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Weeheel.

8. 977/6

k. 8.

k. k.

100 104V, 175Ve 93 87Vr 105 118i/4

Amsterdam Augsburg Berlin Bremen Brüssel Hamburg Leipzig London Lyon Paria Wien ditto ditto

Disconto

A eilen.

Frankf. Bank 145

Frankf. Vereins-Kasse 1563/s

Barmst. Bankact. 516

Wien Bankactien 941

Oest. Oreditact. 3611/j

Galizien 256V,

k. 8.

k. 8. S21/4 k. 8. 1071/g m. 8. 1073/8

1. 8. IO71/4 4 0/o

legte und einen kleinen Aufschub erzielte. Durch denFanfulla" erfahren wir außerdem, daß diese künstlichen Vulkane nicht mit gewöhnlichem Sprengpulver, sondern mit dem viel eleganteren Zerstörung-mittel des Dynamit gespeist werden sollen. Es wäre nicht leicht, den Eindruck zu beschreiben, den diese Kunde hier int ganzen Lande hervorgerufcn hat. Die officielleOpinione", ein Muster von diplomatischer Vorsicht, beobachtet in ihrem ersten Bericht über den Vorfall einen ungewöhnlich komischen Lakonismus:Frankreich, sagt sie, hat unserer Regierung Erklärungen bezüglich der Minenkammern am Freju- gegeben. Der Hauptgrund wäre, daß es eine von allen Regierungen für Brücken und Tunnels angewendete Vorsichtsmaßregel sei. Wir glauben, baß unser Kriegsminister, in Anerkennung de- Werthes einer solchen Erklärung, die Absicht hat, gleichzeitig mit Frankreich an der italienischen Seite auch Minenkammern anzulegen." Diese trockene Ironie ist da- Beste, was dieOpinione" seit Jahr und Tag geleistet. Schärfer geht dieItalic" ins Zeug, offenbar aus Aerger über diesen Stoß, den ihre fron* zosenfreundliche Tendenz erfahren hat. Sie meint, Frankreich sei materiell ganz in seinem Rechte, aber es habe doch keine Ursache gehabt, eine in der Form so verletzende Vorsichtsmaßregel anzuwenden. Da- könne nur die Wirkung haben, daß Italien sich andere gr ünde zu erwerben suche. Ob vielleicht Frankreich sich mittel- so angenehmer Ueberraschungen seine zukünftigen Allianzen sichern wolle? Die Ausführung dieser Minen würde doch ein vollständiger Vandalismus sein. Zu einem rein strategischen Zwecke würde ein Fort, ober im schlimmsten Falle eine einzige kleine Mine genügen, die nicht mehr zerstöre, als man in Zeit von zwei oder drei Monaten wieder Herstellen kann. Aber sehr große Minenkammern mit Dynamit könnten vielleicht genügen, das ganze herrliche Werk für alle Zeiten zu vernichten. Da- könne doch unmöglich die Absicht Frankreichs sein. Ucber diesen letzteren Punkt ließe sich noch Manches sagen. Die Vollendung des großen Tunnels, in welcher alle Welt einen glänzenden Triumph der modernen Wissen­schaft und Arbeit erblickt, ist in Frankreich mit sehr getheilten Gesühlen, ja, mit unverhohlenem Aerger und offen eingestandener Eifersucht ausgenommen worden. Die Gesellschaft der Südbahnen hat bi- jetzt durch allerlei Chicanen Italien um die ersehnten Früchte seiner Werke gebracht. Die Frachtgüter müssen aus der westlichen Schweiz und aus Frankreich vielfach noch per Achse nach Italien be­fördert werden. Die zehn Minenkammern, welche das französische Genie anlegen will, zeigen, wie sehr auch die französische Regierung von diesen Tendenzen der französischen Gesellschaft beherrscht wird. Es ist das weiter nichts als eine neue und höchst thörichte Aeußerung jener Politik de- impotenten greisenhaften Aergers, dem wir so vielfach in dem geschlagenen Lande begegnen. Eins wird allerdings durch dieses vandalifche Unternehmen erreicht. Dasselbe wird Eclat machen. Frankreich muß aber irgend eine Gloire haben, und wäre es auch nur eine herostratische.

Rom. Da-Verhältniß zwischen Frankreich und Italien trübt sich mehr und

mehr. Zu dem Streite über bas Klostergesetz und die Mobification de-Handelsver­trag- kam in den letzten Tagen ein neuer, welcher geeignet ist, dem ohnehin täglich kleiner werdenden Rest französischer Sympathien in Italien vollend- ein Ende zu machen. Man erinnert sich dort noch recht wohl der Reden, welche die französischen Minister Remusat und Lefranc bei der Einweihung der Frejusgallerie am Mont-Cenis'Tunnel gehalten haben, wie dieser neue Verkchrweg ein Pfand de- Friedens und der Freundschaft zwischen den beiden Nachbarvölkern sein und bleiben solle. Um so schlechter ist man aber auch auf die Thaten zu sprechen, welche die französische Regierung diesen schönen Worten hat folgen lassen. Hatten schon die schutzzollnerischen Neigungen des Herrn Thiers allmälig die Mißstimmung gegen Frankreich in immer weitere Kreise getragen, so wurde durch die Nachricht, baß man in Versailles den Befehl gegeben habe, aus strategischen Rücksichten die Frejusgallerie zu untermtniren, dem Faß vollends der Boden ausgeschlagen. Die gesammte öffentliche Meinung in Italien erhob sich wie ein Mann gegen dies Vorgehen und erblickte in der Absicht, den großartigen Bau, welcher der Stolz beider Länder ist, gegebenen Falls auf den Wink eines französischen Generals in die Luft zu sprengen, nicht nur eine Barbarei, da die Vertheidigung des Frejus- paffes auch durch ein entsprechendes Fort möglich fei, sondern zugleich eine direkte Bedrohung Italiens. Diplomatische Verhandlungen folgten; Italien bat um Aufklärungen, und erhielt auch, nicht freilich ohne daß man zuerst in Versailles kühl erklärt hätte, Frankreich könne auf seinem Boden thun, was es wolle, schließ­lich die Genugthuung, daß der Befehl zur Einstellung der kaum begonnenen Ar- beiten ertheilt wurde. Der einmal angefachte Funke mißtrauischer Abneigung gegen das Nachbarland aber wird trotzdem im Stillen fortglimmen und nur durch eine vollständige Aenderung des französischen Betragens nach und nach gelöscht werden können.

Vorsichtsmaßregeln, vier Eholerafälle mit tödtlichem Erfolge angemeldet worden sind. Doch mag der Gesundheitszustand fein wie er wolle, die hohe Politik geht herzlos ihren Weg, und die Russen, deren Ezar in Berlin als Friedensstifter erscheint, lassen sich trotzdem einige kleine Eroberungen nebenbei schon gern gefallen. In Kabul sind Nachrichten von einem Zusammenstoß der Russen unb Aakub Bey, dem Atalik Ghazi vonJarkunv, eingetroffen. Die Russen haben zwei ihm gehörige Städte genommen. Inzwischen ist der Gesandte von Khiwa an den Vicekönig in Rawul Pinda angekommen und will dort einige Tage auöruhen. In der That aber fragt es sich, ob er überhaupt weiter gehen wird.

Aus Japan wird unter dem 5. Juli gemeldet, daß seit einiger Zeit schon die Frage, ob das ganze Land den Ausländern geöffnet werden solle, Gegenstand der Erwägungen der höchsten Behörden gewesen sei. Es ist nunmehr festgesetzt, daß vor der Abreise de- Mikado's nach Europa allen Europäern, die mit Consularpäffen versehen sind, freier Zugang zu allen Theilen des Lande- gestattet werde. Die guten Theepreise während der letzten zwei Jahre haben der Thee- cultur einen bedeutenden Aufschwung gegeben. Anstrengungen werden gemacht, um die Production weiter auszudehnen, und schon jetzt werben vielfach schöne Partieen Thee au- Gegenden angeboten, welche bisher nicht mit unter die Striche gerechnet wurden, in welchen die Theepflanze angebaut wird. Da e- ungefähr 5 Jahre erfordert, eine Theepflanzung zur vollen Culturentwicklung zu bringen, so waren bisher diese Zufuhren nur gering. Allein im Laufe der nächsten zwei Jahre dürften wiederum zwei bis drei Namen zu den Thee bauenden Provinzen kommen, welche sich bereit- auf dem Markte in Jokohama Anerkennung verschafft haben.

Börsenberichte.

Frankfurt a. M., 13. September. Wahrend gestern, wie berichtet, der Geldstand leichter war, gestaltete sich derselbe heute wieder knapper, wodurch natürlich daS Geschäft in Spiel­papieren gleich wieder ermattete. Jndeß kann doch jetzt schon die Liquidation als beendet ange­sehen werden, da sich Jedermann beeilte, ins Reine zu kommen. So lange aber Geld nicht wieder flüssiger geworden, ist an einen Aufschwung deS Geschäfts nicht zu denken und die viel- gehoffte September-Hausse dürfte wohl noch etwas auf sich warten lassen. Von den Haupt- speculationSeffecten litten heute namentlich Creditactien unter großer Mattigkeit, und auch Staats- bahnactien gaben nach. Banken hielten sich fest, das Geschäft blieb aber nur auf einzelne be­schränkt, wie Brüsseler, Schlesier, Gffectenbank, Amsterdamer und Handelsgesellschaft. Antwerpener offerirt.' Pfälzer ziemlich beliebt. Von Bahnactien fanden nur Elisabeth und Oberheffeu Be­achtung, während Buschterader wichen. In Prioritäten fanden nur einzelne geringe Umsätze statt. Von Loosen waren Raab-Grazer in einigem Verkehr. Süddeutsche Fonds begehrt und gut be­zahlt. Oesterreichische Renten flau. Amerikaner eher weichend.

Von Frankfurt a. M.

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Hudolph Mosse,

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England.

London, 9. September. Wenn das Genfer Schiedsgericht seinen 22 Be­gehungen, welche sich über 56 Tage ersteecktcn, noch die eine Schlußsitzung hin- zugesügt haben wird, ist Oie Alabamafrage endlich aus der Welt geschafft. Die amerikanische Anklage vor dem Tribunal lautete bekanntlich dahin, daß England die drei nachträglich im Washingtoner Vertrage aufgestellten allgemeinen Grund- sätze verletzt und auch seine Nationalitätspflicht in Bezug auf zwanzig Fahrzeuge, die als Kapersahrzeuge aus englischen Häsen ausgelaufen oder mit englischen Waffen und Mannschaften ausgerüstet worben seien. Dem Vernehmen nach ist in drei Fällen, welche die Florida, Alabama und Shenandoah betreffen, das Urtheil der Schiedrichter gegen England ausgefallen und nachdem sie die Hauptfrage erledigt, den Vereinigten Staaten eine Entschädigung von ungefähr drei Millionen zuerkannt worden. Das Gefühl, mit welchem diese Nachricht hier aufgenommen wird, ist im Ganzen ein Gefühl der Erleichterung, wenn auch Manchem im ersten Augen­blicke die Entschädigungssumme von drei Millionen L. schwer aufs Herz fallt. Der erste Gedanke ist in solchen Fällen bei dem britischen Steuerzahler ein Be- sorgniß vor einem Zuschlag zur Einkommensteuer; allein tm vorliegenden Falle erhält die Sorge ein Gegengewicht in dem Bewußtsein, daß dieses Finanzjahr einen Überschuß von etwa drei Millionen verspricht. Diese Erwägungen finden denn auch in den Betrachtungen der Blätter Ausdruck, welche in mehr ober weniger entschiedener Weise dem heutigen Ministerium das Wort zu reden pflegen.

Asien.

Der gefährliche Feind, genannt Cholera, der Europa bedroht,richtet in Indien bereits verhängnißvolle Verheerungen an. Im Penvschab, einigen Theilen Bengalens und Den Nordwest-Provinzen dauert die Epidemie bereits eine längere Zeit, während in Dugfhaie trotz der von Civil- und Polizeibehörden getroffenen

BörseiinachrlchteB.

14. September 1872.

Preuss. 41/3% ObUg. 103 Frankf. 31/3°/q Obi. 871/3 Nass. 41/3% Obi. 993/4 Kurhess. 4% 943/g Gr. Hess. 5% Obi. 90i/4

» , 4% » »Öl/»

3i/8% » 93 Bayer. 5% 1005/s

41/2 0/0 1jährige 4O/o 1jährige Würtemb. 41/3% ObL 99% Baden 41/3% Obi. e. E. L. Oesterr. Silberrente 651/4

Papierrente 61 Spanier, neuest. 3% 30 Amerik. Bonds 1881r 993/g

_ n 1882r 963/g

_ 1885r 971/4

, , 1887r 967/e

Vermischtes.

Darmstadt, 12. Sept. Ein fremder Herr, welcher sich seit längerer Zeit hier auf­hält, wurde gestern unweit deS Feuen Friedhofs von einem verdächtig aussehenden Individuum hinterrücks überfallen und erhielt mit einem Stocke einen gewaltigen Schlag auf den Kopf, der ihn betäubt zur Erde warf. Offenbar hatte der Verbrecher, als welchen man den Raubmörder Vülcker vermuthet, einen Beraubungsversuch beabsichtigt, an dessen Ausführung er nur durch eine unerwartet herbeigeetlte Hilfe, welche ihn nöthigte, die Flucht zu ergreifen, gehindert wurde.

AHien.

50/g östr. F. St. E. B. 357 Lombard. Bahn 229 Ladwigeh.-Bexbach 203 Maxbahn 146

Bayer. Ostbahn 136 Rhein-Nahebahn-Aot. Hess. Ludwigsb.-Aot. Oberhessen 811/z

Prioritäten.

30/0 öster. Stsb.-Prior. 58% 30/0 öst. s. Lombard 515/e 30/0 Livomeser 391/4 5% Toscaner 615/a 5% Elisabeth.-Prior. 851/3 do. II. Emiss.__________

~ Anlehenaloone« Darmstädter fl.50Loose 200 »25 551/4

Kurh. 40 Thlr. Loose 72 Nassau 25 fi. 46 Braunschweiger 22 30/g Oldenburg, ä 40Thlr. 38/2 40/0 bayr. Präm.-Anh 111% 40/0 badische Loose 110 Badische fi 35 Loose 70 Oestr. fi. 250 v. 1854 1858r Prioritätslooeie 1860r Loose 955/s 1864r