. Dr. Stark begrüßte im Namen der Pilsener Turner in kerniger Rede die Wiener Schutzen und bat die- selben, die Deutschen in Pilsen nicht zu vergessen, welche im Gerste das Fest mtt- feiern. Dr. Kopp dankte im Namen der Wiener den Pilsenern für die freundliche Ueberraschung. Beide Reden wurden mit stürmischem Beifall ausgenommen. Aach eingenommenem Frühstück setzten die Schützen ihre Reise nach Eger fort.
Prag, 13. Juli. „In dem Schreibtische des verhafteten Sekretärs des czechischen kaufmännischen Vereins „Mercur", I. Rzehak, wurde die „Eidesformel gesunden, welchen die Mitglieder des neuen „Blanik-BundeS" be^thrcr Ausnahme schwören mußten. Unter Anderem verpflichten sie sich dari^n, den Statthalter Frhrn. v. Koller entweder durch „Schuß" oder „Dolchstich zu tobten Man glaubt, daß der „Blanik-Bund" auch auf dem Lande Mitglieder habe." So aßt sich die Wiener „Deutsche Zeitung" telegraphrren. Die „Presse er schreibt.
„Wir vermögen an den Ernst der ganzen Sache nicht zu glauben und machen d.e Behörden aufmerksam, diese „Verschwörung" vorsichtig zu behandel^, u»i a cht durch eine neue Auflage des Attentats- Proceffes den Humor der Bevölkerung zu beleben."
Ausschließung des Ordens ber Gesellschaft Jesu vom Gebiete deS deutschen Reiches 1 ausspricht, ist durch die AuSführungSvorschristr». v.» ‘
interpretirt worden, daß den Angehörigen der Gesellschaft bte Ausübung Uder ; OldcnSthätigkeit in Kirche und Schule untersagt sei, und es ist hiermit der Polizei Anhalt für die Anwendung der Anweisungen und Domictlbeschränkungen gegeben, da jede nachweisbare priesterliche Thäligkeit nunmehr als concreter und - unanfechtbarer Grund gelten darf, zu derartigen Maßnahmen zu schreiten. Die. Schles. Ztg., welche wie LaSker ihre Einwürfe gegen die Schwächen des Gesetzes ! nicht verhehlt hat, bemerkt heute: „Einmal erlassen, muß das Gesetz, trotz aller vnncipieller Bedenken, als ein zweckmäßiges anerkannt werden. Der Orden der Jesuiten hat in der katholischen Kirche einen mächtigen Einfluß gewonnen; neben unverkennbar Gutem, das er vielfach gestiftet, hat er durch das von ihm begründete kirchliche Vereinswefen und durch Schürung eines mit Religiosität keineswegs zu verwechselnden konfessionellen Fanatismus die Interessen ganzer BevolkerungSkreise von den großen nationalen Dingen abgelcnkt, die Vaterlandsliebe zum Erkalten gebracht und sogar Feindseligkeit gegen König und Staat, gegen Kaiser und Reick erweckt. Seine Agitation in Posen, Wcstpreußen und Oberschlesien forderte geradezu revolutionäre Bestrebungen; der alte Friede zwischen den verschiedenen RiligionS-Ges-llschaften ist seit Jahrzchenden überall da gestört, wo der Orden seine Wirksamkeit entfaltet hat. Das sind Dinge, die vor Jedermann« Auge, liegen und die für un« eine viel höhere praktische Bedeutung haben, al« alle R-miniScenzen an die frühere Geschichte de« Ordens, al« die sophistische Moral einer literarischen Autoritäten und al« der Einfluß seiner Junger auf dre dem deutschen Reiche feindlich gegenüberstehende Curie. Den ersterwähnten naheliegenden Uibel- ständen kann durch da« neue Gesetz wenigsten« theilweise gewehrt werden, alle« Weitere konnte höchstens facultati» in Betracht kommen. Die liberale Mehrhei de« Reichttages hat -tief empfunden, daß sie mit dem Ausnahmegefetze einen Act vollzog, der nur durch einen Nothstand entfckuldigt werden kann, der -der nie und nimmer eine dauernde Stelle in der organischen Entwickelung unserer ReichSe gesetzgebung einnehmtn darf. Ohne ein Salvavi animam meam hat sie den. auch die Verhandlungen nicht jum Schluffe gelangen lassen wollen. Indem der Reichstag in unmittelbarem Anschlüsse an das betreffende Gesetz d>e von V vorgeschlagene Resolution annahm, welche schon bi- zum nächsten Zusammentreten de« Reichstages die Vorlage eines Gesetzes über Einführung der °bl>gat°r>sch Civilehe und anterweite Ordnung der CtvilstandS-Verhallness- fordert, bekannte er sich iu der in unseren Augen einzig möglichen prineipiellen Losung der (a>»eben- d.n Frage, einer Lösung, welche selbst weit über d,e Tragweite Mn hmaus r ft was die der Regierungsvorlage vorangegangene Resolution vom 16. Mai in S Auge faßte. Welche Hoffnungen aber an diese Resolution«!, knitpsrn sind, d s sprecht der eigen,hümliche Umstand, daß Herr Wagcner, der sich »m Re ich«tag ehr unverhüllt dem Ausnahmegesetze gegenüber als der eigentliche Regier ft Vertreter gerirlr, sammt feinen Getreuen, der neuerstandenen konservativen Jte gierungspartei, gegen diese Resolution stimmte. Er blieb damit nur seinen alten Kreuzzeitungs-Antecedentten getreu." bi.
Da« Bombardement, durch welche« die beiden deutschen Kriegsschiffe di Regierung von Haiti zwangen, den Ansprüchen der deutschen Kaufleute g rechtju werden, ist nicht« weiter al« eine wohlgemeinte Drohung gewesen. Die neueste
IkL'gss," wM- W w.^l»cknlich blind waren. Die
zu Lande einen sehr günstigen Eindruck gemacht und das Ansehen der deutschen


